Mofa fahren: Wenn Jugendliche unabhängig werden

Die wichtigsten Fakten zu Mofa, Moped, Roller und Co.

Auf einmal ist es soweit: Aus Kindern werden Teenager – und plötzlich nimmt ihr Bedürfnis nach Unabhängigkeit alle möglichen Formen an. Dazu gehört auch die elternunabhängige Mobilität. Viele wünschen sich nun ein Mofa. Doch vor dem Kauf gibt es einige grundlegende Dinge zu beachten.

Das Wichtigste in Kürze:

  •  Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche ein Mofa fahren – aber nur mit einer Fahrerlaubnis.
  • Auch auf dem Mofa gilt: Nie ohne Helm!
  • In den meisten Bundesländern ist seit 2020 auch das Fahren eines Mopeds, Rollers oder E-Scooters ab 15 Jahren erlaubt – aber nicht in allen!
  • Mofas müssen haftpflichtversichert sein, sonst dürfen sie nicht auf öffentlichen Straßen gefahren werden.
  • Der Preis für ein neues Mofa beträgt rund 1.000 Euro.

Abends länger aufbleiben, morgens länger schlafen, der erste Freund oder die erste Freundin, was Eigenes machen ohne die Eltern – und endlich selbst mobil sein. Das zeichnet das Leben vieler Teenager aus. Gerade auf dem Land, wo Busse oder Bahnen nur selten oder gar nicht fahren, wünschen sich viele Heranwachsende nun ein Mofa.

Vor der Anschaffung sollten aber sowohl sie als auch ihre Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten einige wesentliche Dinge wissen. Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Welches Mindestalter sieht der Gesetzgeber für das Mofa fahren vor?

Die Fahrerlaubnisverordnung schreibt in Paragraph 10 vor, dass Jugendliche ab dem 15. Lebensjahr mit einem Mofa unterwegs sein dürfen.

Müssen Jugendliche einen Mofa-Führerschein machen?

Obwohl das Kurzwort Mofa für Motorfahrrad steht, ist es – im Gegensatz zum Leichtmofa – kein Fahrrad mit Hilfsmotor, sondern ein vollwertiges Kleinkraftrad. Deswegen verlangt der Gesetzgeber für das Fahren eines Mofas ebenso wie für Moped, Roller oder E-Scooter eine Fahrerlaubnis.

Sie heißt aber offiziell nicht „Mofa-Führerschein“, sondern Prüfbescheinigung. Trotzdem ist umgangssprachlich immer wieder von einem Mofa-Führerschein die Rede. Personen, die einen Pkw-Führerschein haben, dürfen auch ohne Zusatzprüfung Mofa fahren.

Was sind die Voraussetzungen für die Prüfbescheinigung?

Bevor sie die Prüfbescheinigung bekommen, müssen die Jugendlichen zunächst zur Fahrschule. Ihren Unterricht dort können sie schon ein halbes Jahr vor ihrem 15. Geburtstag beginnen. Die Prüfung selbst dürfen sie aber höchstens drei Monate vorher ablegen.

Außerdem wichtig: Für die Anmeldung bei der Fahrschule ist für Minderjährige die schriftliche Zustimmung der Eltern oder Erziehungsberechtigten notwendig.

Welches Wissen vermittelt die Fahrschule?

Der Unterricht besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen Fahrschüler mindestens sechs Doppelstunden (je 90 Minuten) Theorie sowie eine praktische Fahrstunde (ebenfalls 90 Minuten) absolvieren.

Dabei haben sie die Wahl zwischen Einzel- und Gruppenunterricht. Während der Theorieschulung dürfen maximal 20 Personen in einer Gruppe sein, beim Praxisunterricht vier Personen.

Der Theorieunterricht vermittelt folgende Kenntnisse:

  • Allgemeinwissen zum Straßenverkehr
  • Technisches Wissen zur zum Mofa
  • Fahrmanöver und Handling des Fahrzeugs
  • Vorfahrt, Schilder und Licht
  • Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern
  • Umgang mit verschiedenen Witterungsverhältnissen wie z.B. Nebel, Glätte, oder Nässe

Teil der Praxisstunde sind:

  • Vollbremsung aus Maximalgeschwindigkeit
  • Fahren in Schlangenlinien
  • Anfahren und Anhalten
  • Wenden des Mofas
  • Ausweichen und
  • Fahren mit Schrittgeschwindigkeit

Wie läuft die Prüfung ab?

