Was ist „Helikoptergeld“?

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Worum geht es?
Einige Finanz-Experten schlagen vor, in der Eurozone „Helikoptergeld“ zu verteilen. Dabei bekäme jeder Bürger unabhängig von Alter oder Einkommen einmalig die gleiche Summe Geld, beispielsweise 500 oder 1.000 Euro, geschenkt. Das soll die Wirtschaft beleben.

Woher stammt die Idee?
Idee und Begriff gehen auf den Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman (1912 – 2006) zurück. Der Name nimmt Bezug auf das Bild, dass Geld wie von einem Hubschrauber abgeworfen verteilt würde. Ben Bernanke, ein ehemaliger Chef der US-Notenbank, hat „Helikoptergeld“ im Jahr 2002 erwogen. Letztlich hat er es aber nicht eingesetzt. Auch für Japan haben Experten bereits über „Helikoptergeld“ diskutiert.

Wer kann das überhaupt entscheiden?
Zuständig für die Geldpolitik im Euro-Raum ist die Europäische Zentralbank (EZB). Sie legt fest, wie viel Geld ausgegeben wird. Ob sie auch über „Helikoptergeld“ entscheiden dürfte, bestreiten einige Experten wie der Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Auch wenn sie es beschließen könnte, müsste sie die Art der Ausschüttung des Geldes mit den 19 Finanzministerien im Euro-Raum abstimmen – keine leichte Aufgabe.

Was ist das Ziel von „Helikoptergeld“?
Die Bürger, die das Geld geschenkt bekommen, sollen es danach ausgeben. Das soll die Teuerungsrate (Inflationsrate) anheben, die weit unter dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent liegt.  Eine höhere Teuerungsrate  könnte der Wirtschaft im Euro-Raum zu Wachstum verhelfen.

Klappt das auch?
Das bezweifeln viele Experten. Die EZB hat bereits viele Maßnahmen ausprobiert, die die Wirtschaft in Schwung bringen sollten. Dazu zählen auch die niedrigen Zinsen. Der gewünschte Effekt aber ist ausgeblieben. Das kann auch beim „Helikoptergeld“ passieren. Des Weiteren ist ein Vertrauensverlust in den Euro eine mögliche Folge.  Außerdem stellt es den Grundsatz in Frage, dass Geld verdienen mit dem Erbringen einer Leistung zusammenhängt. Nicht jeder würde „Helikoptergeld“ deshalb gerecht finden.

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