Schimmel entfernen und vorbeugen

Wie Schimmel entsteht, wie Sie Schimmelbefall entfernen und seine Entstehung vermeiden

Schimmel in den eigenen vier Wänden ist nicht nur optisch ein Problem. Auch für Ihre Gesundheit können Schimmelsporen und -staub gefährlich sein. Aber wo kommt er her? Und was können Sie dagegen tun?

Hätten Sie es gewusst? Sporen von Schimmelpilzen kommen überall in der Natur vor. Sie befinden sich sowohl in der Luft als auch im Boden.

Problematisch wird es dann, wenn sich Schimmelsporen in großer Zahl in Innenräumen ausbreiten. Sie sorgen für unschöne, feuchte Flecken an den Wänden oder an der Decke und sind stark gesundheitsschädlich.

Ursachen von Schimmelbildung im Wohnraum

Frau öffnet Fenster zum Lüften

Schimmelpilze lieben eine feuchte, warme Umgebung. Zudem brauchen Sie organische Stoffe als Nährboden. Das können Tapeten, Dämmmaterialien, Schmutz und Staub sein. Zudem benötigen Sie Temperaturen über 10 Grad Celsius. Deshalb fühlen sie sich in unseren Wohnungen und Häusern so wohl. Vor allem, wenn wir falsch heizen und nicht ausreichend lüften.

Wenn Sie zum Beispiel kochen, duschen oder Wäsche zum Trocknen aufhängen, steigt die Luftfeuchtigkeit in Ihren vier Wänden. Wasser verdunstet und gelangt so in die Raumluft. Über den Tag verteilt sind das mehrere Liter. Sogar, wenn Sie sich nur in Ihren Räumen aufhalten, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit – denn jeder Mensch dünstet Wasser aus.

Die Feuchtigkeit, die dabei entsteht, lagert sich an den Stellen im Raum ab, wo es am kältesten ist – zum Beispiel an Ihren Fenstern. An kalten Oberflächen steigt die Luftfeuchtigkeit teilweise bis auf 80 Prozent an. Normal ist ein Wert zwischen 40 und 60 Prozent. Auch Naturmaterialien wie Holz oder Kunstharz ziehen Feuchtigkeit an. Genauso wie Bereiche, an die nur wenig Luft kommt, wie die hinter einem Schrank im Schlafzimmer. Warme Luft kann dabei mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Entscheidend für den Schimmel ist die relative Feuchtigkeit.

Schimmelt es an diesen Stellen, ist zumeist falsches Lüften und Heizen der Grund. Die Feuchtigkeit, die sich jeden Tag aufs Neue ansammelt, muss aus den Räumen heraus – egal ob im Sommer oder der kalten Jahreszeit.

Es gibt jedoch auch Auslöser für Schimmel, die Sie nicht aktiv beeinflussen. Bauliche Mängel, etwa feuchte Bauteile oder undichte Wasserleitungen, können Schimmelpilze begünstigen.

Welche Schimmelarten es gibt

Es gibt viele verschiedene Arten von Schimmelpilzen. Der Fruchtkörper bestimmt dabei die Färbung, die aber nicht per se die Art definiert. Um die Schimmelart zu bestimmen, ist ein Schimmeltest nötig.

  • Schwarzer Schimmel ist besonders häufig im Badezimmer, in Ecken, auf Fugen und Tapeten sowie in Kellern und Garagen zu finden. Er gedeiht bereits ab 6 Grad Celsius. Insbesondere durch die Nahrungsaufnahme besteht Gefahr. Allergiker und Menschen mit schwachem Immunsystem können auch an den Pilzsporen erkranken.
  • Rotschimmel ist besonders häufig auf Getreide und Getreideprodukten zu finden. Auch Papier und Holz ist wegen der Zellulose ein guter Nährboden für roten Schimmel.
  • Grüner Schimmel kann sich auf allen Arten von Lebensmitteln ausbreiten, ist aber auch in feuchten Bereichen des Hauses zu finden. Grünschimmelsporen können eine starke allergische Wirkung haben und die Schleimhäute reizen, Migräne auslösen und die Atemwege reizen.
  • Gelbschimmel gehört zu den gefährlichsten Arten. Er ist vor allem auf Polstermöbeln und Sachen aus Baumwolle zu finden. Bei ausreichender Hygiene sollte der Pilz nicht auftreten. Der Schimmelpilz bildet das Stoffwechselgift Aflatoxin.
  • Weißer Schimmel ist leicht zu übersehen. Weißschimmel bildet sich auf Lebensmitteln und an Wänden. Er kann Allergien auslösen, die Schleimhäute reizen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Hautkrankheiten verursachen.

