Corona-Warn-App – vom Warn-Wecker zum Schweizer Taschenmesser

Mit neuen Update 2.5 können jetzt auch Genesene ihren COVID-Status anzeigen

Mit ihren zahlreichen nützlichen Funktionen dient die Corona-Warn-App (CWA) ihren Nutzerinnen und Nutzern heute als vielseitiges Taschen-Tool für das individuelle Pandemie-Management. Die ursprüngliche Warn-Funktion ist dabei nur noch eine unter zahlreichen wichtigen Features.

Das Update auf die Version 2.5 hebt die Verarbeitung von Corona-Zertifikaten in der CWA jetzt auf ein neues Level. So können nun auch von einer COVID-19-Infektion Genesene ein entsprechendes Zertifikat in die App einlesen. Darüber hinaus können CWA-Nutzerinnen und Nutzer auch Impf- und Genesenenzertifikate für Familienmitglieder und andere Personen in ihrer App verwalten und anzeigen.

Ein User nutzt die Corona-Warn-App.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit dem Update auf die Version 2.5 kann die Corona-Warn-App nun auch das neue Zertifikat für Genesene, die nur eine Impfung benötigen, anzeigen.
  • Grundlage für den Nachweis einer durchgemachten COVID-19-Infektion ist ein entsprechender PCR-Test; ein Antikörpertest reicht als Nachweis nicht aus.
  • Auch die Test-, Impf- und Genesenenzertifikate von anderen Personen im eigenen Haushalt wie etwa Partner und Familienangehörige können jetzt verwaltet und angezeigt werden.
  • Der Nachweis mit der Smartphone-App kann in vielen Fällen das Vorzeigen eines Impfpasses ersetzen – vielfach auch im europäischen Ausland.

Corona-Warn-App - die persönliche COVID-Status-Zentrale

Die gemeinsam von der Bundesregierung und dem Softwareunternehmen SAP entwickelte Corona-Warn-App (über 30 Millionen Downloads) enthält neben der ursprünglichen Warnfunktionen jetzt auch vielfältige Möglichkeiten zur Verwaltung und Anzeige von COVID-Status-Zertifikaten. So können Nutzerinnen und Nutzer der App sowohl ihren persönlichen Impf- bzw. Genesenenstatus, als auch den Impf- und Genesenenstatus von anderen Personen – beispielsweise von Angehörigen oder Partnern – auf ihrem Smartphone nachweisen.

Um als geschützt zu gelten, brauchen Genesene nur eine einzige COVID-19-Impfung nachzuweisen -anders als Nutzer ohne eine COVID-19-Vorinfektion. Allerdings gilt auch für Genesene der volle Schutzstatus erst zwei Wochen nach einer Impfung.

Den Angaben der Bundesregierung zufolge können die digitalen Zertifikate überall innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz als offiziell gültige Nachweise etwa für Reisen oder Restaurantbesuche genutzt werden.

Natürlich können weiterhin auch der gelbe Impfausweis oder auf Papier ausgeduckte persönliche Impfzertifikate mit QR-Code als Nachweise für eine Immunisierung verwendet werden. Ganz wichtig: Sämtliche Nachweisarten erfordern in der Regel zusätzlich das Vorzeigen des Personalausweises oder Reisepasses. 

So funktioniert das Hochladen eines Zertifikats mit der Corona-Warn-App

Wie schon bei den Schnelltests müssen für die Anzeige des Impf- und Genesenenstatus spezielle QR-Codes in die Corona-Warn-App auf dem Smartphone eingescannt werden. Diese digitalen Nachweise wurden in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt.

 Sowohl Geimpfte als auch Genesene können sich ihre digitalen Zertifikate mit QR-Code von einer Arztpraxis, einer Apotheke oder einem Impfzentrum ausstellen beziehungsweise ausdrucken lassen. Voraussetzung dafür ist eine Impfung gegen SARS-CoV-2 (Covid19), nachgewiesen zum Beispiel durch Eintrag bzw. Einträge im Impfpass oder – für das Genesenenzertifikat, ein positiver PCR-Test.

