Finanzielle Unterstützung für Familien

Diese Leistungen und Zuschüsse erhalten Eltern vom Staat

Von Kindergeld über Bildungshilfen bis zum Unterhaltsvorschuss – Eltern können eine ganze Reihe von staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen. Diese dienen der finanziellen Entlastung von Familien und sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung erleichtern. Folgen der Coronapandemie sowie der Krieg in der Ukraine belasten einige Familien besonders. Deshalb gibt es zusätzliche Unterstützung. Wir stellen die wichtigsten staatlichen Leistungen für Familien vor. 

Reguläre Hilfen

Ein kleiner junge fährt in der Wohnung mit einem Laufrad

Kindergeld

Das Kindergeld ist dafür da, die grundlegende Versorgung eines Kindes sicherzustellen. Für die ersten beiden Kinder erhalten Eltern jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und für jedes weitere Kind 250 Euro pro Monat. Das Einkommen der Eltern spielt dabei keine Rolle.

Beantragen können Eltern die Leistung bei der Familienkasse vor Ort. Diese ist meist an die Agentur für Arbeit angebunden. Das Bundesfamilienministerium beantwortet wichtige Fragen rund ums Kindergeld.

Symbolbild: Geldscheine
Euro

Kindergeld gibt es jeweils für das erste und zweite Kind.

Kinderfreibetrag

Wer mehr Geld verdient, für den ist möglicherweise der Kinderfreibetrag sinnvoller als das Kindergeld. Die Prüfung übernimmt das Finanzamt im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung.

Als Anhaltspunkt: Für Alleinerziehende lohnt sich der Kinderfreibetrag ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 39.000 Euro, für Paare ab 77.500 Euro.

Genau genommen setzt sich das, was umgangssprachlich als Kinderfreibetrag bezeichnet wird, aus zwei Freibeträgen zusammen:

  • dem eigentlichen Kinderfreibetrag, der im Jahr 2022 für Paare bei 5.460 Euro liegt,
  • sowie dem Erziehungsfreibetrag von 2.928 Euro.
  • Insgesamt ergeben sich so 8.388 Euro Steuervergünstigung für Eltern.

Mutterschaftsleistungen

Im Zeitraum von sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt – der sogenannten Mutterschutzfrist – haben Mütter Anspruch auf das Mutterschaftsgeld der Krankenkassen oder das Mutterschaftsgeld des Bundesamtes für Soziale Sicherung. Wer monatlich mehr als 390 Euro netto verdient, erhält außerdem einen Arbeitgeberzuschuss.

Gesetzlich Versicherte beziehen das Mutterschaftsgeld über ihre Krankenkasse. Dafür benötigen sie eine Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin. Die gibt es frühestens sieben Wochen vor dem erwarteten Termin.

Privatversicherte oder Familienversicherte wenden sich an das Bundesamt für Soziale Sicherung, um Mutterschaftsgeld zu beantragen.

Wer vor oder nach der Mutterschutzfrist wegen eines ärztlichen Beschäftigungsverbots nicht arbeiten kann, hat gegenüber seinem Arbeitgeber Anspruch auf Mutterschutzlohn. Der ist so hoch wie der durchschnittliche Bruttolohn vor Beginn der Schwangerschaft.

Elterngeld

Wer sich um sein neugeborenes Kind kümmert und dafür seinen Job unterbricht, kann Elterngeld in Anspruch nehmen. Die Höhe hängt vom Einkommen im Jahr vor der Geburt ab. Wer ein höheres Einkommen hat, erhält 65 Prozent, wer ein niedrigeres hat, bis zu 100 Prozent des Voreinkommens.

Das Minimum liegt bei 300 Euro pro Monat. Diesen Sockelbetrag erhalten auch Eltern, die nicht erwerbstätig waren. Das maximale Elterngeld beträgt monatlich 1.800 Euro. Alleinerziehende erhalten 14 Monate Elterngeld. Paare nur dann, wenn jedes Elternteil eine Zeit lang das Kind betreut. Sonst gibt es die Unterstützungsleistung für zwölf Monate.

