Vermögensschadenshaftpflicht

Warum Selbstständige eine Vermögensschadenhaftpflicht brauchen

Wer falsch berät, eine Frist versäumt oder einen Planungsfehler macht, muss für den finanziellen Schaden aufkommen, der beim Kunden entsteht. Die Vermögensschadenhaftpflicht sichert Selbstständige für solche Fälle ab. Führungskräfte schützen sich mit einer D&O-Versicherung vor Schadenersatzansprüchen.

Ein kleiner Fehler in der Berechnung eines Architekten oder eine versäumte Frist in einem Rechtsstreit – schon ist möglicherweise ein erheblicher Schaden entstanden und der Kunde fordert finanziellen Ausgleich. Auch wer seine Kunden nur berät, muss für die Richtigkeit seiner Empfehlung geradestehen. Kommt es hier zu einem sogenannten Berufsversehen, hilft die Vermögensschadenhaftpflicht.

Für bestimmte Freiberufler, etwa für Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Architekten, ist der Abschluss einer solchen Police gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch andere Selbständige können mit Schadenersatzansprüchen konfrontiert werden, die das wirtschaftliche Überleben ihres Unternehmens gefährden. Zwei Beispiele:

Werbekampagne platzt wegen eines nicht freigegebenen Zitats

Ein Medien­berater plant eine Werbe­kampagne für eine Bank. Dabei zitiert der Berater einen Politiker in einer Broschüre. Es stellt sich jedoch heraus, dass der Politiker einer solchen Veröffentlichung nie zugestimmt hat. Er fordert die Einstellung der Kampagne. Die Bank klagt nun wegen Schädigung des Images und entgangenen Gewinnen, da die Kampagne nicht wie geplant genutzt werden kann. Der Schaden beläuft sich auf eine Million Euro.

Einem IT-Berater unterläuft ein Fehler, wodurch die gesamte Kunden­daten­bank seines Auftraggebers gelöscht wird. Mit Hilfe von alten Unterlagen müssen die Daten nun aufwändig manuell eingegeben werden. Der Kunde hat das Recht auf Erstattung der Kosten, die durch den erheblichen Mehr­aufwand entstanden sind. Der Schaden beträgt 50.000 Euro.

Versicherung wehrt auch unberechtigte Forderungen ab

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung würde in beiden Fällen einspringen. Voraussetzung ist, dass es sich um ein berufliches Versehen, also leichte Fahrlässigkeit, handelt. Die Versicherungsgesellschaft überprüft zunächst, ob und in welcher Höhe tatsächlich eine Verpflichtung zum Schadenersatz besteht. Bei berechtigten Ansprüchen leistet sie die Zahlung, bei unberechtigten Forderungen wehrt sie diese ab und trägt auch die Prozesskosten, falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt.

Alle Angestellten sind mitversichert

Die Kosten für eine Vermögensschadenhaftpflicht hängen von vielen Faktoren ab. Für manche Berufe schreibt der Gesetzgeber eine Mindestdeckungssumme von einer Million Euro fest, in anderen Branchen gibt es keine Vorgaben. Wichtig ist, dass die Deckungssumme hoch genug ist, um im Schadensfall nicht auf einem Teil der Kosten sitzen zu bleiben. Eine Selbstbeteiligung kann ebenfalls vereinbart werden. Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle bei der Berechnung der Prämie, denn alle Angestellten, die im offiziellen Auftrag des Versicherungsnehmers handeln, sind mitversichert.

Spezial-Police für Führungskräfte

Weil Aufsichtsräte, Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und andere Führungskräfte im rechtlichen Sinne nicht als Angestellte gelten, benötigen sie eine spezielle Form der Vermögensschadenhaftpflicht: die Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Versicherung). Diese verhindert, dass die Versicherungsnehmer bei Managementfehlern mit ihrem Privatvermögen haften. Auch hier ein Beispiel:

Der Geschäfts­­führer eines Be­triebs be­antragt öffentliche Sub­ventionen für ein Bau­­projekt. Noch bevor die Sub­ventionen schriftlich ge­nehmigt wurden, ver­anlasst er den Bau­­beginn, da er sich auf die münd­liche Zu­sage eines Behörden­­mit­arbeiters ver­lässt. Der Zu­schuss wird je­doch ver­wehrt, weil mit dem Bau be­reits be­gonnen wurde. Der Ge­schäfts­­führer soll nun­mehr dafür ein­stehen. Der Schaden beläuft sich auf 200.000 Euro.

Versicherungsschutz für Vereine und Stiftungen

Gut zu wissen: Auch ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder in Führungspositionen haften unter bestimmten Voraussetzungen mit ihrem Privatvermögen. Die SparkassenVersicherung bietet sowohl für Vereine als auch für gemeinnützige Stiftungen spezielle Vermögensschadenhaftpflicht-/D&O-Kombinationen an.

Lassen Sie sich in Ihrer Sparkasse oder in einer Geschäftsstelle der SparkassenVersicherung zu allen Fragen rund um betriebliche Haftpflichtversicherungen beraten. 

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