Es ist noch kein Riester vom Himmel gefallen

Richtig riestern mit einem Fondssparplan

Viele scheuen sich vor Riester, weil sie glauben, es sei kompliziert. Dabei kann ein Riester-Fondssparplan im Rahmen eines Beratungstermins einfach eingerichtet werden. Was dann bleibt, ist das gute Gefühl, eine wichtige Entscheidung für  die persönliche Zukunft getroffen zu haben.

Die gesetzliche Rente wird im Alter nicht reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Riester-Produkte können helfen, diese Lücke der Rentenversicherung zu füllen. Das Sparen mit Riester lohnt sich gleich doppelt:

  1. Für Zulagenberechtige gibt es staatliche Zulagen und mögliche Steuerersparnisse, ohne dass sie mehr dafür tun müssen als Ihren Mindestbeitrag zu bezahlen*. Allein das sorgt schon für eine gewisse Rendite.
  2. Die Fondsgesellschaft garantiert zu Beginn der Auszahlungsphase**, dass die Summe der gesparten Beiträge zum Ende der Laufzeit auch erhalten bleiben.
Illustration: Ein Mann hat die Idee, zu riestern

Riester-Fondssparpläne bieten laut Stiftung Warentest von allen Riester-Sparformen die höchsten Renditechancen. Sie sind eine gute Möglichkeit für Anleger, sich eine rentable Altersvorsorge aufzubauen.

Aktuell gibt es kaum Zinsen. Das wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern. Der besondere Vorteil beim Riestersparen mit Fonds: Sparer partizipieren an den Entwicklungen der internationalen Wertpapiermärkte. Gerade im Umfeld niedriger Zinsen ist es wichtig, Renditen zu erwirtschaften, um so einen realen Vermögensaufbau für die Altersvorsorge zu erzielen.

Sie wollen endlich das Riestern anpacken?

Dann legen Sie einfach los. Keine Sorge: Es ist noch kein Riester vom Himmel gefallen. Je früher Sie mit dem Riester-Sparen beginnen, desto höher kann die Rente im Alter sein. Denn je länger Ihr Anlagehorizont, desto länger können Sie Zulagen, Renditechancen und den Zinseszinseffekt für Ihre Altersvorsorge nutzen.

Sie müssen also nur mit Riester-Sparen starten – am Ende werden Sie sehen, dass es etwas gebracht hat.

Wie funktioniert ein Riester-Fondssparplan?

Illustration: Ein Lexikon

Riester-Fondssparpläne sind grundsätzlich genauso aufgebaut wie konventionelle Fondssparpläne. Mit ein paar kleinen Besonderheiten.

So geht‘s:

  1. Sie suchen sich einen Fondsanbieter und schließen einen Riester-geförderten Fondssparplan ab. Dabei berät Sie Ihr Sparkassen-Berater.
  2. Anschließend zahlen Sie monatlich Ihren Wunsch-Sparbetrag ein. Um die volle Riester-Zulage zu erhalten, sind das im Jahr vier Prozent Ihres Vorjahreseinkommens:  maximal 2.100 Euro im Jahr, mindestens 60 Euro jährlich.
  3. Achten Sie darauf, einen Dauerzulageantrag zu stellen. Damit werden jedes Jahr automatisch Ihre Zulagen beantragt. Nur wenn sich beispielsweise Ihr Gehalt ändert oder Sie ein Kind bekommen, müssen Sie dies Ihrem Anbieter melden.
  4. Von Ihrem Fonds-Anbieter erhalten Sie einmal im Jahr eine Information zur privaten Altersvorsorge.
  5. Ihre Beiträge werden elektronisch an die Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) gemeldet.
  6. Der Staat gewährt dann – im Rahmen des Sonderausgabenabzugs – gegebenenfalls zusätzliche mögliche Steuervorteile*.  Hierfür muss die Anlage AV ausgefüllt werden.

