Mietwagen bleiben knapp und teuer

Wo Leihwagen besonders kostspielig sind – und wie Sie trotzdem sparen können

Dagegen verblasst selbst die derzeit hohe Inflation: Nach dem kräftigen Anstieg im letzten Jahr klettern die Mietwagenpreise in diesem Sommer erneut um durchschnittlich 40 Prozent in die Höhe. Worauf sich Urlauberinnen und Urlauber einstellen müssen und wie Sie hohe Zusatzgebühren vermeiden können. 

Zwei junge Frauen sitzen in einem Auto

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut dem ADAC kostet ein Mietwagen dieses Jahr pro Woche etwa 1.200 Euro und damit 142 Prozent mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019.
  • Gründe für den starken Preisanstieg sind verkleinerte Flotten, eine schleppende Produktion der Autobauer und die hohe Nachfrage.
  • Je früher Sie buchen, desto besser.

So stark steigen die Preise

Mit dem Cabrio an der Küste entlangfahren, den kühlen Fahrtwind spüren, ganz flexibel sein und alles erkunden – herrlich! Wer im Urlaub ein Land auf eigene Faust entdecken möchte, ist in der Regel auf einen Mietwagen angewiesen. Doch das bleibt auch in diesem Jahr in den meisten Urlaubsländern ein teures Vergnügen: Laut dem ADAC kostet ein Mietwagen dieses Jahr in der Hochsaison pro Woche etwa 1.200 Euro. Vor der Pandemie im Jahr 2019 waren es durchschnittlich nur 500 Euro – das entspricht einem saftigen Anstieg von 142 Prozent.

Auch Preisvergleich- und Mietwagenportale gaben bekannt, dass die Preise in diesem Sommer um rund 40 Prozent weiter gestiegen sind. Buchungen seien mittlerweile dreimal so teuer wie vor der Pandemie.

Für einen Mietwagen in Griechenland mussten Urlauber in diesem Sommer pro Tag rund 70 Euro, auf Mallorca und in Kroatien rund 90 Euro, in den USA und Großbritannien sogar rund 100 Euro zahlen. Am teuersten waren Leihwagen in Irland und Island – hier lagen die Preise deutlich über 100 Euro pro Tag. 

Autobauer stehen weiterhin vor Hürden

Der Hauptgrund für die hohen Preise: Viele Autovermieter kämpften während der Lockdowns mit starken Umsatzeinbrüchen und hatten ihre Flotten deutlich reduziert. Nach dem Ende der Reiseeinschränkungen stieg die Nachfrage abrupt an, die Anbieter konnten jedoch nicht ausreichend neue Wagen bereitstellen.

Hersteller und Importeure haben nach wie vor Schwierigkeiten, genügend Fahrzeuge zu liefern. Elektronische Bauteile wie Chips und Kabelbäume fehlen beziehungsweise werden langsamer produziert. Für Neuwagen gibt es lange Wartezeiten und die Autobauer verzichten auf die früher üblichen Rabatte bei größeren Bestelllungen von Mietagenturen.

Laut dem ADAC fehlen allein in Europa rund 250.000 Mietwagen. Expertinnen und Experten rechnen daher damit, dass sich die Lage frühstens zur Sommersaison 2023 entspannen wird.  

Darauf sollten Sie bei der Buchung achten

Zwar gibt es hin und wieder bezahlbare Last-Minute-Angebote, dennoch lohnt es sich fast immer, den Mietwagen möglichst früh von Deutschland aus zu buchen und nicht erst am Urlaubsort. Je näher das Mietdatum rückt, desto höher werden in der Regel die Preise. Falls Sie einen Herbsturlaub planen, schauen Sie sich daher am besten schon jetzt nach Frühbucherrabatten um.

Da es im Flugverkehr aktuell noch zu vielen Annullierungen kommt, sollten Sie bei der Buchung auf eine kostenfreie Stornierungsmöglichkeit bis kurz vor Mietbeginn achten. So bleiben Sie zumindest nicht auf den Mietwagenkosten sitzen, sollte ihr Flug ausfallen.

Prüfen Sie vorher sorgfältig, ob sämtliche Gebühren ausgewiesen und alle notwendigen Versicherungen enthalten sind – am besten beraten sind Sie mit einer Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Ist die ausführende Verleihfirma vor Ort eine andere als im Internet, verlangen diese oft – trotz abgeschlossener Vollkasko – eine (meist teure) Zusatzversicherung. Das lässt sich umgehen, wenn Sie auf der Kreditkarte eine Kaution blockieren lassen können. Sorgen Sie also vorher unbedingt für ausreichende Deckung.

Doch auch hierbei lauert eine Kostenfalle: Viele Autovermieter bestehen darauf, dass der angemeldete Fahrer oder die Fahrerin auch der Kreditkarteninhaber oder die -inhaberin ist. Möchten Sie die Karte einer mitreisenden Person nutzen, fallen in der Regel Extragebühren an. Wenn Sie vor Ihrer Reise noch eine Kreditkarte benötigen, wenden Sie sich gern an Ihren Sparkassen-Berater oder Ihre -Beraterin.

Welche Tipps Sie noch bei der Mietwagenbuchung beachten sollten, um hohe Zusatzkosten zu vermeiden, erfahren Sie hier.

(Stand 05.08.2022)


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