Die Möglichkeit, den QR-Code vom ausgedruckten Impfzertifikat einzuscannen, findet sich mit Öffnen der Corona-Warn-App unter „Impfzertifikat hinzufügen“. Ein gegebenenfalls vorhandenes, zweites Zertifikat mit QR-Code für die zweite Impfung können Nutzerinnen und Nutzer unter „Weitere Impfung registrieren“ einscannen. Alles Weitere passiert automatisch.

Bei den meisten COVID-19-Impfstoffen werden für einen vollständigen Schutz zwei Impfungen im Abstand von mehreren Wochen benötigt. Die App-Anzeige „Vollständiger Impfschutz“ erfolgt – abhängig vom Impfstoff – daher meistens erst 14 Tage nach der vollständigen bzw. zweiten Impfung und unabhängig vom Zeitpunkt der Erfassung auf dem Smartphone.

Wer möchte, kann einen QR-Code zwar schon nach der ersten Impfung in die App einscannen, allerdings zeigt die App dann zunächst nur einen „Unvollständigen Impfschutz“ an. Als COVID-Impfschutznachweis in Geschäften oder bei Veranstaltungen ist diese Anzeige in der Regel wertlos und kann einen negativen Test nicht ersetzen. Daher können Nutzerinnen und Nutzer ggf. ebenso gut warten, bis sie ihre zweite Impfung erhalten haben und ihren Status dann erst oder auch rückwirkend in die Corona-Warn-App übertragen.

Civey-Umfrage: Die meisten Menschen würden den digitalen impfnachweis nutzen

CovPass-App ermöglicht mehrere Impfschutznachweise auf einem Smartphone

Alternativ zur Corona-Warn-App ist die Anzeige des persönlichen Impfstatus auch mit der neuen, eigens für den Nachweis von COVID Impf-, Test- oder Genesenenzertifikat entwickelten CovPass-App des Robert-Koch Instituts möglich. Mit dieser App können Nutzerinnen und Nutzer auch den Immunstatus anderer Personen, wie etwa von Familienangehörigen, der Partnerin bzw. des Partners oder einer betreuten Person nachweisen. Wie in der Corona-Warn-App werden in der CovPass-App neben dem QR-Code und dem Zertifikatsstatus nur der Vorname, der Nachname und das Geburtsdatum der Zertifikatsinhaberein bzw. des -inhabers.

Warnfunktion bleibt weiter relevant

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind oder werden gegen den COVID-Erreger geimpft, die Inzidenzzahlen sinken rapide. Dennoch wird die Corona-Warn-App auch für ihre ursprüngliche Warnfunktion weiterhin gebraucht. Neue hochansteckende Virusmutationen wie etwa die sogenannte Delta-Variante machen eine Nachverfolgung von Corona-Fällen und die Unterbrechung der Infektionsketten weiterhin erforderlich.

Schnelltestergebnisse in die App integrieren

Die neue Version der Corona-Warn-App macht nun auch eine Integration von Schnelltestergebnissen möglich. Nutzerinnen und Nutzer können sich bei beteiligten Partnern auf Covid-19 testen lassen und das Ergebnis des Schnelltests per QR-Code erhalten. Ein negatives Testergebnis wird dann für 48 Stunden in der App angezeigt. Im Falle eines positives Schnelltests erhalten mögliche Kontaktpersonen in ihrer Corona-Warn-App eine Warnung über die Begegnung. Die App zeigt Kontaktpersonen jedoch nicht an, ob aufgrund eines Schnelltests oder eines PCR-Tests gewarnt wird.

Um das Ergebnis möglichst umgehend in der App zu erhalten, empfiehlt es sich, die App gleich nach einem Test zu öffnen, sodass sie sich aktualisiert und das Testergebnis anzeigen kann. Testergebnisse werden zwar auch automatisch im Hintergrund verarbeitet, aber das kann, abhängig vom Betriebssystem, längere Zeit in Anspruch nehmen. Die App ist für Android und iOS erhältlich.

Der Datenschutz ist dabei weiterhin gesichert: Persönlichen Daten werden zwar an den Teststellen gespeichert, damit sie im Falle eines positiven Tests an das Gesundheitsamt weitergegeben werden können. Auf den Servern der Corona-Warn-App werden aber ausschließlich verschlüsselte Tokens gespeichert.

