Ist Ihr Unternehmen für die digitale Zukunft gerüstet?

Machen Sie den Digitalisierungscheck und entwickeln eine ganzheitliche Strategie

Digitale Transformation und der Wandel zur Industrie 4.0 – das Thema beschäftigt Unternehmen quer durch sämtliche Branchen und Sektoren. Digitale Technologien werden eingeführt, Geschäftsmodelle und Prozesse verändert oder neu entwickelt. Und die Corona-Pandemie zeigt es: Betriebe, die innovativ, schnell und kreativ agieren können, meistern Krisen besser. Wir geben Tipps, wie Sie die Digitalisierung in Ihrer Organisation Schritt für Schritt strategisch planen, stellen Ihnen grundlegende Werkzeuge wie den Digitalcheck vor und zeigen, welche Fördermittel es gibt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mittelständler geben sich selbst in Sachen Digitalisierung lediglich die Note 3.
  • Der erwartete große Digitalisierungsschub durch Corona ist ausgeblieben. Das liegt auch daran, dass die digitale Transformation für viele Unternehmen oft zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt.
  • Wie können Unternehmen sich diesen Herausforderungen am besten stellen? Zum Beispiel mit folgenden 3 Schritten:
  1.  Analyse des Status quo, also des digitalen „Reifegrads“ mithilfe eines Digitalisierungschecks
  2. Zielfestlegung und ganzheitliche Strategieentwicklung
  3. Kostenanalyse, Finanzplanung, Fördermöglichkeiten

Wo stehen mittelständische Unternehmen heute im Hinblick auf die Digitalisierung?

Deutschland schneidet im EU-weiten Digitalvergleich regelmäßig nur mittelmäßig oder schlecht ab. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Coronakrise die Digitalisierung hierzulande zwar teilweise vorangetrieben hat, der große Digitalisierungsschub oder gar eine umfassende digitale Transformation aber ausgeblieben ist.

Etwa 44 Prozent der Unternehmen, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im November und Dezember 2020 befragt hat, gaben an, die Notwendigkeit, die Digitalisierung voranzutreiben, sei durch die Corona-Pandemie stärker geworden, sie sei sogar einer der Hauptgründe, das Thema ernsthaft anzugehen. Vor allem Unternehmen aus der Finanzwirtschaft, dem Dienstleistungssektor und der Industrie nannten dieses Motiv.

Digitalisierung haben die Unternehmen insbesondere im Zusammenhang mit Maßnahmen vorangetrieben, die Homeoffice möglich machten, zeigt der Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/ 2021 der Deutschen Telekom. Auch Anpassungen an situationsbedingt veränderte Arbeitsabläufe waren ein Grund für Digitalisierung. Mobile Endgeräte für die Belegschaft, Video- und Weblösungen für virtuelle Konferenzen und Kundentermine nannten die Mittelständler als wesentliche Anschaffungen für die Digitalisierung. Vermehrt standen auch Kommunikationstools sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Datenschutzes im Fokus.

Wenig Fortschritte bei der Digitalisierung sieht auch der DIHK über die vergangenen Jahre. Der Dachverband der Industrie- und Handelskammern hat in seiner Digitalisierungsumfrage 2021 rund 3.500 Unternehmen aus den Branchen Information und Kommunikation, Finanzwirtschaft, Industrie, Bau, sowie sonstige Dienstleistungen befragt. Dabei gaben die Unternehmen sich selbst für den Stand der Digitalisierung im Durchschnitt nur die Schulnote 2,9 – und bescheinigten sich damit nur eine minimale Verbesserung gegenüber 2017 (Note 3,1). Die Selbsteinschätzung zum Stand der Digitalisierung einzelner Branchen zeigt die folgende Abbildung:

Digitalisierung Infografik

Selbsteinschätzung zum digitalen Reifegrad

Welche Maßnahmen in welchen Unternehmensteilen die größten Fortschritte bei der Digitalisierung bewirken, lässt sich vielfach mit sogenannten Digitalchecks oder Reifegradanalysen gut ausloten. Der digitale Reifegrad gibt an, wie digital ein Unternehmen aufgestellt ist und in welchem Digitalisierungsstadium sich die einzelnen Firmenbereiche befinden. Er kann eine wichtige Ausgangsbasis für zukünftige Schritte in Richtung digitaler Transformation sein.

