Was Impact Investing bedeutet und welche 3 Irrtümer es dazu gibt

Impact Investing: Finanzielle Rendite bei gleichzeitig messbarer ökologischer und sozialer Wirkung

Nachhaltige Geldanlagen liegen voll im Trend. Eine besondere Form dieser Art von Investments ist Impact Investing. Worum es sich dabei handelt, welche Unterschiede es zu verwandten Kapitalanlagen gibt und worin die Anlagemotive bestehen, erfahren Sie im folgenden Beitrag. 

Was ist Impact Investing?

Mit Impact Investing sind Investitionen gemeint, die neben der finanziellen Rendite eine messbare soziale und ökologische Auswirkung zum Ziel haben. Das investierte Geld soll also dazu beitragen, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Probleme zu lösen.

Erstmals tauchte der Begriff um das Jahr 2010 in den Vereinigten Staaten auf. Vermutlich ist er auf die Rockefeller-Stiftung zurückzuführen. Diese bezeichnete mit Impact Investing ein Engagement, welches eine Art Mittelweg zwischen Spende und der Maximierung von Renditen darstellte. Heute dienen zum Beispiel die 17 Ziele der Vereinten Nationen als Orientierungsmaßstab für Investitionen mit möglichst breitem positiven Einfluss, darunter:

  • Bildung und Gesundheit
  • Sauberes Wasser
  • Bezahlbare und saubere Energie
  • Klimaschutz
  • Armuts- und Hungerbekämpfung
  • Frieden und Gerechtigkeit
  • Menschwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN

Impact Investing

Worin unterscheidet sich Impact Investing von anderen Geldanlagen?

Grundsätzlich fällt „Impact Investing“ in den großen Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen. Dennoch gibt es Unterschiede zu anderen Investments, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne schreiben.

Ein wesentlicher Unterschied: Mit Impact Investing sollen idealerweise direkte und vor allem messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkungen erzielt werden. Die positiven Auswirkungen müssen nicht nur nachweisbar sein, sondern ebenso dokumentiert und kommuniziert werden. Dies bedeutet in Konsequenz klare und strenge Regeln:

  • Unternehmen müssen eine klare Absicht verfolgen, mit ihrem Geschäftsbetrieb eine positive gesellschaftliche Wirkung zu erreichen.
  • Unternehmen und Investoren müssen das Ziel quantifizieren und bewerten.

Trotzdem spielen hier auch die klassischen ESG-Kriterien eine Rolle, nämlich Environmental (Ökologische Nachhaltigkeit), Social (Soziale Nachhaltigkeit) und Governance (Nachhaltige Unternehmensführung). Dies wird deutlich, wenn wir näher betrachten, in welche Unternehmen bei dieser Art des Investments Geld fließt.

Illustration: Eine Waage mit Mensch und Geld

In welche Projekte und Unternehmen wird investiert?

Beim Impact Investing entscheiden sich Investoren in erster Linie für Unternehmen, Staaten, gemeinnützige Organisationen und vor allem Branchen, die bestimmten Kriterien entsprechen und die persönlichen oder institutionellen Werte der Anleger widerspiegeln. Unternehmen, die auf diese Weise Gelder erhalten, stammen größtenteils aus den folgenden Branchen:

  • Erneuerbare Energien
  • Gesundheitswesen
  • Bildung
  • Nachhaltige Landwirtschaft
  • Grundversorgung (zum Beispiel Wohnen)

Da der soziale Aspekt eine wichtige Rolle spielt und durch Impact Investing positive Veränderungen messbar stattfinden sollen, gibt es mehrere Möglichkeiten der Umsetzung. Diese bestehen beispielsweise in der Etablierung der Chancengleichheit, der Durchsetzung von Menschenrechten und einer möglichst guten Gesundheitsversorgung.

Infografik: In 4 Schritten von der Investition bis zum Impact

Was sind die Anlagemotive eines Impact Investors?

Wer sich als Anleger für einen impact-getriebenen Kapitaleinsatz entscheidet, hat oft mehrere Anlagemotive. Die Gewinnmaximierung steht nicht im Vordergrund. Anleger möchten dennoch eine angemessene Rendite erzielen. Vor allem jedoch wollen sie im Hinblick auf Ökologie, Klimaschutz, Umwelt und Gesellschaft etwas Positives bewirken.

Die folgenden drei Punkte werden am häufigsten genannt, wenn man Investoren nach ihrer Motivation fragt, nachhaltig zu investieren:

  • Ethische und soziale Verbesserungen
  • Klimaschutz
  • Sozialverträglich erwirtschaftete Rendite
Illustration: Ein Unternehmen arbeitet nachhaltig

Besonders häufig engagieren sich inzwischen institutionelle Anleger und sogenannte Family Offices in diesem Bereich. Dort sind es vorrangig wohlhabende Familien, die diesen Sektor für sich entdeckt haben, weil sie Wert auf soziale Rendite und positiven Impact legen.

Wie kann ich nachhaltig investieren?

Interessieren Sie sich für Impact Investing? Dann stellen Sie sich vermutlich die Frage, auf welche Weise Sie in Unternehmen, Staaten oder Projekte unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit investieren können – ohne dabei auf attraktive Renditen zu verzichten.

Insbesondere für private Anleger empfiehlt es sich, professionell gemanagte Investmentfonds nutzen.