Check-in-Funktion erleichtert Nachverfolgungen

Seit Version 2.0 unterstützt die App die Check-in-Funktion für Eventregistrierung. Veranstalter und Gastronomen können diesen Code generieren, Besucherinnen und Besucher ihn scannen. Der Check-in läuft datengeschützt ab, da der Standort nur auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert wird. Sollte jemand anschließend positiv getestet werden, kann diese Person das Ergebnis mitsamt Check-ins und Standortinfos an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiterleiten. So können weitere Personen, die sich am selben Ort befunden haben, gewarnt werden.

Zusätzlich – so die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ – soll bis spätestens zu Beginn der Sommerferien ein digitales Impfzertifikat in der App angezeigt werden können, mit dem Userinnen und User ihre vollständige Impfung bestätigen können.

Neben der CWA gibt es noch weitere Apps zur Nachverfolgung von Infektionen

Im Laufe der Krisenzeit sind verschiedene Warn-Apps auf den Markt gekommen, wie zum Beispiel die Luca-App. Sie verfolgt das gleiche Ziel wie die Corona-Warn-App: Infektionsketten nachvollziehen und konsequent unterbrechen. Allerdings gibt es einen grundsätzlichen Unterschied. Im Gegensatz zur CWA müssen Nutzerinnen und Nutzer der Luca-App ihren Namen, ihre Adresse und ihre Telefonnummer angeben, was bei Datenschützerinnen und -schützern vielfach zu Kritik führt. Da die App personenbezogene Daten auch zentral speichert, ist eine Erstellung individueller Bewegungsprofile denkbar.

Anders als in der CWA ist in der Luca-App von Beginn an eine Check-in-Funktion integriert, mit der der „Zettelwirtschaft“ in Gaststätten oder auf Events vorgebeugt werden kann.

Nach einer Warnung am besten Kontakt zu einer Ärztin oder einem Arzt aufnehmen

Sollten Sie durch die App gewarnt werden, gilt generell: „Nach einer Warnung können Sie rasch Kontakt zu Ihrem Arzt aufnehmen, sich auf Corona testen lassen und sich gegebenenfalls isolieren“, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die Nutzung der CWA ist freiwillig. Die Smartphone-App soll digital unterstützen, was die Gesundheitsämter oft in mühevoller Kleinarbeit machen: Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen aufspüren, informieren und so Infektionsketten unterbrechen helfen. Damit die App funktionieren kann ist es wichtig, dass die installierte Corona-Warn-App aktiviert ist. Eine echte Hilfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kann die Warn-App nur sein, wenn möglichst viele Menschen mitmachen. Mehr als 28,6 Millionen Menschen hatten die App nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bis Anfang Juni 2021 heruntergeladen – das ist immerhin jeder dritte Erwachsene.

Die App bleibt grün, obwohl sie Kontakt mit Infizierten aufgezeichnet hat

In diesem Fall bedeutet der grüne Hintergrund der App, dass das Infektionsrisiko weiterhin als gering eingeschätzt wird – obwohl das Smartphone eine oder mehrere Begegnungen mit infizierten Personen aufgezeichnet hat. Die genaue Zahl der Begegnungen lässt sich ebenfalls in der App ablesen. Zwar kamen sich das Smartphone und das einer anderen Person, die sich in der App als infiziert gemeldet hat, in den zurückliegenden 14 Tagen über einen bestimmten Zeitraum (derzeit beträgt dieser fünf Minuten) so nah, dass sie via Bluetooth Informationen ausgetauscht haben. Dieser Kontakt wurde aber nach einer genaueren Analyse als weniger riskant eingeschätzt. Daher informiert die App nicht über ein erhöhtes Infektionsrisiko – und springt auch nicht auf Rot. 

Die Zahl der angezeigten Risikokontakte verringert sich von gestern auf heute

Die Risikobegegnungen in der Statusanzeige werden gelöscht, wenn die Begegnung – nicht die erstmalige Anzeige – länger als 14 Tage zurückliegt. Das heißt, es kann durchaus vorkommen, dass von einem Tag auf den anderen, die Zahl der angezeigten Risikobegegnungen abnimmt, zum Beispiel von fünf auf vier Personen. Theoretisch wäre es auch möglich, dass die fünf Kontakte nur an einem Tag angezeigt werden, da sie bereits 14 Tage zurückliegen, und es sich bei der Anzeige der vier Risikokontakte am nächsten Tag um vier neue, davon unabhängige Risikokontakte handelt.

