
Preisentwicklung im Gebrauchtwagenmarkt
Nach den turbulenten Jahren der Pandemie mit Lieferengpässen, Halbleitermangel und Rekordpreisen hat sich der Gebrauchtwagenmarkt spürbar beruhigt.

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Laut der Jahresanalyse 2025 des Handelsportals AutoScout24 lag der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen in Deutschland (mit 27.787 Euro) nahezu identisch zum Vorjahr (27.782 Euro) und damit deutlich unter dem Allzeithoch von 29.358 Euro aus dem Jahr 2023. Der Markt bewegt sich seit 2024 weitgehend seitwärts: Angebot, Nachfrage und Preise zeigen kaum Ausschläge. Für 2026 prognostiziert AutoScout24 moderat fallende Preise – vor allem getrieben durch die fortgesetzte Elektro-Förderung für Neuwagen, die Druck auf gebrauchte Stromer ausüben dürfte. Für Käufer und Käuferinnen von Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor bedeutet das: Die Marktlage ist derzeit günstiger als in den Vorjahren – wer gut verhandelt, kann profitieren.
Der richtige Autotyp
Sollten Sie noch keine Vorstellung davon haben, welches Auto zu Ihnen passt, hilft ein Online-Fahrzeugberater. Diesen finden Sie im Internet, etwa bei den Gebrauchtwagenbörsen. Über Fragen nach der Anzahl der Sitze und Kofferraumgröße bis hin zu Preisvorstellungen schränkt das Beratungstool die Auswahl immer weiter ein und liefert so einen passenden ersten Eindruck.
Diesel – noch immer ein Thema
Vom Vorzeige- zum Auslaufmodell: Aufgrund von Umweltschutzbestimmungen gelten Diesel-Fahrzeuge als nicht besonders zukunftsfähig. In einigen Städten gibt es sogar Fahrverbote für bestimmte ältere Arten von Dieselmotoren. Daher sind sie für den Privatgebrauch nur noch eingeschränkt zu empfehlen. Gebrauchte Diesel lagen laut AutoScout24 zuletzt bei einem Durchschnittspreis von 28.430 Euro – damit über dem Gesamtmarktschnitt. Käufer und Käuferinnen sollten den spürbaren Wertverlust einkalkulieren.
Ein Blick auf gebrauchte Elektroautos lohnt sich: Ihre Preise sind 2025 deutlich und lagen im Februar 2026 erstmals seit 14 Monaten wieder unter 30.000 Euro.
Der Markt für gebrauchte E-Autos ist aktuell ein Käufermarkt. Aufgrund des rapiden technologischen Fortschritts, eines steigenden Angebots an Leasingrückläufern und der Förderung von Neuwagen verzeichnen gebrauchte Stromer einen höheren Wertverlust als Verbrenner. Das bedeutet für Käufer und Käuferinnen sinkende Preise (Prognose der Experten: weiterer Rückgang von bis zu 25 Prozent bis Anfang 2026). Zu berücksichtigen sind zudem die Kosten für Ladeinfrastruktur und Strom.
- Die Batterie im Fokus: Der Zustand der Batterie (State of Health – SoH) ist entscheidend für den Restwert und die Reichweite. Ein Batteriezertifikat (SoH über 80 Prozent ist ein guter Richtwert) sollte angefordert und die Herstellergarantie (oft 8 Jahre oder 160.000 km mit 70 bis 80 Prozent Mindestkapazität) geprüft werden. Auf die Ladehistorie und die Reichweite bei einer Probefahrt ist zu achten.
Mit sorgfältiger Prüfung der Batterie und unter Berücksichtigung der Marktdynamik ist ein gebrauchtes Elektroauto eine zukunftsfähige und zunehmend preiswerte Alternative zum Verbrenner.
Aber: Wenn es dennoch unbedingt ein Diesel sein soll, dann verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung genau – und entscheiden Sie ganz Ihrer persönlichen Situation entsprechend.
Inserate – darauf kommt es an
Achten Sie schon bei der Anzeige im Internet auf die Vollständigkeit der Angaben. Neben Kilometerstand und Anzahl der Fahrzeughalter sollte der Zustand eines Gebrauchtwagens ausführlich beschrieben sein. Etwa durch Fotos, die das Fahrzeug von allen Seiten zeigen – auch von innen.
Und: Achten Sie unbedingt darauf, dass Service- und Scheckheft die lückenlos durchgeführten Inspektionen und Wartungsarbeiten belegen.
Tipp: Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) sollten möglichst aktuell sein. Das zeigt, dass der Verkäufer oder die Verkäuferin keine anstehenden Reparaturen gescheut hat.
