Impact Investing: Nachhaltig und wirkungsvoll anlegen

In ökologische und soziale Projekte investieren, ohne auf Rendite zu verzichten


Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen liegen voll im Trend. Eine besondere Form dieser Art von Investments ist Impact Investing, sozusagen das wirkungsvolle Investieren. Beim Impact Investing geht es nicht nur darum, einen sozialen Mehrwert zu schaffen – sondern vor allem darum, ökologisch und gesellschaftlich eine konkrete, positive Wirkung zu erzielen. Investoren achten hier besonders darauf, wie ernst die Unternehmen ihre Verantwortung übernehmen und welche effektiven Ergebnisse sie mit ihren Produkten erzielen.

Impact Investing muss überzeugend und transparent sein

In nur kurzer Zeit sind Impact Investments aus einer Nische direkt in den Fokus geraten. Immer mehr Menschen ist Nachhaltigkeit bei der Geldanlage wichtig: Dem Forum Nachhaltige Geldanlagen zufolge wurden im Jahr 2021 fast 50 Prozent mehr in Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen investiert als im Jahr 2020. Bei den Fonds stieg der Anteil sogar binnen Jahresfrist noch deutlicher: von 6,4 Prozent auf 16,7 Prozent. Tendenz weiter steigend. So war im Juni 2022 die Nachfrage nach grünen Bundesanleihen vier Mal so hoch wie das Angebot. Deshalb geht es bei Anlageberatungen längst nicht mehr nur um Renditechancen und Risiko, sondern auch um Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Für Impact Investing gibt es Leitlinien und Standards, damit die Investitionen nachvollziehbar und messbar sind. So werden beim Klimaschutz etwa die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde ausgewertet. Seit 2015 dienen die 17 Ziele der Vereinten Nationen als Orientierungsmaßstab für Investitionen mit möglichst breitem positivem Einfluss:

Impact Investing

Die großen Herausforderungen Impact Investing  sind also die überzeugende Dokumentation und die transparente Kommunikation.

In welche Projekte und Unternehmen wird investiert?

Beim Impact Investing entscheiden sich Investoren in erster Linie für Unternehmen, Staaten, gemeinnützige Organisationen, Projekte und vor allem Branchen, die bestimmten Kriterien entsprechen und die die persönlichen oder institutionellen Werte der Anleger widerspiegeln. Unternehmen, die auf diese Weise Gelder erhalten, stammen größtenteils aus den folgenden Branchen:

  • Erneuerbare Energien (z.B. Windkraftanlagen)
  • Gesundheit (z.B. für die Früherkennung von Brustkrebs)
  • Bildung (z.B. Schulangebote auch für Einkommensschwache)
  • Nachhaltige Landwirtschaft (z.B. Unterstützung für Bio-Agrarunternehmen)
  • Grundversorgung (z.B. für bezahlbares Wohnen)
  • Mikrofinanzkredite (z.B. für die Selbständigkeit einkommensschwacher Menschen in Entwicklungsländern)

Welche Voraussetzung muss ein Projekt fürs Impact Investment erfüllen?

Da der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt und durch Impact Investments positive Veränderungen messbar stattfinden sollen, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese Anlagen zu etablieren. Voraussetzungen sind etwa:

  • Chancengleichheit,
  • Durchsetzung von Menschenrechten,
  • eine möglichst gute Gesundheitsversorgung,
  • eine nachhaltige Produktion,
  • menschwürdige Arbeitsbedingungen (keine Armut, kein Hunger)
  • sowie Klimaschutz und saubere Energie (Vermeidung von Treibhausgasen).

Was sind die Anlagemotive eines Impact Investors?

Illustration: Ein Unternehmen arbeitet nachhaltig

Wer sich als Anleger für einen impact-getriebenen Kapitaleinsatz entscheidet, hat oft mehrere Anlagemotive. Die Gewinnmaximierung steht nicht im Vordergrund. Anleger möchten dennoch eine angemessene Rendite erzielen. Vor allem wollen sie jedoch im Hinblick auf Ökologie, Klimaschutz, Umwelt und Gesellschaft etwas Positives bewirken.

Die folgenden drei Punkte werden am häufigsten genannt, wenn man Investoren nach ihrer Motivation fragt, nachhaltig zu investieren:

  1. Ethische und soziale Verbesserungen
  2. Klimaschutz
  3. Sozialverträglich erwirtschaftete Rendite

Besonders häufig engagieren sich inzwischen institutionelle Anleger und sogenannte Family Offices in diesem Bereich. Dort sind es vorrangig wohlhabende Familien, die diesen Sektor für sich entdeckt haben, weil sie Wert auf soziale Rendite und positiven Impact legen.

Wie kann ich nachhaltig investieren?

Interessieren Sie sich für Impact Investing? Dann stellen Sie sich vermutlich die Frage, auf welche Weise Sie in Unternehmen, Staaten oder Projekte unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit investieren können – ohne dabei auf attraktive Renditen zu verzichten.

