Camper, Wohnmobil und Co: Alles Wichtige zum Reisetrend 2021

In der Pandemie erlebt eine alte Form des Reisens einen riesigen Boom

Der Frühling ist da – und die Reiselust der Menschen erwacht spätestens jetzt so richtig. Da sie im Urlaub derzeit nicht in Hotels, Ferienwohnungen oder Pensionen übernachten können, erlebt ein alter Trend einen Boom: Noch nie wurden so viele Wohnmobile gekauft wie in den letzten Monaten. Doch auch diese Form des Reisens unterliegt Corona-bedingt wichtigen Restriktionen. Wir klären Sie über die aktuelle Situation auf.

Frau steigt aus Wohnmobil aus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aufgrund der anhaltenden Corona-Beschränkungen haben die Menschen das Reisen mit dem Wohnmobil neu entdeckt.
  • Noch nie war der Absatz von Campern, Wohnwagen und Co. so hoch wie in den ersten drei Monaten des Jahres 2021.
  • Das Reisen mit Wohnmobilen unterliegt in Deutschland bislang ähnlichen Restriktionen wie private Fahrten mit dem Pkw.
  • Camping- und Wohnmobilstellplätze sind hierzulande für die touristische Nutzung noch geschlossen.
  • In einigen anderen europäischen Ländern gibt es aber die Möglichkeit, mit dem Wohnmobil zu reisen.

Paradies auf vier Rädern

Noch weiß niemand genau, wann wir wieder wohin reisen können, welche Länder ihre Grenzen öffnen – und unter welchen Auflagen. Sobald die Beschränkungen fallen, möchten alle Menschen am liebsten sofort ihre Koffer packen. Aber gibt es dann überhaupt noch Platz in Hotels und Ferienwohnungen, geschweige denn an den beliebtesten Stränden oder idyllischsten Bergseen?

Die Pandemie macht Urlaubsplanungen auch im zweiten Corona-Jahr sehr schwer. Aber die Menschen in Deutschland lassen sich davon nicht aufhalten und sind findig: Der neue (alte) Trend lautet daher Vanlife– oder schlicht und ergreifend: Reisen mit dem Wohnmobil.

"Campen statt Malle"

Der Saisonstart zu Ostern ist auf den deutschen Campingplätzen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen. Nur Dauercamper dürfen in den meisten Bundesländern ihre Wohnwagen beziehen.

Daher forderten hunderte Wohnmobilisten Mitte April in Berlin bei einer Camper-Demo eine sofortige Öffnung der Stell- und Campingplätze. Sie fuhren in einem langen Wohnmobil-Korso vom Olympiastadion zum Reichstagsgebäude in Mitte. „Campen statt Malle“ stand unter anderem auf Transparenten und Wohnwagen.

Der Hauptgrund dieser Initiative lautete: „Camping mit Abstand ist mit Abstand die beste, sicherste und kontaktärmste Regenerationsform für unsere Familien.“ Gebraucht würden sichere Bereiche, um den Menschen Luft zum Durchatmen zu geben.

Sie hoffen noch vor den langen Wochenenden im Mai auf Lockerungen auf den Plätzen überall in der Republik von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz bis hin nach Bayern und Baden-Württemberg.

Neuzulassungen auf Rekordniveau

Die Hoffnung der Menschen auf eine baldige Öffnung der Plätze schlägt sich auch in den Verkaufszahlen für Wohnmobile, Campingbusse und -anhänger nieder: Sie sind trotz  - oder wegen - Corona mehr gefragt denn je. Die Neuzulassungen legten in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 laut dem Branchenverband CIVD um 12,6 Prozent zu. Mit mehr als 24.000 Fahrzeugen wurden in diesem Zeitraum so viele neue Fahrzeuge erstmals angemeldet wie nie zuvor.

Vor allem Wohnmobile und Campingbusse seien gefragt, teilt der Verband weiter mit. Die Nachfrage habe durch die Pandemie stark zugenommen, da man mit einem Reisemobil oder Caravan individuell, autark und damit kontaktarm verreisen kann. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas.

Die Preise nicht nur für neue, sondern auch für gebrauchte Fahrzeuge übersteigen oft das Budget der Interessenten. Wie Sie sich trotzdem den Traum von der mobilen Freiheit leisten können und wer Ihnen bei der Finanzierung hilft, erfahren Sie hier.

Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Paradies auf vier Rädern in Corona-Zeiten

Es gibt zwar kein ausgesprochenes Reiseverbot, aber noch lautet die Aufforderung, auf private Reisen im Inland und Ausland zu verzichten. Das gilt nicht nur für längere Reisen, sondern auch für Besuche bei Freunden und Verwandten sowie für überregionale tagestouristische Ausflüge.

In Deutschland dürfen Beherbergungsbetriebe – einschließlich Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und private Anbieter von Wohnmobilstellplätzen – keine Touristen aufnehmen. Daher sind Reisen nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke möglich. Das gilt auch für die Nutzung von kostenfreien Stellplätzen bei Reisen, die nicht zwingend erforderlich sind.

Nehmen Sie den Kontakt zu Ihrem Vermieter auf und besprechen Sie eine Stornierung. Die Vermieter sind bemüht, möglichst große Kulanz walten zu lassen. In direktem Austausch können Sie alle Details klären, zum Beispiel ob eine Verschiebung des Urlaubs auf einen späteren Zeitpunkt möglich ist.

Die Politik hat noch keine konkrete Perspektive für mögliche Öffnungsschritte angegeben. Es ist offen, wann sich daran etwas ändern wird. In anderen Ländern Europas ist das abhängig von den Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes.

In einigen Ländern wie zum Beispiel in Kroatien, in der Schweiz, in einigen Regionen Spaniens und in Belgien können Sie bereits wieder Urlaub machen und zum Teil auch ohne Quarantäne einreisen. Die Campingplätze sind dort geöffnet. Meist ist lediglich ein negativer PCR- oder Antigen-Test nötig. Nach der Rückkehr nach Deutschland besteht je nach der Risikoeinstufung dieser Länder (oder einzelner Regionen) eine Quarantänepflicht. Die genauen Bestimmungen können sich aber im In- und Ausland täglich ändern.

Generell gilt: In Kreisen und Städten mit nächtlicher Ausgangssperre darf man zwischen 22 und 5 Uhr nicht mit dem Fahrzeug unterwegs sein – auch nicht mit dem Wohnmobil. Ausnahmen gelten lediglich für berufliche oder anderweitig zwingend erforderliche Fahrten. Das Bundesinnenministerium hat ausdrücklich erklärt, dass Personen, die trotz Ausgangssperre eine touristische Reise antreten, mit einem Bußgeld rechnen müssen.

(Stand: 28.04.2021)


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