Sperrkonto – so funktioniert‘s

Wichtige Fragen und Antworten rund ums Sperrkonto

Sie kommen aus einem Nicht-EU-Staat und möchten in Deutschland studieren? Dann brauchen Sie wahrscheinlich ein Sperrkonto. Was genau das ist und wie Sie ein Sperrkonto eröffnen können, erfahren Sie hier. 

Was ist ein Sperrkonto?

Ausländische Studenten, die nicht aus einem EU-Staat stammen, müssen nachweisen, dass sie für ihr Studium und ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen können. Ein Finanzierungsnachweis ist in der Regel bei der Beantragung des Visums erforderlich und eine Voraussetzung für eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.

Um einen solchen Nachweis zu erbringen, ist häufig ein Sperrkonto nötig. Das ist ein besonderes Konto, über das der Inhaber nicht frei verfügen kann. Auf das Sperrkonto muss der Student einen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbetrag einzahlen: Das sind aktuell 720 Euro für jeden Monat, den der Student in Deutschland verweilt. Dieser Betrag bleibt so lange gesperrt, bis der Kontoinhaber in Deutschland ankommt. Eine weitere Besonderheit des Sperrkontos ist, dass der Inhaber nicht beliebig viel Geld abheben oder überweisen kann. Er darf im Monat maximal die zulässigen 720 Euro vom Konto verwenden. Es sei denn, er hat mehr als den vorgeschriebenen Mindestbetrag eingezahlt.

Sperrkonto

Gibt es ein Recht auf ein Sperrkonto?

Momentan ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, dass eine deutsche Sparkasse oder Bank ein Sperrkonto für ausländische Studenten anbieten muss. Es kann daher sein, dass die Sparkasse in Ihrer Uni-Stadt kein Sperrkonto in petto hat. Denn: Jede der über 400 Sparkassen ist ein eigenständiges Unternehmen und entscheidet selbst über ihr Produktangebot. Daher fragen Sie am besten direkt bei der Sparkasse nach, bei der Sie das Konto eröffnen möchten: 

Wie eröffne ich ein Sperrkonto?

Schritt 1: Unterlagen sammeln

Sie können ein Sperrkonto von zu Hause aus eröffnen. Dafür müssen Sie das notwendige Kontoeröffnungsformular der jeweiligen Sparkasse oder Privatbank ausfüllen. Sie finden es im Internet oder können es sich per Mail zuschicken lassen. In der Regel gibt es das Formular auch auf Englisch. Außerdem benötigen Sie eine Kopie Ihres gültigen Reisepasses und eine Kopie Ihrer Studienzulassung.

Schritt 2: Unterlagen beglaubigen lassen

Haben Sie alle Unterlagen beisammen? Dann wird’s Zeit für einen Besuch beim Deutschen Konsulat oder der Deutschen Botschaft in Ihrem Heimatland. Denn dort müssen Sie alle notwendigen Unterlagen beglaubigen lassen. Anschließend verschickt das Konsulat oder die Botschaft Ihre Dokumente mit der Post an Ihre Sparkasse oder Bank.

Schritt 3: Geld überweisen

Sind Ihre Unterlagen in Deutschland angekommen, macht sich die Sparkasse oder Bank an Ihre Kontoeröffnung. Das dauert ungefähr eine Woche. Eventuell fallen für die Einrichtung auch einmalige Gebühren an. Sobald Ihr Konto eröffnet ist, erhalten Sie Ihre Kontodaten (IBAN und BIC) per Mail. Mit einer Auslandsüberweisung zahlen Sie dann den notwendigen Betrag ein. Für ein Studienjahr wären das beispielweise 8.640 Euro. Puh – eine ganz schön große Summe. Deshalb müssen Sie den Betrag auch nicht auf einmal einzahlen – mehrere Teilbeträge sind möglich. Unter Umständen können auch Ihre Familie oder Freunde aushelfen und Geld auf das Konto überweisen.

Schritt 4: Geld in Deutschland bekommen

Sind Sie in gut in Deutschland angekommen? Dann herzlich willkommen! Jetzt müssen Sie nur noch bei Ihrer Filiale vorbeischauen. Vergessen Sie dafür Ihren Reisepass und Ihr Visum nicht. Haben Sie beides vorgezeigt, ist das Konto freigeschaltet. Sie bekommen Ihre girocard und – wenn Sie möchten – Ihre Zugangsdaten fürs Online-Banking. Ab jetzt kommen Sie an Bargeld und können Überweisungen vom Sperrkonto aus durchführen. Aber Achtung: Ihnen stehen monatlich nur die vorgeschriebenen 720 Euro zur Verfügung. Der Rest der Summe bleibt gesperrt. Brauchen Sie mehr Geld im Monat? Dann können Sie mehr als den notwendigen Sperrbetrag auf Ihr Konto einzahlen. 

Was tun, wenn meine Sparkasse kein Sperrkonto anbietet?

Haben Sie mit der Sparkasse aus Ihrer Uni-Stadt Kontakt aufgenommen und erfahren, dass Sie kein Sperrkonto anbietet? Das tut uns leid. In der Regel ist es auch nicht möglich ein Sperrkonto bei einer anderen, weiter entfernten Sparkasse zu eröffnen. Sie können also nicht in Berlin wohnen und studieren, Ihr Konto aber in Aachen führen. Denn jede Sparkasse hat ein festgelegtes Geschäftsgebiet. Außerdem müssen Sie zumindest einmal persönlich in die Filiale kommen, um Ihr Konto freizuschalten. Auch wenn Sie Fragen rund um Ihr Konto haben oder mal einen Termin mit unseren Kundenberater möchten, ist es gut, wenn Ihre Sparkasse ganz in der Nähe ist. 

Gibt es eine Alternative zum Sperrkonto?

Nicht zwangsläufig ist ein Sperrkonto als Finanzierungsnachweis nötig. Unter Umständen ist auch ein Stipendium, ein Einkommensnachweis der Eltern oder eine Bürgschaft möglich. Erkundigen Sie sich beim Deutschen Konsulat oder der Deutschen Botschaft.

Übrigens: Falls Sie zusätzlich zum Sperrkonto oder statt des Sperrkontos ein Girokonto eröffnen möchten, helfen wir Ihnen auch gern weiter. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg für Ihr Studium in Deutschland!