So billig wie vor 16 Jahren: Darum ist Heizöl jetzt so günstig

Mit der Co2-Steuer ab 2021 werden die Preise wieder anziehen

Der Preis für Kraftstoffe ist auf den tiefsten Stand seit 16 Jahren gefallen. Besonders sichtbar wird der Preisabsturz an den Tankstellen, an denen Kraftstoffe teilweise unter die Ein-Euro-Marke gerutscht sind. Aber auch beim Heizöl wird der aktuelle Preisverfall sichtbar. Ein Überblick, welche drei Faktoren Sie dennoch beim Kauf von Heizöl beachten sollten.

Mutter und Tochter vor einem Heizkörper

Das Wichtigste in Kürze:

  • Corona begünstigt gibt es den niedrigsten Heizölpreis seit 16 Jahren
  • Der starke Euro senkt den Ölpreis zusätzlich
  • Ab 2021 greift die CO2-Bepreisung auf Heizöl
  • Achtung Lieferfrist: Wenn Ihr bestelltes Öl erst 2021 geliefert wird, müssen Sie den Einkauf bereits höher versteuern
  • Sie erhalten ab November 2021 eine Austauschprämie für Ihre alte Ölheizung
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Verlust verzeichnet der Heizölpreis vom August im Vergleich zum Januar 2020

Der Heizölpreis ist in Deutschland flächendeckend unter die Marke von 40 Euro pro 100 Liter gefallen. Er liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie vor 16 Jahren.

Das gab es noch nie: In seiner gesamten Geschichte lag der Ölpreis in den USA zu keiner Zeit im Minus. Bis zur Coronakrise: Während der Pandemie wurde weniger Öl verbraucht, der Preis fiel in den Keller. Aktuell ist nicht nur Heizöl billig wie nie, auch Autofahrer freuen sich über günstige Benzinpreise. Die derzeit wieder ansteigenden Infektionszahlen könnten die Preise in Europa weiter drücken.

Laut Mineralwirtschaftsverband Deutschland beträgt der Preis für leichtes Heizöl im Januar noch 66,34 Cent pro Liter. Im August sind es nur noch 44,07 Cent. Der Preis ist also um rund ein Drittel gefallen. Das lohnt sich: Sie sparen damit mehrere hundert Euro für einen vollen Tank.

Ursachen für den Preisabsturz des Öls sind laut Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka hauptsächlich zwei Faktoren: Die coronabedingt gesunkene Nachfrage nach Öl und die gut gefüllten Lager. Durch den starken Euro profitieren deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich, denn Öl wird traditionell in Dollar berechnet. 

Für den weiteren Preisverlauf sollten Sie die aktuellen politischen Entwicklungen im Blick behalten. Dazu zählen die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen, der weitere Verlauf der Corona-Pandemie und das Förderverhalten der Opec-Länder. Um nicht alles auf eine Karte zu setzen, sollten Sie über Teilfüllungen nachdenken. Allgemein gilt: Recherchieren Sie bei diversen Vergleichsportalen nach dem günstigsten Angebot.

Warum Sie zügig bestellen sollten: Ab 2021 kommt die Die CO2-Steuer auf Heizöl

Die Bundesregierung erhebt ab 1. Januar 2021 Steuern auf erhöhten CO2-Ausstoß. Bisher galt diese CO2-Bepreisung nur für Industrie und Energiewirtschaft. Um den Treibhausgas-Ausstoß weiter zu verringern, weitet die Regierung die Co2-Bepreisung auf die Bereiche Gebäude und Verkehr aus. Die Maßnahmen bündeln sich im sogenannten nationalen Emissionshandelssystem (nEHS). Das betrifft auch den privaten Heizölverbrauch. Die Steuereinnahmen will die Regierung in Klimaschutzmaßnahmen reinvestieren.

Preisstaffelung der CO2-Steuer bis 2026 vorgesehen

Die CO2-Bepreisung richtet sich an Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe verkaufen. Unternehmen kaufen ein Zertifikat pro Tonne CO2, die durch den Rohstoffgebrauch verursacht wird. Wichtig zu wissen: Das Zertifikat gilt nicht für eine Tonne Heizöl, sondern für die gleiche Menge an CO2, die das Öl beim Verbrennen verursachen wird.

Die Besteuerung startet ab Januar 2021 mit einem Festpreis von 25 Euro pro Tonne CO2. Bis 2025 will die Regierung den Preis auf 55 Euro erhöhen. Für das Jahr 2026 soll nach jetzigem Stand eine Preisspanne von 55 bis 65 Euro gelten.

Warum Sie über Alternativen zur Ölheizung nachdenken sollten

Der Energieverbrauch von Gebäuden steht auf der Liste der Klimasünder weit oben. Für viele Deutsche bereits seit Jahren ein Grund, auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Heiz-Systeme zu setzen.

Mit dem Gebäudeenergiegesetz  fasst die Regierung die Fördermaßnahmen zusammen und geht einen weiteren Schritt in Richtung Klimaschutz. Das Gesetz beinhaltet nicht nur die Förderung von Windkraftanlagen und Solaranlagen, sondern auch eine Austauschprämie für Ölheizungen. Diese umfasst 40 Prozent der alten Heizung im Austausch für ein klimaschonenderes Modell.

Gut zu wissen: Ab 2026 werden veraltete Heizölkessel nur noch stark eingeschränkt genehmigt. Gas- und Ölheizkessel dürfen grundsätzlich nur 30 Jahre betrieben werden. Modelle aus den Jahrgängen vor 1991 sind bereits verboten.


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