Darüber hinaus hilft der digitale Reifegrad beim Vergleich mit anderen Unternehmen im Markt: Wo steht das eigene Unternehmen im Branchenvergleich? Oder im Vergleich mit Unternehmen der Umgebung? Je höher der digitale Reifegrad, desto flexibler, krisenfester und wettbewerbsfähiger wirkt das Unternehmen. Erfasst wird der Reifegrad in der Regel über speziell dafür entwickelte Reifegrad-Tests beziehungsweise Digitalchecks.

Digitalcheck

Ein Digitalcheck, auch Reifegradmessung genannt, ist der ideale Einstieg in die Digitalisierung Ihres Unternehmens. Diese Tests wurden von Forschungs- und Industrieverbänden, Unternehmen oder Universitäten gezielt entwickelt, um Unternehmen dabei zu unterstützen, den digitalen Reifegrad ihres Betriebes realistisch einzuschätzen. Sie bieten Orientierungshilfe für die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie sowie zur Steuerung der damit verbundenen Aktivitäten. Bei dem Test werden anhand von Fragebögen unterschiedliche Dimensionen Ihres Unternehmens analysiert. Dazu gehören je nach Testanbieter und Spezialisierung auf die jeweilige Branche unter anderem spezifische Fragen zu:

  • Strategie
  • IT-Infrastruktur & Technologie
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Organisation und Prozesse
  • Belegschaft
  • Kundschaft
  • Umwelt
Ein auf Sie abgestimmter, detaillierter Ergebnisbericht, der Ihre Unternehmensgröße und Branche berücksichtigt, gibt Ihnen auf Ihren Digitalisierungsstand angepasste, konkrete Handlungsempfehlungen. Viele Digitalchecks können Sie selbstständig und kostenlos online durchführen.

Mit 39 Prozent bewerten gut ein Drittel der aktuell vom DIHK befragten Unternehmen selbst ihren digitalen Reifegrad als nahezu voll oder voll entwickelt. 50 Prozent lokalisieren sich im Mittelfeld. Bei 11 Prozent ist der digitale Reifegrad nach eigenen Angaben wenig ausgeprägt.

Infografik Digitalisierungsgrad der Gesamtwirtschaft

Hürden bei der Einführung digitaler Technologien

Digitale Transformationsprozesse sind für viele Firmen eine enorme unternehmerische Herausforderung. Am häufigsten genannt wurden in diesem Zusammenhang die teilweise komplexen Aufgaben, die mit der Umstellung vorhandener Systeme und Prozesse verbunden sind. Angeführt als Herausforderungen werden außerdem oft die damit verbundenen hohen Kosten und zeitliche Engpässe.

Infografik Herausforderungen im Digitalisierungsprozess

Einsatz digitaler Technologien

Die Unternehmen wurden auch gefragt, welche digitalen Technologien sie bereits jetzt oder zukünftig einsetzen. Der Trend geht dabei klar Richtung Cloudanwendungen . Zudem will ein Großteil der befragten Firmen innerhalb der kommenden drei Jahre vor allem künstliche Intelligenz und Blockchain als wichtigste Zukunftstechnologien einführen.