Die App zeigt ein rotes Feld

Besteht ein erhöhtes Risiko, verändert die App die Farbe – und ist rot statt grün eingefärbt. Dieser Zustand hält an, bis der 15. Tag nach der letzten Risikobegegnung vorbei ist. Bis die App wieder ein grünes Feld und ein niedriges Risiko anzeigt, wird der Nutzerin oder dem Nutzer empfohlen, zu Hause zu bleiben, Begegnungen mit anderen zu vermeiden und auf mögliche Symptome zu achten. Weitere Schritte sollten mit dem Hausarzt, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer 116117) oder dem Gesundheitsamt abgestimmt werden. Nutzer, die positiv auf Corona getestet wurden, erinnert die App mehrfach daran, ihr Testergebnis in der App einzutragen.

Exakter Ort und Zeitpunkt der Risikobegegnungen bleiben anonym

Die App wurde so entwickelt, dass sie anonym darüber informiert, wenn sich das eigene Smartphone über einen gewissen Zeitraum in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten hat. Dieser Aspekt des Datenschutzes ist sehr wichtig, auch damit möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer die App herunterladen, ohne sich Sorgen um ihre Daten machen zu müssen. Der exakte Zeitpunkt und der genaue Ort, wo dieser Kontakt mit einer infizierten Person stattgefunden hat, soll nicht öffentlich bekannt werden.

Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt den Einsatz der Corona-Warn-App

Mithilfe der Corona-Warn-App der Bundesregierung lassen sich Coronavirus-Infektionen leichter nachverfolgen und somit Infektionsketten schneller unterbrechen. Betroffene können eher behandelt und eine weitere oder erneute Zunahme von Infektionen mit den damit einhergehendenEinschränkungen leichter vermieden werden.

Der Einsatz der App ist freiwillig. Das unterstreicht, dass jeder Nutzer der App bewusst Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen übernimmt. Die App dient als digitale Ergänzung zu den empfohlenen Hygienemaßnahmen, den Abstandsregeln, dem regelmäßigen Händewaschen und dem Tragen einer geeigneten Nasen-Mund-Bedeckung.

Je mehr Menschen sich beteiligen, desto besser ist der Schutz für jeden Einzelnen und schließlich für alle gemeinsam.

Als öffentlich-rechtliche Institute mit einem hohen Maß an gesellschaftlicher Verantwortung liegt den Sparkassen die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger besonders am Herzen. Daher unterstützt die Sparkassen-Finanzgruppe die Nutzung der Corona-Warn-App gegenüber Ihren Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Kunden.

Regelmäßige Updates der App sind wichtig

Die Entwickler der Corona-Warn-App weisen darauf hin, die App immer auf die neueste Version zu aktualisieren, am besten durch automatische Updates. Apple und Google haben die Corona-Warn-Technologien inzwischen sogar in ihrem Betriebssystem verankert. Mit der Entwicklung der App hatte die Bundesregierung die Deutsche Telekom und den Software-Konzern SAP beauftragt. Die Corona-Warn-App läuft auf den neueren Versionen der Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google) und steht in den App-Stores von Google und Apple zur Verfügung.

Offizielles Logo der Corona-App

Wichtige Fragen und Antworten

Auch wenn die Corona-Warn-App nicht geöffnet ist, soll sie im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren. Bis Ende August waren diese noch nicht komplett behoben. Bundesregierung und Entwickler empfehlen, die App einmal täglich zu öffnen, um die Kontaktüberprüfung sicherzustellen. Außerdem sollten Sie stets die aktuellste Version des Betriebssystems und der App nutzen, am besten über automatische Updates.

Wenn Sie die App neu installieren, zeigt sie Ihnen auf grauem Hintergrund: "Unbekanntes Risiko" an. Anschließend springt die Anzeige auf „Niedriges Risiko“ auf grünem Hintergrund. Bei einer riskanten Begegnung springt die App auf „Erhöhtes Risiko“ auf rotem Hintergrund.

