Fünf Tipps zum Immobilienkauf ohne Trauschein

Warum ein Partnerschaftsvertrag für Unverheiratete sinnvoll sein kann

Ob Eigentumswohnung oder Haus – auch Paare, die nicht in einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, möchten sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Doch was passiert im Fall einer Trennung mit der Immobilie und mit dem Kredit? Regeln Sie die Verhältnisse schon vor dem Kauf – wir haben fünf Tipps für Sie.

Tipp 1: Eintrag ins Grundbuch

Beim Hauskauf ohne Trauschein sollten Sie wissen: Die Rechte an der Immobilie hat, wer im Grundbuch steht – unabhängig davon, wie viel Geld und Sachleistung er tatsächlich hineingesteckt hat. Idealerweise sollten beide Partner im Grundbuch stehen.

Üblich ist eine anteilige Aufteilung nach Bruchteilen. Zum Beispiel jeweils zur Hälfte oder mit Anteilen von zwei Zehnteln und acht Zehnteln. Aus den Anteilen leiten sich die Rechte an der Immobilie ab.

Tipp 2: Ein Partnerschaftsvertrag bietet Sicherheit

Auch ein Partnerschaftsvertrag bietet Rechtssicherheit bei einer Trennung. Bisher haben Sie vielleicht mit Ihrem Partner zur Miete gewohnt und noch keine größeren gemeinsamen Anschaffungen gemacht. Aber gerade wenn es um Wohneigentum und das Grundstück geht, sollten Sie die Verhältnisse vertraglich regeln und notariell beurkunden lassen.

Je mehr Geld auf dem Spiel steht, desto wichtiger ist es, dass Sie alle Fragen rechtssicher klären.

Ein Pärchen sitzt am Tisch und unterschreibt einen Partnerschaftsvertrag

Was ist ein Partnerschaftsvertrag?

Ein Partnerschaftsvertrag regelt die Besitzverhältnisse bei unverheirateten Paaren. So werden die Rechte und Pflichten beider Parteien klar und verbindlich geregelt. Das bezieht sich nicht auf den Hauskauf, sondern kann sich auf alle anderen Verpflichtungen beziehen. Das können zum Bespiel Regelungen von Unterhaltszahlungen sein, Finanzierungsverpflichtungen oder die Verteilung gemeinsamer Vermögensgegenstände.

Bei einem Partnerschaftsvertrag handelt es sich um einen privatrechtlichen Vertrag. Er kann, aber muss nicht, notariell beglaubigt werden. Ein Notar sorgt für zusätzliche Verbindlichkeit und macht den Vertrag weniger anfechtbar. 

Was steht in einem Partnerschaftsvertrag?

Zunächst einmal können Sie in dem Vertrag den Status Quo festhalten: Wer hat wie viel Eigenkapital eingebracht? Wem gehören welche Möbel? Dabei geht es oft um das Finanzielle, aber auch das Emotionale spielt eine Rolle: Wem gehört der Hund oder die Katze?

Dazu können Sie regeln, wie es bei der Trennung oder dem Tod eines der Partner weitergehen soll. Wer haftet für die Rückzahlung der Baufinanzierung? Was geschieht mit Ihren Rentenzahlungen? Bei wem sollen gemeinsame Kinder aufwachsen?

Die Praxis zeigt: Bei einer Trennung kommt es oft zum Verkauf der gemeinsamen Immobilie. In einem Partnerschaftsvertrag können Sie festlegen, ob und wie das geschehen soll und wer wie viel vom Verkaufspreis erhält.

Wie schließe ich einen Partnerschaftsvertrag?

Im Vergleich zu anderen Verträgen können Sie einen Partnerschaftsvertrag sehr individuell gestalten. Das können Sie grundsätzlich alleine mit Ihrem Partner tun. In der Praxis empfiehlt es sich häufig, dass Sie sich von einem Notar beraten lassen und alle offenen Fragen mit Ihm klären.

Je komplexer die Besitz- und Eigentumsverhältnisse zwischen den Partnern, umso schwieriger ist es auch, alles rechtssicher in dem Vertrag festzuhalten.

Tipp 3: Weitere Option – ein Gesellschaftsvertrag

Sie können Ihren Immobilienkauf ohne Trauschein auch mit einem Gesellschaftsvertrag rechtlich absichern. Beide Partner können eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen bzw. sich als solche verstehen. Dann können sowohl die GbR als auch die Partner gemeinsam ins Grundbuch eingetragen werden.

Regeln Sie dabei auch, wer im Fall einer Trennung die Immobilie behalten darf und wie der andere Partner entschädigt wird. Der schlimmste Fall, eine Teilungsversteigerung, kann so verhindert werden. Bei einer Teilungsversteigerung wird die Immobilie gegen den Willen eines Partners zwangsversteigert. Das ist oft mit erheblichen Werteinbußen verbunden. Auch den Verzicht auf eine Teilungsversteigerung können beide in einem Vertrag vereinbaren.

Tipp 4: An den Erbfall denken

Legen Sie fest, was im Todesfall eines Partners mit der Immobilie und den damit verbundenen Verpflichtungen passieren soll. Ohne Regelung greift die gesetzliche Erbfolge. Bei unverheirateten Partnern erben dann zum Beispiel die Kinder oder andere Familienangehörige des Verstorbenen. Und auch das sollten Sie wissen: Für Paare, die nicht verheiratet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, gelten bei einer Erbschaft niedrigere Steuerfreibeträge.

Wenn Sie eine andere Regelung als die gesetzliche Erbfolge treffen wollen, sollten Sie einen Erbvertrag aufsetzen lassen. Falls Sie im Grundbuch als Eigentümer eingetragen sind, können Sie festlegen was mit dem Haus passieren soll. Oft entscheiden Paare, dass der Partner im Todesfall der Erbe der Immobilie ist. 

Tipp 5: Baufinanzierung auch ohne Trauschein

Für die finanzierende Sparkasse oder Bank ist die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer wichtig – und die verlässliche Kreditrückzahlung. Sie machen bei der Bonitätsbeurteilung keinen Unterschied zwischen Paaren mit und ohne Trauschein. In der Regel nehmen beide nicht verheirateten Partner ein gemeinsames Darlehen auf. Damit haften sie gesamtschuldnerisch. Das gilt unabhängig davon, wer die Raten bezahlt oder wie die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse liegen. Die Haftung bleibt auch bei einer Trennung bestehen.

Vorab gründlich informieren

Suchen Sie vor dem gemeinsamen Kauf einer Immobilie den Rat eines Rechtsanwalts oder Notars. Klären Sie alle wichtigen Punkte. Wenn es dann um die Finanzierung geht, beraten wir Sie gern. Mit unserem Baufinanzierungsrechner bekommen Sie einen guten Eindruck davon, wie eine mögliche Finanzierung aussehen könnte.

Wir begleiten Sie bei Ihrem Weg in die eigenen vier Wände.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: