Black-Friday und Cyber-Monday stehen vor der Tür

So lässt sich an den Super-Sale-Tagen wirklich sparen

Weihnachten rückt näher und die Geschenkesuche wird immer dringender. Wie passend, dass am Black-Friday und Cyber-Monday viele Rabatte abgesahnt werden können. Woher kommen die Super-Sale-Tage und kann man dabei wirklich sparen? 

Ein Paar sieht sich in einem Elektronikmarkt ein Fernsehgerät an

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sowohl der Black-Friday als auch der Cyber-Monday stammen aus den USA und finden jährlich im November zwischen dem 23. November und 2. Dezember statt.
  • Auch wenn die vermeintlichen Super-Sale-Tage verlockend wirken, dürfen Sie nicht vergessen, dass es sich dabei um kommerzielle Konsumtage handelt. Nicht jedes Angebot ist vertrauenswürdig und nicht jeder Rabatt wirklich günstiger. Manche Unternehmen machen mit Täuschungsmethoden teils Gewinne in Milliardenhöhe.
  • Doch Sie können sich mit ein paar einfachen Tricks schützen. So ist es wichtig, sich im Vorfeld über die Preise zu informieren und bei unbekannten Webseiten das Impressum zu checken. Auf den UVP (unverbindliche Preisvorschlag) kann man oftmals nicht vertrauen.

Das Shopping nach Thanksgiving

Der Black-Friday und Cyber-Monday stammen aus den USA. Beide Tage finden einmal im Jahr statt und bieten Käuferinnen und Käufern die Möglichkeit, sowohl online als auch in Geschäften verschiedene Produkte zu teils besonders günstigen Preisen zu erwerben. Der Black-Friday fällt immer auf den vierten Freitag im November – zwischen dem 23. und 29. November – und der Cyber-Monday auf den Montag nach Thanksgiving. Da Thanksgiving in den USA jeweils am vierten Donnerstag im November gefeiert wird, folgt der Cyber-Monday direkt nach dem Black-Friday – zwischen dem 26. November und 2. Dezember.

Im Jahr 2006 warb Apple als erstes Unternehmen in Deutschland mit Rabatten zum Black-Friday. Seitdem hat der Tag in Deutschland konstant an Beliebtheit gewonnen. 2013 fand er im größeren Rahmen mit 500 teilnehmenden Händlerlinnen und Händlern statt. Mittlerweile kennt ein Großteil der Bevölkerung den Black-Friday.

Viele Schnäppchenjäger warten sogar regelrecht auf den Super-Sale-Tag: Aus einer aktuellen Umfrage geht hervor, dass 59 Prozent der Befragten bestimmte Dinge erst am Black-Friday besorgen – in der Hoffung von tollen Rabattangeboten zu profitieren. 

Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten mit bestimmten Anschaffungen bis zum Black Friday warten

Der Cyber-Monday hingegen hat sich bei uns bislang noch nicht ganz so stark durchgesetzt. Zwar gibt es den schon seit 2010 in Europa, allerdings beteiligen sich überwiegend amerikanische Unternehmen an der Rabattaktion – so beispielsweise der Verkaufsriese Amazon. 

Vom gecrashten Goldmarkt zum Kassenschlager

Der allererste Black-Friday hatte gar nichts mit Shopping per se zu tun. Stattdessen symbolisierte die Bezeichnung den Tag, an dem der US-Goldkurs im Jahr 1869 crashte. Die heutige Bedeutung erhielt der Black-Friday erst um 1980 herum in den USA. Nach dem feierlichen Thanksgiving-Donnerstag bürgerte sich dort ein Brückentag und dadurch ein verlängertes Wochenende ein. Nachdem beim Familienessen abends zuvor oft schon über Geschenke gesprochen wurde, machten sich viele US-Amerikanerinnen und Amerikaner am nächsten Tag auf den Weg zum Weihnachtsshopping. Das erkannten die Geschäfte und erweckten nach und nach den Black-Friday zum Leben. 

Da der Black-Friday früher in den USA überwiegend von lokalen Geschäften und Händlerinnen und Händlern vor Ort angepriesen wurden, entwickelte sich im Onlinehandel als Antwort darauf der Cyber-Monday. 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Zwar mögen der Black-Friday und Cyber-Monday sehr verlockend wirken. Allerdings sind beide Super-Sale-Tage mit Vorsicht zu genießen. Hier wird ganz bewusst die Kauflust der Konsumenten angesprochen. In manchen Fällen können Sie wirklich Schnäppchen ergattern. Es gibt aber Unternehmen, die ihre Preise vorher bewusst heraufsetzen. So stehen sie anschließend am Rabattwochenende deutlich günstiger da.

Speziell bei besonders hochpreisigen Artikeln, wie iPhones oder MacBooks ist es unwahrscheinlich, dass diese in den Sale miteinbezogen werden. Hier können Sie frühestens dann günstiger zugreifen, sobald ein Nachfolger für die Produkte erhältlich ist. Zum Großteil lassen sich während des Black-Fridays und Cyber-Mondays nur um die 10 Prozent oder weniger sparen. Nur in seltenen Fällen kommt ein Rabatt von bis zu 20 Prozent zustande.

Beide vermeintlichen Super-Sale-Tage zielen darauf ab, mit zeitlichem Druck den Konsumentinnen und Konsumenten mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Es konnte neurowissenschaftlich nachgewiesen werden, dass das menschliche Gehirn allein beim Erkennen von Rabattaktionen mit einem Belohnungssystem reagiert. Der Einkauf vermittelt ein gutes Gefühl – und lässt tiefer in die Tasche greifen. So wandern beim Black-Friday und Cyber-Monday oft Produkte mit in den Warenkorb, die man eigentlich gar nicht braucht. 

