Checkliste Modernisierung

So planen Sie Ihr Modernisierungsvorhaben

Sie möchten Ihr Zuhause schöner, komfortabler oder moderner machen? Sie denken dabei auch nachhaltig, wollen künftig Energie sparen – und nebenbei auch Geld? Eine kluge Planung ist dabei das A und O. Grundsätzlich gilt: Saniert wird immer von außen nach innen. Überlassen Sie nichts dem Zufall, damit Ihr Vorhaben gelingt. Und: Suchen Sie sich die richtigen Partner. Die Top Ten unserer Checkliste hilft Ihnen bei der Vorbereitung.

1. Prüfen Sie den Ist-Zustand

Zunächst einmal müssen sie Ihren Ausgangspunkt kennen, bevor Sie die Richtung planen, in die die Modernisierungsmaßnahme gehen soll. Dazu bietet sich ein Check des gegenwärtigen Zustandes der Immobilie an, egal ob Haus oder Wohnung, Dach oder Fenster:

  • Maßnahme I: Betriebskosten-Check
    Haben Sie Ihre letzte Betriebskostenabrechnung zur Hand? Wollen Sie erfahren, wo Sie mit Ihren Kosten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt stehen? Oder wie Sie durch Renovierung, energetische Modernisierung oder Sanierung die Kosten senken können? Dann empfiehlt sich der Betriebskosten-Check, der von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2Online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund entwickelt wurde.
  • Maßnahme II: Heizkosten-Check
    Ist der Energieverbrauch Ihrer Immobilie zu hoch oder angemessen? Wo können Sie noch nachregeln, damit ihre Heizkosten möglichst niedrig sind? Das können Sie, sowohl für Altbau als auch Neubau, beispielsweise beim Heizkosten-Check des DMB erfahren.
  • Maßnahme III: Stromkosten-Check
    Verbrauchen Sie zu viel Strom? Dann halten Sie die letzte Stromrechnung bereit und geben Sie den Jahresstromverbrauch in den Stromkosten-Check ein.
  • Maßnahme IV: Thermostat-Check
    Haben Sie elektronische oder mechanische Thermostate? Sind diese noch keine 5 Jahre alt oder schon älter als 15 Jahre? In jedem Fall lohnt sich ein Thermostat-Check, bei dem Sie auf dem Markt vorhandene Vorrichtungen zur Temperaturregelung miteinander vergleichen können. Vielleicht lohnt sich auch der Austausch einer Heizung.
  • Maßnahme V: Wasser-Check
    Wissen Sie eigentlich, wie viel Warmwasser Sie verbrauchen? Wie die Durchschnittswerte sind? Und welche Einsparungen möglich sind? Individuelle Informationen können Sie beim Wasser-Check ermitteln.

2. Planung mit Köpfchen

Jetzt stellen sich perspektivische Fragen: Was genau haben Sie vor? Wollen Sie Ihr Bad erneuern oder eine moderne Heizung installieren, neue Fenster einbauen oder Ihr Haus altersgerecht gestalten? Legen Sie fest, welche Erhaltungsmaßnahmen Sie favorisieren, was modernisiert werden soll und in welcher Reihenfolge. Und: Bis wann sollte die Modernisierung möglichst abgeschlossen sein? Schritt für Schritt finden Sie dann die Antworten: Sie sollten einen Plan haben, um Ihr Vorhaben optimal umsetzen zu können. Zuerst planen Sie also die Modernisierungsmaßnahmen, danach terminieren Sie diese – und zugleich behalten Sie die Kosten im Blick.

3. Informationen sammeln

Machen Sie sich frühzeitig kundig, wie Sie Ihre Modernisierungsmaßnahmen umsetzen können. Welche Möglichkeiten gibt es? Welche energetischen Alternativen bieten sich an? Was ist der technische Standard – zum Beispiel bei einer modernen Heizung? Welche Vorschriften oder Auflagen müssen Sie eventuell erfüllen? Brauchen Sie eine Genehmigung des Bauamtes? Berücksichtigen Sie die Energieeinsparverordnung, um bestimmte energetische Standards der Klima- und Heizungstechnik und der Wärmedämmung einzuhalten. Berücksichtigen Sie auch die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), den Bebauungsplan und vor allem: die Bausubstanz. Ein Altbau kann hier zur Herausforderung werden.

4. Fachleute einbeziehen

Sie haben im Haus oder in der Wohnung eine größere Modernisierung beziehungsweise Sanierung geplant? Dann überlegen Sie, ob Sie einen unabhängigen Bauberater oder eine Bauberaterin einbeziehen. Nehmen Sie auch eine Energieberatung in Anspruch und achten Sie darauf, dass der Experte oder die Expertin vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beziehungsweise von der KfW anerkannt sind. Sie können für ihre Planung auch professionelle Ansprechpartner bei einer Verbraucherzentrale, der DEKRA oder dem Bauherren-Schutzbund finden.