Insbesondere für private Anleger empfiehlt es sich, professionell gemanagte Investmentfonds nutzen.

  • Aktienfonds mit Impact Investing-Ansatz schließen Unternehmen aus, die gegen die Vorschriften der UN verstoßen. Der Fokus liegt auf konkreten Lösungsanbietern mit besonders nachhaltigem Ansatz auf der ganzen Welt. Das sind also Aktien von Unternehmen, die einen direkten Einfluss auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN haben. Die professionelle Aktienauswahl des Fondsmanagements gewährleistet so wirkungsorientiertes Investieren mit einem starken Nachhaltigkeitsfokus.
  • Auch bei Rentenfonds mit Impact Investing-Ansatz wählen Investment-Profis aus einem globalen Anlageuniversum Anleihen von Staaten und Unternehmen aus, die sich nachhaltigen gesellschaftlichen oder ökologischen Zielen verpflichtet haben.

Herausgeber solcher Anleihen sind zum Beispiel

  1. Unternehmen, die durch ihre Wirtschaftskraft einen großen Einfluss auf die Umwelt und soziale Bedingungen haben.
  2. Oder Staaten, die durch Gesetze und Initiativen die Grundlage für nachhaltige Veränderungen schaffen.
  3. Möglich sind auch Anleihen von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die versuchen mit ihren Aktivitäten zum Beispiel humanitäre oder ökologische Verbesserungen herbeizuführen.

Wie bei allen anderen Investmentfonds hilft die breite Streuung des Anlagekapitals Risiken zu reduzieren. Der professionelle Ansatz gewährleistet darüber hinaus, dass allen Investmententscheidungen eine fundamentale Analyse zugrunde liegt.

Tipp:

Wenn Sie einen Beitrag zu den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten und gleichzeitig professionell investieren möchten, sprechen Sie am besten mit Ihrem persönlichen Finanzberater in Ihrer Sparkasse. Er klärt Sie über Möglichkeiten auf, Ihr Geld wirkungsorientiert und weltweit anzulegen.

Mythen und Irrtümer zum Impact Investing

Auch wenn Impact Investing als innovative Form der Geldanlage mit nachhaltigen Motiven noch relativ neu ist, so gibt es bereits einige Mythen und falsche Behauptungen.

Drei der am häufigsten genannten fehlerhaften Einschätzungen lauten: 

  1. Beim Impact Investing ist kein (attraktiver) Ertrag möglich.
    Das ist falsch. Impact Investing steht keineswegs im Widerspruch zu einer attraktiven Rendite. Diese Auffassung ist schlichtweg veraltet und traf höchstens auf die ersten nachhaltigen Kapitalanlagen am Markt zu, die es Ende der 1990er-Jahre gab.
    Mittlerweile ist ein auskömmlicher Ertrag möglich, ohne dabei auf positive ökologische und soziale Auswirkungen verzichten zu müssen.
  2. Die Expertise für Märkte muss zwingend vorhanden sein.
    Eine zweite Fehleinschätzung besteht darin, dass man Nachhaltigkeits-Investments für sehr kompliziert hält und der Anleger folglich Expertenwissen haben muss.
    Bei speziellen Anlageformen, die auf komplexe Trends oder Technologien setzen, mag das so sein. Es gibt aber eine Vielzahl von Anlageprodukten, die sehr transparent und leicht verständlich sind. Dazu zählen beispielsweise Investmentfonds. Zudem bieten immer mehr Vermögensverwalter anschauliche Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen an.
  3. Die Wirkung des angelegten Kapitals ist nicht messbar.
    Eine weitere häufig genannte Kritik im Zusammenhang mit Impact Investment lautet, dass die erwünschte Wirkung nicht messbar sei. Diese Aussage ist nicht korrekt, denn Anleger sehen von Beginn an, was sie mit ihrer Investition bewirken können.
  • Ein gutes Beispiel für die Messung der Wirkung ist die Investition in eine Windkraftanlage. In diesem Fall erfährt der Investor im Detail, wie viel Megawatt Ökostrom durch sein Kapital erzeugt werden konnte.
  • Im sozialen Bereich gibt es ebenfalls zahlreiche Beispiele, wie Erfolg und Auswirkung gemessen werden können. So erkennen Anleger die positive Wirkung bei der Schaffung von inklusiven Arbeitsplätzen daran, wie viele behinderte Menschen durch den Kapitaleinsatz in Beschäftigung stehen.

Glaubwürdigkeit ist wichtig, denn Impact Investing ist keine Absichtserklärung

Diese Nachhaltigkeitsberichterstattung ist gleichzeitig ein wichtiges Kriterium dafür, dass Anlagen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen überhaupt unter dem Oberbegriff Impact Investing eingeordnet werden dürfen. Überdies sollen große Unternehmen in der EU die Verbraucher von 2024 an über die Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten umfassend informieren. Diese Daten sollen von unabhängiger Seite zertifiziert werden. Somit werden Investoren noch besseren Zugang zu transparenten und vergleichbaren Daten haben.

