Erbschaft bewerten

Häufiger Streitpunkt: Was ist das Erbe eigentlich wert

Eine Erbschaft besteht in der Regel aus Geld und aus Sachvermögen. Grundsätzlich gilt:  Für die steuerliche Bewertung und die Verteilung auf die Erben ist der Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls entscheidend. 

Wie werden Werte ermittelt

Als erstes müssen die Erben den Wert des Nachlasses bestimmen. Davon hängt die Höhe der Erbschaftsteuer ab und wie groß eventuelle Pflichtteile sind. Das ist nicht immer einfach.

Geld auf Konten und in bar

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Bei Geld, das auf Konten und in Sparbüchern bei Banken und Sparkassen oder in bar vorhanden ist, ist die Bewertung eindeutig. Nach Abzug eventuell vorhandener Schulden und Verbindlichkeiten steht der Betrag, der vererbt wird, fest.

Beim Oderkonto, das Eheleute gemeinsam führen, kann es zu Unstimmigkeiten kommen. Hier gilt: Stirbt der eine, geht eine Hälfte des Guthabens in den Nachlass ein – auch wenn die Zuflüsse auf dem Konto nicht zu gleichen Teilen von beiden Partnern stammen. 

Aktien und Wertpapiere

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Auch bei Aktien und Wertpapieren ist die Bewertung klar. Die Kurse am Todestag sind maßgeblich für die Bewertung des Erbes – und für die Berechnung der Erbschaftsteuer. 

Doch bis der Erbe endlich über das Depot verfügen kann, vergeht Zeit. Zeit, in der Aktienkurse  fallen können. Hier ist es gut, wenn Sie eine Vollmacht ausstellen, die über den Tod hinaus gilt. Dann kann der Erbe umgehend handeln. Er muss nur darauf achten, dass die Depotbank die entsprechenden Formulare bei einem Depotübertrag korrekt ausfüllt. Sonst könnte Abgeltungsteuer anfallen. Dies trifft im Erbfall nicht zu.

Sachwerte

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Oft werden wertvolle Gegenstände wie Schmuck oder Antiquitäten vererbt. Auch der Oldtimer in der Garage hat noch seinen Wert. Aber wie wird der festgestellt? Am einfachsten durch Verkauf. Der erzielte Erlös sollte sich am Marktwert orientieren, sonst könnte es Ärger mit den Miterben geben. Der ist bei Autos relativ leicht durch Vergleich in Internet-Portalen – zum Beispiel Gebrauchtwagen.de

Schwieriger wird es bei Schmuckstücken, Kunstgegenständen und Sammlungen. Hier muss durch Schätzung eines Gutachters der Wert ermittelt werden. Bei besonders hochwertigen Sammlerstücken mit einem nur begrenzten Markt kann es ratsam sein, ein zweites Wertgutachten einzuholen.

Immobilien

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Im Erbfall muss der Verkehrswert ermittelt werden. Der Verkehrswert ist der Preis, der voraussichtlich beim Verkauf erzielt werden kann. Daher ist ein zeitnah zum Erbfall erzielter Verkaufserlös der zuverlässigste Wertbestimmungsfaktor. Was aber, wen nicht verkauft werden soll? Dann muss ein Gutachter den Wert ermitteln

Schulden

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Auch Schulden können vererbt werden. Dazu gehören etwa Mietschulden, Verbindlichkeiten aus Hypothekendarlehen, auch Ratenkredite bei Autohäusern oder Kreditinstituten. Schulden des Erblassers werden vom Wert des Nachlasses abgezogen. Sollte unter dem Strich ein Minus herauskommen, können die Erben das Erbe ausschlagen – allerdings nur innerhalb von sechs Wochen, nachdem sie vom Erbfall erfahren haben.