Geldgeschenke zur Taufe, Konfirmation, Hochzeit: Was ist angemessen

Ihr finanzieller Ratgeber für alle Festlichkeiten

Die Hochzeit des besten Freundes, die Taufe der Nichte oder die Konfirmation des Nachbarskindes – immer wieder begegnen uns verschiedene Festlichkeiten und oft stellt sich die Frage: Soll ich Geld schenken? Und wenn ja, wie viel? Unser finanzieller Ratgeber steht Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite.

Eine junge Frau überreicht einer Freundin ein Geschenk

Das Wichtigste in Kürze:

  • Geldgeschenke sind bei vielen Festlichkeiten neben anderen Geschenken sehr beliebt. Sie unterstützen die beschenkte Person beispielsweise bei den finanziellen Hürden einer Hochzeit oder ermöglichen Kindern und Jugendlichen, sich Dinge auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu finanzieren. Zum Beispiel den Führerschein.  
  • Je nach Verwandtschaftsgrad fällt die Summe höher oder niedriger aus. Direkte Familienmitglieder – darunter besonders Oma und Opa, die Eltern und Paten – greifen meist tiefer in die Tasche als (enge) Freunde oder Bekannte.
  • Grundsätzlich sollten Sie nur so viel geben, wie Ihre finanziellen Möglichkeiten zulassen. Es gibt keine klaren Regeln, wie hoch ein Geldgeschenk ausfallen muss. Dennoch können Sie sich an Zahlen orientieren.

Die Summe variiert je nach Verwandtschaftsgrad

Taufe, Konfirmation, Jugendweihe, Hochzeit – es gibt immer wieder Feste, zu denen wir eingeladen sind und von uns ein Geschenk erwartet wird. Neben traditionellen Geschenken wie einer Taufkerze oder einem Rosenkranz zur Kommunion ist auch Bares schon Wahres. Doch wie viel Geld schenkt man zu welchem Anlass? Und hat der Verwandtschaftsgrad etwas mit der Höhe der Summe zu tun? Unser finanzieller Ratgeber hilft Ihnen bei allen Festen weiter. 

Taufe

Die Taufe ist in Geschenkbelangen die einfachste Festlichkeit. Meist wird als Taufgeschenk kein Geld gegeben, sondern es werden niedliche und auch sinnvolle Gebrauchsgegenstände für das Baby gekauft – darunter Spielzeug oder Kleidung. Alles, was das Mädchen oder der Junge sowieso benötigt.

Paten oder Großeltern sind üblicherweise diejenigen, die ein Konto für den Täufling eröffnen und im Laufe der Zeit Geld darauf einzahlen. Mit Scheinen und Münzen können die Knirpse die ersten Jahre sowieso nicht viel anfangen. Dafür freuen sie sich beispielsweise im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter umso mehr, wenn sie mit einem schönen Sparpolster überrascht werden.

Einschulung

Die Einschulung ist oft der nächste große Schritt, der gerne gefeiert wird. Wer hier etwas schenken möchte, kann sich bei den Eltern erkundigen, ob das Kind noch Utensilien für die Schule benötigt – oder sich an Schulranzen oder Schultüte beteiligen. Oft übernehmen aber die Großeltern den Kauf des Schulranzens.

Wer lieber Geld schenken möchte, trifft mit 20 bis 50 Euro sicher eine gute Entscheidung. Das ist allerdings von den eigenen finanziellen Mitteln abhängig. Das Kind freut sich bestimmt auch über kleinere Gesten – zum Beispiel einen gemeinsamen Kinobesuch. 

Kommunion

Kinder sind zum Zeitpunkt der Kommunion meistens acht oder neun Jahre alt und hatten daher schon einige Berührungspunkte mit dem Thema Geld. Gerade deshalb sind Geldgeschenke zur Kommunion oft hilfreich, um den Kindern zu ihrem großen Tag mehr Verantwortung zuzusprechen. Auch wenn im Endeffekt die Eltern das Geldgeschenk erst einmal verwahren.

Wie für alle Festlichkeiten gilt: Je näher Sie der zu beschenkenden Person stehen, umso höher sollte der Betrag ausfallen. Oma und Opa, die Eltern und Paten schenken meist 100 Euro oder mehr. Bei (engen) Freunden reichen 50 Euro. Bekannte machen mit 10 bis 30 Euro nichts verkehrt.  

Konfirmation, Firmung oder Jugendweihe

Zur Konfirmation, Firmung oder Jugendweihe wissen die Jugendlichen längst, was Geld bedeutet und können auch ein Gespür entwickelt haben, wie man damit umgeht. Daher freuen sie sich in den meisten Fällen über Bares am meisten – schließlich haben sie dadurch die Möglichkeit, selbst über die Verwendung zu bestimmen. Grundsätzlich gibt es keinen vorgegebenen Rahmen, wie hoch die Geldgeschenke ausfallen sollen. Das muss der oder die Schenkende für sich entscheiden. Als Orientierung:

Konfirmation und Firmung: Verwandte schenken gerne um die 100 Euro, Freunde hingegen um die 50 bis 70 Euro.
Jugendweihe: Auch hier gibt es von Verwandten meist um die 50 bis 100 Euro, von den Eltern um die 150 Euro. Wenn Sie sich als Nachbarin oder Nachbar beteiligen möchten, sind oft 10 bis 20 Euro schon ausreichend.