Achtung: Die Anzeige „Niedriges Risiko“ bedeutet nicht, dass Sie keinen Kontakt zu infizierten Menschen hatten. Laut den Softwareentwicklern der App, SAP, liegt die Fehlerquote der Bluetooth-Technologie bei etwa 20 Prozent. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Menschen in Deutschland die App nutzen.

Die Bundesregierung rät Betroffenen in diesem Fall, möglichst zu Hause zu bleiben und sich bei ihrem Hausarzt zu melden. Alternativ könne unter der Telefonnummer 116117 Kontakt mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst oder mit dem Gesundheitsamt aufgenommen werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Inzwischen sind in der Regel genügend Testkapazitäten vorhanden. Sollte ein Test nötig sein, wird er von den Krankenkassen bezahlt.

Wenn Sie positiv auf Covid-19 getestet wurden, können Sie den Status freiwillig in die App eintragen. Um Missbrauch zu vermeiden, muss das Ergebnis aber offiziell bestätigt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bekommen vom Testlabor einen QR-Code. Oder Sie geben eine TAN ein, die Sie von einer Telefonhotline erhalten.

Laut SAP dauert es circa 24 Stunden, bis eine neue Infektionsmeldung in der App eingespeist und die Risikowarnung an andere Nutzer verteilt wird.

Die Funktion dahinter ist ein Paket von Verschlüsselungen: Für jeden Nutzer der Corona-Warn-App wird täglich ein Tages- beziehungsweise Diagnoseschlüssel erstellt, eine Art anonyme Identifikationsnummer. Aus dieser wiederum werden alle 10 bis 20 Minuten Kurzschlüssel generiert, die an andere App-Nutzer, die sich in der Nähe befinden, per Bluetooth ausgesendet werden. Diese Sammlung an Tagesschlüsseln von als positiv gemeldeten Personen wird an den Server gesendet und mit denen anderer positiv Getesteter in ein Paket gepackt, das wiederum einmal am Tag an alle App-Nutzer verteilt wird.

Die App gleicht dann die Tagesschlüssel mit den Kurzschlüsseln ab, die jeder Nutzer individuell lokal auf dem Smartphone sammelt. Bei einer Übereinstimmung wird eine Risikowarnung ausgelöst. Betroffene App-Kontakte erhalten nun den Hinweis, dass sie sich testen lassen sollen.

Das liegt vermutlich am Alter Ihres Telefons. Die Bundesregierung sagt, sie habe „die beteiligten Unternehmen gebeten, auf technischer Ebene mit den Herstellern der Betriebssysteme gemeinsam zu prüfen, ob es weitergehende Möglichkeiten gibt, auch ältere Smartphones technisch einzubinden.“ Seit dem 10. Februar 2021 erfüllen daher auch viele ältere iPhone-Geräte der Serien 5s, 6 und 6 Plus die Betriebssystem-Mindestvortausetzungen der Corona-Warn App. Weiterführende Informationen erhalten Sie auf dem Webportal der Corona-Warn-App.

Das können Sie in den Einstellungen Ihres Smartphones überprüfen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • iPhone: Einstellungen > Datenschutz > Health > COVID-19-Kontaktprotokoll / COVID-19-Bewegungsaufzeichnungen -> Kontakt- / Begegnungsüberprüfungen
  • Android-Geräte: Einstellungen > Google > COVID-19-Benachrichtigungen an

Wenn Ihre App in den zurückliegenden zwei Wochen dauerhaft aktiv war, sollten in den Einstellungen 13 oder 14 Überprüfungen in den vergangenen 24 Stunden verzeichnet sein. Sollte das nicht der Fall sein, öffnen Sie einmal täglich die App, um die Kontaktüberprüfung sicherzustellen, bis die Lücke mit einem Update geschlossen wird.

Gelegentlich taucht der Hinweis "Risiko-Ermittlung nicht möglich: Ihre Risiko-Ermittlung konnte seit mehr als 24 Stunden nicht mehr aktualisiert werden" sowohl auf Android- und iOS-Geräten auf. Die Entwickler von SAP suchen derzeit nach einer Lösung. Auf der Hilfeseite der Corona-Warn-App finden Sie eine Anleitung für solche und ähnliche Fälle.

