Für einen guten Zweck spenden – aber sicher!

Darauf sollten Sie beim Spenden achten

Ob für Unterstützung in Katastrophengebieten, Kinder und Tiere in Not oder die Krebshilfe – die Menschen in Deutschland spenden gern und großzügig. Allerdings ist nicht jede Spendenorganisation vertrauenswürdig. So finden Sie heraus, ob es sich um eine seriöse Einrichtung handelt und Ihr Geld wirklich da ankommt, wo es hinsoll. 

Das Spendenniveau steigt

Laut deutschem Spendenrat ist das Spendenniveau im vergangenen Jahr um etwa 5,1 Prozent im Vergleich zu 2019 gestiegen. Insgesamt kam ein Spendenwert von rund 5,4 Milliarden Euro zusammen. Die meisten Spendengelder der etwa 19 Millionen Spenderinnen und Spender gingen mit 75,6 Prozent an humanitäre Hilfe. 7,2 Prozent der Menschen spenden an den Tierschutz und 3,3 Prozent für Umwelt- und Naturschutz. Kultur- und Denkmalpflege (2,8 Prozent) sowie Sport (1,4 Prozent) landen auf den letzten Plätzen. 

Jeder Spender möchten natürlich sicher sein, dass seine Spenden tatsächlich auch für Bedürftige und Hilfsprojekte eingesetzt werden. Mit den folgenden Tipps sind Sie auf der sicheren Seite.

Tipp 1: Augen auf beim Spendensiegel

Hat eine Spendenorganisation ein Siegel oder Zertifikat einer anerkannten Institution, können Sie davon ausgehen, dass die Organisation seriös ist. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt an ehrliche Organisationen ein Spendensiegel. Geprüft wird nach festen Kriterien. Dazu gehören eine gute Leistungs- und Aufsichtsstruktur sowie Transparenz bei den Finanzen. Auf der Internetseite des DZI finden Sie eine Liste der Organisationen, die das Spendensiegel tragen.

Das Siegel hilft zur Orientierung – aber bitte beachten Sie: Ist eine Spendenorganisation nicht auf dieser Liste, heißt das nicht automatisch, dass sie unseriös arbeitet. Viele kleinere Organisationen leisten sich oft keine Zertifizierung. Denn die jährliche Prüfung kostet Geld.

Bei der Spenderberatung des DZI erhalten Sie zusätzliche Auskünfte zu Spendenorganisationen mit und ohne Siegel – und zu Organisationen, von denen das DZI abrät.

Tipp 2: Ein Hintergrundcheck schadet nie

Spenden Sie nicht aus dem Bauch heraus. Überlegen Sie sich genau, wem Sie Ihr Geld anvertrauen wollen. Vorab können Sie dazu Informationen über die Spendenorganisation einholen – zum Beispiel auf dem Online-Auftritt der jeweiligen Organisation.

Eine gute Spendenwebseite wie WirWunder nennt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und hinterlegt eine Adresse im Impressum. Außerdem gibt sie Auskunft über den Einsatz der Spendengelder. Seriöse Hilfswerke arbeiten sehr transparent und gewähren Einblick in ihren Jahresbericht.

Tipp 3: Zeitdruck ist kein gutes Zeichen

Die Werbung der Spendenorganisation wirkt aggressiv, will Ihnen ein schlechtes Gewissen machen oder setzt Sie unter Zeitdruck? Keine gute Basis für eine Spende. Allzu emotionale Spendenbriefe oder aufdringliche Werberinnen und Werber an der Haustür sprechen nicht für die Seriosität der Organisation.

Tipp 4: Denken Sie an Ihre Steuern

Ihre Spenden können Sie bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Jahreseinkünfte als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Bedingung dafür: Es muss sich um eine steuerbegünstigte Organisation zur Förderung mildtätiger, religiöser, wissenschaftlicher, kultureller oder anderer gemeinnütziger Zwecke handeln.

Für Spenden, die 200 Euro nicht übersteigen und überwiesen werden, reicht fürs Finanzamt der Zahlungs- oder Buchungsbeleg aus. Bei höheren Summen brauchen Sie eine Spendenbestätigung der begünstigten Organisation auf einem amtlichen Vordruck.

Für Spenden an Stiftungen, politische Parteien und Wählervereinigungen gelten andere Regeln.

Tipp 5: Beachten Sie Gebühren

Was manche Menschen nicht im Blick haben: Bei jeder Spende fallen auch Verwaltungs- und Bearbeitungskosten an. Spenden Sie beispielsweise 100 Euro für einen einzigen Zweck, bleibt davon mehr im Spendentopf, als wenn Sie die gleiche Summe in viele kleine Einzelspenden aufteilen.

Seriöse Organisationen wie betterplace.org und WirWunder weisen den Gebührenanteil Ihrer Spende für Sie einfach nachvollziehbar aus.

Tipp 6: So geht selbst sammeln richtig

Sammeln Sie selbst Geld für einen guten Zweck? Die Bundesländer haben das Sammeln von Geldspenden unterschiedlich geregelt. Einige, wie etwa Bayern und Berlin, haben diese gesetzlichen Regelungen mittlerweile ganz aufgehoben. Grund dafür ist der hohe Verwaltungsaufwand.

Wenn Sie erfolgreich Spenden gesammelt haben, können Sie den Gesamtbetrag an das Bankkonto einer gemeinnützigen Organisation überweisen. Oder Sie bringen das Geld direkt zu den jeweiligen Empfängerinnen beziehungsweise Empfängern. So stellen Sie sicher, dass es an der richtigen Stelle ankommt.

Möchten Sie lediglich zum Spenden aufrufen? Dann können Sie das ganz einfach über die Verteilung oder Versendung von Flyern tun. In den sozialen Medien können Sie beispielsweise entsprechende Aufrufe teilen. Alternativ können Sie Sammeldosen in Geschäften oder Restaurants aufstellen. Das geht jederzeit und Sie benötigen dafür – abgesehen von der jeweiligen Geschäftsführung – keinerlei Genehmigung.


Haben Sie noch Fragen zum Thema Spenden? Wir helfen Ihnen gern weiter.


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