Wer zusätzlich noch ein kleines Geschenk dazugeben möchte, macht mit Sicherheit nichts falsch.

Hochzeit

Eine Heirat kann sowohl für das zukünftige Ehepaar als auch für die Gäste sehr teuer werden. Welches Hochzeitsgeschenk man überreichen will, hängt oft von den Wünschen der Braut und des Bräutigams ab. Manche freuen sich über einen Zuschuss zur Hochzeit oder zu den Flitterwochen, andere haben ganze Wunschlisten, die sie an ihre Gäste verteilen. Wiederum andere lassen sich überraschen. Eine klare Regelung gibt es nicht, dafür grobe Richtwerte:

Bekannte oder enge Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen schenken meist zwischen 30 bis 50 Euro pro Person. Bei (engen) Freunden darf es etwas mehr sein – hier wird gerne zwischen 50 und 100 Euro pro Person geschenkt. Am meisten erhält das Brautpaar von der Familie: 100 bis 250 Euro pro Person – mit Luft nach oben. 

Schenken Sie nicht über Ihre Möglichkeiten

Auch wenn Schenken etwas Schönes ist, Sie anderen gerne eine Freude bereiten und gleichzeitig mit den übrigen Gästen mithalten möchten, sollten Sie nicht über Ihre finanziellen Kapazitäten hinausgehen. Die genannten Summen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern dienen nur als Orientierung. Für den einen können 100 Euro wenig sein, für den anderen wahnsinnig viel – das kommt ganz auf die eigenen Einkünfte an.

Vor allem zählt eines: die Geste. Und schließlich sollen nicht die Geschenke eine bleibende Erinnerung hinterlassen, sondern die Feierlichkeit und die gemeinsame Zeit mit den Liebsten. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das kommt ganz auf die Situation an. In den meisten Fällen sind Geldgeschenke jedoch nicht unpersönlich. Gerade bei Festlichkeiten wie einer Kommunion, Konfirmation oder Firmung sind Geldgeschenke oft sinnvoll für das Kind, um entweder den Umgang mit Geld zu lernen oder sich das kaufen zu können, was es möchte. Bei Hochzeiten ist es in der Regel eine Unterstützung des Brautpaares, denn sowohl Hochzeiten als auch die Feier und die anschließenden Flitterwochen können sehr kostspielig sein.

Sollten Sie sich nur mit einem Geldgeschenk unwohl fühlen, können Sie selbstverständlich jederzeit noch eine Kleinigkeit dazugeben. Gutscheine stellen einen idealen Mittelweg dar. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass der oder die Beschenkte im jeweiligen Geschäft auch wirklich einkauft.

Als Pate sollte das Geschenk zur Taufe etwas kostspieliger ausfallen – um die 100 bis 150 Euro. Es stellt sich jedoch die Frage, ob es unbedingt Bares sein muss. Am besten fragen Sie bei den Eltern nach, ob sie für das Baby noch etwas Bestimmtes benötigen. Oder Sie sprechen sich mit den Großeltern ab und legen direkt ein eigenes Konto für den Nachwuchs an.

Je näher Sie dem Kind stehen, umso mehr können Sie zur Kommunion schenken. Bei nahen Verwandten und der Familie sind das meist um die 100 Euro. Sind Sie ein Freund oder eine Freundin der Familie, sind 50 Euro mehr als ausreichend.

Das variiert je nach Verwandtschaftsgrad. Zur Konfirmation und Firmung schenken Verwandte gerne um die 100 Euro, Freunde hingegen 50 bis 70 Euro. Zur Jugendweihe ist es ähnlich. Von Verwandten gibt es meist 50 bis 100 Euro, von den Eltern um die 150 Euro. Aber auch Nachbarinnen und Nachbarn geben gerne eine Kleinigkeit dazu – 10 bis 20 Euro sind hier aber oft ausreichend.

Oma und Opa schustern der Enkelin oder dem Enkel gerne ein wenig mehr zu. Je nach finanzieller Situation sind 100 Euro angemessen. Es gibt allerdings immer Luft nach oben.

Paten spielen bei der Konfirmation und Firmung eine wichtige Rolle. Daher sind Geldgeschenke immer Rahmen von 100 bis 250 Euro üblich. (Enge) Freunde geben auch gerne 50 bis 100 Euro.

Wie hoch das Geldgeschenk zur Hochzeit ausfällt, hängt mit dem Verwandtschaftsgrad sowie der Beteiligung an der Hochzeit zusammen. Sind Sie auch zur Feier eingeladen, kann es durchaus etwas mehr sein. Zur Orientierung:

Bekannte oder Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen: 30 bis 50 Euro pro Person
(Ende) Freunde: 50 bis 100 Euro pro Person
Familie: 100 bis 250 Euro pro Person

Als Trauzeugin oder Trauzeuge haben Sie in den meisten Fällen eine engere Beziehung zum Brautpaar. Auch hier können Sie sich an den gängigen Richtlinien orientieren. Sind Sie mit dem Brautpaar befreundet, sind 50 bis 100 Euro pro Person angemessen. Gehören Sie zur Verwandtschaft, können es um die 100 Euro oder mehr pro Person sein.

(Stand: 03.05.2021)


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