
Materialwahl, Konstruktion und Betrieb beeinflussen den Energieverbrauch über die gesamte Nutzungsdauer.
Die Wahl des Standorts sowie das Flächenmaß sind ebenso wichtig.
Geprüfte Materialien wie Holz, Jute oder Lehm können die Schadstoffbelastung in Innenräumen senken – vorausgesetzt, sie entsprechen anerkannten Normen.
Nach dem Einzug lässt sich der Ressourcenverbrauch weiter senken – etwa durch gebrauchte Möbel oder die Vermeidung von Einwegprodukten.
Energie und Material: Wichtig für den Lebenszyklus eines Gebäudes
Von der Planung über die Nutzung bis zum Abriss: Wer wirklich für die Zukunft bauen möchte, muss sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes Gedanken machen. Schließlich wirken Festlegungen in der Planung, beispielsweise das Flächenmaß oder die Wahl des Standortes, solange das Gebäude steht. Eine der Faustregeln: Je größer das Haus, desto höher der Energieaufwand. Daher kann es mit Blick auf das Raumklima und auf spätere Heizkosten sinnvoll sein, die Ausrichtung des Gebäudes zur Sonne zu beachten. Nach Süden ausgerichtete Häuser haben aufgrund der Helligkeit die beste Position. Auch die Wärmedämmung ist relevant. Schließlich soll keine wertvolle Energie verloren gehen. Ältere Häuser haben häufig eine schlechtere Energiebilanz und verursachen dadurch höhere Kosten. Doch keine Sorge: Hier können Sie mit einer energetischen Sanierung upgraden.
Bei den Plänen fürs Grundstück um das spätere Eigenheim ist verantwortungsbewusstes Denken ebenfalls gefragt. So sollten Außenflächen möglichst begrünt werden, Flächenversiegelung gilt es zu vermeiden. Wo Flächen mit Beton versiegelt oder asphaltiert werden, kann Regenwasser nicht mehr versickern. Es füllt nicht mehr das Grundwasser auf, sondern muss abgeleitet und kanalisiert werden, bei Starkregen drohen Überschwemmungen. Außerdem heizen sich Beton und Asphalt stärker auf als Grünflächen, die durch Verdunstung kühlen. Daneben soll der Garten keine Gefahrenquelle, sondern im besten Fall Lebensraum für Tiere sein: Mit insekten- und bienenfreundlichen Pflanzen lässt sich dem Artensterben entgegenwirken.

Nachwachsende und regionale Baustoffe
Naturbaustoffe wie Holz oder Hanf speichern in der Wachstumsphase CO₂- und können den Heizbedarf eines Gebäudes beeinflussen. Werden sie aus heimischem Anbau bezogen, entfallen lange Transportstrecken. Und auch die Herstellungsweise von Baumaterialien beeinflusst die CO₂-Emissionen im Bauprozess. Während Kunststoffe, Lacke oder Dämmwolle in der Produktion sehr energieaufwendig sind, schneiden Naturprodukte besser ab.
Wie viel Energie in einem Material steckt, lässt sich am Primärenergieinhalt (PEI) ablesen. Holz beispielsweise ist in der Verarbeitung verhältnismäßig energiearm, nachwachsend und regional verfügbar. Es hält die CO₂-Emissionen im Bauprozess gering – der Primärenergieinhalt (PEI) ist im Vergleich zu Beton niedriger. Als Baustoff kann daneben unter Beachtung der Wasserlöslichkeit Lehm infrage kommen. Der natürliche Bestandteil des Bodens ist fast überall abbaubar und speichert nicht nur Wärme gut, sondern trägt außerdem zu einem natürlichen Feuchtigkeitsgehalt bei. Lehm nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf, gibt diese jedoch – wenn benötigt – auch wieder ab. Dadurch wird ein ideales Raumklima gefördert.
Als Dämmung können Holz- oder Hanffasern dienen – ebenso auch Jute, Schilf oder Zellulose. Beim Heizen kann auf Holz- oder Pelletöfen zurückgegriffen werden.
Eine Photovoltaikanlage reduziert den Bezug von Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken und damit die damit verbundenen CO₂-Emissionen.
Beim Strom empfiehlt sich zertifizierter Ökostrom – etwa mit einem Grünstromkennzeichen – sowie gegebenenfalls eine Photovoltaikanlage am Haus. Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen – etwa Photovoltaik oder Solarthermie – kann die CO₂-Emissionen im Betrieb eines Neubaus reduzieren.
