Wie lege ich mein Geld am besten an?

Ihr Weg zur erfolgreichen Geldanlage

Bei der Geldanlage bekommen Sparbuch, Tagesgeldkonto und auch das Festgeld zunehmend Konkurrenz. Aufgrund der Niedrigszinspolitik der Europäischen Zentralbank sind mit diesen Anlageformen kaum noch nennenswerte Renditen zu erzielen. Trotzdem können sich viele Deutsche weiterhin nicht von ihnen verabschieden. Aber wie sollten Sie als Anlegerin oder Anleger heute vorgehen, um ihr Geld gewinnbringender anzulegen? 

Früher war mehr Zins

Deutsche Sparerinnen und Sparer, die ihr Geld auf dem klassischen Sparbuch angelegt haben, leben bereits seit Jahren mit niedrigen Zinsen. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise verfolgt die Europäische Zentralbank eine Niedrigzinspolitik, die die Sparkassen und Banken in Form von niedrigen Zinsen an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Im Jahr 2018 gab es im Schnitt ca. 0,2 Prozent auf Einlagen, während es zehn Jahre zuvor noch über 2 Prozent waren.

Das Anlageverhalten der Deutschen hat sich in den vergangenen zehn Jahren trotzdem kaum verändert: Die meisten halten weiterhin an ihrem geliebten Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeld fest. Laut Daten der Bundesbank liegen derzeit 2,12 Billionen Euro auf niedrig verzinsten Konten, und dass obwohl Aktien, Fonds oder ETF seit vielen Jahren boomen. Und auch andere Anlageformen können die gewünschte Rendite bringen.

Anlageformen entdecken

Anlageformen abseits von Sparbuch und Co. gibt es viele. Vor allem über die Chancen von Aktien, Fonds und ETFs hörte man in der jüngeren Vergangenheit viel. Auch von Gold und Silber als Geldanlage ist immer wieder die Rede. Doch womit sollte man sich heute noch auseinandersetzen? Ein Überblick.

Aktien, Fonds und ETFs

Zwei Männer sitzen am Tisch und sehen sich Aktienkurse an

Als Aktie bezeichnet man einen verbrieften Eigentumsanteil an einem Unternehmen. Sobald Sie eine Aktie kaufen, sind Sie also Miteigentümerin oder Miteigentümer eines Unternehmens.

Was die Geldanlage angeht, lohnen sich Aktien vor allem über einen längeren Zeitraum. Die langfristige durchschnittliche Renditeannahme liegt bei rund fünf Prozent: Damit schlägt sie alle anderen Anlageformen.

Um Gewinne zu erzielen, lohnt es sich Aktien breit zu streuen. Verluste eines einzelnen Unternehmens treffen Sie dann nicht mehr so stark, denn sie werden durch die Gewinne anderer Unternehmen ausgeglichen. Um Aktien zu streuen, eigenen sich vor allem Fonds. Sie bestehen aus den Aktien verschiedener Unternehmen und werden durch sogenannte Fondsmanager für Sie zusammengestellt. Eine günstigere Variante sind Exchange Traded Funds (ETFs). Sie bilden bestehende Indices (zum Beispiel den DAX oder den TechDAX) ab.

Anleihen

Jemand arbeitet an einer grafischen Auswertung

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von Unternehmen oder Staaten ausgegeben werden, um sich selber Kapital zu beschaffen. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Kredit: Sie kaufen mit Ihrem Kapital eine Anleihe bei einem Schuldner, zum Beispiel beim Land Deutschland. Dieser muss Ihnen Ihr Kapital zuzüglich Zinsen zurückzahlen. Somit erhalten Sie regelmäßig einen festen Betrag.

Besonders sicher sind Anleihen, bei denen der Schuldner eine hohe Bonität aufweist und Ihnen Ihr Geld innerhalb einer kurzen Laufzeit – am besten unter zwei Jahren – zurückzahlt. Langfristige Anleihen werfen in der Regel niedrigere Erträge ab als kurze. Die üblicherweise angenommene Rendite liegt dort jedoch auch bei lediglich 0,5 Prozent.

Immobilien und Immobilienfonds

Eine Frau und ein Mann besichtigen eine Immobilie

Die Investition in ein Eigenheim oder eine Wohnung gehört zu den beliebtesten Anlageformen hierzulande. Jeder dritte Deutsche gibt an, Geld in eine eigene Immobilie stecken zu wollen (Quelle: Vermögensbarometer 2019). Immobilien binden jedoch sehr viel Kapital auf einmal und können daher die Gefahr eines Klumpenrisikos bergen: Wer sein komplettes Vermögen in ein Haus steckt, kann es nicht mehr streuen. Wenn eine Immobilie dann noch an Wert verliert, macht der Besitzer Verluste.

Eine Alternative zur eigenen Immobilie sind beispielsweise Immobilienfonds. Damit beteiligen Sie sich gemeinsam mit anderen Anlegern beispielsweise an Seniorenheimen, Einkaufszentren oder Hotels. Von der Wertsteigerung dieser Immobilien profitieren Sie als Anlegerin oder Anleger. Die angenommene Rendite von Immobilienfonds liegt bei zwei Prozent.

Rohstoffe

Jemand hält  einen Goldklumpen in der Hand

Gold, Silber, Öl, Kohle, Holz oder Kaffee sind typische Rohstoffe, in die man investieren kann. Ob sie jedoch als Anlageform sinnvoll sind? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Gold gilt bei vielen beispielsweise als sehr krisensicher. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Goldkurs stark schwanken kann. Zudem verursacht die Lagerung des Rohstoffes Kosten und er ist nicht produktiv: Gold erarbeitet keine Gewinne wie Unternehmen, in die Sie als Aktionär investieren können.

