Vorsicht bei Kurzzeitkrediten

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Knapp bei Kasse? Dann reichen schon eine kaputte Waschmaschine oder ähnliche unerwartete Ausgaben, damit es richtig eng wird.

Was also tun? Als erstes sollte man sich in jedem Fall mit seiner Hausbank beziehungsweise dem Berater in Verbindung setzen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Das könnte zum Beispiel ein Ratenkredit oder für kurze Zeit auch mal der Dispo (eingeräumte Kontoüberziehung) sein, sofern ein entsprechender Rahmen vereinbart wurde. Entscheidend ist, eine Lösung zu finden, ohne dass man zu tief ins Minus (eingeräumte oder geduldete Kontoüberziehung) rutscht.

Vorsicht ist in jedem Fall vor sogenannten Kurzzeitkrediten am „grauen Kapitalmarkt“ geboten. Die kann man meist mit wenigen Klicks online abschließen. Was so einfach aussieht, ist oft unseriös und kann schnell zur unübersichtlichen Kostenfalle werden.

Was sind Kurzzeitkredite?
Anbieter von Kurzzeitkrediten werben damit, bei akutem Geldbedarf schnell Abhilfe zu schaffen. Und das gerade, wenn man bei der Schufa nicht gut dasteht. Während diese Angebote in Deutschland erst seit einigen Jahren in größerem Umfang angeboten werden, sind sie in Ländern wie den USA und Großbritannien schon lange üblich.

Kurzzeitkredite laufen nicht über Monate, sondern in der Regel rund 30 Tage lang und sind schon ab 50 Euro erhältlich. Maximal kann man sich 500 Euro auszahlen lassen. Und das bei einem Zinssatz von ca. 14 Prozent. Bei einer Laufzeit von 30 Tagen macht das etwa 5,50 Euro.

Notlagen werden oft gnadenlos ausgenutzt
Wo ist der Haken an der Sache? Der liegt im Kleingedruckten. Wer Sonderwünsche hat, wird stark zur Kasse gebeten. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man den Kredit in zwei Raten zurückzahlen möchte, wenn das Geld am gleichen Tag ausgezahlt werden oder zumindest eine bevorzugte Bearbeitung erfolgen soll. Hier werden pro Leistung Beträge zwischen 19 und 49 Euro fällig.

Eine weitere Einnahmequelle für die Kreditanbieter: Wer bei der Schufa nicht gut da steht, kann sich ein sogenanntes Bonitätszertifikat ausstellen lassen. Dass dies ein Muster ohne Wert ist, erfährt der Kunde aber nicht – stattdessen wird er dafür extra zur Kasse gebeten.

Wenn man also schnell einen Kredit braucht und wenig Geld hat, zahlt man in der Regel ordentlich drauf. Rechnet man dies auf den Zinssatz um, schießt dieser kräftig in die Höhe. Im schlimmsten Fall zahlen Kreditnehmer bis zu 72 Prozent und mehr extra.

Achtung, Schuldenfalle
Experten schätzen, dass der Bedarf bei Kurzzeitkrediten ohnehin oft bei Menschen vorkommt, die finanziell schwach aufgestellt sind. Daher befürchten sie, dass Menschen, die Kurzzeitkredite in Anspruch nehmen, auch schneller in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Was also tun, wenn’s finanziell eng wird?
In Zahlungsschwierigkeiten kommen – das kann schnell mal passieren. Aber auch der Dispo (eingeräumte Kontoüberziehung) darf niemals zur Dauerlösung werden. Er dient dazu, kurzzeitige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Wer langfristigen Kreditbedarf hat, sollte eher auf einen Ratenkredit zurückgreifen. Berater können dabei helfen, den finanziellen Spielraum abzustecken. Bevor man einen Kredit aufnimmt, sollte man immer prüfen, ob man die Anschaffung wirklich braucht.

Auch Alternativen wie der Ratenkredit können auf Dauer finanzielle Probleme nicht lösen. Daher ist es wichtig, Rücklagen zu schaffen – so schmal sie auch sein mögen. Wer häufig knapp bei Kasse oder dauerhaft im Dispo ist und nicht weiß, wie er überhaupt sparen kann, sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung: Erfassen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben per Haushaltsbuch und werten Sie diese aus.

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