Überprüfen Sie auch die WLAN- und Netzwerkeinstellungen. Die App benötigt eine funktionierende Internetverbindung, um mindestens einmal am Tag aktuelle Serverdaten abzurufen. Stellen Sie sicher, dass Sie die neuste Version der App installiert haben beziehungsweise installieren Sie ein Update.

Diese Anzeige kommt hin und wieder bei Android-Handys vor. Der Anzeigefehler ist bekannt. An der Lösung wird gearbeitet. Die App funktioniert trotzdem einwandfrei.

Um Infektionsketten mit dem Coronavirus besser nachverfolgen zu können, statten Apple und Google ihre Smartphones zukünftig mit einer Corona-Warn-Funktion aus. Die beiden Unternehmen geben Regierungen damit die Möglichkeit, eine Corona-Warn-Infrastruktur auf Smartphones auch ohne eine gesonderte App aufzusetzen. Google integriert dafür die nötigen Funktionalitäten direkt in das Betriebssystem Android, Apple in die Version 13.7 des iOS-Systems seiner iPhones. Die Nutzer werden gefragt, ob sie an der Nachverfolgung teilnehmen wollen. Bestehende Corona-Warn-Apps funktionieren weiterhin.

Der Weg direkt über das Betriebssystem hat einen großen Vorteil: Die Corona-Warn-Technik kann länderübergreifend arbeiten. So müssen Nutzer im Urlaub oder beim Arbeiten in Grenzgebieten nicht mehrere Apps herunterladen. Die App ist nur noch dann notwendig, wenn man selbst positiv getestet wurde, um so die Diagnose über die Schnittstelle der App zu teilen.

Die neue Funktion über das Betriebssystem entspricht nicht dem Datenschutz der deutschen Corona-Warn-App, da der Quellcode der Betriebssysteme Android und iOS nicht öffentlich einsehbar ist.

Die Unternehmen weisen allerdings darauf hin, dass die Funktionen keine Ortsdaten und keine persönlichen Daten der Nutzer weitergeben. Apple und Google wollen die Funktion wieder deaktivieren, sobald sie nicht mehr benötigt wird.

  • Auf den Seiten der Bundesregierung
  • Auf der Seite der Corona-Warn-App
  • Technische Fragen (auf Deutsch, Englisch und Türkisch) rund um die Corona-Warn-App beantworten Ihnen die Mitarbeiter unter der Entwickler-Hotline: +49 (0)800 754 000 1 (kostenlos), Erreichbarkeit: Montag bis Samstag zwischen 7 und 22 Uhr (außer an bundesweiten Feiertagen)

Die Geräte kommunizieren via Bluetooth. Die App funktioniert so: Mit Hilfe der Bluetooth-Technologie BLE erkennt die Software andere Smartphones in der Nähe. Ein Algorithmus ermittelt, ob der Kontakt potenziell riskant sein könnte. Entscheidend dafür ist, wie lange der Kontakt dauert und wie groß die Distanz ist. Die Geräte tauschen dann verschlüsselte Daten, sogenannte Identitäten (IDs), aus. 

Laufen zwei App-Nutzer in der Fußgängerzone aneinander vorbei, wird die Begegnung nicht als riskant identifiziert. Sitzen aber zwei Menschen 15 Minuten lang in der U-Bahn nebeneinander, zählt das als relevanter Kontakt.

Das erklärt auch, warum manche Nutzer der App angezeigt bekommen, dass sie in den zurückliegenden Tagen Kontakt mit einem positiv Getesteten hatten, das Infektionsrisiko aber als „niedrig“ angegeben wird. Begegnungen, die weniger als zehn Minuten gedauert haben oder bei denen die Smartphones im Durchschnitt mehr als acht Meter voneinander entfernt waren, werden als unbedenklich eingestuft.

Der Standort der Nutzer wird nicht erfasst. Die App funktioniert so: Mit Hilfe der Bluetooth-Technologie BLE erkennt die Software andere Smartphones in der Nähe. Ein Algorithmus ermittelt, ob der Kontakt potenziell riskant sein könnte. Entscheidend dafür ist, wie lange der Kontakt dauert und wie groß die Distanz ist. Die Geräte tauschen dann verschlüsselte Daten, sogenannte Identitäten (IDs), aus. 

