Mit Second-Hand-Kleidung Ressourcen schonen und Geld sparen

Nachhaltigkeit bei Textilien zum Earth Day

Gebraucht, getragen, aus zweiter Hand, Second Hand oder Vintage. Für zirkuläre Mode gibt es viele Begriffe. Aber alle folgen demselben Auftrag: dem Schutz unserer Umwelt. Wie Sie sich engagieren können und dabei Geld sparen, lesen Sie hier.

Zwei Frauen in einem Kleidungsgeschäft

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Modeindustrie verursacht jährlich mehr CO2-Austoß als internationale Flugreisen und Kreuzfahrten zusammen. Viele Kleidungsstücke landen zudem ungetragen und nach kurzer Lebensdauer im Müll.
  • Anstatt auf neue Trends und Kollektionen zu setzten, lohnt sich der Besuch im lokalen Second-Hand-Geschäft. Das schont die Umwelt und Ihr Portemonnaie.
  • Kleidung lässt sich zudem wunderbar tauschen, mieten oder in einem kreativen DIY-Projekt reparieren.

Als studentische Bewegung wurde der Earth Day 1970 in den USA ins Leben gerufen. Seitdem wird er weltweit am 22. April mit unterschiedlichen Initiativen und Events begleitet und steht in vielen Ländern in direktem Kontext zur örtlichen Umweltpolitik. Die Modeindustrie gilt weltweit als einer der größten Umweltsünder. Sie lebt davon, dass Konsumenten und Konsumentinnen regelmäßig neue Kleidungsstücke kaufen und den Trends folgen. Die nachhaltige Variante ist, gebrauchte Kleidung in einem lokalen Second-Hand-Geschäft zu kaufen.

Die Modebranche schadet der Umwelt

Deutsche kaufen jährlich im Schnitt 60 Kleidungsstücke. Laut Bundesumweltministerium werden davon jedoch 40 Prozent nie bis selten getragen. Währenddessen wächst der Markt für billig produzierte Mode, auch Fast Fashion genannt. Das hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt und den Lebensraum aller Arten.

Wird Kleidung produziert, werden wertvolle Ressourcen verbraucht. In vielen Herstellungsverfahren kommen Chemikalien zum Einsatz, die in den Produktionsländern eine Gefahr für Umwelt und Menschen darstellen. Alttextilien vergangener Kollektionen werden zudem häufig verbrannt. Giftige Gase werden dabei ungefiltert in die Atmosphäre abgegeben.

Gebrauchte Kleidung vor Ort und online kaufen

In einem Gebrauchtwarenladen oder Second-Hand-Geschäft finden Sie bereits getragene Kleidung, die keine bis wenige Mängel aufweist und weitergetragen werden kann. Das digitale Pendant nennt sich „ReCommerce“. Mittlerweile gibt es zahlreiche Online-Plattformen, die es Konsumenten und Konsumentinnen ermöglichen, gebrauchte Kleidung zu kaufen und verkaufen. Das kommt der Umwelt und Ihrem Geldbeutel zugute. Sind Sie besonders modeinteressiert und haben Freude an Markenkleidung, werden Sie auch in entsprechenden Online-Portalen und besonderen Vintage Shops fündig.

Europa engagiert sich

Das Potential für eine Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie ist hoch. Im Rahmen des europäischen Grünen Deals, dem Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft und der Industriestrategie von 2020, wird deswegen der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft thematisiert. Produkte sollen zukünftig so hergestellt werden, dass sie langlebiger, recyclingfähiger, besser wiederverwendbar und reparierbar sind. Im Rahmen dieser Initiative werden Investitionen, Forschung und Innovation gefördert.

Die Vorteile von Second-Hand-Mode

  1. Durch den Kauf von Kleidung aus zweiter Hand können Sie Ihre Ausgaben reduzieren. Gerade Kinderkleidung wird nur wenige Wochen oder Monate getragen. Sie ist deswegen häufig in einem neuwertigen Zustand und günstig auf Flohmärkten, im Second-Hand-Geschäft oder online zu kaufen. Das Stöbern lohnt sich also, da die qualitativen Einbußen allgemein gering sind und Sie Ihre Einkäufe sogar aus dem eigenen Wohnzimmer über Online-Portale erledigen können.
  2. In Kleidungsstücken stecken harte Arbeit und Ressourcen. Tragen Sie gebrauchte Kleidung, zeigen Sie Wertschätzung gegenüber den Aufwänden und der Umwelt. Sicherlich bringt man große Modeketten mit dem Kauf von Second-Hand-Kleidung nicht auf die Schnelle dazu, weniger neue Kollektionen zu produzieren. Wenn jedoch immer mehr Menschen Kleidung länger tragen und dann sogar weitergeben, leisten sie ein Beitrag dazu, dass Materialien und Ressourcen optimal ausgenutzt werden.
  3. In Second-Hand-Shops verstecken sich ausgefallene Unikate. Besondere Schnitte aus vergangenen Jahrzehnten lassen sich meistens wunderbar mit einer modernen Jeans kombinieren. Sie können sich modisch individuell ausleben und gleichzeitig etwas Gutes für den Umweltschutz tun.

Wenn Sie Neuware einkaufen, achten Sie auf eine hochwertige Verarbeitung der Kleidungsstücke. Zeitlose Klassiker verlängern den Zeitraum des Tragens außerdem. Lokale Boutiquen bieten Ihnen eine fundierte Beratung, die Ihrem individuellen Stil entspricht. 

Vier praktische Tipps zu nachhaltigerer Kleidung

1. Altes raus, Gebrauchtes rein in den Kleiderschrank

Ihnen gefällt ein Kleidungsstück nicht mehr gut. Das heißt nicht, dass es gleich zu den Altkleidern wandern muss. Familie, Freunde oder Freundinnen haben vielleicht noch Interesse an Ihren gut erhaltenen Stücken. Sie können nach dem Ausmisten auch eine Kleidertauschparty veranstalten und in größeren Städten sogar an Kleidertauschbörsen teilnehmen.

2. Kleidermiete für besondere Anlässe

Kleider und Anzüge für Hochzeiten, Feste und Partys trägt man häufig nur einziges Mal. Fragen Sie vor dem nächsten Anlass im Freundes- und Bekanntenkreis, ob jemand etwas Passendes verleihen würde. Einige Geschäfte und Online-Shops bieten festliche Kleidung zur Miete an.

3. Lieblingsstücke reparieren und neues Leben einhauchen

Kürzen, umnähen oder besticken: Was früher schlicht als Reparatur bezeichnet wurde, läuft heute auch unter dem Begriff „Upcycling“. Gerade hochwertige Textilien lassen sich oftmals gut reparieren. Anderenfalls können Sie den vorhandenen Stoff zu völlig neuen Stücken verarbeiten. Aus abgetragener Kleidung lassen sich die Knöpfe und Reißverschlüsse entnehmen und in neue Stücke einarbeiten. Wenn Sie jedoch keine Lust haben, selbst zu Nadel und Faden zu greifen, übernehmen Änderungsschneidereien Reparaturen und Umgestaltungen. So unterstützen Sie neben Ihrem nachhaltigen Engagement lokale Unternehmen.

4. Spenden statt entsorgen

Besitzen Sie gut erhaltene Kleidung, die sie nicht mehr tragen, freuen sich auch gemeinnützige Organisationen über Ihre Spende. Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser gibt es vielerorts. Online finden Sie eine passende Sammelstelle. Die Deutsche Kleiderstiftung nimmt Spenden auch über den Postweg entgegen.

(Stand: 22.04.2022)


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