Sabbatical oder Sabbatjahr

Raus aus dem Arbeitsalltag

Der Wunsch nach einer Auszeit vom Job ist bei deutschen Arbeitnehmern weit verbreitet. Was wie ein Traum klingt, kann Wirklichkeit werden: mit einem Sabbatjahr oder Sabbatical, wie es im Englischen heißt. Und es ist gar nicht so schwer – wenn Sie sich gut vorbereiten und einige Dinge beachten. Alles rund um die Auszeit vom beruflichen Alltag.

Woher kommt der Begriff Sabbatical?

Seinen Ursprung hat der Begriff Sabbatical in der Tora. Sabbatical kommt vom hebräischen „Sabbat“. „Im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten“, heißt es da. Dieses Jahr diente also dazu, dass sich Äcker und die Ackernden der Erde erholen können.

Übersetzt bedeutet Sabbatical innehalten oder mit etwas aufhören. Heute wird dies unterschiedlich gelebt. Einige Unternehmen geben ihren Mitarbeitern bis zu fünf Jahre unbezahlten Urlaub ohne dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren. Andere gewähren nur vier Wochen Sonderurlaub. Ein weiteres Sabbatical-Modell speist sich aus Überstunden, die auf einem Arbeitszeitkonto angespart werden.

Sabbatical oder Sabbatjahr

Was, wie lange und warum eigentlich?

Endlich mal raus aus dem Alltag und so richtig abschalten. Während eines Sabbaticals können Sie das tun, was Sie schon immer tun wollten. Zum Beispiel mit dem Rucksack durch Kolumbien und Peru reisen, ein Buch schreiben oder an einem Hilfsprojekt mitarbeiten. Drei, sechs oder zwölf Monate. Was die Beweggründe für eine Auszeit vom Job sein können, sehen Sie hier:

Sabbatical oder Sabbatjahr

Bereiten Sie sich gut auf Ihre Auszeit vor

Damit Ihre Berufspause Realität werden kann, müssen Sie sich gut vorbereiten. Informieren Sie den Arbeitgeber rechtzeitig über Ihre Pläne, denn der muss einer solchen unbezahlten Auszeit zustimmen. Ein Recht auf ein Sabbatical haben Sie nicht. Aber viele Arbeitgeber stimmen trotzdem zu. Warum? Sie erhalten im besten Fall gut erholte und motivierte Mitarbeiter zurück. Sabbatjahre können auch präventiv wirken. Etwa wenn ein Arbeitnehmer erste Anzeichen eines Burnout-Syndroms zeigt. Die Weltgesundheitsorganisation zählt beruflichen Stress zu den größten Gefahren des 21. Jahrhunderts.

Schwarz auf Weiß: Halten alles schriftlich fest

Damit Sie auf der sicheren Seite sind, sollten Sie eine schriftliche Sabbatical-Vereinbarung treffen. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Dauer des Sabbatjahres
  • Rückkehr an den Arbeitsplatz
  • Art und Weise der Zeitansparung
  • Regelung zur Bezahlung
  • Ausschluss oder Anrechnung von Krankheitstagen regeln
  • Kündigungsausschluss während der Abwesenheit (Ausnahme: eine Vertragsauflösung aus betrieblichen Gründen ist auch während des Sabbatjahres möglich)
  • Regelung für den Todesfall (angespartes Guthaben kommt den Erben zugute)
  • Insolvenzsicherung des Arbeitszeitkontos (falls Ihre Firma während der Auszeit insolvent wird)
  • Erhalten Sie während Ihres Sabbaticals weiter Gehalt? Dann halten Sie schriftlich fest, dass Sie in dieser Zeit nicht zur Arbeit verpflichtet Sind, aber Ihr Arbeitsverhältnis weiterläuft

Wie finanziere ich ein Sabbatical?

Grundsätzlich gibt es drei Varianten des Sabbatjahrs:

  • Unbezahlter Urlaub
  • Teilweiser Gehaltsverzicht im Vorfeld
  • Ansammeln von Überstunden

Zunächst hängt es von Ihrem Arbeitgeber ab, was er Ihnen anbietet. Ein Sabbatjahr kann als unbezahlter Urlaub genommen oder vom Arbeitgeber mitfinanziert werden. Wollen Sie unbezahlten Urlaub nehmen, müssen Sie selbst für Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sorgen.  Sie sollten Ihre Rentenversicherung auf freiwilliger Basis weiterführen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung  können Sie dies mit einem Mindestbeitrag von aktuell 84,15 Euro.

Beliebt sind deshalb die letzten beiden Optionen. Sie werden von den meisten Unternehmen akzeptiert. Vorteil: Das Sabbatical ist bezahlt, die Sozialversicherung vom Arbeitgeber ebenfalls. Bei der Variante des Geldverzichtes arbeiten Sie zum Beispiel drei Jahre Vollzeit bei nur 75 Prozent Gehalt. So erwirtschaften Sie sich Monat für Monat ein Zeitguthaben. Damit können Sie im vierten Jahr in ein Sabbatical gehen, während Sie gleichzeitig Ihr reduziertes Gehalt erhalten. Anschließend kehren Sie in Ihre Vollzeitstelle zurück. Mit diesem Modell sind Sie sozial abgesichert, denn die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Pflege- und Krankenversicherung laufen auch während Ihrer Auszeit ununterbrochen weiter.

Ein Tipp für junge Eltern: Wer seinen Anspruch auf Elternzeit nicht voll ausschöpft, kann den Restanspruch für ein Sabbatical nutzen. Theoretisch sind auch die gesamten zwölf Monate Elternzeit möglich – jedoch höchstens bis zum achten Geburtstag des Kindes.

Sabbatical oder Sabbatjahr

Sabbatical-Checkliste: Wie Sie Ihr Sabbatical richtig planen

Sie wollen Ihren Wunsch nach einer Auszeit in die Tat umzusetzen? Dann sollten Sie dies sorgfältig planen. Mit unserer Checkliste wird Ihr Sabbatical in nur fünf Schritten zur Erfolgsstory:

  1. Auszeit beantragen
    Fragen Sie Ihren Chef rechtzeitig um Erlaubnis. Je nach Aufwand für die Vorbereitung Ihrer Auszeit ein Jahr oder schon früher. Wenn das Sabbatjahr in Ihrer Firma etwas Neues ist, müssen Sie vielleicht mehrfach fragen. Präsentieren Sie Ihrem Chef den Nutzen für das Unternehmen.
  2. Projekt festlegen
    Überlegen Sie sich, was Sie in Ihrem Sabbatical machen wollen. Wenn Sie sich einfach nur so treiben lassen, ist die wertvolle freie Zeit im Nu vorbei.
  3. Finanzen regeln
    Reicht Ihr Geld für die gesamte Zeit des Sabbaticals? Bleibt genug Geld übrig für eine Übergangszeit, falls Sie nach dem Sabbatical nicht nahtlos wieder in Ihrem alten Job weiterarbeiten können?
  4. Familie und Freunde einbinden
    Besprechen Sie Ihre Pläne. Sind alle einverstanden? Falls Sie ins Ausland gehen: Wer kümmert sich in der Zeit Ihrer Abwesenheit um Ihr Haus, Ihre Post, Ihre Rechnungen?
  5. Auszeit vorbereiten
    Wo sind Anlaufstellen und Ansprechpartner? Was müssen Sie für Ihr Vorhaben anschaffen? Sind Sie der geplanten Anstrengung körperlich gewachsen? Sind Sie gut abgesichert? Wie schützen Sie Ihre Gesundheit vor ungewohnten Risiken?