Die staatliche Förderung wird bei der Elterngeldstelle im Heimatbezirk beantragt. Der Arbeitgeber muss schriftlich darüber informiert werden, für welchen Zeitraum Elternzeit genommen werden soll.

Unterhaltsvorschuss

Eltern, die getrennt von ihren Kindern leben, sind unterhaltspflichtig. Bleiben diese Zahlungen aus, unterstützt das Jugendamt mit einem Unterhaltsvorschuss. 

  • Für Kinder unter sechs Jahren werden 177 Euro pro Monat gezahlt
  • Kinder zwischen sechs und elf Jahren erhalten 236 Euro
  • Danach gibt es bis zum Alter von 17 Jahren 314 Euro monatlich

Zuständig ist das Jugendamt am Wohnort der Antragstellerin beziehungsweise des Antragstellers. 

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss und anderen finanziellen Hilfen für Alleinerziehende finden Sie hier. 

Kinderzuschlag

Eltern, die mit ihren Einkünften ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, aber nicht den ihrer Kinder, erhalten auf Antrag den Kinderzuschlag. Der beträgt  209 Euro pro Kind. Damit sollen die Familien entlastet und Kinderarmut vorgebeugt werden.

Beantragt werden kann der Kinderzuschlag bei der Bundesagentur für Arbeit. Online können Eltern ihren Anspruch auf den Kinderzuschlag mit dem KiZ-Lotsen prüfen und direkt anfordern, falls sie die Voraussetzungen erfüllen. 

Symbolbild: Fußball und Sportschuh
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Kinderzuschlag gibt es 2022 pro Kind maximal. Die Hilfe wird gezahlt, wenn Eltern nur ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, nicht aber den ihres Kindes.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Familien, die den Kinderzuschlag oder andere Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II oder Wohngeld erhalten, können auch Geld- oder Sachmittel aus dem Bildungspaket nutzen. Dazu zählen zum Beispiel Hilfen für den Schulbedarf, für Ausflüge mit der Kita oder Mitgliedsbeiträge in Vereinen.

Bildungsleistungen erhalten Schülerinnen und Schüler bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahres. Der persönliche Schulbedarf deckt insgesamt 156 Euro für das Kalenderjahr 2022. Teilhabeleistungen für das soziale und kulturelle Leben werden bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt. Weitere Informationen erhalten Sie in dieser Übersicht.

Hilfen der Bundesstiftung Mutter und Kind

Werdende Eltern mit wenig Geld können in Schwangerschaftsberatungsstellen finanzielle Hilfen der Bundesstiftung Mutter und Kind beantragen. Hier finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Eltern-Kind-Kuren

Wer dringend eine Auszeit braucht, kann eine Mutter-Kind-Kur oder eine Vater-Kind-Kur beantragen. Voraussetzung ist, dass ein Arzt eine solche Kur für medizinisch notwendig hält. Dann übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten.

Wie lange die Kur dauert, hängt in der Regel von der medizinischen Notwendigkeit ab – maximal sind es drei Wochen. Es kann sein, dass die Kurenden eine Zuzahlung leisten müssen. Die ist jedoch meist gering. Bei einem dreiwöchigen Aufenthalt ist insgesamt mit circa 220 Euro zu rechnen. Für Familien mit vielen Kindern oder geringem Einkommen gilt eine Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahreseinkommens. Auch ein Antrag auf Zuzahlungsbefreiung kann gestellt werden. 



Corona-Hilfen

Eine Familie am Frühstückstisch

Anpassungen beim Elterngeld

Damit Eltern beim Elterngeld keine Nachteile durch die Folgen der Corona-Pandemie entstehen, ist die finanzielle Leistung vorübergehend angepasst worden. Wer zwischen dem 1. März 2020 und dem 23. September 2022 zum Beispiel durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit Einkommensverluste erlitten hat, kann diese bei der Berechnung des Elterngeldes ausklammern lassen. Stattdessen wird das in der Regel höhere Einkommen aus der Zeit davor herangezogen. Das gilt auch für Selbstständige.