Ressourcenverbrauch senken – auch nach dem Einzug
Auch nach dem Einzug lässt sich der Ressourcenverbrauch gezielt senken: durch gebrauchte Möbel, langlebige Produkte und die Vermeidung von Einwegverpackungen. Aus Alt mach Neu lautet die Devise – heutzutage auch Upcycling genannt. Recycling und Reparatur statt Einmalnutzung. Ein bewusster und oft minimalistischer Lebensstil kann dabei ein gutes Gefühl geben. Auch der eigene Gartenanbau reduziert Transportwege und damit verbundene Emissionen – planen Sie dafür die Flächen gleich mit.
Unterstützung durch Bewertungssysteme finden
Wer sich unsicher über die Nachhaltigkeit des eigenen Bauvorhabens ist, kann Unterstützung vom Bund nutzen. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat ein Bewertungssystem ins Leben gerufen, das Ressourcenverbrauch, Emissionen und soziale Aspekte messbar macht. Das Drei-Säulen-Modell berücksichtigt primär Ökonomie, Ökologie und Soziales, allerdings werden technische Aspekte und Prozesse sowie Kultur nicht außer Acht gelassen. Der Staat unterstützt auch verschiedene Maßnahmen rund um den Hausbau; darunter Sanierungen nach KfW-/BEG-Förderkriterien sowie barrierefreie Umbauten.
Häufige Fragen
Beim Bauen kommt es auf die sorgfältige Auswahl der Baustoffe an. Dabei wird der Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt. Geprüfte Materialien helfen, Schadstoffbelastungen zu vermeiden.
Wurde beim Hausbau eine sorgfältige Auswahl der Baustoffe vorgenommen, kann dies langfristig die Betriebskosten senken und Schadstoffe im Wohnbereich reduzieren. Schließlich wird auf umstrittene Baustoffe und toxische Materialien verzichtet. Durch ein gründlich geplantes Konzept können unerwartete Kosten vermieden und Energie eingespart werden, was folglich mit weniger Geld verbunden ist.
Sie sollten den gesamten Prozess im Auge behalten. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen, schon vor Planungsbeginn einen groben Überblick zu gewinnen:
- Wie viel Fläche brauche ich? Kann ich irgendwo Flächen einsparen?
- Soll mein Haus zur Südseite ausgerichtet sein, um möglichst viel Sonnenenergie und -wärme zu gewinnen?
- Welche Rohstoffe kann ich verwenden? Sind diese ressourcenschonend, nachwachsend und bestenfalls regional?
- Wie sorge ich für einen möglichst flora- und faunafreundlichen Garten? Welche Pflanzen sind ideal für Bienen und andere Insekten?
- Müssen Flächen wirklich versiegelt sein? Wären Materialien, die Regenwasser durchlassen und damit den Grundwasserspiegel anreichern, nicht eine bessere Lösung?
- Wie lassen sich Energieverbrauch und Betriebskosten nach Fertigstellung des Hauses weiter senken? Habe ich die Chance, eigene Nahrungsmittel anzubauen?
Wer eine sorgfältige Auswahl der Baustoffe treffen möchte, kann Materialien verwenden, die hinsichtlich des Schadstoffgehalts und der Herkunft der Rohstoffe geprüft sind. Konkrete Beispiele sind Holz sowie Holzfasern, Kork, Lehm, Jute, Hanf- und Hanffasern, Naturgesteine, Ton oder Ziegel. Farben können ebenso wichtig sein. Kalk, Kreide oder Naturlacke kommen ohne synthetische Zusatzstoffe aus und können als bodenfreundliche Beläge verwendet werden. Sollten Sie viel mit Beton arbeiten wollen, können Sie beruhigt sein. Auch Beton lässt sich beim Bauen einsetzen – seine Bestandteile werden aus mineralischen Rohstoffen gewonnen.
Wer im Alltag bewusster haushalten möchte, kann mit konkreten Schritten beginnen: langlebige Produkte wählen, Lebensmittel aus der Region beziehen und auf Einwegverpackungen verzichten. Wichtig zu wissen ist, dass man nicht alles zu 100 Prozent perfekt machen muss. Auch kleine Schritte und langsame Veränderungen tragen zu einer besseren Welt bei. Dazu gehören: Abfallvermeidung, die Nutzung langlebiger Produkte und die Wahl von Materialien ohne schädliche Inhaltsstoffe.


