So viel sparen Sie mit Klimaschutz

Mit diesen 3 Maßnahmen schonen Sie Ihren Geldbeutel und das Klima

Eine neue Studie zeigt: Die Mehrheit der Deutschen hält es für besonders wichtig, dass Umwelt und Klima geschützt werden. Doch fast ebenso viele sind der Meinung, dass das Verbraucherinnen und Verbraucher nichts kosten darf. Geht das? 3 Maßnahmen, mit denen Sie tatsächlich beide Seiten erfreuen können: das Klima und Ihren Geldbeutel – mit Rechenbeispielen.

2 Frauen wählen Kleidung in einem Secondhand-Shop aus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aktuell verbraucht ein Mensch in Deutschland pro Jahr durchschnittlich über 11 Tonnen CO2 (Angaben des Umweltbundesamts) – und schadet damit dem Klima.
  • 60 Prozent der Befragten geben in einer neuen ifD-Studie an, dass Ihnen für ein gutes Wirtschaftssystem Umwelt- und Klimaschutz besonders am Herzen liegen.
  • 55 Prozent finden in derselben Studie allerdings, dass das den Verbraucher beziehungsweise die Verbraucherin nichts kosten darf. Allenfalls fürs Fleisch würden viele mehr bezahlen wollen, wenn dieses klimafreundlicher hergestellt würde.
  • Unsere 3 Aspekte schonen Klima und Geldbeutel. Sie sind so ausgewählt, dass sie vergleichsweise viele Bürgerinnen und Bürger betreffen und auch der oder die Einzelne einen Einfluss nehmen kann.

Zustimmung zu mehr Klimaschutz in Deutschland ist groß

Im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft hat das IfD die bevölkerungsrepräsentative Befragung „Nachhaltigkeit in der sozialen Marktwirtschaft“ durchgeführt. Die Studie wurde am 25. August 2021 veröffentlicht, befragt wurden Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren.

60 Prozent der Befragten geben darin an, dass ihnen für ein gutes Wirtschaftssystem besonders wichtig sei, dass Umwelt und Klima geschützt werden. Ebenso viele finden Nachhaltigkeit besonders wichtig. Vor allem Wirtschaft und Politik seien in der Pflicht zu handeln. Doch 73 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind auch der Ansicht, dass der Verbraucher oder die Verbraucherin sehr viel oder viel dazu beitragen kann, dass der Klimaschutz fortschreitet.

Ja zu mehr Klimaschutz, aber wer soll das bezahlen?

55 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, dass die Kosten für den Klimaschutz nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern landen sollten. 36 Prozent geben hingegen an, dass auch dann strengere Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn diese teuer sind. Andernfalls kämen in Zukunft deutlich höhere Ausgaben auf uns zu.

Vor allem für Fleisch wären die Menschen in Deutschland laut Studie bereit, mehr zu bezahlen, wenn dieses dafür klimafreundlicher hergestellt würde: Ganze 45 Prozent würden dafür etwas mehr bezahlen, 34 Prozent sogar deutlich mehr.

3 Möglichkeiten, das Klima zu schützen und dabei Geld zu sparen

Um die folgenden Beispiele berechnen zu können, haben wir verschiedene Annahmen – vor allem auf Durchschnittswerten basierend – getroffen. Im Einzelfall können diese deutlich abweichen. Damit Sie anschließend für sich selbst eine detailliertere und genauere Berechnung durchführen können, geben wir an, wie wir jeweils auf die entsprechenden Werte gekommen sind.

1. Kurze Strecken laufen statt Autofahren

Der Klassiker in Sachen Klimaschutz: Wer beim Fortbewegen auf die Kraft der eigenen Füße setzt, tut nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit, sondern schont auch Umwelt und Klima. Insofern eine Win-win-Situation.

Natürlich geht das in erster Linie bei Kurzstrecken. Doch gerade diese werden häufig mit dem Auto zurückgelegt und verbrauchen zudem besonders viel Kraftstoff. Nach Angaben des Umweltbundesamts sind 40 bis 50 Prozent der Autofahrten in deutschen Großstädten kürzer als fünf Kilometer. Eine gewaltige Menge Einsparpotenzial.