Schimmel in der Wohnung – was tun?

Bis Schimmel sichtbar wird, ist bereits einiges passiert. Sporen und Staub haben sich niedergelassen und aufgrund von Wärme und Feuchtigkeit vermehrt. Schimmelpilze sind gewachsen und erscheinen als dunkle Flecken.

Wenn Sie diese entdecken, ist der Befall schon weit fortgeschritten und das bedeutet: Es ist Zeit zu handeln! Denn je mehr Sporen in einem Raum vorhanden sind, desto stärker beeinflusst das Ihre Gesundheit. Atmen Sie die Sporen ein, kann das allergische Reaktionen auslösen und bereits bestehende Krankheiten noch verstärken. Vor allem Ihre Atemwege sind gefährdet. Es kann zu Reizhusten und Asthma kommen.

Doch was tun, wenn der Schimmelpilz sichtbar ist? Bestehen bei Ihnen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, können Sie kleine Stellen (bis zu einem halben Quadratmeter) selbst entfernen, zum Beispiel, wenn Sie Spuren in Fliesenfugen oder Silikonabdichtungen finden.

Ist der Pilz nur oberflächlich vorhanden, können Sie ihn mit einem Anti-Schimmel-Mittel oder sehr hochkonzentriertem Alkohol (> 70 Prozent) entfernen. Achtung: Tragen Sie dabei dennoch Handschuhe und einen Mundschutz mit Feinstaubfilter (FFP3). Auch bei kleinen Flächen werden beim Entfernen große Mengen an Schimmelsporen freigesetzt, die in Ihre Atemwege gelangen können. Bei größeren Flächen empfehlen sich außerdem Schutzbrille und Overall. Halten Sie die Türen zu anderen Räumen geschlossen und die Fenster nach draußen offen.

Schimmel selbst entfernen

  • Bei allen glatten Oberflächen wie zum Beispiel Fliesen greifen Sie zum Entfernen des Schimmels am besten auf Hausmittel wie Wasserstoffperoxid oder Brennspiritus zurück.
  • Raue Oberflächen lassen sich nicht vom Schimmel befreien. Wenn Anti-Schimmel-Farbe nicht genügt, entfernen Sie die befallenen Stellen von Tapeten, Gips oder Span komplett. Die Wand oder Decke darunter sollten Sie im Anschluss mit einem Anti-Schimmel-Mittel oder Alkohol behandeln bevor Sie sie neu tapezieren oder verkleiden. Wichtig: Die Wand vorher gut trocknen lassen.
  • Gibt es Polster oder Textilien mit Schimmelbefall, sollten Sie diese komplett entsorgen.

In diesen Fällen muss ein Fachunternehmen ran

Sobald Schimmel nicht nur oberflächlich auftritt, sondern in Wände oder anderes Baumaterial eingedrungen ist, sollten Sie einen Fachbetrieb kontaktieren. Das gilt, wenn die betroffenen Flächen größer als einen halben Quadratmeter sind.

Es ist wichtig, herauszufinden, was die Ursache für den Schimmelbefall ist. Nur so kann sichergestellt werden, dass dieser auch nachhaltig aufgehalten werden kann.

Stellt sich heraus, dass Sie lediglich zu wenig gelüftet haben, ist der Fall relativ unproblematisch. Die betroffenen Stellen werden professionell gereinigt. Natürlich ohne, dass sich die Sporen weiter in den Räumen ausbreiten.

Sind Baumängel für den Schimmelbefall verantwortlich, braucht es eine Schimmelsanierung. Auch hier helfen Ihnen Fachbetriebe weiter. Sie erstellen ein professionelles Gutachten und beraten, was zu tun ist.

Die Kosten für die Beseitigung von Schimmel können je nach Einzelfall variieren. Natürlich kommt es immer darauf an, wie stark der Befall ist, oder ob und welche baulichen Maßnahmen damit einhergehen. Mit Begutachtung, Desinfektion und Ursachenbeseitigung können die Kosten einige Hundert bis mehrere Tausend Euro betragen.