Bei den Einzahlungen sind Sie völlig flexibel. Sie können Ihre Beiträge bei Bedarf jederzeit erhöhen, reduzieren oder vorübergehend aussetzen. Dabei gilt allerdings: Wenn Sie sich Ihr  Riester-gefördertes Kapital vorher auszahlen lassen, müssen Sie die gewährten Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen und die Kapitalgarantie entfällt.


Staatliche Förderung

Wie hoch ist die staatliche Förderung?

  • Wenn Sie förderberechtigt sind, profitieren Sie von der Grundzulage in Höhe von bis zu 175 Euro jährlich.
  • Zusätzlich bekommen Sie eine Kinderzulage für jedes kindergeldberechtigte Kind – und zwar jedes Jahr 300 Euro für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, beziehungsweise 185 Euro für alle älteren Kinder.
  • Berufseinsteiger unter 25 Jahren erhalten zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro.*
Illustration: Ein Stapel Münzen

Eine mittelbare Zulagenberechtigung besteht seit 2012 nur, wenn mindestens 60 Euro Eigenbeitrag erbracht werden. Mittelbar begünstigt und damit zulagenberechtigt sind Eheleute/eingetragene Lebenspartner von unmittelbar Begünstigten. Bei einem eigenen Vorsorgevertrag besteht Anspruch auf die staatliche Zulage.

Die Bedingung ist lediglich, dass der sogenannte Sockelbetrag von fünf Euro im Monat als Beitrag entrichtet wird. Somit erhält dieser mittelbar oder indirekt begünstigte Personenkreis alle damit verbundenen Vorteile. Leisten Sie geringere Eigenbeträge, kürzt Ihnen der Gesetzgeber die Grund- und Kinderzulage.

Gut zu wissen: Wer geschickt in einen Riester-Fondssparplan investiert, für den sind 51 Prozent Förderung und mehr möglich. Die Besteuerung der Auszahlungen erfolgt nachgelagert im Alter als sonstige Einkünfte: Auf die garantierte, lebenslange Zusatzrente müssen Sie Einkommensteuer zahlen.

Für wen lohnt sich die Riester-Rente mit Aktien?

Mit einem Fondssparplan kann jeder langfristig Vermögen fürs Alter aufbauen. Daher eignet er sich grundsätzlich für jeden, der privat fürs Alter vorsorgen möchte.

Aufgrund der staatlichen Förderungen in Form von Zulagen und möglichen Steuervorteilen lohnen sich Riester-Fondssparpläne außerdem für Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Gutverdiener.

Welche Fonds kommen in Betracht?

Nicht jeder Fondssparplan ist riesterfähig. Denn: Riester-Investmentfonds müssen zertifiziert sein und unterliegen besonderen Anforderungen. Welche Fondssparpläne riesterfähig sind, fragen Sie am besten Ihren Wertpapier-Berater.

Zu den Merkmalen gehören:

  • Die Kapitalgarantie zum Auszahlungsbeginn
  • lebenslange Auszahlungen
  • Vorgaben im Hinblick auf die Vererbbarkeit und den Erhalt der Förderung

Der Staat möchte so sicherstellen, dass das Anlagerisiko für den Sparenden möglichst gering ist.


Auszahlung: Wie kommen Sie im Alter an Ihr Geld?

Wenn Sie ins Rentenalter kommen, können Sie zwischen zwei Möglichkeiten wählen:

Option 1: Monatliche Rente

Bis zu einem Alter von 85 Jahren erhalten Sie monatliche Leistungen im Rahmen eines Fonds-Auszahlplans. Ab 85 Jahren beziehen Sie eine lebenslange regelmäßige Rente aus einer Leibrentenversicherung.

Option 2: Einmalauszahlung

Zum Auszahlungsbeginn haben Sie die Möglichkeit, sich 30 Prozent des Riester-Kapitals einmalig auszahlen zu lassen. Den Rest erhalten Sie als lebenslange regelmäßige Auszahlungen. Ab 85 Jahren beziehen Sie eine lebenslange regelmäßige Rente aus einer Leibrentenversicherung.

