Höhere Tierarztgebühren, Werbung auf Netflix, WM in Katar

Das sind die Neuigkeiten im November

Das Jahr geht in den Endspurt. Vieles, was gesetzlich geändert wird, greift erst zum Januar 2023. Aber es gibt ein paar spannende Ausnahmen: Die Hilfe von der Tierärztin oder vom Tierarzt wird teurer, Netflix spielt nun auch Werbung aus, Aktionäre werden womöglich häufiger hungrig zurückbleiben. Was der November 2022 Neues bringt.

Eine Frau spaziert mit ihrem Hund

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Preissplitting zwischen Alt- und Neukunden wird bei Strom und Gas eingeschränkt; zumindest in der Grundversorgung.
  • Tierarztbesuche werden teurer.
  • Angehörige, die Menschen mit Behinderungen zu einem Krankenhausaufenthalt begleiten, erhalten dafür fortan Krankengeld.

Mehr Schutz für Gas- und Stromkunden

Die Gas- und Strompreise haben für reichlich Schlagzeilen und Kopfzerbrechen gesorgt. Zum Höhepunkt im August lag der Gaspreis bei knapp 280 Euro je Megawattstunde (Dutch TTF Natural Gas Future) und damit 15 Mal so hoch wie noch vor anderthalb Jahren. Energieversorger waren daher bei der Grundversorgung dazu übergegangen, Neukunden nur zu höheren Preisen unter Vertrag zu nehmen als Altkunden. Das geht ab November nicht mehr.

Dazu wurde das Energiewirtschaftsgesetz geändert.

Die Änderung ist insofern wichtig, weil die Grundversorgung greift, sobald ein Anbieter pleitegeht. Auch wenn Sie eine neue Wohnung beziehen, erhalten Sie Gas und Strom zunächst vom Grundversorger, bis Sie gegebenenfalls einen anderen Anbieter wählen. Beides allerdings erst, nachdem sie drei Monate in der Ersatzversorgung waren. Die wiederum darf teurer sein als die Grundversorgung.

Das Gesetz gilt auch rückwirkend. Sollten Sie in den letzten Monaten neu in die Grundversorgung gekommen sein und mehr gezahlt haben als Altkunden des gleichen Versorgers, erhalten Sie die Differenz erstattet.

Womöglich löst sich das Problem der hohen Einstiegspreise ohnehin, da die Energiepreise zuletzt stark gefallen sind.

Hauptversammlungen nun immer virtuell möglich

Wer Aktien hält, darf auch den Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen beiwohnen. Mitunter ist das ein netter Bonus zur erhofften Wertsteigerung, gibt es dort gerne Buffet und Häppchen.

Während der Corona-Pandemie wurde Aktiengesellschaften gestattet, die Hauptversammlungen virtuell abzuhalten. Das ist nun dauerhaft möglich. Die Unternehmen können wählen zwischen Präsenz-, Hybrid- und Onlinehauptveranstaltung. Einige Aktionäre, die wegen der Aussicht auf Kaviar in der Hotellobby investiert haben, werden sich nun mit dem Mettbrötchen vorm heimischen Bildschirm begnügen müssen.

Krankengeld für die Krankenhausbegleitung

Unausweichlich sind hingegen leider manchmal Aufenthalte im Krankenhaus. Eine schwierige Situation, gerade für Menschen mit Behinderung. Von November 2022 an gibt es hier eine erfreuliche Erleichterung: Personen, die mit einer Behinderung leben, denen eine dauerhafte Behinderung droht oder die Eingliederungshilfe erhalten, dürfen eine Begleitung ins Krankenhaus mitbringen, die für den Zeitraum künftig Krankengeld erhält.

Behandlung beim Tierarzt wird teurer

Tiere können eine wichtige Stütze im Leben sein. Aber auch sie benötigen im Laufe ihres Lebens ärztliche Hilfe. Die ist nicht günstig. Laut einer Onlineumfrage haben 22 Prozent der teilnehmenden Haustierhaltenden mehr als 200 Euro im Jahr für Tierarztbesuche bezahlt. Das war 2017.

Von November 2022 an steigen die Gebühren erheblich, teilweise um mehr als das Doppelte: Eine allgemeine Untersuchung mit Beratung kostet bei Hund und Katze dann mindestens 23,62 Euro. Zuvor lag die Gebühr bei mindestens 13,47 Euro für Hunde und 8,98 Euro für Katzen. Einen Rüden zu kastrieren, kostet künftig zumindest 70,60 Euro statt 51,31 Euro.

Dabei gilt, dass Tierärztinnen und Tierärzte selbst bei jeder Behandlung festlegen können, ob sie den Mindestsatz, das Doppelte oder das Dreifache verlangen. Im Notdienst muss mindestens der doppelte Satz genommen werden, maximal der vierfache.

Diese Gebühren sind gesetzlich festgehalten in der Gebührenordnung für Tierärzte.

Wüste dahoam: Fußball-WM der Männer

Endlich, endlich ist es so weit: Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer startet mit etwa 5 Monaten Verspätung. Werden Weltmeisterschaften üblicherweise Anfang Juni angepfiffen, rollt der Ball dieses Mal vom 20. November bis 18. Dezember. Das Eröffnungsspiel in Katar bestreitet der Gastgeber gegen Ecuador. Das deutsche Team spielt in einer Gruppe mit Costa Rica, Japan und Spanien ums Weiterkommen ins Achtelfinale.

Damit diese Winter-Wüsten-WM auch gänzlich draußen genossen werden kann, dürfen Gemeinden Public Viewing auch bis nach 22 Uhr genehmigen. Die späteste Anstoßzeit ist 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Zeitverschiebung nach Katar beträgt plus 2 Stunden. 

Werbung auf Netflix

Wer das Marketing-Mega-Event Fußball-WM weniger mitreißend findet, aber trotzdem ein Faible für Werbeclips hat, kann beruhigt zu Netflix umschalten. Der Streaming-Dienst bietet zum 3. November ein neues Bezahlmodell an. Es ist mit 4,99 Euro im Monat günstiger als bisherige Tarife, kommt dafür mit (vorerst) 5 Minuten Werbung je Streamingstunde daher. Für Fans von Villa Bajo und Villa Riba eine Win-Win-Situation.

Höheres Pfand für die Notdurft

Werbepausen sind natürlich auch willkommen, um wichtige Geschäfte zu erledigen. Was waren Menschen früher mitunter froh, dass der Thriller unterbrochen wurde, damit die getrunkene Cola dem allgemeinen Wasserkreislauf zugeführt werden konnte. Auf den Autobahnen gibt es das Zittern noch. Wann kommt die nächste Raststätte? Und wie viel kostet der Toilettenbesuch? Künftig 1 Euro statt 70 Cent. Der WC-Center-Betreiber Sanifair erhöht die Preise. Und doch sinken sie zugleich. Paradox.

Vom 18. November an kostet die Toilettennutzung 1 Euro. Dafür bekommt die Nutzerin oder der Nutzer aber einen Wertbon in voller Höhe zurück. Bislang gab es für 70 Cent Nutzungsgebühr nur einen 50-Cent-Wertbon. Wie werden das die Statistikerinnen und Statistiker in ihrer Inflationsberechnung berücksichtigen?

(Stand: 28.10.2022)


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