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Impact Investing: Verantwortungsbewusst und wirkungsvoll anlegen

In ökologische und soziale Projekte investieren
Geldanlagen, die gesellschaftliche Wirkung erzielen sollen, gewinnen an Bedeutung. Eine besondere Form ist Impact Investing – das gezielte Investieren in Projekte, die auf einen messbaren Nutzen für Umwelt und Gesellschaft ausgerichtet sind. Im Unterschied zu klassischen Geldanlagen steht dabei nicht allein die finanzielle Rendite im Vordergrund. Anlegerinnen und Anleger achten darauf, welche konkreten Ergebnisse Unternehmen mit ihren Projekten anstreben und wie sie diese dokumentieren.

Impact Investing muss überzeugend und transparent sein

In nur kurzer Zeit sind wirkungsorientierte Investments aus einer Nische direkt in den Fokus geraten. Immer mehr Menschen ist gesellschaftliche und ökologische Verantwortung bei der Geldanlage wichtig: Dem Branchenverband FNG zufolge verzeichnet der deutsche Markt inzwischen eine historische Rekordsumme von 672,7 Milliarden Euro, die in zukunftsorientierte Finanzprodukte investiert sind. Davon entfallen allein 241,7 Milliarden Euro auf Publikumsfonds mit klaren ökologischen oder sozialen Kriterien. Die Nachfrage nach grünen Bundesanleihen übersteigt das Angebot regelmäßig um ein Vielfaches. Deshalb geht es bei Anlageberatungen längst nicht mehr nur um Renditechancen und Risiko, sondern auch um Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG).

Für Impact Investing gibt es strenge Leitlinien und Standards, damit die Investitionen nachvollziehbar und messbar sind. So werden beim Klimaschutz etwa die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde ausgewertet. Seit 2015 dienen die 17 „Ziele für globale Entwicklung“ der Vereinten Nationen (SDGs) als verlässlicher Orientierungsmaßstab für Investitionen mit möglichst breitem, positivem Einfluss.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN, darunter: keine Armut, Gesundheit, Bildung, Klimaschutz, Gleichstellung, Frieden und Partnerschaften.

Die großen Herausforderungen Impact Investing sind also die überzeugende Dokumentation und die transparente Kommunikation.

In welche Projekte und Unternehmen wird investiert?

Beim Impact Investing entscheiden sich Investoren in erster Linie für Unternehmen, Staaten, gemeinnützige Organisationen, Projekte und vor allem Branchen, die bestimmten Kriterien entsprechen und die die persönlichen oder institutionellen Werte der Anleger widerspiegeln. Unternehmen, die auf diese Weise Gelder erhalten, stammen größtenteils aus den folgenden Branchen:

  • erneuerbare Energien (z.B. Windkraftanlagen)
  • Gesundheit (z.B. für die Früherkennung von Brustkrebs)
  • Bildung (z.B. Schulangebote auch für Einkommensschwache)
  • nachhaltige Landwirtschaft (z.B. Unterstützung für Bio-Agrarunternehmen)
  • Grundversorgung (z.B. für bezahlbares Wohnen)
  • Mikrofinanzkredite (z.B. für die Selbständigkeit einkommensschwacher Menschen in Entwicklungsländern)

Welche Voraussetzung muss ein Projekt fürs Impact Investment erfüllen?

Da der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt und durch Impact Investments positive Veränderungen messbar stattfinden sollen, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese Anlagen zu etablieren. Voraussetzungen sind etwa:

  • Chancengleichheit,
  • Durchsetzung von Menschenrechten,
  • eine möglichst gute Gesundheitsversorgung,
  • eine nachhaltige Produktion,
  • menschwürdige Arbeitsbedingungen (keine Armut, kein Hunger)
  • sowie Klimaschutz und saubere Energie (Vermeidung von Treibhausgasen).
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Was sind die Anlagemotive eines Impact Investors?

Wer sich als Anleger für einen impact-getriebenen Kapitaleinsatz entscheidet, hat oft mehrere Anlagemotive. Die Gewinnmaximierung steht nicht im Vordergrund. Anleger möchten dennoch eine angemessene Rendite erzielen. Vor allem wollen sie jedoch im Hinblick auf Ökologie, Klimaschutz, Umwelt und Gesellschaft etwas Positives bewirken.

Am häufigsten werden von Investoren diese 3 Motive genannt:

  1. ethische und soziale Verbesserungen
  2. Klimaschutz
  3. sozialverträglich erwirtschaftete Rendite

Besonders häufig engagieren sich inzwischen institutionelle Anleger und sogenannte Family Offices in diesem Bereich. Dort sind es vorrangig wohlhabende Familien, die diesen Sektor für sich entdeckt haben, weil sie Wert auf soziale Rendite und positiven Impact legen.

Wie kann ich nachhaltig investieren?