Konsum macht nicht zwangsläufig glücklich

Bei all der Vorfreude auf die Rabattaktionen dürfen Sie außerdem nicht vergessen, dass es sich um kommerzielle Konsumtage handelt. Firmen wollen Gewinne erzielen – mit Erfolg und in Milliardenhöhe.

Der Konsum hat aber auch Schattenseiten – denken Sie an die gigantische Müllproduktion. Allein aus diesem Grund sollten Sie abwägen, was Sie wirklich kaufen möchten und auf was verzichtet werden kann. Laut einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2017 macht Konsum zudem oft unglücklich. Nach dem Hochgefühl des erfolgreichen Kaufs folgen Schuldgefühle. Die Euphorie verschwindet und rationales Denken tritt ein.

So können Sie trotzdem sparen

Trotz der negativen Aspekte bieten der Black-Friday und Cyber-Monday teils gute Angebote an. Wie Sie diese entdecken und nicht auf faule Tricks hereinfallen, erfahren Sie hier. 

1. Vorbereitung ist das A und O

Man kennt sie – die unverbindliche Preisempfehlung (UVP). Dabei ist die oft gar nicht ausschlaggebend. Denn der dort genannte hohe Preis wird kaum von Händlerinnen und Händlern verlangt. Die scheinbar großen Rabatte und Sale-Aktionen reduzieren sich dann auf wenige Prozente. Vergleichen Sie daher im Vorfeld die Preise. Nur wenn Sie den handelsüblichen Verkaufspreis kennen, können Sie einschätzen, ob es sich wirklich um ein Schnäppchen handelt. Achten Sie dabei auch auf Versandkosten. Im Inland ist der Versand oft günstiger als im Ausland oder komplett kostenlos.

Um bei der Fülle der Angebote nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich zudem, im Vorfeld eine Wunschliste mit allen Produkten anzufertigen. Das schützt Sie vor unüberlegten Impulskäufen. 

2. Ausdauer ist konzentrierte Geduld

Lassen Sie sich Zeit. Auch wenn Ihnen die Prozentzahlen um die Ohren fliegen, ist Abwarten manchmal die bessere Strategie. Wenn es nicht gerade um ein Weihnachtsgeschenk geht, sondern Sie sich selbst etwas kaufen möchten, sind der Black-Friday und Cyber-Monday nicht unbedingt die richtigen Ansprechpartner. Obwohl vor Weihnachten viele Rabattaktionen stattfinden, sind die Produkte im Januar meist noch günstiger. Zum einen, weil der große Abverkauf vorbei ist, zum anderen, weil viele Menschen Geschenke zurückbringen. Händlerinnen und Händler wollen im Januar so manches loswerden – und machen es daher günstiger.

Übrigens gibt es das ganze Jahr über spezielle Rabattaktionen. So sind beispielsweise Urlaubsreisen im März überraschend günstig und Bücher üblicherweise im Mai reduziert. Welche Rabatte sie zu den restlichen Monaten ausschöpfen können, erfahren Sie hier

3. Zu billig ist nie ein gutes Zeichen

Für Fake-Shops und Betrüger sind Tage wie der Black-Friday und Cyber-Monday ein gefundenes Fressen. Sie hoffen auf unvorsichtige Käuferinnen und Käufer, die sich vom Druck der Super-Sale-Tage zu unüberlegten Käufen verleiten lassen. Achten Sie bei unbekannten Webseiten auf die Rechtschreibung sowie auf das Impressum und die Geschäftsbedingungen. Hier lassen sich Kriminelle schnell enttarnen. Sollte alles passen und Sie dennoch unsicher sein, können Sie in manchen Fällen auf Rechnung oder per Lastschrift bezahlen. 

4. Nicht stressen lassen

Countdowns, Zeitdruck und überlastete Webseiten: Da entsteht schnell das Gefühl, direkt kaufen zu müssen, um ja kein Angebot zu verpassen. Die Anzeigen von angeblich abnehmenden Beständen oder auslaufenden Angeboten sind allerdings meist nur Marketingstrategien und nicht zwangsläufig ein Indiz für Raritäten. Unternehmen wollen so den Abverkauf fördern. An dieser Stelle lehnen Sie sich am besten zurück und denken nochmal genau darüber nach, ob Sie das Produkt wirklich möchten oder ob Sie vom Shoppingfieber angesteckt wurden.

Manche Händlerinnen und Händler nutzen den Black-Friday und Cyber-Monday, um schlecht laufende Waren loszuwerden. Den Ladenhüter gibt es im Angebot. Die Preise beliebter Produkte sinken nur selten. 

5. Hilfe für ein fixes Budget

Vor dem Einkauf lohnt es sich, einen festen Preisrahmen festzulegen. Beim Einkauf vor Ort beispielsweise, indem nur das mitgenommene Bargeld ausgegeben wird und die Karte hingegen tabu ist. Beim Onlinekauf unterstützen Sie verschiedene Hilfsmittel wie der „Preisalarm“ oder „Preisradar“. Diese Funktionen werden auf Preisvergleichsportalen angeboten. Sie können dort einfach Ihren Wunschpreis angeben und erhalten eine Benachrichtigung, sobald dieser erreicht oder unterschritten wurde. 

(Stand: 19.11.2021)


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