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Preis einschätzen
Ein Gefühl für den Wert eines interessanten Gebrauchtwagens erhalten Sie durch das Vergleichen ähnlicher Angebote: Als Grundlage dienen Gebrauchtwagenmärkte im Internet. Prüfen Sie auch Inserate in der Zeitung. Außerdem ist ein Besuch beim Händler um die Ecke hilfreich.
Zudem gibt es verschiedene Online-Fahrzeugbewertungen. Hierzu zählen die Schwacke-Liste (größte und unabhängige Datenbank), die Automobil Treuhand (DAT) sowie pkw.de.
Tipp: Der Ratgeber des ADAC ist für Mitglieder kostenlos.
Betrugsmasche entlarven
Überzeugen Sie sich auf jeden Fall persönlich vom guten Zustand des Wagens bei einer Besichtigung mit Checkliste und einer Probefahrt. Leider sind nicht alle Verkäuferinnen oder Verkäufer ehrlich. Einige verstehen sich hervorragend auf das kosmetische Aufmöbeln von Gebrauchten. Zahlreiche Mängel sind dann auf den ersten Blick nur schwer auszumachen. So ein Gebrauchtwagenkauf kann teure Reparaturen nach sich ziehen. Falls Sie ein ungutes Gefühl haben, verzichten Sie auf den Kauf.
Die Polizei warnt vermehrt davor, dass seit einiger Zeit geklaute Autos zu Schnäppchenpreisen verkauft werden. Das böse Erwachen folgt bei der Zulassung. Lassen Sie sich also die Fahrzeugpapiere zeigen. Es gilt der Grundsatz: Geld gegen Fahrzeug und Papiere. Daher sollten Sie auf keinen Fall eine Anzahlung leisten, etwa für eine Überführung aus dem Ausland.
Vorsicht: „Den nehme ich!“ besiegelt den Autokauf
Benutzen Sie keinesfalls vorschnell Formulierungen, aus denen eindeutig die Annahme des inserierten Angebots hervorgeht. Weder telefonisch noch in einer E-Mail oder per WhatsApp. Denn: Liegen seitens der Verkäufer- und der Käuferseite übereinstimmende Willenserklärungen vor, so ist der Autokauf rechtsgültig.

Zustand einschätzen
Sie haben einen interessanten Gebrauchtwagen gefunden und einen Besichtigungstermin vereinbart. Jetzt gilt es,
- das Auto von außen und innen zu prüfen,
- die Papiere und die Wartungshistorie zu checken und
- eine Probefahrt zu machen.
Falls Sie sich nicht mit Autos auskennen, nehmen Sie eine versierte Person mit. Zusätzlich können Sie sich mithilfe einer Checkliste gut vorbereiten.
Auf der sicheren Seite mit professionellem Check
Sie fühlen sich eher noch unsicher? Für etwa 30 bis 90 Euro können Sie ein Auto vor dem Kauf von einer unabhängigen Prüforganisation wie dem ADAC oder der Dekra durchchecken lassen.
Wichtig: Eine vom Verkäufer oder von der Verkäuferin veranlasste Prüfung sollten Sie genau unter die Lupe nehmen. Das Siegel allein verrät nicht, was tatsächlich geprüft wurde.
Optimale Verhandlungsposition: Bares lacht
Erst runterhandeln, dann durch unmittelbare Zahlungsbereitschaft überzeugen: Um den Preis drücken zu können, zählen Sie die Mängel auf, die Ihnen oder dem professionellen Prüfer beim Check und der Probefahrt aufgefallen sind. Weisen Sie außerdem auf anstehende Reparaturen hin.
Anschließend haben Sie mit einer sofort verfügbaren Zahlung – etwa per einmaliger Überweisung oder entsprechend bereitgestelltem Betrag – ein ein weiteres schlagkräftiges Argument für einen fairen Preis. Nicht nur beim Gebrauchtwagenkauf von privat. Bei Bargeldzahlung gewähren auch Händler und Händlerinnen oftmals hohe Preisnachlässe. Reicht Ihr Erspartes nicht aus, können Sie Ihren Bargeldbestand mit einem Autokredit Ihrer Sparkasse oder Bank erhöhen.
Autokredit: Sparkasse oder Bank – Hausbank vs. Händler
Autohändler bieten Ihren Kundinnen und Kunden in der Regel Finanzierungen oder Kredite an: Damit sparen sich diese den Gang zur Sparkasse oder Bank. Zudem wird oft mit niedrigen Zinsen geworben – ein überzeugendes Verkaufsargument. Doch Vergleichen lohnt sich: Mit einem Kredit kommen Sie nicht immer in den Genuss der Rabatte, die bei Barzahlung möglich sind. So kann der Kauf möglicherweise teurer ausfallen. Schauen Sie also genau hin.