Wer in einem systemrelevanten Beruf arbeitet und deshalb früher als geplant aus der Elternzeit in den Job zurückkehrt, kann die Elternmonate auf die Zeit nach der Krise verschieben.

Weitere Fragen und Antworten zur coronabedingten Anpassung des Elterngeldes finden Sie auf der Website des Familienministeriums.

Was Familien in Deutschland tagtäglich leisten, ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert – das ist zuletzt gerade auch in der Coronakrise noch einmal deutlich geworden.
Franzsika Giffey, Landesvorsitzende der SPD Berlin

Zusätzliche Kinderkrankentage

Für das Jahr 2022 kann jeder Elternteil 30 Kinderkrankentage pro Kind nehmen. Alleinerziehenden stehen 60 Tage zu. Sind mehrere Kinder im Haushalt, erhöht sich die Zahl der Tage bei jedem Elternteil auf 65 für jedes weitere Kind, bei Alleinerziehenden auf maximal 130. Das Kinderkrankengeld beläuft sich in der Regel auf 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts.

Eltern haben bis zum 23. September 2022 die Möglichkeit, Kinderkrankentage auch dann in Anspruch zu nehmen, wenn das Kind nicht krank ist, sondern zu Hause bleiben muss. Etwa aufgrund von behördlich geschlossenen Einrichtungen oder ausgesetzter Präsenzpflicht. Eltern, die im Homeoffice arbeiten, sind ebenso berechtigt.

Erst ab dem 24. September 2022 ist die Erkrankung eines Kindes wieder Voraussetzung für einen Anspruch auf Kinderkrankentage. 

Entschädigung bei fehlender Kinderbetreuung

Erwerbstätige Eltern haben Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihr Kind oder ihre Kinder zu Hause betreuen müssen – beispielsweise wegen Schulschließungen oder verlängerten Schulferien. Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoverdienstes (maximal 2016 Euro). Der Anspruch besteht noch bis zum 23. September 2022.

Voraussetzung: Das Kind hat das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet, ist aufgrund einer Behinderung auf Hilfe angewiesen oder kann anderweitig nicht betreut werden. 

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz
Eltern, die sich die Kinder-Betreuung teilen jeweils bis zu 10 Wochen
Eltern, die Kinder allein betreuen bis zu 20 Wochen

Corona-Auszeit für Familien

Die Corona-Auszeit für Familien gehört zum Corona-Aufholpaket und gilt bis Ende des Jahres 2022. Familien mit kleinen und mittleren Einkommen soll ein Erholungsurlaub ermöglicht werden. Fast 90 Prozent der Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernimmt der Bund, die restlichen 10 Prozent tragen die Berechtigten selbst.

Auf dieser interaktiven Karte können Sie die Zielorte und Übernachtungsmöglichkeiten einsehen.

Aber aufgepasst: Die Unterkünfte sind aktuell fast vollständig ausgebucht. Außerhalb der regulären Ferienzeiten sind allerdings noch Zimmer frei. 

Leistungen für Eltern in Kurzarbeit

Das Kurzarbeitergeld für Eltern ist höher als das für kinderlose Beschäftigte. Es beträgt 67 Prozent des fehlenden Nettoentgelts. Regulär werden 60 Prozent gezahlt.

Wichtig für werdende Eltern in Kurzarbeit: Schwangere und stillende Frauen erhalten trotzdem die vollen Mutterschaftsleistungen. Gesetzlich Versicherte wenden sich dazu an ihre Krankenkasse, privat Versicherte und Familienversicherte an das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Tipp: Mit dem neuen Info-Tool für Familien des Bundesfamilienministeriums können Eltern ermitteln, auf welche Unterstützungsleistungen sie voraussichtlich Anspruch haben.


Sie möchten sich und Ihre Familie finanziell gut aufstellen? Wir unterstützen Sie gern dabei.