Mit 8 Tipps raus aus dem Dispo

Die Zinsen für die Kontoüberziehung steigen – aber es gibt gute Wege, aus den Miesen zu kommen

Die Zinsen für den Dispo – das ist die Kurzform für Dispositionskredit (auch: eingeräumte Kontoüberziehung) – haben spürbar angezogen. Wenn Sie also auf Ihrem Konto länger ins Minus rutschen, kann das teuer werden. Aber keine Sorge: Es gibt Alternativen zur dauernden Kontoüberziehung, mit denen Sie schnell wieder ins Plus kommen. 

Mann und Frau sitzen in der Wintersonne mit Laptops vor Gebäude

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die meisten Kreditinstitute haben die Zinsen für den Dispo deutlich angehoben.
  • Gerade aufgrund der aktuell steigenden Lebenshaltungskosten ist es ratsam, eine Alternative zu finden, sollten Sie auf Ihrem Konto für längere Zeit ins Minus rutschen.
  • Eine davon ist, den Dispokredit in einen Ratenkredit umzuschulden – so sparen Sie Zinsen.

So vermeiden Sie hohe Zinsen

Seit dem Ende des vergangenen Jahres ist die Inflationsrate empfindlich angestiegen. Im November 2022 lag sie in Deutschland bei rund 10 Prozent. Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Lebens sind deutlich teurer als noch vor einem Jahr. Mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben außerdem die Preise für Energie und Strom zugelegt. Daher wird es bei vielen Menschen eng im Portemonnaie und auf dem Konto.

Viele von uns nutzen nun die eingeräumte Kontoüberziehung - besser bekannt als Dispokredit oder einfach Dispo, um das fehlende Geld auszugleichen. Anfang 2022 war das noch jede beziehungsweise jeder Zehnte. Jetzt überzieht Schätzungen zufolge sogar jede fünfte Person ihr Konto. Kurzfristig betrachtet hat das einige Vorteile, da diese Vorgehensweise vordergründig erstmal keine Änderungen in der Lebenshaltung erfordert. Aber damit sind auch handfeste Nachteile verbunden. Denn der Dispo kostet sehr viel höhere Zinsen als andere Kreditvarianten. Im bundesweiten Durchschnitt liegt er derzeit bei rund 10 Prozent.

Sollte es bei Ihnen also längerfristig finanziell eng sein, könnten Sie bessere Alternativen in Betracht ziehen, um keine unnötig hohen Zinsen zu zahlen. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen können, wieder aus den Miesen zu kommen.

1. Finanzen checken und nach Sparmöglichkeiten schauen

Unser erster Tipp ist für die meisten Menschen der hilfreichste: Nehmen Sie sich die Zeit, um ganz entspannt Ihre Finanzen zu überprüfen. Schauen Sie sich dafür einfach Ihre Kontoauszüge der vergangenen drei bis sechs Monate durch. So bekommen Sie einen guten Überblick über Ihre generellen monatlichen Zu- und Abflüsse sowie über die ein oder andere Extra-Ausgabe.

Dabei fällt Ihnen sicherlich schnell auf, welche Dinge unerlässlich sind – und auf welche Sie auch verzichten können. Zumindest zeitweise. So entdecken Sie die ersten Möglichkeiten, um Ihren Kontostand aufzubessern.

Oder Sie nutzen ganz einfach den Finanzplaner der Sparkassen, um Ihr Konto gut überschauen zu können: Er befindet sich im Onlinebanking der Sparkassen-Girokonten. Wie ein digitales Haushaltsbuch teilt er Ihre Umsätze automatisch in Kategorien auf. So finden Sie ganz bequem und schnell heraus, wie viel Sie zum Beispiel monatlich für Ihre Einkäufe bezahlen und ob Sie mehr Geld ausgeben als einnehmen.

Der Kontowecker ist ein ähnliches digitales Tool der Sparkassen: Er informiert Sie per E-Mail, SMS oder Push-Nachricht über alle Veränderungen auf Ihrem Girokonto, Ihrem Depot oder Ihrer Kreditkarte.

2. Ungenutzte oder unnötige Dinge verkaufen

Wenn Sie den Kassensturz hinter sich haben und es auf Ihrem Konto noch nicht besser aussieht, hilft ein Gang durch Ihre Wohnung oder Ihr Haus. Schauen Sie mit prüfendem Blick in alle Zimmer, in jeden Winkel und sammeln dabei all die Dinge, die Sie nicht mehr benötigen. Die können Sie dann auf dem Flohmarkt oder den gängigen Internetplattformen verkaufen. Sie glauben, dass dabei nicht viel Geld zusammenkommt? Die Erfahrung zeigt: Selbst, wenn die einzelnen Dinge jeweils nicht viel wert sind, kommen bei solchen Aktionen oft mehrere Hundert Euro zusammen. Ganz nach dem Motto „Viel wenig macht auch viel“.

