Energiepreisschock durch Ukraine-Krieg

Gas- und Ölpreise steigen immer weiter an

Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine kennen die Energiepreise hierzulande nur noch eine Richtung: Sie gehen steil nach oben. Die Angst vor möglichen Lieferengpässen führt dazu, dass der Preis für Erdgas am 7. März ein neues Rekordhoch verbucht hat: Zeitweise notierte er bei 345 Euro. Zuvor war bereits der Ölpreis in die Höhe geschnellt.

Preistafel einer Tankstelle

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach der Invasion russischer Truppen in die Ukraine und den vom Westen verhängten Sanktionen sind die Energiepreise rapide gestiegen und verbuchten teilweise Rekordwerte.
  • Am 7. März kletterte der Gaspreis um 60 Prozent auf 345 Euro, die Ölpreise notierten bei gut 139 US-Dollar.
  • Angesichts der zunehmenden Eskalation des Krieges in der Ukraine können die Preise in Europa in den kommenden Wochen noch weiter steigen.

Auf dem Staatsgebiet der Russischen Föderation befinden sich die weltweit größten Energievorkommen: mehr als 6 Prozent der Öl- und 20 Prozent der Erdgasreserven. Damit besitzt Russland laut der Statistikplattform Statista Rohstoffe im Wert von mehr als 65 Billionen Euro. Viele europäische Länder, allen voran Deutschland, gehören seit Jahren zu den größten Abnehmern für russisches Gas und Öl.

Im Zuge des Ukraine-Krieges und der vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen haben die Preise für Öl und Gas Anfang März stark angezogen. Die aktuelle Preisentwicklung ist Analystinnen und Analysten zufolge ein Zeichen der zunehmenden Ängste, dass entweder der Westen kein Gas mehr aus Russland kaufen will. Oder dass Russland sich entschließt, den Gasverkauf als Sanktionswaffe gegen den Westen einzusetzen.

Freigabe von Ölreserven kann Preisspirale nicht aufhalten

Der europäische Gaspreis ist am 7. März am niederländischen Terminmarkt Dutch TTF um 60 Prozent auf den Rekordwert von 345 Euro gestiegen. Auch die beiden wichtigsten Erdölsorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) wurden immer teurer: Sie kletterten am selben Tag zeitweise über die Marke von 139 US-Dollar und markierten damit ein Dreizehneinhalb-Jahres-Hoch.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte Anfang März mit der Freigabe von 60 Millionen Barrel Rohölreserven versucht, die Kriegsfolgen an den Märkten abzumildern. Doch das bremste den Anstieg kaum. Die heftigen Preisausschläge zeigen, wie sehr die Energiemärkte vom Verhalten Russlands und den Reaktionen des Westens abhängen: „Die Situation zwischen der Ukraine und Russland wird der Schlüssel für die generelle Richtung auf dem Gasmarkt sein, allein wegen der Risiken, die damit verbunden sind“, sagte ein britischer Gasmarktspezialist der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Speicherstände niedrig

Russland liefert 10 Prozent des weltweiten Rohöls und 30 bis 40 Prozent des europäischen Erdgasbedarfs. Bereits vor dem Russland-Ukraine-Krieg befanden sich die Stände in den europäischen Erdgasspeichern weit unter dem normalen Niveau. Im Vergleich zu 2021 sind die russischen Lieferungen an Europa bereits vor Kriegsausbruch um etwa 40 Prozent zurückgegangen.

Zwar werden bereits getätigte Käufe Tradern zufolge noch geliefert und das Angebot aus Russland wird aktuell als erhöht bezeichnet. In den kommenden Tagen und Wochen sind aber immer weniger Mengen zu erwarten. Die europäischen Märkte sind angesichts der unmittelbaren Auswirkungen des Krieges und seiner Auswirkungen auf die Wirtschaft am stärksten betroffen. Daher können die Erdgas- und Ölpreise hier noch weiter steigern.

(Stand: 07.03.2022)


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