Laufen zwei App-Nutzer in der Fußgängerzone aneinander vorbei, wird die Begegnung nicht als riskant identifiziert. Sitzen aber zwei Menschen 15 Minuten lang in der U-Bahn nebeneinander, zählt das als relevanter Kontakt.

Das erklärt auch, warum manche Nutzer der App angezeigt bekommen, dass sie in den zurückliegenden Tagen Kontakt mit einem positiv Getesteten hatten, das Infektionsrisiko aber als „niedrig“ angegeben wird. Begegnungen, die weniger als zehn Minuten gedauert haben oder bei denen die Smartphones im Durchschnitt mehr als acht Meter voneinander entfernt waren, werden als unbedenklich eingestuft.

Die Daten sind nur auf dem Smartphone gespeichert. Deutsche Datenschützer legten zudem großen Wert darauf, dass die Informationen, die die App generiert, dezentral gespeichert werden. Statt auf einem zentralen Server werden die Daten nur auf dem Smartphone gesichert. „Wer sich nicht mehr beteiligen und die App löschen möchte, löscht auch alle seine Daten“, sagt Rainer Knirsch.

Die Entwickler der App haben sich nicht nur eng mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz abgestimmt. Der IT-Dienstleister TÜV Informationstechnik hat die App im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik genau geprüft. Die App werde stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren, sagte Dirk Kretzschmar, IT-Chef des Unternehmens. Niemand könne Daten abgreifen.

Jeder Interessierte kann sich zudem über die Bauweise der App informieren: Die Entwickler von Telekom und SAP haben den Programmcode auf der Open-Source-Plattform GitHub veröffentlicht.

Sorgen um den Handy-Akku brauche man sich nicht zu machen, versprechen die Entwickler. Anders als die Bluetooth-Technologie, die bei drahtlosen Kopfhörern verwendet wird, sei der Stromverbrauch bei BLE – das steht für Bluetooth Low Energy – sehr gering.

Was passiert nun aber im Falle einer Infektion mit Covid-19? Sobald ein positives Testergebnis vorliegt, kann der Betroffene das freiwillig an die App melden. Dafür erhält er einen Code vom Gesundheitsamt, das auf diese Weise das Testergebnis bestätigt. Alternativ ist eine Validierung über eine Hotline der Telekom möglich. So soll ausgeschlossen werden, dass Anwender die App mit Fake-Meldungen aushebeln. 

Nach der Bestätigung verschickt die App des oder der Erkrankten an alle anderen Smartphones die verschlüsselten IDs, die verwendet wurden. Die Geräte können überprüfen, ob sie mit diesen IDs in Kontakt waren, und in dem Fall den Nutzer über die potenziell ansteckende Begegnung informieren. Personenbezogene Daten werden dabei nicht übermittelt.

Seit Februar 2021 werden zunächst alle Begegnungen herausgefiltert, die weniger als fünf Minuten dauerten, weiter weg als acht Meter waren und länger als sechs Tage vor dem Zeitpunkt der Warnung liegen. Beim Zutreffen diesen Kriterien, zeigt die App zwar die Zahl der Risiko-Begegnungen – sie bleibt aber grün, da sich das Infektionsrisiko nicht verändert hat.

Anschließend berechnet die App dann anhand der Kriterien Abstand, Dauer und Zeitpunkt das Infektionsrisiko.

Beispiel: Gab es zwei Tage vor der Warnung zwei Risikobegegnungen mit infizierten Personen für zehn Minuten in einem Abstand von zwei Metern, ist das Infektionsrisiko hoch und die App zeigt ein rotes Feld – waren die gleichen Begegnungen allerdings schon vor 5 Tagen vor der Warnung bleibt das Feld grün.

Unter der neuen, weiterentwickelten Funktionalität werden nicht mehr die Durchschnittswerte für alle Begegnungen im Laufe eines Tages angezeigt. Bei der vorherigen Version war dies noch der Fall. Stattdessen werden kürzere, 30-minütige Zeitfenster betrachtet. Dadurch können mehrere grüne Begegnungen innerhalb des nun kürzeren Zeitraums zu einer roten Warnanzeige führen.

(Stand: 14.07.2021)


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