Und noch was: Mit der flexiblen Wohn-Riester-Option können Sie Ihr geförderte Kapital aus dem zertifizierten Altersvorsorgevertrag auch für die Finanzierung von Wohneigentum nutzen.

Ansparphase: Was passiert mit Ihrem Geld?

Rechenbeispiele: Wie viel Riester-Zulagen und welche Steuervorteile gibt es?

Beispiel 1: Katharina und Phillipp, Familie mit zwei Kindern

  • Kinder jeweils nach 2008 geboren
  • Frau mit unmittelbarem Zulagenanspruch
  • Mann mit mittelbarem Zulagenanspruch
Bruttojahreseinkommen Frau 53.000 Euro
Alter 37 Jahre, Ansparphase 30 Jahre
Jährliche Grundzulage Frau 175 Euro
Jährliche Grundzulage Mann 175 Euro
Jährliche Kinderzulage 300 Euro
Eigenbeitrag Frau pro Jahr 1.150 Euro

Erhöhung des jährlichen Eigenbeitrags der Frau nach Wegfall der Kinderzulage in 2032

1.450 Euro

Erhöhung des jährlichen Eigenbeitrags der Frau nach Wegfall der Kinderzulagen in 2035

1.750 Euro
Mann Sockelbeitrag pro Jahr 60 Euro
Eigenbeitrag gesamt 45.540 Euro
Rendite 74.885 Euro
Zusätzliche Steuerersparnis1 4.098 Euro
Zulagen gesamt 19.200 Euro
Förderquote 36 %
Kapital zum Auszahlungsbeginn 139.625Euro

Beispiel 2: Benny, Berufseinsteiger, Single, keine Kinder

Bruttojahreseinkommen 33.000 Euro
Alter 24 Jahre, Ansparphase 43 Jahre
Jährliche Grundzulage 175 Euro
Einmaliger Berufseinsteiger-Bonus im ersten Jahr 200 Euro
Eigenbeitrag pro Jahr 1.925 Euro
Eigenbetrag gesamt 82.775 Euro
Rendite 208.264 Euro
Zusätzliche Steuerersparnis1 21.558 Euro
Zulagen gesamt 7.725 Euro
Förderquote 32 %
Kapital zum Auszahlungsbeginn 298.764  Euro

1Geschätzte Größe aufgrund des angegebenen Bruttoeinkommens. Der tatsächliche Steuervorteil ergibt sich aus dem individuellen steuerpflichtigen Einkommen. Aussage gemäß aktueller Rechtslage.

2Die Förderquote errechnet sich aus der Summe der Zulagen und der Steuerersparnis im Verhältnis zum geförderten Gesamtbeitrag.

Weitere Annahmen: Produkt Deka-ZukunftsPlan Classic, Renditeannahme 5 Prozent. Diese Annahmen sind aus langjährigen Durchschnittswerten der Vergangenheit abgeleitet und beruhen auf Szenarien mit unterschiedlichen (sowohl positiven als auch negativen) Marktbedingungen, welche die Art und die Risiken, der in die Annahme einbezogenen Arten von Finanzinstrumenten widerspiegeln.

Bitte beachten Sie: Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Es wurden die Ausgabeaufschläge auf Fondsebene sowie die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Vertragspreis) berücksichtigt. Die auf Fondsebene anfallenden laufenden Kosten sind in der angegebenen Wertentwicklung bereits enthalten.

Bei einem beispielhaften Anlagebetrag von 100 Euro monatlich ergäben sich die folgenden Kosten: Ausgabeaufschlag vom Rücknahmepreis 3,00 Prozent (= 3,00 Euro) beim Kauf bis fünf Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase sowie einmal jährlich die Vertragsgebühr auf Kundenebene in Höhe von 10 Euro.

Diese Kostendarstellung erfüllt nicht die Anforderungen an einen aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Kostenausweis, den Sie rechtzeitig vor Auftragsausführung erhalten werden. Bei Fragen zu den Kosten wenden Sie sich bitte an Ihren Kundenberater oder Ihre Kundenberaterin.