Beim Impact Investing steht die Frage im Mittelpunkt, auf welche Weise Anlegerinnen und Anleger in Unternehmen, Staaten oder Projekte investieren können – mit dem Ziel einer nachweisbaren gesellschaftlichen oder ökologischen Wirkung und einer angemessenen finanziellen Rendite.

Insbesondere für private Anleger empfiehlt es sich, professionell gemanagte Investmentfonds nutzen.

  • Aktienfonds mit Impact-Investing-Ansatz schließen Unternehmen aus, die gegen die Richtlinien der Vereinten Nationen verstoßen. Der Fokus liegt auf Unternehmen, die konkrete Lösungen in definierten Bereichen anbieten, zum Beispiel in den Feldern Energie, Gesundheit oder Infrastruktur. Das Fondsmanagement trifft die Aktienauswahl auf Basis festgelegter Kriterien - darunter Ausschlusskriterien gemäß UN Global Compact sowie Wirkungsziele in definierten Themenbereichen wie Klimaschutz (SDG 13) oder saubere Energie (SDG 7). Die vollständigen Auswahlkriterien sind in den jeweiligen Produktunterlagen dokumentiert.
  • Auch bei Rentenfonds mit Impact Investing-Ansatz wählen Investment-Profis aus einem globalen Anlageuniversum Anleihen von Staaten und Unternehmen aus, die sich nachhaltigen gesellschaftlichen oder ökologischen Zielen verpflichtet haben.

Herausgeber solcher Anleihen sind zum Beispiel

  1. Unternehmen, die durch ihre Wirtschaftskraft einen großen Einfluss auf Umwelt- und Sozialbedingungen haben.
  2. Oder Staaten, die durch Gesetze und Initiativen definierte Rahmenbedingungen für gesellschaftliche und ökologische Ziele schaffen.
  3. Möglich sind auch Anleihen von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die versuchen mit ihren Aktivitäten zum Beispiel humanitäre oder ökologische Verbesserungen herbeizuführen.

Wie bei allen anderen Investmentfonds hilft die breite Streuung des Anlagekapitals Risiken zu reduzieren. Der professionelle Ansatz gewährleistet darüber hinaus, dass allen Investmententscheidungen eine fundamentale Analyse zugrunde liegt.

Tipp:

Wenn Sie einen Beitrag zu den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten und gleichzeitig professionell investieren möchten, sprechen Sie am besten mit Ihrem persönlichen Finanzberater oder Ihrer Finanzberaterin in Ihrer Sparkasse. Dort klärt man Sie gern über Möglichkeiten auf, Ihr Geld wirkungsorientiert und weltweit anzulegen.

Mythen und Irrtümer zum Impact Investing

Auch wenn Impact Investing als innovative Form der Geldanlage mit nachhaltigen Motiven noch relativ neu ist, so gibt es bereits einige Mythen und falsche Behauptungen.

Drei der am häufigsten genannten fehlerhaften Einschätzungen lauten:

  1. Beim Impact Investing ist kein (attraktiver) Ertrag möglich: Das ist falsch. Impact Investing und eine attraktive Rendite schließen sich nicht aus. Frühe nachhaltigkeitsorientierte Kapitalanlagen der späten 1990er Jahre erzielten teils geringere Erträge als klassische Anlagen. Seitdem hat sich der Markt grundlegend verändert. Heute ermöglichen Impact Investments eine wettbewerbsfähige Rendite - bei gleichzeitigem Fokus auf dokumentierte ökologische und soziale Wirkungsziele gemäß den jeweiligen Produktunterlagen.
  2. Die Expertise für Märkte muss zwingend vorhanden sein: Eine zweite Fehleinschätzung ist, dass wirkungsorientierte Geldanlagen zwingend Expertenwissen erfordern. Bei spezialisierten Anlageformen, die auf komplexe Technologien oder Markttrends setzen, kann das zutreffen. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Anlageprodukten, die transparent aufgebaut und leicht verständlich sind. Zudem bieten Vermögensverwaltungen zunehmend Anlageprodukte an, deren ökologische und soziale Merkmale in den jeweiligen Produktunterlagen klar ausgewiesen sind.
  3. Die Wirkung des angelegten Kapitals ist nicht messbar: Ein weiteres Missverständnis rund um Impact Investing ist die Annahme, die angestrebte Wirkung sei nicht messbar. Das trifft nicht zu: Anlegerinnen und Anleger können anhand definierter Kennzahlen nachvollziehen, welche Wirkung ihr Kapital in einem Projekt entfaltet.

Bei der Investition in eine Windkraftanlage lässt sich zum Beispiel anhand der Projektberichten des jeweiligen Fonds messen, wie viel Megawatt Strom aus Windenergie durch den Kapitaleinsatz erzeugt wurde.