Infografik Einsatz und Planung digitaler Technologien

Ihr Weg zur Digitalisierung in 3 Schritten

Wie steht es um Ihr Unternehmen rund ums Thema digitaler Wandel? Im ersten Schritt sollten Sie einen Basischeck vornehmen und dazu folgende Fragen zu Ihrer Organisation beantworten:

  • Wo lohnt es sich, neue Technologien im Betrieb einzuführen?
  • Wo lassen sich bestehende Strukturen optimieren?
  • Welche Bereiche, Prozesse und Strukturen profitieren von Digitalisierungsmaßnahmen?
  • Welche Maßnahmen passen zu Ihrem Geschäftsmodell?
Im nächsten Schritt lassen Sie Ihr Unternehmen einen Digitalcheck durchlaufen. Darauf aufbauend können Sie dann eine Digitalstrategie für Ihr Unternehmen entwickeln und mit einer geeigneten Finanzkalkulation versehen. Hier beschreiben wir kurz, was das konkret bedeutet:
Unternehmerin steht vor einem Tablet

1. Analysieren Sie mithilfe eines Digitalchecks Ihren Status quo und ermitteln den digitalen Reifegrad Ihres Unternehmens

Nutzen von Digitalchecks:

  • Das Ermitteln des Reifegrades zum Stand der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen ist für Sie in der Regel unkompliziert, meist kostenlos und wenig zeitaufwändig.
  • Ein Digitalcheck liefert wertvollen Input für Ihr individuelles Digitalisierungskonzept.
  • Sie erhalten einen umfangreichen Soll-Ist-Vergleich.
  • Sie können Verbesserungspotenziale in Ihren Unternehmensbereichen systematisch identifizieren.
  • Die Ergebnisse liegen Ihnen unmittelbar nach Abschluss der Bewertung vor und können sofort für weitere Planungen genutzt werden.
  •  Sie können Ihre Ergebnisse mit denen anderer Unternehmen derselben Branche vergleichen, indem Sie sie – im Sinne eines Benchmarkings – direkt in einer Datenbank speichern.
  •  Durch den strukturierten Aufbau dieser Tests sind die Ergebnisse für die verschiedensten Stakeholder, wie zum Beispiel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen, erkenn- und nachvollziehbar.

Der Digitalcheck Ihrer Wahl muss zu ihrer Branche, Ihrer individuellen Situation und Ihrem geplanten Vorhaben passen. Unterstützung finden Sie beispielsweise bei den bundesweit vertretenen Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert werden und unterschiedliche Digitalchecks anbieten.

Auch die Stadtsparkasse Düsseldorf sowie die Berliner Sparkasse bieten kostenlose Digitalisierungschecks sowie eine umfangreiche Beratung für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) an. Nach dem Check wissen Sie, in welchen Bereichen Ihr Unternehmen bereits digital gut aufgestellt ist und wo es noch Handlungsbedarf gibt. Mithilfe der Testergebnisse planen Sie die nächsten Schritte.

Jeder fünfte Mittelständler hat keine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels.
Bitkom Research 2020

2. Legen Sie Ziele für Ihre Digitalisierungsstrategie fest und erstellen Sie Ihren individuellen Digitalisierungsfahrplan

Es gibt keinen Masterplan für die Digitalisierung von Unternehmen. Wichtig ist, dass Sie – basierend auf ihrem digitalen Reifegrad – Ihre Ziele genau definieren und den digitalen Wandel strategisch und flexibel planen. Jeder Schritt in Richtung Digitalisierung muss für Ihr Unternehmen sinnvoll und wirtschaftlich sein, denn die ermittelten Handlungsoptionen müssen realisierbar sein.

Bei der Entwicklung Ihrer individuellen Strategie können Sie sich an bestimmten Grundregeln, Fragestellungen und methodischen Ansätzen orientieren. Unterstützung bieten hier zum Beispiel die bereits erwähnten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren.

Für eine erfolgreiche Erarbeitung einer Digitalstrategie ist ein ganzheitliches Konzept das A und O. Berücksichtigen Sie unter anderem die folgenden Aspekte:

  1. Die (veränderten) Bedürfnisse Ihrer Kundschaft: Das Wissen darüber liefert wesentliche Schlüsse für das benötigte Produktportfolio.
  2. Das Markt- und Wettbewerbsumfeld: Analysieren Sie Ihr Umfeld und identifizieren Sie wichtige Zielgruppen. Dies ermöglicht Ihnen eine effektivere Ansprache.
  3. Absatzkanäle und Prozesse zu Ihrer Kundschaft: Definieren Sie, über welche (digitalen) Verkaufs- und Distributionskanäle Sie Ihr Angebot vertreiben können.