Den Sporen auf der Spur: So arbeitet ein Schimmelspürhund


Lüften ist das Zauberwort – so beugen Sie Schimmel vor

Frau öffnet Fenster zum Lüften

Um Schimmel vorzubeugen, sollten Sie richtig lüften und heizen. Richtig heißt:

  • In einem Vierpersonenhaushalt sollten Sie zwei bis vier Mal täglich die Fenster weit öffnen. In Altbauten und sehr gut gedämmten Neubauten ist das noch häufiger nötig.
  • Kurzes Stoßlüften bringt mehr als stundenlanges Kippen von Fenstern. Letzteres ist sogar nachteilig, da es die Wände kalt werden lässt, wo dann schneller Wasser kondensiert.
  • Wenn möglich: Lüften Sie quer. Öffnen Sie also gleichzeitig die Fenster in gegenüberliegenden Räumen.
  • Halten Sie die Türen von kühleren Räumen geschlossen. Warme, feuchte Luft bewegt sich in die kalten Räume und erhöht da erheblich die relative Luftfeuchtigkeit.
  • Machen Sie die Heizungen aus, während die Fenster geöffnet sind. Sie können Sie danach wieder anschalten.
  • Lüften Sie am besten abends vor dem Schlafen und morgens nach dem Aufstehen.
  • Auch nach dem Duschen, Kochen und Wäschetrocknen ist es wichtig zu lüften, um die feuchte Luft direkt auszutauschen.
  • Besorgen Sie sich ein Hygrometer, mit dem Sie die Luftfeuchtigkeit messen können. Die Luftfeuchte sollte bei 40 bis 60 Prozent liegen und auch im Bad nicht 70 Prozent überschreiten. Stellen Sie das Gerät auch in Ecken, die besonders kalt und feucht sein könnten.
  • Trocknen Sie die Wäsche nach Möglichkeit nicht in der Wohnung, sondern draußen.
  • Entsteht Kondenswasser, zum Beispiel an Ihren Fenstern, wischen Sie dieses auf jeden Fall ab.
  • Stellen Sie Möbel nicht zu nah an die Außenwände.

Dämmung – nützlich oder schädlich?

Eine wichtige Maßnahme, um der Schimmelbildung vorzubeugen, liegt in der richtigen Dämmung. Sind die Wände von außen gedämmt, bleiben sie wärmer. Dadurch kann nicht so leicht Wasserdampf an der Zimmerwand oder innerhalb der Wand kondensieren.

Sollte nur von Innen gedämmt werden, kann es passieren, dass sich zwischen Wand und Dämmung Feuchtigkeit sammelt. Dies gilt auch, wenn Sie etwas Dichtes vor die Fenster hängen oder stellen.

Grundsätzlich begünstigen Schäden und Risse in den Wänden oder in der Dämmung Schimmelbefall, da so kalte auf feuchte Luft trifft und auch direkt Nässe in die Wände eindringen kann. Wie Sie die energetische Sanierung richtig angehen, erfahren Sie hier.

Schimmelbefall in der Mietwohnung – Ihre Rechte und Pflichten

Schimmel stellt einen Mangel an der Mietsache dar. Mieterinnen und Mieter können daher bei Schimmel in der Wohnung eine Mietminderung verlangen. Entscheidend ist jedoch die Ursache. Grundsätzlich sind Mieterinnen und Mieter verpflichtet, Schimmelbefall zu melden. Die Vermieterin oder der Vermieter ist dann in der Pflicht, die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen, solange sie nicht bei der Mieterin oder dem Mieter liegt. Der Vermieter muss dabei beweisen, dass der Schimmel keine baulichen Gründe hat.

Wie sollten Sie also Vorgehen, wenn in Ihrer Mietwohnung Schimmel auftritt?

  1. Informieren Sie die Vermieterin oder den Vermieter. Wenn Sie die Meldung zu spät vornehmen, müssen Sie unter Umständen selbst für die Beseitigung aufkommen.
  2. Setzen Sie Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter eine Frist zur Behebung des Mangels.
  3. Machen Sie in regelmäßigen Abständen Fotos von den befallenen Stellen. So können Sie die Entwicklung festhalten.
  4. Führen Sie auch ein Lüftungsprotokoll. Ratsam ist es auch, ein Hygrometer zu kaufen, um die Luftfeuchtigkeit zu messen. Protokollieren Sie die Werte.
  5. Sollte Ihre Vermieterin oder ihr Vermieter keine Maßnahmen treffen, um den Schimmel zu beseitigen, können Sie selbst die Miete mindern. Seien Sie dabei allerdings vorsichtig: Wer mehr als zwei komplette Monatsmieten im Zahlungsrückstand ist, kann fristlos gekündigt werden.
  6. Im Zweifel hilft ein Gerichtsverfahren. Dort wird per Gutachten festgestellt, welche Partei für den Schimmel verantwortlich ist.

