Brexit: Grund zur Sorge für Sparer und Anleger?

5 wichtige Fragen und Antworten

Nach  langem Hin und Her ist  es nun so weit: Seit dem 1. Februar 2020 ist Großbritannien nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Was bedeutet das für Sparer und ihr Geld? Wir haben die Antworten.

1. Ich will nach London fliegen. Wird mein Urlaub in Großbritannien jetzt teurer?

Im Moment ist ein Urlaub in Großbritannien vergleichsweise günstig. Der Pfundkurs ist in den letzten Jahren immer wieder massiv eingebrochen, oft als Reaktion auf die Tagespolitik. Das Pfund hat sich jedoch zuletzt wieder erholt und schwankt um einen Kurs von 1,20 Euro.

Wichtig zu wissen: EU und Vereinigtes Königreich trennen sich nicht abrupt, sondern räumen sich ein Trennungsjahr ein. Bis zum 31. Dezember 2020 bleibt Großbritannien Teil der Zollunion und die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts gelten zunächst weiter – Reisen bleibt also einfach, und auch bei den zollfreien Höchstmengen für privat Reisende ändert sich erst einmal nichts.

2. Ich muss meine Ferienunterkunft buchen und Geld nach Großbritannien überweisen. Gibt es da Änderungen?

Für Überweisungen in Euro nach Großbritannien nutzen Sie weiter die gewohnte SEPA-Überweisung, auch über 2020 hinaus. Großbritannien bleibt Teil des SEPA-Raums. Für Zahlungen in Britischen Pfund nutzen Sie die Auslandsüberweisung. Dazu brauchen Sie die IBAN und gegebenenfalls auch die BIC.

3. Was muss ich beachten, wenn ich zukünftig im Internet etwas bestelle, das aus Großbritannien kommt?

Mit dem Brexit wird Großbritannien aus EU-Sicht vom „EU-Ausland“ zum „Drittstaat“. Dadurch ändern sich zum Beispiel Umsatzsteuer und Datenschutz; ab spätestens 2021 werden auch neue Zollvorgaben greifen.

Wie genau sich das auswirkt, darüber informieren Sie die Online-Anbieter bei den einzelnen Angeboten auf den Bestell-Websites. Wir empfehlen Ihnen, das Kleingedruckte noch sorgfältiger zu lesen als ohnehin schon.

4. Ich habe Gespartes bei einer britischen Bank. Ist das nach einem harten Brexit nicht mehr geschützt?

Doch. Innerhalb der Europäischen Union gelten einheitliche Regeln – danach sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Person pro Bank gesetzlich geschützt. In Großbritannien gilt schon bisher ein entsprechender Wert von 85.000 britischen Pfund. Nach dem Brexit bleibt es bei diesem Wert. Einzige Voraussetzung: Die Bank oder Niederlassung muss in Großbritannien (weiterhin) zugelassen sein. Die zuständige Sicherungseinrichtung ist der Financial Services Compensation Scheme.

5. Ich habe einen Fonds mit Anteilen an britischen Unternehmen. Was passiert jetzt damit?

Der Fonds besteht weiter. Es kann aber zu Wertschwankungen kommen, etwa durch Währungsschwankungen oder weil die britische Wirtschaft schwächer oder stärker wird. Damit kann sich der Wert des Fonds verändern – wie bei anderen Marktentwicklungen auch.

Ob Sie den Brexit aussitzen oder lieber bisherige Gewinne mitnehmen, ist Ihre persönliche Entscheidung. Ein Gespräch mit Ihrem Sparkassenberater kann Sie in der Entscheidungsfindung unterstützen.

„Da UK nur zwei Prozent zur globalen Wirtschaftsleistung beisteuert, bleiben die Dinge auch nach dem Brexit im größten Teil der Welt so, wie sie bisher waren.“
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

Wir beraten Sie zu allen Finanzfragen gern persönlich.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?

Weitere interessante Themen:

Eine Frau steckt Bargeld in ihr Portemonnaie

Bargeldauszahlung im Ausland

Was Sie beachten sollten, wenn Sie sich im Urlaub Bargeld auszahlen lassen und wie Sie unnötige Gebühren vermeiden.

Ein Mann und eine Frauen benutzen einen Laptop

Sicher einkaufen im Internet

Achtung beim Online-Shopping! Nicht jeder Webshop ist seriös. Mit unseren Tipps erkennen Sie Betrüger-Seiten.

Ausblick 2020: gelber Fallschirm

Was mache ich 2020 mit meinem Geld?

Wie stabil ist die Wirtschaft? Womit müssen wir 2020 rechnen? Wie soll ich bei den niedrigen Zinsen vorsorgen?