19 Grad und dunkle Fassaden: Ab September startet der Energiesparplan

Das gilt für Unternehmen, Geschäfte und Privatpersonen

Die Bundesregierung hat mit einem weitreichenden Plan auf die Energiekrise reagiert. Das Ziel ist, mindestens 20 Prozent Energie einzusparen. Ab jetzt heißt es: Heizung runter, Türen zu und Lichter aus – zumindest in öffentlichen Gebäuden. Lesen Sie hier, was zuhause gilt und was es sonst noch für Änderungen gibt.

Ein Paar sieht sich Rechnungen an

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mieterinnen und Mieter dürfen nun über die Temperatur in ihren Wohnungen selbst bestimmen.
  • Die Temperatur in öffentlichen Gebäuden darf maximal 19 Grad Celsius betragen – Hallen, Flure und Foyers sollen nicht mehr beheizt werden.
  • Geschäfte sollen ihre Türen geschlossen halten und die Beleuchtung von Gebäuden und Werbeflächen wird eingeschränkt.

Erste Verordnung: Kühlere Büros und dunkle Fassaden

Um bundesweit rund 20 Prozent Energie zu sparen, hat die Bundesregierung Ende August 2022 eine Reihe von Maßnahmen bestimmt. So sollen ab Anfang September öffentliche Gebäude, Büros und Geschäfte maximal auf 19 Grad beheizt werden. Davon sind Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Arztpraxen, Kliniken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen jedoch ausgenommen. Bisher lag die empfohlene Mindesttemperatur für Büros bei 20 Grad.

Bestimmte Bereiche, wie Flure und Foyers, sollen möglichst gar nicht mehr beheizt werden. Auch dabei gibt es Ausnahmen für Schulen, Kitas und gesundheitsbezogene Einrichtungen. Außerdem sollen Warmwasserspeicher abgeschaltet werden. Dies bedeutet, dass das Wasser zum Händewaschen nicht mehr erwärmt werden soll.

Einzelhändler sollen die Türen ihrer Geschäfte nicht offenstehen lassen. Gebäude sowie Denkmäler werden nachts nicht mehr, Wahrzeichen nur noch sehr eingeschränkt angestrahlt. Leuchtreklame ist von 22 bis 6 Uhr untersagt. Ausgenommen sind beispielsweise Plakate an Haltestellen, da diese mit der Straßenbeleuchtung gleichgesetzt werden.

Energiesparplan

Aussetzung der Mindestwärme für Mietwohnungen

Auch für private Haushalte gibt es neue Vorschriften: Wer einen eigenen Pool im Innen- oder Außenbereich besitzt, darf diesen nicht mehr mit Gas oder Strom aus dem Stromnetz beheizen. Doch bekommen einige Mieterinnen und Mieter durch die Energiesparmaßnahmen neue Freiheiten: In einigen Mietverträgen sind Mindesttemperaturen vorgeschrieben. Für die Laufzeit der Verordnung werden diese Vereinbarungen ausgesetzt.

Die Mieterinnen und Mieter können also über die Raumtemperatur selbst entscheiden. Außerdem erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher in Zukunft mehr Informationen von ihren Gas- und Wärmelieferanten. Bei jeder Preissteigerung müssen diese ihre Kundinnen und Kunden informieren.

Sonderverordnung: Kohlezüge haben Vorrang vor Personenzügen

In einer zweiten Verordnung werden für die kommenden zwei Jahre regelmäßige Prüfungen von Gasheizungen vorgeschrieben sowie der Austausch ineffizienter Pumpen. Unternehmen mit einem Energieverbrauch von mehr als zehn Gigawattstunden pro Jahr werden von Oktober an zu Energiesparmaßnahmen verpflichtet, sofern diese sich für sie rechnen. Diese Verordnung muss der Bundesrat aber noch bestätigen.

Außerdem stimmte das Bundeskabinett einer Sonderverordnung zu, in der Güterzüge, die Kohle oder Öl transportieren, vorübergehend Vorrang auf der Schiene haben sollen. Das könnte Auswirkungen auch für Passagiere im Personenverkehr haben, wenn kurzfristig zusätzliche Transporte im Energiebereich erforderlich sind. Der Güterverkehr wird priorisiert, um den Betrieb von Kraftwerken, Raffinerien und Stromnetzen sicherzustellen, damit die Energieversorgung stabil ist. Es solle aber möglichst wenige Beeinträchtigungen geben.


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