Nach dem Unterricht meldet die Fahrschule die Teilnehmer zur Prüfung an. Dafür gibt es unterschiedliche Organisationen, wie etwa den TÜV. Sie müssen dann beim Prüfungstermin die Ausbildungsbescheinigung der Fahrschule sowie ihren Personalausweis oder Reisepass vorlegen.

Die Prüfung besteht aus 20 Fragen, die an einem Computer oder Tablet beantwortet werden müssen. Maximal sieben von insgesamt 69 möglichen Fehlerpunkten sind gestattet. Die Prüfungszeit beträgt zwischen 20 und 30 Minuten.

Das Ergebnis gibt es schon wenige Minuten nach dem Test. Eine praktische Prüfung ist für Mofa-Fahrerinnen und -Fahrers nicht vorgesehen.

Wichtig: Geld für die Ausstellung der Prüfbescheinigung sowie die Prüfgebühren nicht vergessen!

Wieviel kostet der „Mofa-Führerschein“?

Die Kosten für die Fahrschule liegen derzeit bundesweit zwischen 100 und 130 Euro. Dazu kommen etwa acht Euro für das Ausstellen der Prüfbescheinigung sowie 15 Euro für die Prüfungsgebühren.

Besteht eine Helmpflicht auf dem Mofa?

Für die Fahrt mit dem Mofa ist der Schutzhelm ebenso verpflichtend wie für E-Scooter, Roller oder Moped. Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Krafträdern spielt keine Rolle. Die Helmpflicht gilt für alle Krafträder, die schneller fahren können als 20 Stundenkilometer. Daher ist für Leichtmofas und E-Bikes kein Helm erforderlich.

Wer auf dem Mofa ohne Helm erwischt wird, riskiert ein Verwarngeld von 15 Euro. Für die Beförderung eines Kindes auf einem Kraftrad ohne Helm sind 60 Euro vorgesehen, plus ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Für die Beförderung mehrerer Kinder ohne Helm sind 70 Euro fällig sowie ebenfalls ein Punkt in Flensburg.

Die Preise für einen guten Helm betragen in der Regel zwischen 100 und 150 Euro.

Wie schnell darf ein Mofa fahren?

Die Maximalgeschwindigkeit eines Mofas darf 25 Stundenkilometer nicht überschreiten. Und es darf nicht mehr als einen 50 Kubikzentimeter großen Hubraum besitzen.

Dabei ist relevant, was in den Fahrzeugpapieren steht: Sowohl motorisierte Fahrräder als auch gedrosselte Roller können erlaubt sein. Es ist aber verboten, eine weitere Person mit dem Mofa zu befördern, sofern es gemäß den Fahrzeugpapieren nur als Einsitzer ausgelegt ist.

Sind nur Mofas ab 15 Jahren erlaubt?

Das Bundeskabinett hat 2019 den Weg für den Roller- beziehungsweise Moped-Führerschein ab 15 Jahren geebnet. Seit Anfang 2020 können die Bundesländer das Mindestalter dafür auf 15 Jahre herabsetzen.

Außer in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Niedersachsen ist das nun überall in Deutschland möglich. Wichtig: Wer aber in diesen vier Bundesländern vor Vollendung des 16. Lebensjahres Moped, Roller oder E-Scooter fährt, begeht eine Straftat wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis!

Besteht auch für Mofas eine Versicherungspflicht?

Für die Fahrt mit Mofa, Moped und Co. sind eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen beziehungsweise eine Versicherungsplakette Voraussetzung. Um erkennen zu können, ob der Versicherungsschutz aktuell ist, wechselt die Farbe jedes Jahr Ende Februar zwischen schwarz, blau und grün.

