5 Denkfallen im Beruf

Typisch weibliche Verhaltsmuster erkennen – und ändern

Der Kollege bekommt die Beförderung, auf die Sie so lange gewartet haben? Daran ist möglicherweise nicht allein Ihr ignoranter Chef schuld. Wir entlarven Denk- und Verhaltensweisen, die den beruflichen und finanziellen Erfolg vieler Frauen behindern. Erkennen Sie Ihr eigenes Verhalten wieder?

Aller Bemühungen um gleichberechtigte Strukturen in der Arbeitswelt zum Trotz: Nach wie vor werden Frauen bei der Karriere oft benachteiligt und sind vor allem in prestigeträchtigen Berufen unterrepräsentiert. Auch bei der Altersvorsorge sind Männer besser aufgestellt. Steht sich Frau etwa selbst im Weg?

Sicher ist: Für bestimmte Denkmuster und Gewohnheiten sind Frauen anfälliger als Männer – und die können finanzielle Einbußen bedeuten. Wir nennen fünf dieser Denkfallen und sagen Ihnen, wie Sie ihnen bewusst ausweichen.

1. „Für diese Stelle bin ich nicht qualifiziert genug.“

Stellenanzeigen sind für Arbeitgeber das, was für Kinder Briefe an den Weihnachtsmann sind: eine lange Liste mit Wünschen. Ob sich alle erfüllen lassen, hängt davon ab, wer sich bewirbt und wie viele der erwähnten Fähigkeiten die Bewerber tatsächlich mitbringen. Und da sind Männer oft deutlich selbstbewusster als Frauen.

Männer bewerben sich auch dann, wenn Sie nur einen Teil der Anforderungen erfüllen. Viele Frauen hingegen schrecken vor einer Bewerbung zurück, sobald sie nicht alle Kriterien im Suchprofil abdecken.

Arbeitsmarktexperten bestätigen: Frauen suchen häufiger als Männer einen Job, der unterhalb ihres Qualifikationsniveaus liegt. Zu diesem Ergebnis kommt das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie. Die Folge: Frauen benügen sich mit schlechter bezahlten Stellen.

Machen Sie diesen Fehler nicht. Gehen Sie selbstbewusst an die Jobsuche: Bewerben Sie sich auch auf Stellen, für die Sie nicht alle Qualifikationen mitbringen. Dafür haben Sie ganz sicher andere Fähigkeiten und Eigenschaften, mit denen Sie punkten können. Den Rest lernen Sie im Job.

Symbolbild: Doktorhut
Akademikerinnen

suchten 2018 eine Tätigkeit unterhalb ihres Qualifikationsniveaus

2. „Meine Arbeitsleistung spricht für sich.“

Ihr Kunde zeigt sich zufrieden, Sie haben die Zielvorgaben erfüllt oder einen neuen Auftrag an Land gezogen? In solchen Fällen haben die meisten Männer überhaupt kein Problem damit, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und dem Chef von ihren Heldentaten zu berichten. Frauen in derselben Situation loben lieber das Team und erwähnen Ihren eigenen Beitrag mit keinem Wort. Sie lernen von klein auf: Bescheidenheit ist eine Tugend – und Eigenlob stinkt.

Höchste Zeit, Ihr Verhalten zu ändern! Für Bescheidenheit gibt es weder einen Bonus noch eine Beförderung. Auch Ihre Arbeitsleistung legt nur selten ein gutes Wort für Sie ein. Das müssen Sie schon selbst tun. Loben Sie sich und Ihre Erfolge und stellen Sie sicher, dass Ihr Chef davon erfährt. Keine Angst: Charmant präsentiert, stinkt Eigenlob garantiert nicht.

3. „Ist doch schön, dass mich alle mögen.“

Zu den tendenziell eher weiblichen Eigenschaften zählt auch der Wunsch, von jedermann gemocht zu werden. An einem freundlichen Auftreten im Berufsalltag ist auch überhaupt nichts auszusetzen. Das Ansinnen, es jedem recht zu machen, führt allerdings schnell zu unsicherem Verhalten und unklarer Ausdrucksweise. Wer im Job ernstgenommen werden möchte, sollte möglichst verbindlich kommunizieren. Klare Aussagen statt Wohlfühlgeschwurbel.

Ein Beispiel: „Könntest du es vielleicht einrichten, mir die Zahlen möglicherweise bis morgen Abend zu schicken?“ Das klingt unsouverän und hinterlässt beim angesprochenen Kollegen das Gefühl, dass es nicht schlimm ist, wenn es nicht klappt. Besser geht es so: „Schick mir die Zahlen doch bitte bis morgen Abend.“ Das ist eindeutig.

Noch eine schlechte Gewohnheit, die sich eher dem weiblichen Geschlecht zuordnen lässt, ist Zurückhaltung in Meetings. Auch dahinter steckt meist die Sorge, irgendwo anzuecken. Sie sollten nicht davor zurückschrecken, Kritik oder Widerspruch anzubringen. Wenn Sie gute, sachliche Argumente haben, tragen Sie sie vor.

4. „Ich verstehe nicht genug von Finanzen, um mein Geld investieren zu können.“

Symbolbild: Lexikon
Prozent

der Frauen schätzen ihr eigenes Finanzwissen als gut oder sehr gut ein

Nur eine von vier Frauen sagt von sich selbst, ihr Finanzwissen sei gut oder sehr gut. Von den Männern behaupten das immerhin 43 Prozent. Ihr Wertpapierwissen schätzen gar nur elf Prozent der Frauen als mindestens gut ein, während 25 Prozent der Männer dasselbe von sich sagen. Das ist das Ergebnis des Vermögensbarometers 2019 vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Die Angst, aus Unwissenheit Fehler zu machen, führt dazu, dass viele Frauen gar nichts mit ihren Ersparnissen tun. Und das ist der größte Fehler! Denn Geld, das auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto geparkt wird, verliert durch die Inflation schleichend an Wert.

Dabei sind die Grundregeln für die Geldanlage gar nicht kompliziert. Wer die zu investierende Summe auf mehrere Anlagearten verteilt, streut auch das Risiko. Das geht zum Beispiel mit breit aufgestellten Investmentfonds, die in unterschiedliche Anlagearten wie Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere investieren. Natürlich unterliegen auch diese Fonds Wertschwankungen, aber je länger der Anlagehorizont ist, desto mehr Risiko dürfen Sie wagen. Alles, was Sie rund um das Thema Fonds wissen müssen, finden Sie in unserem Fonds-FAQ.

Keine Sorge! Sie müssen auch nicht selbst zum Profi in Finanzfragen werden, sondern können sich Unterstützung holen. Die Beraterinnen und Berater der Sparkasse helfen Ihnen gern. Wichtig ist, dass Sie handeln und sich Schritt für Schritt auf den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit machen. Keine Ahnung zu haben, zählt nicht länger als Ausrede!

5. „Für die Altersvorsorge reicht mein Einkommen noch nicht.“

Sie gehören zu den Frauen, die nichts für ihre Altersvorsorge tun, weil Ihr Budget das nicht hergibt? Dann befinden Sie sich mitten in einer großen Denkfalle, die genau dann zuschnappen wird, wenn Sie sich aus Ihrem Berufsleben in den Ruhestand verabschieden wollen.

Was viele nicht wissen: In Deutschland erhalten Frauen im Alter durchschnittlich nur eine halb so hohe Rente wie Männer!

Sie sind jung und denken, Ihr Geschlecht wird bei der Rente keinen Unterschied mehr machen? Falsch gedacht! Weil die Erwerbsbiografien von Frauen auch heutzutage oft durch Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten oder längere Phasen der Teilzeitarbeit unterbrochen sind, fallen die Ansprüche von jüngeren Frauen in der gesetzlichen Rente niedriger aus als die ihrer männlichen Altersgenossen. Sie sollten sich ganz bewusst mit Ihrer Vorsorge beschäftigen, damit Sie später finanziell unabhängig sind.

Je später Sie anfangen, desto aufwändiger wird es, genügend Geld für ein auskömmliches Leben im Ruhestand zur Seite zu legen. Beginnen Sie also möglichst früh und lassen Sie den Zinseszinseffekt über die Zeit für sich arbeiten. Schon ein Sparbetrag von 25 Euro pro Monat macht einen Unterschied. Wie Sie auch mit kleinem Budget fürs Alter vorsorgen, erfahren Sie in unserem Artikel „Jeder Euro zählt“.

Bringen Sie Ihre Finanzen auf Kurs. Wir helfen Ihnen gern dabei.

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