
Die eID ist die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises und weiterer amtlicher Dokumente.
Seit 2010 verfügbar, könnte sie ab 2026 in der EU als digitale Brieftasche alltagstauglich werden.
Entscheidend für den Durchbruch sind Vertrauen, Verständlichkeit und einfache Nutzung. Bei den Sparkassen kann der digitale Perso bereits genutzt werden.
Die eID: lange eingeführt, jetzt vor dem Durchbruch
Digitale Identitäten sind kein Zukunftsversprechen mehr, sondern für viele Menschen in Deutschland bereits Teil des Alltags – oft ohne, dass es bewusst wahrgenommen wird. Ob bei Behördengängen, Vertragsabschlüssen oder Bankgeschäften: Immer häufiger entscheidet eine digitale Identifizierung darüber, wie schnell und unkompliziert Prozesse ablaufen. Bei den Sparkassen ist beispielsweise die Kontoeröffnung und die Wiedereinrichtung der S-PushTAN-App mittels digitalem Personalausweis möglich. Dabei hat die eID einen langen Weg hinter sich: Bereits 2010 wurde sie mit dem aktuellen Personalausweis eingeführt. Seit 2017 ist die Online-Ausweisfunktion bei neu ausgestellten Ausweisen standardmäßig aktiviert. Technisch gilt die eID heute als etabliert; im Alltag kommt sie jedoch erst schrittweise an.
Was hinter der eID steckt
Vom Ausweis zum digitalen Schlüssel: Die eID ermöglicht es, sich sicher online zu identifizieren. Die eID (elektronischer Identitätsnachweis) ist die Online-Ausweisfunktion
- des deutschen Personalausweises,
- des elektronischen Aufenthaltstitels
- sowie der eID-Karte für EU-Bürgerinnen und -Bürger.
Im Kern steckt ein kontaktloser Chip im jeweiligen Ausweisdokument, der Daten nur dann freigibt, wenn sich Nutzerinnen und Nutzer aktiv dazu entscheiden – abgesichert durch eine sechsstellige PIN.
Warum 2026 ein Wendepunkt ist
Die eID ist kein neues Versprechen mehr. Sie funktioniert zuverlässig, ist rechtlich geregelt und wird bei den Sparkassen bereits genutzt. Was bisher fehlte, war ein klarer Rahmen, der digitale Identität wirklich alltagstauglich macht. 2026 kann sich das ändern.
Mit der geplanten Einführung der EU Digital Identity Wallet sollen erstmals zahlreiche digitale Nachweise gebündelt verfügbar werden – vom elektronischen Personalausweis bis hin zu weiteren amtlichen Dokumenten wie Führerscheinen oder Zeugnissen. Sogar eine Bezahlfunktion soll integriert werden – die Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt hier federführend mit. Damit verlässt die eID ihre bisherige Rolle als Speziallösung und wird Teil einer europaweit nutzbaren Infrastruktur.
Die digitale Brieftasche
- Was ist die EU Digital Identity Wallet?
Die EU Digital Identity Wallet ist eine geplante digitale Brieftasche für Smartphones, mit der Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union ihre digitale Identität und weitere wichtige Nachweise sicher speichern und nutzen können. Sie ist Teil der überarbeiteten EU-Verordnung eIDAS 2.0 und soll ab 2026 schrittweise eingeführt werden.
Statt viele einzelne Zugänge, Ident-Verfahren oder Kopien von Dokumenten zu nutzen, sollen Bürgerinnen und Bürger eine zentrale App verwenden können, um sich digital auszuweisen oder bestimmte Informationen gezielt freizugeben.
- Was soll in der Wallet enthalten sein?
Nach aktuellem Stand können in der EU Digital Identity Wallet unter anderem diese digitalen Nachweise gespeichert werden:
- der elektronische Personalausweis
- der digitale Führerschein
- Ausbildungs- und Abschlussnachweise
- amtliche Bescheinigungen
- weitere Identitäts- und Berechtigungsnachweise
Wichtig: Nicht alle Daten müssen gespeichert oder geteilt werden. Nutzerinnen und Nutzer entscheiden bei jedem Vorgang selbst, welche Informationen freigegeben werden.
- Wo kann die EU Digital Identity Wallet eingesetzt werden?
Die EU Digital Identity Wallet ermöglicht es, sich digital auszuweisen, Anträge zu stellen und Verträge digital zu unterschreiben.
- Anmeldung bei staatlichen Online‑Diensten in allen EU‑Ländern (zum Beispiel Steuer, Sozialleistungen, Hochschulservices).
- Digitale Kontoeröffnung, KYC‑Prozesse (Know-Your-Customer-Verfahren) und Vertragsabschlüsse im Finanzbereich.
- Elektronisches Unterschreiben von Verträgen mit qualifizierter elektronischer Signatur direkt aus der Wallet.
Durch die Integration einer Bezahlfunktion wäre es dann auch möglich, einen Mietwagen anzumieten, ohne verschiedene Apps oder Karten nutzen zu müssen. Die EU Digital Identity Wallet beinhaltet alle Dokumente, die nötig sind.
Weniger ist mehr: einmal einrichten, vieles erledigen
Nutzerinnen und Nutzer müssen Dokumente dann nicht mehr einzeln vorzeigen oder erneut hochladen, sondern können sie gezielt digital freigeben. Vereinfacht wird die Nutzung vor allem dadurch, dass Identifizierungen künftig über eine zentrale App laufen: Statt unterschiedlicher Verfahren, zusätzlicher Konten oder erneuter Dateneingaben reicht eine einmal eingerichtete digitale Identität.
Gleichzeitig setzen Behörden und Banken stärker auf digitale Identifizierungsverfahren, um Prozesse zu beschleunigen und Unterbrechungen im digitalen Ablauf zu vermeiden.