Impact Investing und die Chancen

Angesichts der Entwicklung unserer globalen Gesellschaft wird es immer wichtiger, mit Investitionen in die richtigen Unternehmen und Projekte ein Zeichen zu setzen. Fragen Sie Ihren Wertpapierberater oder -beraterin bei der Sparkasse, wie Sie Ihre Chance nutzen können.

Bitte beachten Sie – wie bei jeder Geldanlage in Wertpapiere: Die konkreten Risiken hängen von der Auswahl des Produktes ab. Kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen und damit einhergehende Verluste können nicht ausgeschlossen werden. Die Marktentwicklung hängt stark vom konjunkturellen Umfeld ab. Eine gute Rendite aber ist möglich.

Häufige Fragen zum Impact Investing

Mit Impact Investing sind Investitionen gemeint, die neben der finanziellen Rendite eine messbare soziale und ökologische Wirkung zum Ziel haben. Das investierte Geld soll also dazu beitragen, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Probleme effizient zu lösen.

Erstmals tauchte der Begriff um das Jahr 2010 in den Vereinigten Staaten auf. Vermutlich ist er auf die Rockefeller-Stiftung zurückzuführen. Diese bezeichnete mit Impact Investing ein Engagement, welches eine Art Mittelweg zwischen Spende und der Maximierung von Renditen darstellte. Seit 2015 dienen die 17 Ziele der Vereinten Nationen als Orientierungsmaßstab für Investitionen mit möglichst breitem positivem Einfluss.

Impact Investing fällt in den großen Bereich der Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen, ist jedoch eine Sonderform. Denn wichtig hierbei ist nicht nur,

  • in welche Unternehmen das Investment fließt, sondern vor allem,
  • was die Investition auch konkret bewirkt.

Strenge Kriterien wie Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Transparenz sind gut für die Anleger und ermöglichen ihnen einen zuverlässigen Zugang.

Neben institutionellen Investoren entscheiden sich zunehmend auch Privatanleger bei Investments dafür, Rendite und gleichzeitig messbare soziale und ökologische Verbesserungen miteinander zu vereinbaren und einen „Impact" – also eine konkrete Wirkung – zu erzielen.

Grundsätzlich fällt „Impact Investing“ in den großen Bereich der Kapitalanlagen mit Nachhaltigkeitsmerkmalen. Dennoch gibt es Unterschiede zu anderen Investments, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreiben. Hier geht es nicht nur um die Absicht, sondern auch um das Resultat.

Ein wesentlicher Unterschied ist also: Mit Impact Investing sollen idealerweise direkte und vor allem messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkungen erzielt werden. Wenn beispielsweise Solar-Aktien einen Besitzer wechseln, kann es einen finanziellen Mehrwert geben – doch an der ökologischen Realität ändert das noch nichts. Wird aber, wie beim Impact Investing, in ein bestimmtes Projekt investiert, kann das den Anteil am Ökostrom direkt verändern. Das ist wirkungsvolles Investieren. 

Die positiven Auswirkungen müssen nicht nur nachweisbar sein, sondern ebenso dokumentiert und kommuniziert werden.

Dies bedeutet in der Konsequenz klare und strenge Regeln:

  • Unternehmen müssen eine klare Absicht verfolgen, mit ihrem Geschäftsbetrieb eine positive gesellschaftliche Wirkung zu erreichen.
  • Unternehmen und Investoren müssen das Ziel quantifizieren und bewerten.

Trotzdem spielen hier auch die klassischen ESG-Kriterien eine Rolle, nämlich Environmental (Ökologische Nachhaltigkeit), Social (Soziale Nachhaltigkeit) und Governance (Nachhaltige Unternehmensführung). Dies wird deutlich, wenn näher betrachtet wird, in welche Unternehmen bei dieser Art des Investments das Geld fließt – und, ob die angekündigten Ziele erreicht werden.

Die gängige Ansicht, dass Impact und Performance unvereinbar sind, bewahrheitet sich nicht. Die Impact-Entwicklung, so berichtet etwa die Handelszeitung, bleibt nicht hinter der Entwicklung des Marktindizes zurück. Wer sich als Anleger für einen impact-getriebenen Kapitaleinsatz entscheidet, hat oft mehrere Anlagemotive. Hauptmotiv beim Impact Investing ist: Anleger wollen im Hinblick auf Ökologie, Klimaschutz, Umwelt und Gesellschaft etwas Positives bewirken. Auch, wenn die Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund steht, möchten Anleger dennoch eine angemessene Rendite erzielen. Das ist beim Impact Investing möglich. Viele dieser Finanzprodukte haben eine gute Performance mit starken Gewinnen; teilweise überholen sie sogar klassische Geldanlagen.

Sie interessieren sich für Impact Investing? Wir beraten Sie gern.