Richtig für einen guten Zweck spenden – aber sicher!

Darauf sollten Sie achten

Ob für Menschen in Katastrophengebieten, Kinder in Not oder für die Krebshilfe – die Deutschen spenden gern und großzügig. Aber wie erkennen Sie, ob eine Spendenorganisation seriös ist und die Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden? Hier erfahren Sie mehr.

So viel steht jetzt schon fest: Auch 2018 war ein gutes Spendenjahr. Nach Angaben des Deutschen Spendenrates spendeten die Deutschen allein von Januar bis September rund 3,3 Milliarden Euro für gute Zwecke. Hochrechnungen zufolge könnte sich die Gesamtsumme bis Jahresende im Vergleich zum Vorjahr erhöhen.

Besonders wichtig war den Spendern in diesem Jahr die humanitäre Hilfe. 75 % der Spenden flossen in diesen Bereich. Um 29% stiegen die Spenden für den Umwelt- und Naturschutz. 

Das Spenden liegt den Deutschen am Herzen, wie die folgende Grafik zeigt:

Grafik: So viel spenden die Deutschen seit 2005

Die Grafik belegt auch, dass die Spendenbereitschaft der Deutschen bei großen Katastrophen besonders hoch ist. 2015 zum Beispiel, als in Nepal die Erde bebte. Im gleichen Jahr gab es auch sehr viele Spenden für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten.

Viele Helfer spenden mehrmals pro Jahr. Eine Spende betrug im Jahr 2018 durchschnittlich 32 Euro.

3 wichtige Tipps, wie Sie richtig spenden

Jeder Spender möchten natürlich sicher sein, dass seine Spenden tatsächlich auch für Bedürftige und Hilfsprojekte eingesetzt werden. Zu Recht. Doch leider tummeln sich auf dem Spendenmarkt auch einige schwarze Schafe. Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Seite.

1. Achten Sie auf das Spendensiegel

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DIZ) vergibt an seriöse Spendenorganisationen ein Spendensiegel. Geprüft wird nach festen Kriterien. Dazu gehören unter anderem eine gute Leistungs- und Aufsichtsstruktur sowie die Transparenz bei den Finanzen. Auf der Internetseite des DIZ finden Sie eine Liste der Organisationen, die das Spendensiegel tragen.

Das Siegel ist eine gute Orientierung für Spender. Aber bitte beachten Sie: Wenn eine Spendenorganisation nicht auf dieser Liste ist, heißt das nicht, dass sie unseriös arbeitet. Denn die jährliche Prüfung für das Siegel kostet Geld, und gerade kleinere Organisationen sparen sich oft die Kosten für eine Prüfung durch das DIZ. Bei der Spenderberatung erhält man zusätzliche Auskünfte zu Spendenorganisationen mit und ohne Siegel.

Es gibt allerdings auch Spendenorganisationen, von denen das DIZ abrät.
Mehr Infos dazu

2. Informieren Sie sich über die Hilfsorganisation

Spenden Sie nicht aus dem Bauch heraus. Überlegen Sie sich genau, wem Sie Ihr Geld anvertrauen. Holen Sie dazu vorab Informationen über die Spendenorganisation ein – zum Beispiel auf dem Online-Auftritt der jeweiligen Organisation.

Eine gute Spendenwebseite nennt Ansprechpartner und hinterlegt eine Adresse im Impressum. Außerdem gibt sie Auskunft über den Einsatz der Spendengelder. Seriöse Hilfswerke arbeiten sehr transparent und gewähren Einblick in ihren Jahresbericht.

3. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Die Werbung der Spendenorganisation wirkt aggressiv oder will Ihnen ein schlechtes Gewissen machen? Oder setzt Sie unter Zeitdruck? Keine gute Basis für eine Spende. Allzu emotionale Spendenbriefe oder aufdringliche Werber an der Haustür sprechen nicht für die Seriosität der Organisation.

Vorsicht ist auch bei Sammelbüchsen angesagt. Nur in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen müssen Spendensammlungen behördlich gemeldet und genehmigt werden.  Wenn Sie spenden möchten, achten Sie darauf, dass die Dosen verplombt sind und ein Spenderausweis vorliegt. 

Und noch etwas …

Spenden Sie für Projekte, die Ihnen persönlich wichtig sind. Sprechen Sie mit Freunden oder Ihrer Familie über Ihr Vorhaben. Bei jeder Spende sollten Sie ein gutes Gefühl haben. Schließlich möchten Sie etwas Positives bewirken – ob nun für einen Verein in Ihrer unmittelbarer Nachbarschaft oder für eine große internationale Hilfsaktion.

Spenden geht auch online und es muss nicht immer Geld sein. Die Plattform betterplace.org bietet beispielsweise neben klassischen Geldspenden auch die Möglichkeit, sich durch Zeitspenden ehrenamtlich zu engagieren.

Was mancher Spender nicht im Blick hat: Bei jeder Spende fallen auch Verwaltungs- und Bearbeitungskosten an. Spenden Sie beispielsweise 100 Euro für einen einzigen Zweck, bleibt davon mehr im Spendentopf, als wenn Sie die gleiche Summe in viele kleine Einzelspenden aufteilen. Auch das sollten Sie beim Spenden im Blick haben.

Gutes tun und dabei Steuern sparen

Ihre Spenden können Sie als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Jahreseinkünfte. Bedingung dafür: Es muss sich um eine steuerbegünstigte Organisation zur Förderung mildtätiger, religiöser, wissenschaftlicher, kultureller oder anderer gemeinnütziger Zwecke handeln.

Bei Spenden, die 200 Euro nicht übersteigen und durch Überweisung bezahlt werden, reicht fürs Finanzamt der Zahlungs- oder Buchungsbeleg aus. Bei höheren Summen brauchen Sie eine Spendenbestätigung der begünstigten Organisation auf einem amtlichen Vordruck.

Bitte beachten Sie, dass für Spenden an Stiftungen, politische Parteien und Wählervereinigungen andere Regeln gelten.