Häufige Fragen zu Riester-Fondssparplänen

Alle Einzahlungen und Zulagen sind zum Beginn der Auszahlungsphase garantiert. Wegen der Beitragsgarantie kalkulieren Anbieter von Riester-Fonds vorsichtig. Denn sie müssen mögliche Verluste am Aktienmarkt über die Anspardauer ausgleichen. Sie können also Ihre Einzahlungen ganz entspannt für sich arbeiten lassen.

Wertschwankungen an der Börse sind normal. Der Depotwert kann also auch mal unter die eingezahlten Beiträge fallen. In einer solchen Phase empfiehlt es sich, gelassen zu bleiben. Zwischenzeitliche Kursrückgänge sind sogar von Vorteil, wenn sich der Kurs langfristig positiv entwickelt. Der Grund: In niedrigen Phasen bekommen Sie mehr Fondsanteile für Ihr Geld. Das Prinzip dahinter heißt Cost-Average-Effekt.

Verlieren können Anleger nichts, wenn sie bis zum Auszahlungsbeginn durchhalten. Dann greift die Garantie auf Beiträge und Zulagen. Dafür steht die Garantie der Fondsanbieter. Zudem ist das geförderte Vermögen geschützt bei Hartz IV. Es kann im schlimmsten Fall passieren, dass am Ende der Ansparzeit lediglich die Kapitalgarantie übrigbleibt.

Ja.

Allerdings: Wenn Sie Ihren alten Riester-Fonds kündigen wollen, müssen Sie alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Haben Sie hohe Gebühren bei Abschluss Ihres Vertrags an Ihren Riester-Anbieter bezahlt, haben diese Ihr Riester-Guthaben erst einmal gemindert. Daher empfehlen wir, Ihren alten Riester-Vertrag nicht zu kündigen, sondern einen Fondssparplan mit besseren Konditionen abzuschließen und das Guthaben darauf zu übertragen (Anbieterwechsel). Die Zulagen und steuerlichen Vorteile können Sie dann behalten.


Denken Sie an die Risiken

Bitte beachten Sie, dass die konkreten Risiken von der Auswahl des Produktes abhängen. Kapitalmarktbedingte Wert- und Währungsschwankungen können nicht ausgeschlossen werden und zu Verlusten führen.

Bei förderschädlicher Verfügung von Guthaben mit Riester-Förderung vor Beginn der Auszahlungsphase gibt es keine Garantie der Beiträge. Sie müssen außerdem die staatlichen Förderungen zurückzahlen.


* Steuerdisclaimer: Voraussetzung für den Erhalt der vollen Zulagen ist, dass ein Sparbetrag von mindestens 4 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro abzüglich Zulagen, mindestens aber der Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr erbracht wird.

Eine mittelbare Zulagenberechtigung besteht seit 2012 nur, wenn mindestens 60 Euro Eigenbeitrag erbracht werden. Grund- und Kinderzulage werden gekürzt, wenn geringere Eigenbeiträge geleistet werden. Beiträge bis zum Höchstbetrag von 2.100 Euro p. a. können auch als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die mögliche Steuerersparnis höher ist als die Altersvorsorgezulage, wenn die Kosten als Sonderausgaben in der Anlage AV angegeben werden.

Wird vor Beginn der Auszahlungsphase über das Kapital verfügt, sind bei Beiträgen mit Riester-Förderung die gewährten Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen (förderschädliche Verfügung). Der erzielte Wertzuwachs ist mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern.

Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand Juli 2019. Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

** Garantiegeber: DekaBank Deutsche Girozentrale, Frankfurt am Main. Bei förderschädlicher Verfügung von Guthaben mit Riester-Förderung vor Beginn der Auszahlungsphase keine Garantie der Beiträge und Rückzahlung der staatlichen Förderungen.

Sichern auch Sie sich Extra-Geld vom Staat. Wir beraten Sie gern.

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