Der Nachteil: Laufen kostet deutlich mehr Zeit, die nicht jede und jeder immer zur Verfügung hat. Entkräften lässt sich dieser Nachteil mit der Alternative Fahrrad. Fortbewegungen mit dem Drahtesel lassen die CO2-Bilanz ebenfalls senken und sind vor allem auf Kurzstrecken im Stadtverkehr gegenüber dem Auto zeitsparend. Rechnen wir einmal durch: Was bringt Laufen statt Autofahren bei Kurzstrecken eigentlich wirklich – für Klima und Geldbeutel?

Rechenbeispiel 1:

Ausgangssituation: Eine Arbeitnehmerin entscheidet sich, ein Jahr lang täglich ins zwei Kilometer entfernte Büro zu gehen, statt mit dem Auto zu fahren. Sie spart jeden Tag für Hin- und Rückweg insgesamt 4 Kilometer ein. Wir gehen von 220 Arbeitstagen im Jahr aus.

Klimaschutz: Was die Arbeitnehmerin tatsächlich einspart, ist abhängig davon, welches Auto sie fährt. Durchschnittlich kommen jedoch laut Umweltbundesamt rund 140 Gramm Treibhausgasemissionen auf einen Kilometer Autofahren. Gehen wir für unser Beispiel von diesem Wert aus, kommen wir auf 560 g pro Tag. Aufs Jahr gerechnet ergibt sich eine Ersparnis von 123,2 Kilogramm, rund 0,12 Tonnen Treibhausgasemissionen.

Finanzielle Ersparnis: Kostenverursacher eines Autos sind Treibstoff, Wartung, Kaufpreis, Steuern und Versicherung. Die letzten drei berücksichtigen wir an dieser Stelle nicht, da diese bei Autobesitzerinnen und -besitzern sowieso anfallen. In Sachen Treibstoff ist entscheidend, ob es sich um einen Benziner, Diesel oder ein Elektroauto handelt.

Wir nehmen für unsere Berechnung an, dass die Arbeitnehmerin einen Benziner fährt. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der in Deutschland zugelassenen Pkw liegt für Benziner bei 7,8 Litern pro 100 km. Weil es sich jeweils um Kurzstrecken zu Hauptverkehrszeiten handelt, gehen wir vereinfacht von 0,1 Litern pro Kilometer aus. Sie spart also täglich 0,4 Liter Benzin ein. Kostet der Liter Benzin 1,50 Euro, kommen wir auf eine Ersparnis von 60 Cent pro Tag. Aufs Jahr gerechnet, spart die Arbeitnehmerin bei 220 Arbeitstagen also 132 Euro. Die Wartung haben wir dabei nicht berücksichtigt, sodass tatsächlich etwas mehr gespart werden kann – andererseits auch etwas weniger, wenn die Strecke trotz Hauptverkehrszeiten nicht stark befahren ist.

Mehr Klimaschutz - weniger Kosten?

2. Secondhand: Kleidung alt auftragen statt neu kaufen

Rund 100 Milliarden Kleidungsstücke werden pro Jahr produziert. Dabei verursacht die Textilindustrie etwa 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase. Die Herstellung und der Transport von Kleidung schaden dem Klima in vielfacher Weise. So entsteht beispielsweise Polyester aus klimafeindlichem Erdöl. Der Anbau von Baumwolle verbraucht hingegen viel Wasser. Textilien werden vor allem in asiatischen Ländern angefertigt, sodass auch der weite Transport nach Deutschland dem Klima schadet.

Vor diesem Hintergrund besonders bedenklich ist der Trend zur „Fast Fashion“, also zu immer kürzeren Trageabständen bis zum Austausch eines Kleidungsstücks. Nicht mehr gewollte Kleidung kommt dann oft zum Restmüll und wird verbrannt, wobei erneut CO2 freigesetzt wird. Abgesehen von den Auswirkungen auf das Klima wurden in den letzten Jahren immer wieder Fälle katastrophaler Missstände bei den Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie bekannt.

Im Jahr 2020 kauften Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts Bekleidung für insgesamt rund 54,7 Milliarden Euro. Bei rund 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ergeben sich also durchschnittliche Ausgaben von ungefähr 659 Euro pro Person. Durchschnittlich kauft eine Person in Deutschland laut Bundesumweltministerium jährlich 60 neue Kleidungsstücke ein. Und laut Aussage des Fachjournals „Nature Climate Change“ landen davon 60 Prozent schon nach einem Jahr wieder im Müll. Ein beachtlicher Anteil an Kleidung wird nie verkauft und landet direkt im Müll. Es liegt auf der Hand: Hier lässt sich Klimaschutz und Geldsparen verbinden.

