Camper, Wohnmobil und Co.: Alles Wichtige zum Reisetrend

Der Urlaub auf vier Rädern boomt in diesem Jahr

Der Camping-Boom geht weiter: Noch nie wurden so viele Wohnmobile gekauft wie in den letzten Monaten. Und die Nachfrage steigt stetig. Trotzdem gab es diesen Sommer den ersten Dämpfer für den Wohnmobil-Hype. 

Frau steigt aus Wohnmobil aus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgrund der unsicheren Lage während der Corona-Pandemie haben die Menschen das Reisen mit dem Wohnmobil neu entdeckt.
  • Noch nie war der Absatz von Campern, Wohnwagen und Co. so hoch wie in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021.
  • Camping- und Wohnmobilstellplätze sind hierzulande für die touristische Nutzung geöffnet – mit einigen Einschränkungen, z. B. weniger Freizeitangebote
  • Auch in anderen europäischen Ländern gibt es wieder die Möglichkeit, einen Campingurlaub mit dem Wohnmobil zu machen. 

Paradies auf vier Rädern

Gestrichene Flüge, geschlossene Hotels, die Grenzen dicht. Die Corona-Pandemie brachte in den vergangenen eineinhalb Jahren viele Einschränken mit sich. Das Reisen war zeitweise fast unmöglich und trotz Impfungen noch mit Unsicherheiten verbunden.

Auf der Suche nach sichereren Alternativen haben die Menschen in Deutschland den Campingplatz wiederentdeckt: Der neue (alte) Trend lautet daher Vanlife – oder schlicht und ergreifend: Reisen mit dem Wohnmobil.

"Campen statt Malle"

Auf den deutschen Campingplätzen ist der Saisonstart aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen. Nur Dauercamper durften in den meisten Bundesländern ihre Wohnwagen beziehen. Seit Juni heißt es aber für viele Menschen „Campen statt Malle“: Mit Camper, Wohnwagen oder dem guten alten VW Bulli rollen die Deutschen nun in den Urlaub.

Einschränkungen bei der Reisefreiheit gab es dabei kaum noch. Allerfalls wurden die Plätze knapp. Das betraf vor allem die beliebten Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee, aber auch am Bodensee oder der Sächsischen Schweiz. Hier musste man beim Buchen schon richtig früh dran sein, um einen Platz sicher zu haben. 

Die Rekorde purzeln bei den Neuzulassungen

Aber nicht nur die Plätze, sondern auch die Wohnmobile selbst sind in diesem Jahr äußerst begehrt. Und entsprechend knapp: Bei den Verkaufszahlen jagt seit 2020 ein Rekord den nächsten. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 wurden rund 75.000 Reisemobile und Caravans neu zugelassen, so viele wie noch nie zuvor. Das meldet der Branchenverband Caravaning Industrie (CIVD).

Im Vorjahresvergleich stieg die Anzahl der Neuzulassungen 2021 um 6,2 Prozent und befindet sich auf Kurs zum elften Rekordjahr in Folge. Zwar habe es im Juli dieses Jahres einen kleinen Einbruch gegeben, doch dafür gibt es zwei einfache Gründe: Aufgrund der hohen Nachfrage sowie Schwierigkeiten bei den weltweiten Lieferketten durch die Corona-Einschränkungen gibt es kaum noch Reisemobile auf dem Markt. „Bei den Herstellern stehen Hunderte Fahrzeuge, die praktisch fertig produziert sind, aber nicht ausgeliefert werden können, da ein bestimmtes Teil fehlt“, erklärte VIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Vor allem Wohnmobile und Campingbusse seien gefragt, teilt der Verband weiter mit. Die Nachfrage habe durch die Pandemie stark zugenommen, da man mit einem Reisemobil oder Caravan individuell, autark und damit kontaktarm verreisen kann. Ein knappes Drittel der Neuzulassungen gehe auf Neulinge zurück, die noch nie vorher ein Wohnmobil oder Ähnliches besessen haben.

Die Preise, nicht nur für neue, sondern auch für gebrauchte Fahrzeuge, übersteigen oft das Budget der Interessenten. Wie Sie sich trotzdem den Traum von der mobilen Freiheit leisten können und wer Ihnen bei der Finanzierung hilft, erfahren Sie hier.

Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Paradies auf vier Rädern in Corona-Zeiten

Wann Camper wieder günstiger werden, ist im Moment schwer zu sagen. Falls die Lieferschwierigkeiten bald behoben werden, dürfte zumindest das Angebot wieder steigen. Je nachdem wie sich die Pandemie entwickelt, werden die Preise aber vermutlich in den nächsten Jahren hoch bleiben. Allerdings gibt es hier zumindest saisonale Effekte, die Sie nutzen können.

Hier gibt es weitere Informationen, wie Sie sich Ihren Reisemobil-Traum erfüllen können. 

Die Zeit der Beherbergungsverbote ist vorbei – zumindest fürs Erste. Touristische Reisen innerhalb Deutschlands sind uneingeschränkt möglich. Vor Ort gibt es allerdings Einschränkungen. Das trifft einige Freizeitangebote und Ähnliches. In jedem Fall greift auch dort die „3-G-Regel“: Ein Aufenthalt ist nur mit einem negativen Corona-Testergebnis (ab 6 Jahren), mit einem Impfnachweis, aus dem hervorgeht, dass Sie gegen Corona durchgeimpft sind oder eine Bescheinigung, dass Sie in den letzten 6 Monaten von Corona genesen sind, möglich.

Wildcampen außerhalb von Campingplätzen ist in Deutschland nicht gestattet. 

Die Sommersaison wird relativ normal zu Ende gehen. Geimpfte, Getestete und Genesene dürfen weiterhin die Campingplätze in Deutschland besuchen. Saisonal haben natürlich manche Campingplätze auch im Winter geöffnet. Nach derzeitigem Stand werden diese geöffnet bleiben. 

Die Reisemöglichkeiten mit Camper unterscheiden sich nicht von anderen Reisen: Urlaub machen in Europa ist grundsätzlich möglich, aber teilweise mit Einschränkungen verbunden. Sogenannte Virusvarianten-Gebiete sollten Sie meiden.

In vielen Ländern ist eine Anmeldung nötig. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass es eine Form der „3-G-Regel“ auch in anderen europäischen Ländern gibt. Informieren Sie sich vorab, was wo gilt, beispielweise beim Auswärtigen Amt.

Nehmen Sie den Kontakt zu Ihrem Vermieter auf und besprechen Sie eine Stornierung. Die Vermieter sind bemüht, möglichst große Kulanz walten zu lassen. In direktem Austausch können Sie alle Details klären, zum Beispiel ob eine Verschiebung des Urlaubs auf einen späteren Zeitpunkt möglich ist.

(Stand: 23.08.2021)


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