Im sozialen Bereich sind ebenfalls konkrete Kennzahlen möglich. Bei Projekten zur Förderung inklusiver Beschäftigung lässt sich beispielsweise anhand der jeweiligen Projektberichten erfassen, wie viele Menschen mit Behinderung durch den Kapitaleinsatz in Arbeit vermittelt wurden.

Glaubwürdigkeit ist wichtig, denn Impact Investing ist keine Absichtserklärung

Die Berichterstattung über tatsächlich erzielte ökologische und soziale Wirkungen ist ein zentrales Kriterium dafür, ob eine Geldanlage dem Ansatz des Impact Investing entspricht. Ohne nachvollziehbare Dokumentation ist eine Einordnung unter diesem Begriff nicht zulässig. 

Außerdem verpflichtet die EU große Unternehmen dazu, über ihre ökologischen und sozialen Aktivitäten transparent zu berichten – auf Basis der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die seit 2025 schrittweise in Kraft getreten ist. Die Berichte werden von unabhängigen Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern geprüft. Anlegerinnen und Anleger erhalten damit Zugang zu standardisierten und vergleichbaren Daten.

Impact Investing und die Chancen

Angesichts der Entwicklung unserer globalen Gesellschaft wird es immer wichtiger, mit Investitionen in die richtigen Unternehmen und Projekte ein Zeichen zu setzen. Fragen Sie Ihren Wertpapierberater oder -beraterin bei der Sparkasse, wie Sie Ihre Chance nutzen können.

Bitte beachten Sie – wie bei jeder Geldanlage in Wertpapiere: Die konkreten Risiken hängen von der Auswahl des Produktes ab. Kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen und damit einhergehende Verluste können nicht ausgeschlossen werden. Die Marktentwicklung hängt stark vom konjunkturellen Umfeld ab. Eine gute Rendite aber ist möglich.

Häufige Fragen zum Impact Investing

  1. Mit Impact Investing sind Investitionen gemeint, die neben der finanziellen Rendite eine messbare soziale und ökologische Wirkung zum Ziel haben. Das investierte Geld soll also dazu beitragen, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Probleme effizient zu lösen.

    Erstmals tauchte der Begriff um das Jahr 2010 in den Vereinigten Staaten auf. Vermutlich ist er auf die Rockefeller-Stiftung zurückzuführen. Diese bezeichnete mit Impact Investing ein Engagement, welches eine Art Mittelweg zwischen Spende und der Maximierung von Renditen darstellte. Seit 2015 dienen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen als Orientierungsmaßstab, die auf eine möglichst breite gesellschaftliche und ökologische Wirkung ausgerichtet sind.

  2. Impact Investing gehört zum Bereich der Geldanlagen mit ausgewiesenen ökologischen und sozialen Merkmalen und ist eine Sonderform. Entscheidend ist dabei nicht nur, in welche Unternehmen das Kapital fließt, sondern vor allem, welche konkrete und nachweisbare Wirkung die Investition erzielt - dokumentiert anhand festgelegter Kennzahlen in den jeweiligen Produktunterlagen.

    Strenge Kriterien wie Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Transparenz geben Anlegerinnen und Anlegern verlässliche Orientierung.

  3. Impact Investing gehört zum Bereich der Kapitalanlagen mit ausgewiesenen ökologischen und sozialen Merkmalen. Es unterscheidet sich von anderen Anlageansätzen jedoch in einem wesentlichen Punkt: Es geht nicht nur um die Absicht, sondern um das nachweisbare Ergebnis.

     Beim Impact Investing sollen direkte und messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkungen erzielt werden - dokumentiert anhand festgelegter Kennzahlen in den jeweiligen Produktunterlagen. Ein Beispiel: Wechseln Solarenergie-Aktien den Besitz, entsteht daraus kein unmittelbarer Effekt auf die tatsächliche Energieerzeugung. Wird hingegen gezielt in ein konkretes Solarprojekt investiert, lässt sich der erzeugte Anteil erneuerbarer Energie direkt messen – sofern das Projekt entsprechend zertifiziert und dokumentiert ist.

  4. Die erzielten Wirkungen müssen nicht nur nachweisbar, sondern auch dokumentiert und kommuniziert werden. Das setzt klare Anforderungen voraus:

    • Unternehmen müssen eine klare Absicht verfolgen, mit ihrem Geschäftsbetrieb eine konkrete gesellschaftliche Wirkung zu erzielen; beschrieben in ihren Unternehmensberichten.
    • Unternehmen und Anlegerinnen und Anleger müssen die angestrebten Ziele quantifizieren und anhand festgelegter Kennzahlen bewerten.

     Dabei spielen die anerkannten ESG-Kriterien eine zentrale Rolle: Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Sie bilden den Rahmen dafür, in welche Unternehmen das Kapital fließt und anhand welcher Kriterien überprüft wird, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden.

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