Tipp: Sprechen Sie schon vor der Fahrzeugsuche mit Ihrem vertrauten Berater oder Ihrer Beraterin bei Ihrer Sparkasse oder Bank. Planen Sie Ihren Autokredit gemeinsam. Denn er erweitert Ihren finanziellen Spielraum und stärkt so Ihre Verhandlungsposition. Außerdem haben Sie damit die Möglichkeit, ein neueres Modell zu kaufen. Den höheren Preis rechtfertigen oftmals die niedrigeren Folgekosten: weniger Reparaturen und geringerer Spritverbrauch. Auch entscheidend: Neue Modelle sind umweltschonender.
- Abschluss der Kfz-Haftpflichtversicherung mit Erhalt einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB)
- Ummeldung bei der Zulassungsstelle mit eVB-Nummer, Kaufvertrag, Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugschein, TÜV-Bescheinigung, aktueller Kilometerstand und Kennzeichen, Lastschrifteinzugsgenehmigung für die Kfz-Steuer
- Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung
Häufige Fragen zum Kauf eines Gebrauchtwagens
Um ein besseres Gefühl für den Zustand des Wagens zu bekommen, der Sie interessiert, helfen die Auskünfte zu den folgenden Fragen:
- Ist der Wagen unfallfrei?
- Welche Mängel hat er?
- Welche Reparaturen wurden bislang vorgenommen?
- Ist eine Probefahrt möglich?
- Wann war das Baujahr des Fahrzeugs?
- Wie viel Kilometer hat das Auto drauf?
- Ist ein Steinschlag vorhanden?
- Handelt es sich um einen Nichtraucherwagen?
- Wie ist es um das Profil der Reifen bestellt?
- Hat das Fahrzeug Sommer- beziehungsweise Winterreifen?
- Sind aktuelle TÜV-Papiere vorhanden?
- Funktioniert die elektronische Ausstattung einwandfrei?
Der Autokauf im Internet wird zwar immer beliebter, trotzdem gehen viele Menschen lieber zum Autohaus in ihrer Nähe: Es ist jederzeit erreichbar und hat Ansprechpartner, Besichtigungen und Probefahrten sind meist direkt möglich. Andere Interessenten scheuen den Gang zum Händler, weil die Preise in der Regel etwas höher sind. Dafür müssen Händler eine Sachmängelhaftung anbieten: Bei Neuwagen beträgt diese zwei Jahre, während sie bei Gebrauchtwagen im Kaufvertrag auf ein Jahr verkürzt werden kann. In dieser Zeit müssen Mängel, die vor der Übergabe bestanden, vom Anbietenden ausgebessert werden. Manche Händler und Händlerinnen versuchen trotz der gesetzlichen Pflicht, die Haftung im Kaufvertrag auszuschließen. Dies ist jedoch nicht rechtens. Sollte Ihnen eine solche Formulierung im Kaufvertrag auffallen, sollten Sie dies sofort thematisieren.
Gefällt Ihnen ein Fahrzeug, sollten Sie es (sofern es zugelassen und versichert ist) auf jeden Fall Probe fahren, um mögliche Schwachstellen zu entdecken. Dafür bietet es sich an, den Wagen sowohl im Stadtverkehr als auch auf Landstraße und Autobahn zu testen. Versucht die Verkäuferin oder der Verkäufer, bestimmte Strecken zu meiden oder die Nutzung von Teilen der elektronischen Ausstattung im Auto zu verhindern, sollten Sie darauf bestehen, den Grund dafür zu erfahren.
Sind Sie sich nach der Fahrt unsicher, ob das Fahrzeug in einem einwandfreien Zustand ist, empfiehlt sich ein Gebrauchtwagencheck bei einem Automobilclub oder bei einer Prüforganisation. Ein solcher Test kostet circa 30 bis 90 Euro. Er kann Ihnen viele spätere Kosten ersparen, wenn sich dabei herausstellt, dass der Wagen diverse Mängel hat.
Der Kilometerstand ist nur einer von mehreren Faktoren, die den Wert eines Fahrzeugs ausmachen. Ebenso wichtig ist, wie damit während dieser gefahrenen Kilometer umgegangen wurde und ob es regelmäßig gewartet wurde. Der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra) bringt es klar auf den Punkt: Der Verschleiß durch Gebrauch (und damit die Kilometerleistung) ist wesentlich höher einzuschätzen als die Wertminderung durch das Alter. Denn viele schwere Mängel und Abnutzungserscheinungen entstehen vor allem durch das Fahren, nicht durch das Alter eines Autos.


