Vermögensnachfolge

4 Kriterien, um möglichst wenig Geld an den Fiskus zu verlieren

Verwandte können unter bestimmten Voraussetzungen Betriebe steuerfrei übernehmen. Auch andere Nachfolger – etwa aus dem Mitarbeiterkreis – reduzieren mit einer guten Planung die Abgaben. Bis zu 85 Prozent des Betriebsvermögens sind steuerfrei, wenn diese vier Bedingungen erfüllt sind:

1. Das Vermögen wird überwiegend betrieblich genutzt

Das Vermögen, das übertragen werden soll, muss ganz überwiegend betrieblich genutzt werden. Zum Betriebsvermögen gehören vor allem Firmengebäude, Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge. Verwaltungsvermögen, das nicht unmittelbar der Produktion der Firma dient, bleibt in der Regel steuerpflichtig.

Bevor das Finanzamt die Steuerhöhe berechnet, muss ermittelt werden, wie viel die Firma wert ist. Die Finanzbehörden wenden dafür das vereinfachte Ertragswertverfahren an. Danach ergibt sich das Betriebsvermögen aus dem durchschnittlichen Jahresgewinn der vergangenen drei Jahre vor der Übergabe, multipliziert mit dem Kapitalisierungsfaktor 13,75 (siehe Rechenbeispiel).

2. Die Firma bleibt mindestens noch fünf Jahre bestehen

Der Nachfolger muss den Betrieb über mindestens fünf Jahre fortführen. Er darf in dieser Zeit weder die Firma als Ganzes noch Teilbereiche verkaufen. Eine Ausnahme gilt dann, wenn das Unternehmen zwar Teile verkauft, gleichzeitig aber wieder investiert.

Hält sich der Nachfolger nicht an diese Regel, versteuert das Finanzamt die Übergabe rückwirkend ohne Steuervorteile.

3. Keine Entnahmen über 150.000 Euro

Der Nachfolger darf neben seinen Einlagen und dem Gewinn innerhalb des Fünf-Jahres-Zeitraums nicht mehr als 150.000 Euro entnehmen oder von einer GmbH ausschütten lassen. Verluste der Firma werden dabei nicht berücksichtigt.

4. Die meisten Arbeitsplätze bleiben erhalten

Schließlich muss der Nachfolger die meisten Arbeitsplätze in der übertragenen Firma erhalten. Konkret bemisst dies das Gesetz daran, wie sich die Summe aller Löhne über den Fünf-Jahres-Zeitraum zur durchschnittlichen Lohnsumme der vorangegangenen fünf Jahre verhält.

  • Hierfür enthält das Gesetz ein Stufenmodell:
  • Bei bis zu fünf Beschäftigten gibt es keine Prüfung.
  • Bei bis zu zehn Mitarbeitern muss der Nachfolger mindestens eine Lohnsumme von 250 Prozent im Vergleich zum Anfangswert erreichen.
  • Zwischen elf und 15 Beschäftigten hat die Lohnsumme dann 300 Prozent zu betragen.
  • Ab 16 Mitarbeitern muss die Lohnsumme 400 Prozent erreichen.

Die Alternative für Familienbetriebe

Wenn es unsicher ist, ob der Nachfolger die Firma mindestens fünf Jahre lang fortführen und die Lohnsummenregel über diesen Zeitraum einhalten kann, empfiehlt es sich, einen anderen Weg zu nutzen: In reinen Familienbetrieben bleiben auf Antrag bis zu 30 Prozent des Betriebsvermögens steuerfrei, wenn Gesellschaftsvertrag oder Satzung mindestens zwei Jahre vor der Übergabe unter anderem regeln, dass nur ein Teil der Gewinne und kein Betriebsvermögen entnommen werden darf. Diese Vereinbarung müssen die Beteiligten nach der Übergabe 20 Jahre lang einhalten.

Wer weder das Standardmodell noch den Abschlag von 30 Prozent nutzt, die Schenkung- oder Erbschaftsteuer jedoch nicht ohne Gefährdung der Firma aufbringen kann, bekommt vom Finanzamt auf Antrag eine Stundung für die Dauer von bis zu sieben Jahren gewährt.

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1 Angaben in Euro, 2 entspricht dem Betriebsvermögen, Quelle: PROFITS

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