5. Bauexperten und Handwerker suchen

Kalkulieren Sie erst einmal, welche Eigenleistungen bei dem Projekt möglich sind. Wände renovieren können viele noch selbst, für Ihre Modernisierungsmaßnahmen brauchen Sie aber ganz sicher auch an vielen Stellen die richtigen Fachleute. Lassen Sie alles aus einer Hand modernisieren oder organisieren Sie selbst die verschiedenen Handwerker? Erkundigen Sie sich nach geeigneten Experten. Vielleicht können Ihnen Nachbarn, Freunde oder Bekannte Handwerker, Fachingenieure, Tragwerksplaner oder Baustatiker empfehlen, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls auch von einem Architekten unterstützen, der die beteiligten Handwerker koordiniert und die Bauausführung am Haus kontrolliert.

6. Angebote vergleichen

Eine Modernisierung oder Sanierung kann eine Menge Geld kosten. Holen Sie sich für Haus oder Wohnung möglichst verschiedene Angebote ein. Vergleichen Sie Leistungen und Preise, und entscheiden Sie sich dann. Der teuerste Anbieter muss nicht unbedingt der beste sein, der anscheinend preiswerteste am Ende nicht automatisch der günstigste. Außerdem können Sie auch Schritt für Schritt sanieren, damit Sie sich finanziell nicht übernehmen. Setzen Sie daher Prioritäten.

Wie haben sich die Kosten bei Baumaterialien entwickelt?

Im Jahr 2022 sind viele Baumaterialen noch einmal deutlich teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt (Stand 01.02.2023) waren vor allem die Preise für energieintensive Produkte preistreibend. Im Vergleich zum Jahr 2021

  • ist etwa Flachglas, das üblicherweise für Fenster, Glastüren oder Glaswände genutzt wird, durchschnittlich 49 Prozent teurer geworden.
  • Stahlprodukte – die oft in Verbindung mit Beton, unter anderem im Rohbau, zur Verstärkung von Bodenplatten, Decken oder Wänden eingesetzt werden – kosteten zwischen 32 und 40 Prozent mehr.
  • Bitumen, das beispielsweise zur Abdichtung vom Dach, Fundament und Gebäude sowie auch als Dachbelag verwendet wird, kostete 38 Prozent mehr.
  • Der Preis für Spanplatten veränderte sich um 33 Prozent nach oben,
  • Rahmen für Fenster und Türen aus Holz um 24 Prozent,
  • ebenso wie Anstrichfarben und Lacke auf Grundlage von Epoxidharzen, die im Schnitt 24 Prozent teurer wurden.

Einige Baumaterialien legten jedoch nur noch unterdurchschnittlich zu, etwa:

  • Dachlatten um 9 Prozent oder
  • Bauholz um gerade einmal 1 Prozent.

Zurück gingen die Preise lediglich für

  • Konstruktionsvollholz, dies war für satte 12 Prozent günstiger zu haben.

7. Genehmigungen einholen

Für manche Modernisierungsmaßnahmen brauchen Sie eine Genehmigung des zuständigen Bauamtes. Zum Beispiel für einen Anbau am Haus oder für Veränderungen der Schornsteinanlage; oder auch, wenn Sie Wände abreißen lassen möchten, um einen Raum zu vergrößern oder im Gebäude neue Wohneigentumseinheiten aufteilen wollen. Planen Sie ein, dass das Zeit kosten kann.

8. Um die Finanzierung kümmern

Sie sind schon sehr weit auf der Checkliste, sobald Sie alle Modernisierungsmaßnahmen geplant und ein konkretes Angebot vorliegen haben. Nun kommt eine entscheidende Maßnahme: Sie sollten die Finanzierung anschieben. Wie hoch ist Ihr Finanzierungsbedarf? Wie viel Eigenkapital können Sie einbringen? Wir beraten Sie gern zur Finanzierung – zu Fördermitteln gibt der Förderwegweiser der Bundesregierung einen Überblick. So gibt es Förderungen vom Bafa, von der KfW und Steuerboni vom Finanzamt.

9. Leben auf der Baustelle

Wie lange Sie auf einer Baustelle leben, hängt natürlich vom jeweiligen Umfang der Baumaßnahmen ab. Zwischen

  • ein paar Tagen (beim Austausch von Fenstern und Türen) für eine kleinere energetische Modernisierung,
  • über zwei Wochen (bei Wärmedämmung),
  • bis zu drei Monaten (bei umfassender Baderneuerung und Instandsetzung der Wasserleitungen)

für eine größere Sanierung sollten Sie rechnen. Vorausgesetzt, die Handwerker sind entsprechend verfügbar und die Baumaterialien stecken nicht in einer Lieferkette fest. Rechnen Sie besser mit Unvorhersehbarem.

10. Modernisierung starten

Was macht die Checkliste? Haben Sie die Prioritäten für Ihre Modernisierung gesetzt? Die richtigen Partner für Ihr Vorhaben gefunden? Alle notwendigen Genehmigungen im Blick? Finanzierungen und Förderungsmöglichkeiten ermittelt? Den Ablauf Ihrer Modernisierung gut vorbereitet? Dann haben Sie einen klaren Plan, und es kann losgehen. Sind alle Arbeiten erledigt, werden Sie den neuen Wohnkomfort genießen. Die neue Lebensqualität haben Sie sich auch verdient.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Modernisierung.

(Stand 02.02.2023)


Setzen Sie Ihre Modernisierung um – mit der passenden Finanzierung.


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