Die wichtigsten Fragen zum Schimmelbefall

Schimmelsporen sind immer um uns herum. Damit sie sich vermehren und auch Schimmelpilze wachsen, brauchen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Schimmel bildet sich daher an sehr feuchtkalten Stellen wie dem Fensterrahmen, in schlecht belüfteten Ecken oder an ungedämmten Wänden. Häufig ist falsches Lüften die Ursache für die Schimmelpilzbildung. Risse im Putz oder Mauerwerk begünstigen das Eindringen feuchtkalter Luft. Undichte Rohrleitungen führen ebenfalls in aller Regel zu Schimmelbildung. 

 

Schimmelpilz lässt sich auf glatten Flächen wie Fliesen gut mit Wasserstoffperoxid oder Brennspiritus entfernen. Auf rauen Flächen wie Tapeten lässt sich Schimmel nur schwer beseitigen. Helfen chemische Schimmelentferner nicht, empfiehlt es sich, die Tapete zu entfernen. Damit Sie dabei nicht zu viele gesundheitsschädliche Sporen einatmen, sollten Sie den Schimmel zunächst anfeuchten, beispielsweise mit Anti-Schimmel-Mittel und erst dann die Tapete abreißen. Sprühen Sie danach die betroffenen Stellen großzügig mit Schimmelentferner ein. Lassen Sie die Wand gut trocknen, ehe Sie die neue Tapete ankleben. Prüfen Sie vorher, ob bauliche Ursachen behoben werden können.

Tragen Sie unbedingt Schutzkleidung wie eine FFP3-Maske, wenn Sie Schimmel beseitigen.

Alkohol ist ein gutes Mittel gegen Schimmel. Dafür sollte er jedoch hochkonzentriert sein (mindestens 70 Prozent) wie beim Brennspiritus. Auch Essig und Wasserstoffperoxid helfen bis zu einem gewissen Grad. Großflächige Stellen sollten nur von einem Fachbetrieb bearbeitet werden.

Dort, wo es feucht und kalt oder sogar nass ist, bildet sich schnell Schimmel. Das ist häufig im Bad der Fall, aber auch in kühlen Räumen wie dem Schlafzimmer. Dagegen helfen richtiges Lüften und das Beseitigen baulicher Mängel. Im Winter bildet sich schneller Schimmel als im Sommer, weil es sehr kalte Stellen an den Wänden gibt, an denen die relative Luftfeuchtigkeit hoch genug ist für die Schimmelbildung. Wenn Sie richtig heizen und lüften, können Sie die Schimmelbildung an Wand und Decke verhindern helfen.

Eine Schimmelsanierung ist nicht günstig. Ein Fachbetrieb nimmt zunächst eine Begutachtung vor. Wie stark ist der Schimmelbefall? Welche Schimmelart hat sich ausgebreitet? Wo liegt die Ursache für den Schimmel? Dann folgt die Schimmelbeseitigung und nach Möglichkeit die Ursachenbekämpfung.

Während die Begutachtung etwa 300 bis 500 Euro kostet und die Desinfektion durchaus im vierstelligen Bereich liegen kann, sind die Kosten für die Ursachenbeseitigung sehr stark fallabhängig.

Lässt sich ein Rohr leicht abdichten oder muss eine Wand aufgestemmt werden und der Sanitärstrang grundlegend erneuert werden? Muss die Dämmung erneuert werden oder wird nur falsch gelüftet? Mitunter reicht es, befallene Stellen mit Schimmelentferner zu bearbeiten. Doch kann der Aufwand auch deutlich größer sein. Rechnen Sie in Summe mit Kosten für die professionelle Schimmelbeseitigung von knapp 1.000 Euro bis mehreren Tausend Euro.


Bringen Sie Ihr Zuhause wieder auf Vordermann – mit der passenden Finanzierung.


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