3. Erspartes nutzen

Viele von uns legen immer mal wieder etwas Geld zur Seite. Meist „verwahren“ wir es einfach auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Tun Sie das auch? Dann können Sie diese stillen Reserven nutzen, um Ihr Girokonto auszugleichen. Das obendrein auch deswegen sinnvoll, weil die Zinsen auf diese beiden Anlageformen deutlich niedriger sind als die Zinsen auf dem Dispo.

4. Bei Neuanschaffungen auf günstigere Alternativen setzen

Auch wenn Ihre finanzielle Lage etwas schwieriger ist, gibt es womöglich Anschaffungen, die Sie nicht aufschieben können. In solchen Situationen besteht die Lösung nicht im Verzicht, sondern in der preiswerteren Alternative. Zum Beispiel tut es anstatt eines neuen Laptops oder Mobiltelefons auch ein gebrauchtes Modell. Die gibt es bei einschlägigen Läden sogar mit mehrjähriger Garantie. Ähnliches gilt für Kleidung: Anstatt neu zu kaufen, gibt es viele gute Second Hand-Angebote. Das gilt sogar für Marken- und Designerstücke.

Sie müssen dringend Sport machen, um fit zu bleiben? Günstiger als die Mitgliedschaft im Fitnessstudio sind Vereine. Oder aber Sie machen Sport im Freien. Das ist komplett kostenlos. Sie benötigen dringend eine Auszeit, um Ihren persönlichen Akku wieder aufzuladen? Dann ist auch der Urlaub zuhause eine Alternative. Wenn Sie aber einen Tapetenwechsel benötigen, können Sie auch Verwandte beziehungsweise Freunde besuchen. Oder Sie nutzen die günstigen Alternativen, die das Internet bietet, wie etwa Couch-Surfing.

5. Höheres Gehalt verhandeln

Wenn Sie aufgrund der gestiegenen Preise auf unbestimmte Zeit nicht mehr mit Ihrem Geld auskommen, können Sie auch mit Ihrer beziehungsweise Ihrem Vorgesetzten über eine Gehaltserhöhung sprechen. Viele Unternehmen meistern die Krise bislang erstaunlich gut und haben sich darauf vorbereitet, Ihren Angestellten mehr Geld zu zahlen.

Eine Alternative zu mehr Gehalt ist die Inflationsausgleichsprämie: Unternehmen können ihren Beschäftigten bis Ende 2024 insgesamt bis zu 3.000 Euro überweisen – auch in Raten. Diese Zahlungen sind sogar steuer- und abgabenfrei. Sie sind zwar ebenso freiwillig wie eine Lohnerhöhung, es gibt dafür also keine Garantie – aber fragen kostet bekanntlich nichts.

6. Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten finden

Eine ganze Reihe von Personen leidet aufgrund der Krise ganz besonders unter der Ebbe auf ihren Konten. Dazu zählen insbesondere Rentnerinnen und Rentner, Teilzeitbeschäftigte sowie Studierende. Zählen Sie zu einer dieser Gruppen? Dann haben Sie im Gegensatz zu Vollzeitbeschäftigten zumindest den Vorteil, sich ein zusätzliches Einkommen suchen zu können. Das erschwert zwar womöglich Ihre persönliche Situation. Aber es hilft Ihnen dabei, Ihr Konto zu entlasten.

7. Von der Familie oder Freunden Geld leihen

Gerade wenn es etwas schwieriger wird im Leben, ist es gut Menschen zu haben, an die wir uns wenden können. Das gilt auch für finanzielle Notsituationen. Gerade wenn Sie jung sind, aber nicht nur dann, sollten Sie keine Scham haben, Ihre Familie oder Ihre Freunde vertrauensvoll um Hilfe zu bitten. Sicherlich ist da jemand, die oder der Ihnen gerne aushilft und Ihnen Geld leihen kann.

Kleiner Tipp: Setzen Sie einen schriftlichen Vertrag auf, wenn Sie sich Geld borgen. So vermeiden Sie Missverständnisse und das Verhältnis zwischen Ihnen und der Person, die Ihnen Geld leiht, bleibt vertrauensvoll.

8. Besser Ratenkredit abzahlen als im Dispo feststecken

Sollten die ersten sieben Tipps für Sie keine Alternative sein, können Sie auch einen Verbraucher- beziehungsweise Ratenkredit beantragen. In der Regel erhalten Sie den schnell und unkompliziert – und die Zinsen dafür sind meist deutlich niedriger als die vergleichsweise teuren Dispozinsen. Grund dafür sind die hohen Kosten der Kreditinstitute, die für alle ihre Dispokundinnen und -kunden ausreichend Geld bereithalten müssen.

(Stand 08.12.2022)


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