Wer ohne Versicherungsschutz fährt, muss Strafe zahlen. Daher benötigen Mofas ebenso wie E-Scooter, Mopeds und Roller eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung. Gemeinsam mit dem Versicherungskennzeichen bekommen die Halter einen Versicherungsnachweis, auf dem auch der Versicherungsbeitrag vermerkt ist. Ähnlich wie ein Fahrzeugschein muss der bei Fahrten mit dem Mofa immer dabei sein.

Der Versicherer schickt zu Beginn der Versicherungssaison nach Beantragung das Nummernschild per Post an den Kunden. Es ist dann bis Ende Februar des Folgejahres gültig.

Wichtig zu wissen: Das Verkehrsjahr beginnt in der Mofa-Versicherung immer am 1. März und endet am 28./29. Februar.


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Wieviel kostet die Versicherung eines Mofas?

Ein Mofa zu versichern, ist meist sehr günstig. Haftpflichtversicherungen sind in der Regel schon zwischen 30 und 40 Euro pro Jahr zu haben. Ähnlich liegen die Preise für Roller, Mopeds und E-Scooter.

Einige Anbieter integrieren für nur wenige Euro zusätzlich eine Teilkasko-Versicherung. Sie beinhaltet in der Regel Schutz bei:

  • Brand und Explosion
  • Entwendung
  • Sturm, Hagel und Blitzschlag
  • Überschwemmung und Lawinen
  • Zusammenstoß mit Tieren
  • Glasbruch
  • Kurzschluss an der Verkabelung

Können Minderjährige eine Mofa-Versicherung abschließen?

Laut dem Taschengeldparagraph 110 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) dürfen Kinder ohne Zustimmung von Eltern oder Erziehungsberechtigten bereits ab dem 7. Lebensjahr einen Kaufvertrag im Rahmen der zur Verfügung gestellten Mittel wie Taschengeld abschließen.

Was benötigt die Versicherung?

Folgende Unterlagen sind erforderlich:

  • Abdruck oder Ablichtung der allgemeinen Betriebserlaubnis
  • Übereinstimmungsbescheinigung für eine EG-Typgenehmigung
  • Nationale Typgenehmigung (behördliche Bestätigung, dass das Fahrzeug den Bauvorschriften entspricht)
  • Betriebserlaubnis, die anhand eines Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen durch die Zulassungsbehörde erteilt wurde.

Gibt es neue Mofa-Kennzeichen bei der Sparkasse?

Versicherungskennzeichen sind auch bei vielen Sparkassen erhältlich. Wenn bereits eine Versicherung bei einem der Versicherer der Sparkassen-Finanzgruppe besteht, benötigen die Mitarbeiter vor Ort lediglich die Betriebserlaubnis des Mofas sowie den Personalausweis. Für eine neue Versicherung sind auch alle anderen Unterlagen erforderlich.

Mofa mit Hänger fahren – das ist erlaubt?

Für ein solches Gespann gelten zwar besondere Regeln. Aber grundsätzlich erlaubt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) in Paragraph 61a, ein Mofa mit Anhänger zu fahren.

Folgende Punkte gilt es dabei zu beachten:

  • Wie schwer die Gesamtmasse des Anhängers (also die Anhängelast für das Mofa) höchstens sein darf, steht in der Betriebsanleitung des Mofas. Dort wird auch immer zwischen ungebremsten und gebremsten Anhängern unterschieden.
  • Bei einem Mofa gelten für Anhänger dieselben Bestimmungen wie für Fahrräder. Die zulässige Gesamtmasse eines ungebremsten Hängers sollte nicht über 40 Kilo liegen und die eines gebremsten bei höchstens 80 Kilo.

Mofa kaufen oder finanzieren?

Gebrauchte Mofas sind häufig schon ab 300 oder 400 Euro zu haben. Der Preis für ein neues Mofa beträgt um die 1.000 Euro. Nicht jeder kann diesen Betrag direkt bezahlen.

Aber ob bar oder mit Finanzierung – der Preis muss keine Hürde darstellen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der nächsten Sparkasse kennen sich sehr gut aus – und der neuen Unabhängigkeit sind keine Grenzen gesetzt.


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