Rechenbeispiel 2:

Ausgangssituation: Ein durchschnittlich konsumierender Bürger entscheidet sich dafür, ein Jahr lang keine neuen Kleidungsstücke einzukaufen. Stattdessen shopped er in örtlichen Secondhand-Läden, die er mit dem Fahrrad erreichen kann. Würde er auf dem Land leben, wären alternativ Secondhand-Online-Shops denkbar, die wir aufgrund der komplizierteren Berechnung der Transportkosten hier jedoch nicht berücksichtigen.

Klimaschutz: Wie viel jemand einsparen kann, hängt natürlich im Wesentlichen davon ab, welche Art von Kleidung von wo bezogen wurde. Für unser Beispiel können wir nur einen Durchschnittswert bestimmen: Wenn 100 Milliarden Kleidungsstücke pro Jahr 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase ausstoßen, werden für ein Kleidungsstück im Durchschnitt rund 0,012 Tonnen ausgestoßen. Bei 60 neuen Kleidungsstücken pro Person pro Jahr ergibt sich eine Ersparnis von 0,72 Tonnen Treibhausgasemissionen.

Finanzielle Ersparnis: Selbst wenn wir annehmen, dass die gebrauchte Kleidung um nur 50 Prozent günstiger ist, beträgt die Ersparnis in unserem Beispiel 659 : 2 = 329,50 Euro.

3. Tofu oder vergleichbare Veggie-Alternativen statt Fleisch essen

Durchschnittlich verzehrt ein Mensch in Deutschland im Jahr etwa ein halbes Schwein (35,7 kg), 0,1 Rinder beziehungsweise Kälber (9,7 kg) und ein Dutzend Hühner (13,2 kg). Für die Herstellung des Fleischs dieser Tiere werden laut Daten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg etwa 578 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr ausgestoßen. Der größte Anteil an Treibhausgasen (etwa 30,5 kg pro kg Fleisch) fällt dabei laut Umweltbundesamt auf Rindfleisch. 1 Kilogramm Schweinefleisch verursacht zum Vergleich etwa 4,1 Kilogramm Treibhausgase. Wer Rind durch Schwein ersetzt, kann also bereits zum Klimaschutz beitragen.

Interessant: Laut einer Studie von Foodwatch verursachen konventionell gehaltene Schweine mehr Treibhausgase als Bio-Schweine, weil für das Futter der konventionellen Schweine mehr Stickstoffdünger verwendet wird. Beim Rind ist es jedoch umgekehrt: Bio-Rinder sind klimaschädlicher, weil sie länger leben und somit über einen längeren Zeitraum Methan ausstoßen.

Wie sieht es hingegen bei pflanzlichen Alternativen aus? Laut Umweltbundesamt werden für die Produktion von einem Kilogramm Fleischersatz auf Sojabasis, beispielsweise Tofu, 2,8 Kilogramm Treibhausgase verursacht. Keine Sorge, wir wollen Ihnen nicht vorschreiben, was Sie essen sollen. Doch für unser Klima- und Geldsparthema haben wir auch für diesen Fall eine Beispielsituation durchgerechnet.

Rechenbeispiel 3:

Ausgangssituation: Eine Bürgerin, deren Ernährung dem deutschen Durchschnitt entspricht, nimmt sich vor, ein Jahr lang Fleischersatzprodukte auf Sojabasis (oder vergleichbarer Art) statt Fleisch zu verzehren. Wir gehen davon aus, dass sie jeweils die gleiche Menge an Fleischersatzprodukten verzehrt, wie sie Fleisch essen würde. Der Einfachheit halber nehmen wir außerdem an, dass die Verpackungen der ausgewählten Fleisch- und Fleischersatzprodukte identische Klimaauswirkungen haben, also zum Beispiel die gleiche Verpackungsart aufweisen. Die Verbraucherin kauft sowohl Fleisch als auch Tofu im selben Supermarkt, sodass keine zusätzlichen Wege nötig sind.

Klimaschutz: Laut obigen Daten werden bei einem durchschnittlichen Fleischverzehr (58,6 kg) pro Person pro Jahr 587 Kilogramm CO2 ausgestoßen. Für dieselbe Menge an Fleischersatzprodukten auf Sojabasis ergeben sich 164,08 Kilogramm Treibhausgase insgesamt. Steigt die Bürgerin also für ein Jahr lang bei gleich hohem Verbrauch komplett auf die Fleischersatzprodukte um, spart sie mindestens 422,92 Kilogramm Treibhausgasemissionen ein, also rund 0,42 Tonnen.