Haben Sie Fragen zur Digitalisierung in Ihrem Unternehmen? Dann sprechen Sie uns jederzeit an. Wir helfen Ihnen gern weiter!

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Haben Sie Ihre Ziele definiert, entwickeln Sie einen konkreten Plan, wie Sie Ihre Ziele erreichen wollen. Spätestens jetzt ist sinnvoll, externe Beratungskompetenz mit ins Boot zu holen. Das können Personen aus Ihrem Netzwerk sein, die bereits mit ähnlichen Prozessen Erfahrung gemacht haben, aber auch spezialisierte Anbieter. Achten Sie bei Letzteren darauf, dass diese einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.

Decken Sie mit Ihrer Digitalstrategie sämtliche relevanten Unternehmensbereiche ab und binden Sie rechtzeitig alle involvierten Stakeholder ein. Organisieren Sie zudem Schulungen für Ihre Belegschaft, um ihr das notwendige digitale Know-how zu vermitteln und sie so auf die Veränderungen vorzubereiten. Auch E-Learning-Tools sind hier hilfreich – der Markt in diesem Bereich boomt. Zur Finanzierung von Weiterbildungen können Sie staatliche Fördermöglichkeiten nutzen.

Der Fahrplan zur Digitalisierung bietet Ihnen einen Handlungsrahmen, der Ihre digitalen Aktivitäten mit kurz- sowie längerfristigen Geschäftszielen in Einklang bringt. Strukturieren Sie den Plan praxisgerecht und definieren Sie Zeitvorgaben für die einzelnen Maßnahmen. Gestalten Sie ihn flexibel, sodass Sie jederzeit nachjustieren können. Ein digitaler Fahrplan gilt auch als Prüfinstrument für die Veränderungsprozesse und muss regelmäßig aktualisiert und angepasst werden.

Nach Umsetzung der Maßnahmen in Ihrem Betrieb können Sie den Digitalisierungscheck wiederholen, um die Effektivität der Veränderungen zu beurteilen.

3. Analysieren Sie die Kosten, planen Sie die Finanzierung, prüfen Sie Fördermittel

Auf Grundlage Ihrer Digitalisierungsstrategie erstellen Sie einen Businessplan, der die Kosten für alle geplanten Maßnahmen aufschlüsselt, und prüfen, welche Fördermittel es gibt.

Bund und Länder bieten zahlreiche Förderprogramme an, bei denen Sie je nach Unternehmensstruktur und Geschäftsmodell Fördermittel beantragen können. Hilfreich ist hier die Förderdatenbank des Bundes. Dort erhalten Sie einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Das BMWi unterstützt KMU z. B. mit dem Programm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“.

Unterstützung können Sie auch über Förderbanken erhalten, beispielsweise durch einen KfW-Digitalisierungskredit.

Die digitale Prozessoptimierung und die Anschaffung digitaler Technologien sind zum Teil mit erheblichen Investitionen verbunden. Sind eigene Ressourcen begrenzt, kann auch Leasing eine Alternative für Mittelständler sein. Hier unterstützen beispielsweise die Sparkassen zusammen mit der Deutsche Leasing Gruppe.

Der digitale Wandel ist so umfassend und wirkt sich so individuell auf ein Unternehmen aus, dass es weder den einen Masterplan gibt, der für alle passt, noch Standardbewertungen. Digitalchecks sind neben der Selbsteinschätzung ein hilfreiches und praktisches Instrument, um den digitalen Wandel strategisch zu planen und zielführend anzugehen.


Haben Sie Fragen zur Finanzierung Ihrer digitalen Vorhaben, dann sprechen Sie uns jederzeit an. Wir helfen Ihnen gern weiter!

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