Gegenstände mit Sammlerwert

Ein Mann betrachtet einen Oldtimer

Wer Spaß an besonderen Sammlerstücken hat, kann in Oldtimer, Möbel, Turnschuhe, Rotwein oder Kunstwerke investieren. Wie die Wertentwicklung für diese Gegenstände aussieht, ist bisher jedoch nicht überschaubar. Denn verlässliche historische Renditedaten dazu gibt es nicht. Sollten Sie in Sammlerstücke investieren wollen, empfehlen wir Ihnen, dies nur für einen kleinen Bruchteil Ihres Vermögens zu tun. 

Liquidität und Geldmarktinstrumente

Eine Frau prüft ihren Kontostand am Laptop

Hinter diesen Begriffen verbergen sich Tagesgeldkonto, Festgeldkonto und Co. Sie sollten zentraler Bestandteil jeder Geldanlage sein, auch wenn die dort zu erwartenden Zinsen gering bis gar nicht vorhanden sind. Immer dann, wenn sie kurzfristig Geld benötigen, in etwa, weil Ihr Auto kaputt gegangen ist, müssen Sie schnell und unkompliziert an Ihr Geld kommen.

Tagesgeldkonten oder Festgeld gelten als sichere Geldanlage, doch das ist nicht ganz richtig. Zwar ist Ihr Geld hier nicht von großen Zinsschwankungen betroffen. Es verliert jedoch aufgrund der Inflation dauerhaft an Wert. Unser Tipp: Halten Sie Ihre Liquidität in diesem Bereich nur so groß wie nötig aber so niedrig wie möglich.

Renditechancen nutzen

Damit Sie es schaffen, erfolgreich Geld anzulegen, sollten Sie einige Grundregeln beherzigen. 

1. Tilgen Sie zunächst Ihre Schulden

Wer ein Vermögen aufbauen möchte, sollte zunächst ausstehende Schulden begleichen. Denn oft sind die Zinsen für bestehende Kredite deutlich höher als die zu erwartenden Renditen von Geldanlagen. Was nützen Ihnen 5 Prozent jährliche Rendite bei einem Fonds, wenn Sie gleichzeitig einen Kredit tilgen, der mit 6 Prozent verzinst ist? Nutzen Sie Ihr Geld, um Kredite abzulösen oder Ihren Dispokredit (eingeräumte Kontoüberziehung) auszugleichen. 

2. Finden Sie die passende Anlageform für Ihre Lebenssituation

Um die richtige Anlageform zu finden, sollten Sie zunächst überprüfen, wie sich Ihr derzeitiges Vermögen zusammensetzt. Sie haben noch gar nichts investiert, besitzen weder ein Tagesgeldkonto noch Spareinlagen? Dann sollten Sie zunächst damit beginnen, in kurzfristige und mittelfristige Geldanlagen zu investieren, die mit wenig Risiko behaftet sind. Haben Sie bereits sichere Anlageformen in Ihrem persönlichen Portfolio, dann können Sie zusätzlich auch in Aktien oder Fonds investieren.

Bedenken Sie bei der Wahl einer Anlageform auch Ihr Arbeitsverhältnis und Gehalt. Eine Selbstständige kann beispielweise weniger Risiko auf sich nehmen als ein Beamter.

3. Wägen Sie das Risiko genau ab

Auch wenn Sie bereits sichere Geldanlagen besitzen: Nicht jeder von uns ist bei der Geldanlage ein Risikotyp. Bevor Sie sich für eine Anlageform entscheiden, sollten Sie daher immer genau abwägen, wie viel Risiko damit einhergeht. Grundsätzlich gilt: Hohe Renditen werden nicht verschenkt. Das bedeutet, dass beispielsweise Aktien und Fonds bessere Renditen erzielen als Tagesgeldkonten oder Festgeld. Dafür müssen Sie als Anlegerin oder Anleger jedoch zwischenzeitlich immer wieder mit hohen Kursverlusten umgehen können.

4. Legen Sie fest, wie lange Sie anlegen möchten

Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten oder können. Wenn Sie wissen, dass Sie Ihr Geld in exakt zwei Jahren für eine größere Anschaffung benötigen, sollten Sie beispielsweise nicht in Aktien investieren. Hier schwanken die Kurse und es lässt sich nicht genau vorhersehen, wo dieser dann stehen wird. Eventuell ist der Kurswert Ihrer Wertpapiere dann sogar niedriger als bei Ihrem Einstieg und Sie machen Verluste.

Bei Aktien und Fonds sind vor allem Flexibilität und ein langer Atem gefragt, das gilt auch bei Immobilienfonds. 

5. Streuen Sie in die Breite

Wenn Sie Geld anlegen möchten, empfiehlt es sich, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Teilen Sie Ihr Geld jedoch auf mehrere Anlageformen auf, schützen Sie Ihr Portfolio vor größeren Verlusten. 

6. Achten Sie auf die Kosten einer Anlageform

Logisch: Wer weniger für eine Geldanlage zahlt, hat am Ende mehr von seiner Rendite. Während viele Tagesgeld- und Festgeldkonten gratis sind, fallen für Aktien und Fonds Verwaltungsgebühren an. Wie viel das im Einzelnen ist, hängt von Ihrem Anbieter und seinen Konditionen ab. Wer stattdessen auf ETF setzt, kann bereits sparen.

Sie benötigen Unterstützung bei der Geldanlage? Die Beraterinnen und Berater Ihrer Sparkasse sind jederzeit für Sie da. Finden Sie gemeinsam die passende Anlageform und legen Sie los!


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