  • Aktienfonds mit Impact Investing-Ansatz schließen Unternehmen aus, die gegen die Vorschriften der UN verstoßen. Der Fokus liegt auf konkreten Lösungsanbietern mit besonders nachhaltigem Ansatz auf der ganzen Welt. Das sind also Aktien von Unternehmen, die einen direkten Einfluss auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der UN haben. Die professionelle Aktienauswahl des Fondsmanagements gewährleistet so wirkungsorientiertes Investieren mit einem starken Nachhaltigkeitsfokus.
  • Auch bei Rentenfonds mit Impact Investing-Ansatz wählen Investment-Profis aus einem globalen Anlageuniversum Anleihen von Staaten und Unternehmen aus, die sich nachhaltigen gesellschaftlichen oder ökologischen Zielen verpflichtet haben. 

    Herausgeber solcher Anleihen sind zum Beispiel Unternehmen, die durch ihre Wirtschaftskraft einen großen Einfluss auf die Umwelt und soziale Bedingungen haben. Oder es handelt sich um Staaten, die durch Gesetze und Initiativen die Grundlage für nachhaltige Veränderungen schaffen. Möglich sind auch Anleihen von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die versuchen mit ihren Aktivitäten zum Beispiel humanitäre oder ökologische Verbesserungen herbeizuführen.
Illustration: Eine Wage mit Anlagezielen und Rendite

Wie bei allen anderen Investmentfonds hilft die breite Streuung des Anlagekapitals Risiken zu reduzieren. Der professionelle Ansatz gewährleistet darüber hinaus, dass allen Investmententscheidungen eine fundamentale Analyse zugrunde liegt.

Tipp:

Wenn Sie einen Beitrag zu den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen leisten und gleichzeitig professionell investieren möchten, sprechen Sie am besten mit Ihrem persönlichen Finanzberater in Ihrer Sparkasse. Er klärt Sie über Möglichkeiten auf, Ihr Geld wirkungsorientiert und weltweit anzulegen.

Mythen und Irrtümer

Auch wenn Impact Investing als innovative Form der nachhaltigen Geldanlage noch relativ neu ist, so gibt es bereits einige Mythen und falsche Behauptungen.

Drei der am häufigsten genannten fehlerhaften Einschätzungen lauten: 

  • Beim Impact Investing ist kein (attraktiver) Ertrag möglich.
  • Expertise für Märkte muss zwingend vorhanden sein.
  • Die Wirkung des angelegten Kapitals ist nicht messbar.
Illustration: Eine Waage mit Nachhaltigkeit und Rendite

Diese drei Irrtümer lassen sich schnell widerlegen:

  1. Impact Investing steht keineswegs im Widerspruch zu einer attraktiven Rendite. Diese Auffassung ist schlichtweg veraltet und traf höchstens auf die ersten nachhaltigen Kapitalanlagen am Markt zu, die es erstmals Ende der 1990er-Jahre gab.

    Mittlerweile ist ein auskömmlicher Ertrag möglich, ohne dabei auf positive ökologische und soziale Auswirkungen verzichten zu müssen.
  2. Eine zweite Fehleinschätzung besteht darin, dass man Nachhaltigkeits-Investments für sehr kompliziert hält und der Anleger folglich Expertenwissen haben muss.

    Bei speziellen Anlageformen, die auf komplexe Trends oder Technologien setzen, mag das so sein. Es gibt aber eine Vielzahl von Anlageprodukten, die sehr transparent und leicht verständlich sind. Dazu zählen beispielsweise Investmentfonds. Zudem bieten immer mehr Vermögensverwalter nachhaltige Produkte an. 
  3. Eine weitere häufig genannte Kritik im Zusammenhang mit Impact Investment lautet, dass die erwünschte Wirkung nicht messbar sei. Diese Aussage ist nicht korrekt, denn Anleger sehen von Beginn an, was sie mit ihrer Investition bewirken können. Dies ist gleichzeitig ein wichtiges Kriterium dafür, dass die Anlage überhaupt unter dem Oberbegriff Impact Investing eingeordnet werden darf.

    Ein anschauliches Beispiel für die Messung der Wirkung ist die Investition in eine Windkraftanlage. In diesem Fall erfährt der Investor im Detail, wie viel Megawatt Ökostrom durch sein Kapital erzeugt werden konnte.

    Im sozialen Bereich gibt es ebenfalls zahlreiche Beispiele, wie Erfolg und Auswirkung gemessen werden können. So erkennen Anleger die positive Wirkung bei der Schaffung von inklusiven Arbeitsplätzen daran, wie viele behinderte Menschen durch den Kapitaleinsatz in Beschäftigung stehen.

Fazit und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Impact Investing in den großen Bereich der nachhaltigen Geldanlagen fällt, jedoch noch eine Sonderform ist. Neben institutionellen Investoren entscheiden sich zunehmend auch Privatanleger über Investmentfonds dafür, Rendite und messbare soziale und ökologische Verbesserungen miteinander zu vereinbaren und einen "Impact" zu verursachen.

Angesichts der Entwicklung unserer globalen Gesellschaft wird es immer wichtiger, mit Investitionen in die richtigen Unternehmen und Projekte ein Zeichen zu setzen. Fragen Sie Ihren Wertpapierberater bei der Sparkasse, wie Sie Ihre Chance nutzen können.

Bitte beachten Sie – wie bei jeder Geldanlage in Wertpapiere: Die konkreten Risiken hängen von der Auswahl des Produktes ab. Kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen und damit einhergehende Verluste können nicht ausgeschlossen werden. Die Marktentwicklung hängt stark vom konjunkturellen Umfeld ab.

Sie interessieren sich für Impact Investing? Wir beraten Sie gern.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?