Erstmals entsteht daraus für Anwender und Anwenderinnen ein spürbarer Alltagsnutzen: Digitale Identität wird nicht mehr punktuell eingesetzt, sondern durchgängig erlebbar. Kurz gesagt: Die Technik ist vorhanden. Nun beginnt sie, relevant zu werden.
So funktioniert der elektronische Identitätsnachweis
Die eID ist nicht rein browserbasiert, sondern wird über eine geeignete App genutzt: etwa die AusweisApp. Sie stellt die Verbindung zwischen dem Ausweis mit integriertem Chip und dem jeweiligen Online-Service her. Voraussetzung ist ein NFC-fähiges Smartphone oder Tablet.
Nutzerinnen und Nutzer starten den Identitätsnachweis über den jeweiligen Online-Dienst, zum Beispiel per Klick auf einen Button oder über einen zugesandten Link. Dabei wird die AusweisApp2 geöffnet oder automatisch gestartet.
Auf Aufforderung der App wird der Personalausweis an das NFC-fähige Smartphone gehalten, damit die erforderlichen Daten kontaktlos ausgelesen werden können.
Die Identifizierung wird durch die Eingabe der sechsstelligen PIN des Personalausweises abgeschlossen. Fotos oder Videoaufnahmen sind hierfür nicht notwendig.
Der gesamte Vorgang ist in der Regel nach einer Minute abgeschlossen und ermöglicht eine sichere digitale Identifizierung – etwa für Sparkassen-Services wie die Kontoeröffnung oder die Freischaltung des Online-Bankings.
Für die Nutzung der eID benötigen Kundinnen und Kunden ein eID‑fähiges Ausweisdokument (Personalausweis mit aktivierter Online‑Funktion), ein Endgerät mit NFC‑Funktion sowie eine eID‑kompatible App oder Lesesoftware (z. B. AusweisApp2). Manche Anwendungen setzen zusätzlich eine stabile Internetverbindung sowie aktuelle Betriebssystem‑ und Browser‑Versionen voraus.
Bei den Sparkassen werden für die Nutzung der eID sichere Schnittstellen zur eID-Infrastruktur sowie geprüfte Vertrauensplattformen eingesetzt. So können Identifikationsdaten rechtssicher und datenschutzkonform verarbeitet werden. Die Übermittlung der jeweils erforderlichen Daten erfolgt nur mit Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer; Datenschutz und Zweckbindung sind technisch und organisatorisch gewährleistet.
Was tun, wenn es nicht klappt?
Wenn die Identifizierung nicht funktioniert, lässt sich die Ursache meist schnell eingrenzen.
Häufig ist die Online-Ausweisfunktion beim Personalausweis nicht aktiviert oder die sechsstellige PIN nicht (mehr) bekannt. In diesem Fall hilft die zuständige Behörde weiter; also das Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt. Dort kann die Online-Funktion aktiviert und eine neue selbstgewählte PIN eingerichtet werden. Einige Bürgerämter bieten auch an, eine neue PIN online oder per Post zu beantragen.
- Gut zu wissen: Die PIN kann jederzeit geändert werden – unabhängig davon, ob sie vergessen wurde oder aus Sicherheitsgründen neu gesetzt werden soll.
Ein weiterer häufiger Grund ist die Technik: Für die eID wird ein NFC-fähiges Smartphone oder Tablet benötigt. Ob ein Gerät NFC unterstützt, lässt sich in den Einstellungen prüfen; meist unter „Verbindungen“ oder „Drahtlos & Netzwerke“. Wichtig: NFC muss dort aktiv eingeschaltet sein.
- Auch Schutzhüllen können das Auslesen stören. Falls der Vorgang abbricht, den Ausweis direkt und ruhig an die Rückseite des Geräts halten.
Ebenso entscheidend ist die geeignete App. Die AusweisApp sollte in der aktuellen Version installiert sein. Sie bietet eine Testfunktion, mit der sich vorab prüfen lässt, ob Gerät, NFC und Ausweis korrekt zusammenarbeiten.
- Erst wenn dieser Test erfolgreich ist, sollte die Identifizierung gestartet werden.
Sicherheit: Warum die eID besonders geschützt ist
Die eID zählt zu den sichersten Identifikationsverfahren in Deutschland. Die Datenübertragung erfolgt verschlüsselt, zudem werden immer nur die Informationen übermittelt, die für den jeweiligen Vorgang tatsächlich erforderlich sind. Eine zentrale Protokollierung oder ein Nutzungs-Tracking findet nicht statt. Die technische Prüfung und der Abgleich der Daten erfolgen in hochsicheren Bank-Rechenzentren.
Welche Daten freigegeben werden, entscheiden Nutzerinnen und Nutzer jederzeit selbst.
Wo die eID bei der Sparkasse schon heute hilft
Bei vielen Sparkassen ist die elektronische Identität (eID) inzwischen in digitalen Prozessen etabliert. Sie ist bei zahlreichen Services fester Bestandteil:
Der Weg zur Selbstverständlichkeit: Was wirklich zählt
Weniger Umwege, weniger Wechsel zwischen digitalen und analogen Abläufen und mehr Verlässlichkeit: Den Sparkassen geht es darum, dass digitale Eigenständigkeit nicht abstrakt bleibt, sondern praktisch funktioniert. Der Online-Ausweis kann so für Kundinnen und Kunden vom Sonderfall zur Selbstverständlichkeit werden. Einfach, verständlich und zuverlässig.
Denn der Durchbruch hängt am Ende nicht von der Technik ab, sondern von einem nicht zu unterschätzenden Faktor: Ob Menschen der digitalen Identität vertrauen, sie verstehen und ohne Hürden nutzen.



