Mietwagen-Preise: Deshalb ist es jetzt so teuer

Wo Leihwagen besonders kostspielig sind – und wo sie trotzdem sparen können

Um einen Mietwagen machen sich die meisten Menschen bei der Urlaubsplanung nicht so viele Gedanken – schließlich ist ein Leihauto immer schnell und preiswert buchbar. Wer aber in diesem Jahr auf die Summe unterm Strich blickt, wird sich die Augen reiben. In Mallorca beispielsweise müssen Kundinnen und Kunden derzeit im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 satte 200 Prozent mehr blechen. Wir erläutern Ihnen die Gründe für den Preisanstieg und verraten, wie Sie bei der Mietwagenbuchung sparen können.  

Zwei junge Frauen sitzen in einem Auto

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mietwagenpreise in Deutschland steigen moderat – anders als in den beliebtesten Urlaubsregionen, wo die Preise im Schnitt um 23 Prozent gestiegen sind. Besonders auf Ibiza, Mallorca und Sizilien haben die Preise zugelegt.
  • Gründe sind verkleinerte Flotten, fehlende Wagen und hohe Nachfrage. Auch die Industrie leidet unter der Krise, weshalb es zu Produktionsverzögerungen kommt.
  • Fluggesellschaften planen mit erhöhter Vorsicht. Daher kommt es bei Flugpreisen ebenso zu einer Preiserhöhung.
  • Je früher Sie buchen, desto besser. Mit fortschreitenden Sommermonaten sinkt die Wahrscheinlichkeit, ein günstiges Angebot zu bekommen.  

Autobauer stehen vor Hürden

Während die Mietwagenpreise in Deutschland moderat steigen, sollten Sie für Mietwagen in Urlaubsregionen deutlich mehr Geld einplanen. Laut dem Vergleichsportal Check24 sind die Preise in den beliebtesten Reiseländern im Schnitt um etwa 23 Prozent teurer geworden. Konkret schossen die Preise besonders in Ibiza, Mallorca und Sizilien in die Höhe. So kostet ein Mietwagen auf Ibiza dreimal so viel wie noch im Jahr 2019, auf Mallorca erhöhten die Anbieter die Preise um satte 200 Prozent und auf Sizilien müssen Sie mit dem Doppelten des bisherigen Preises rechnen. Nur in der Türkei sind Mietwagen mit minus 7 Prozent aktuell etwas günstiger.

Die Preissteigerung liegt vor allem darin begründet, dass Autovermieter ihre Flotten aufgrund der Krise verkleinert haben und nun nicht ausreichend neue Wagen bereitstellen können. Dies ist problematisch, da die Reisewarnungen im Moment unerwartet schnell fallen und die Nachfrage dementsprechend abrupt steigt – wie auch die Preise. 

Die Verkleinerung der Flotten liegt aber nicht nur an den finanziellen Engpässen. Hersteller und Importeure stehen aktuell vor Schwierigkeiten, genug Fahrzeuge zu liefern. Angebote verändern sich stetig und elektronische Bauteile fehlen beziehungsweise werden langsamer produziert. Daher wurden auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. 

Fluggesellschaften planen mit Vorsicht

Nicht nur Mietwagen, sondern auch Flugpreise werden teurer. Dies liegt vor allem daran, dass Fluggesellschaften in der Pandemie deutlich vorsichtiger planen und Anbieter aufgrund der hohen Nachfrage keine Rabatte anbieten müssen. Außerdem sind auch hier geringere Kapazitäten verfügbar als noch in den Vorjahren vor der Pandemie. Geschäfts- und internationale Reisen werden in diesem Jahr noch zurückhaltend durchgeführt, die Buchungen schwanken je nach Quarantänebestimmungen im Urlaubsgebiet.

Das Vergleichsportal Check24 hat festgestellt, dass die Hin- und Rückflüge zu den zehn beliebtesten Zielen im Mai durchschnittlich um 16 Prozent teurer waren als noch im Vorkrisenjahr 2019. Besonders das nähere europäische Umfeld ist beliebt. Ein Flug in die Niederlande kostet 114 Prozent mehr, in die Schweiz 101 Prozent und nach Österreich 81 Prozent. Teurer wird es auch, wenn Sie nach Spanien möchten (22 Prozent). 

Lieber früher buchen

Sollten Sie gerade Ihren Urlaub planen und dabei auf einen Mietwagen angewiesen sein, empfehlen wir Ihnen, möglichst früh von Deutschland aus zu buchen. Gerade jetzt könnten Sie noch Glück haben und ein günstigeres Angebot erhaschen. Die Produktionsketten werden sich vermutlich nicht so schnell erholen, weshalb mit fortschreitendem Sommer und fallenden Reisewarnungen auch mit einem weiteren Nachfragewachstum zu rechnen ist. Hier finden Sie weitere Tipps rund ums Thema Mietwagenbuchung – darunter Informationen, wie Sie hohe Zusatzkosten vermeiden können. 

(Stand 17.06.2021)


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