Finanzielle Ersparnis: Bei diesem Beispiel hängt der finanzielle Faktor ganz wesentlich davon ab, wo und welches Fleisch gekauft wurde. Wird günstiges Discounter-Fleisch mit Reformhaus-Tofu in Bioqualität verglichen, legt man mit der vegetarischen Variante unter Umständen finanziell ordentlich drauf. Bei Biofleisch vom Metzger und Tofu aus dem Supermarktregal sieht das anders aus. Für unser Beispiel haben wir die Preise einer großen Supermarktkette gerundet.

Beim Schweinefleisch haben wir ein Mittel zwischen günstigem Kotelett und vergleichsweise teurem Filet gewählt und sind auf 8 Euro pro Kilogramm gekommen. Beim Rindfleisch haben wir mit 25 Euro pro Kilogramm ein Mittel aus günstigem Rinderhack und vergleichsweise teurem Filet angenommen. Beim Hähnchen sind wir von einem Kilopreis von 5 Euro ausgegangen. So ergeben sich auf den durchschnittlichen Fleischverbrauch pro Jahr hochgerechnet 285,60 Euro fürs Schweinefleisch, 242,50 Euro fürs Rindfleisch und 66 Euro fürs Hühnerfleisch. Macht insgesamt 594,10 Euro fürs Fleisch pro Jahr.

Doch auch Fleischersatz auf Sojabasis (oder vergleichbar) kostet: Angefangen bei etwa 5 Euro pro Kilogramm fürs Bioprodukt, kosten spezielle Produkte im Reformhaus schnell 20 Euro. Weil wir nicht nur das Klima schützen, sondern auch Geld sparen wollen, ohne dabei stets zum billigsten Produkt zu greifen, kaufen wir für unser Beispiel im Mittel Tofu und andere Fleischersatzprodukte auf Sojabasis für 8 Euro pro Kilogramm im selben Supermarkt ein wie bereits das Fleisch. Aufs Jahr gerechnet gibt unsere Bürgerin dafür bei einem Verbrauch von 58,6 Kilogramm 468,80 Euro aus und spart somit gegenüber dem Fleischverzehr 125,30 Euro.

Fazit: Was haben wir unterm Strich gespart?

Für den Klimaschutz:

0,12 + 0,72 + 0,42 = 1,26 Tonnen Treibhausgasemissionen

Für den Geldbeutel:

132 + 329,50 + 125,30 = 586,80 Euro

Mehr als eine Tonne Treibhausgasemissionen sparen unsere 3 Beispielmaßnahmen zusammen pro Jahr ein – und gleichzeitig über 500 Euro. Es gibt sie also, die Möglichkeiten, mit denen das Klima geschützt und gleichzeitig noch Geld gespart wird.

Die Beispiele sollen zeigen, was bei verschiedenen Szenarien über ein Jahr hinweg für manche Menschen möglich sein könnte. Wir wollen weder allgemeingültige Handlungsempfehlungen geben noch andere Menschen bevormunden oder deren persönliches Verhalten werten. Selbstverständlich hilft es bereits, wenn jemand nur ab und zu eine Kurzstrecke zu Fuß geht, statt mit dem Auto zu fahren, ein Kleidungsstück gebraucht statt neu kauft oder gelegentlich zu einer vergleichbaren vegetarischen Alternative – statt Fleisch – greift. Vielleicht fallen Ihnen noch ganz andere Möglichkeiten ein. Es gibt eine Vielzahl an Optionen.

Hinweis: Wir mussten in unseren Beispielen mit Durchschnittswerten rechnen. Doch niemand ist Durchschnitt. Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts können Sie Ihre eigene Klimabilanz schätzen – und sehen auf einen Blick, mit welchen Maßnahmen Sie etwas für das Klima bewirken können.

Was machen mit dem gesparten Geld?

Haben auch Sie schon durch Klimaschutzmaßnahmen Geld gespart? Falls Sie noch einen Tipp zum Anlegen brauchen: Ihr Sparkassen-Berater oder Ihre -Beraterin spricht gern mit Ihnen über verschiedene Möglichkeiten zur nachhaltigen Geldanlage.

(Stand: 07.09.2021)


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