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Junge Frau im Rollstuhl, die eine Rampe runterfährt.

Wie Sie in Ihrem Zuhause Barrieren reduzieren und den Wohnkomfort erhöhen

Barrierefrei umbauen
Schon früh sollten Sie sich die Frage stellen: Wie bewege ich mich in meinen vier Wänden, wenn meine Mobilität eingeschränkt ist? Alles erreichen, Unfälle vermeiden und den Alltag komfortabel gestalten bedeutet Lebensqualität. Unser Leitfaden zeigt, was zu einem barrierefreien Haus gehört und worauf Sie bei einem Umbau achten sollten.

Unzählige Stufen bis zur Wohnungstür, der Einstieg in die Dusche eine Kletterpartie, der Weg in die Abstellkammer ein Nadelöhr: Ein Wohnumfeld mit Barrieren – so sehen heute viele Wohnungen und Häuser in Deutschland aus. Bei vielen Menschen kommt irgendwann der Punkt, an dem der Abbau von Barrieren Freiheit bedeutet: Die Freiheit, das Leben weiterhin selbstbestimmt, sicherer oder einfach nur komfortabler zu genießen.

Das barrierefreie Haus

Mit diesen Maßnahmen entfernen Sie Barrieren und erhöhen Ihren Wohnkomfort.

  • Eingangsbereich

    Schon der Zugang zur Wohnung oder zum Haus ist oft schwierig. Der Eingang sollte stufen- und schwellenlos sein und genügend Bewegungsfläche bieten. Rampen erleichtern den Zugang für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehhilfen oder Familien mit Kinderwagen. Der Eingang zu Haus und Wohnung sollte vor allem:

    • ausreichend Bewegungsfläche bieten,
    • stufen- und schwellenlos sein,
    • eine leichtgängige, breite und einbruchsichere Tür haben,
    • über einen Wetterschutz verfügen (zum Beispiel eine Überdachung).
    • Türschilder und Briefkästen können Sie durch Braille oder Reliefschrift barrierefrei gestalten.
    • Rampen erleichtern den Zugang zum Haus – für Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Gehhilfe und Rollstuhlfahrer. Die Rampen sollten breit sein und nur wenig ansteigen.
    • Beidseitige Handläufe machen es möglich, sich abzustützen.
  • Treppen und Stufen

    Schwellen, Stufen und Absätze erschweren den Zugang zur Wohnung. Das spüren Sie schon, wenn Sie den Großeinkauf hereintragen wollen. Für Ältere und Menschen mit Gehbehinderungen wird eine Treppe schnell zum großen Hindernis.

    Am einfachsten ist es, wenn Sie Höhenunterschiede einfach per Fahrstuhl überwinden. Manchmal ist es möglich, mit einer Umbaumaßnahme einen Treppenlift anzubringen. Mindestens sollten aber Handläufe ohne Unterbrechungen und rutschfeste Stufen vorhanden sein.

  • Bad und Sanitäranlagen

    Es gibt viele Möglichkeiten, das Bad barrierefrei zu gestalten. Das geht heute ganz ohne funktionale Nüchternheit: Neue Designs machen die Bäder und Sanitäranlagen sogar richtig schick. Dazu gehört eine ebenerdige Dusche mit einfachem Einstieg. Höhenverstellbare Toiletten und Waschbecken machen das Bad für alle benutzbar. Wichtig ist auch, dass es genügend Platz um WC, Dusche und Waschbecken gibt.

    Ein Badezimmer ohne Barrieren? Dazu gehört zum Beispiel:

    • ein Waschbecken, das Beinfreiheit bietet oder höhenverstellbar ist
    • eine Badewanne mit niedriger Einstiegshöhe, mit Türeinstieg oder Liftsystem,
    • eine bodengleiche Dusche,
    • ein WC, dessen Sitzhöhe angepasst oder flexibel verstellbar ist.

    Wichtig ist außerdem, dass Sie genügend Bewegungsfläche um die Sanitärobjekte herum haben. Deshalb sollte die Tür auch nach außen öffnen oder als Schiebetür eingerichtet sein.

  • Balkon und Terrasse

    So schön es ist, Balkon oder Terrasse sein Eigen zu nennen: Oft ist der Zugang eine Stolperfalle. Deshalb sollte der Weg nach draußen schwellenlos und sicher sein.

    Bei Mehrfamilienhäusern gelten gesonderte Förderbedingungen je Wohneinheit.

  • Raumaufteilung

    Passen Sie die Raumaufteilung funktional an. Manchmal müssen Wände versetzt werden, um Bewegungsfreiheit und Nutzungskomfort zu sichern – insbesondere in Küchen, Wohn- und Schlafräumen oder Fluren. Solche Maßnahmen können größere Umbauarbeiten erfordern.

  • Kommunikation

    Das Smart Home kann eine große Erleichterung für Menschen mit Einschränkungen sein. Mit den Assistenzsystemen lassen sich viele Funktionen in Ihrem Zuhause steuern: Wichtig sind vor allem Notrufsysteme, mit denen Sie von überall aus Alarm geben können. Überfall- und Einbruchmeldeanlagen oder andere Unterstützungssysteme. Auch Türsprechanlage, Beleuchtung, Heizung und Klimatechnik lassen sich mit entsprechenden Assistenzsystemen per App steuern.

    Eine Förderung ermöglicht auch hier das Programm „Altersgerecht Umbauen – Kredit 159 “ der KfW, etwa für

    • eine Nachrüstung mit automatischen Tür-, Tor- oder Fensterantrieben
    • Maßnahmen zur Verbesserung der Orientierung und Kommunikation (z. B. Beleuchtung, Gegensprech- oder Briefkastenanlagen)
    • Sicherheits- und Notrufsysteme oder
    • Maßnahmen zum Einbruchschutz (z. B. einbruchshemmende Türen und Tore, Nachrüstsysteme für Fenster oder Warnanlagen)

    Eine Kombination verschiedener Maßnahmen ist möglich.

  • Wege und Stellplätze

    Der Weg zwischen Hauseingang und Garage oder Stellplatz sowie zu den Mülltonnen sollte ohne Stufen erreichbar sein. Außerdem muss es Platz für Gehhilfen und Rollstühle geben. Legen Sie Wege ausreichend breit an – ohne Schwellen oder Stufen und mit rutschhemmendem Belag.

    Im Rahmen des KfW-Programms 159 förderfähig sind: Wege zum Hauseingang, zu Stellplätzen und Garagen, zu Spielplätzen und zu Mülltonnen, sofern sie der Barrierereduzierung dienen.

    Förderfähig sind über das KfW-Programm 159 beispielsweise:

    • Wege zum Hauseingang, Stellplätze, Garagen, Spielplätze, Mülltonnen
    • Überdachung von Abstellplätzen für Kinderwagen, Gehhilfen, Rollstühle
    • altersgerechte Kfz-Stellplätze, automatische Garagentorantriebe

Beratung durch Experten

Lassen Sie sich von einem Wohnberater, Architekten oder Handwerker beraten – am besten von Anfang an. Der Experte kann Ihnen Umbauten empfehlen, die für Sie besonders sinnvoll sind. Schon einzelne Maßnahmen können ihr persönliches Umfeld barrierearm und komfortabel gestalten.

Barrierefreies Bauen wird verbreiteter

Weil dieses Thema immer mehr ins Bewusstsein von Architekten und Bauherren rückt, wird heute oftmals barrierefrei gebaut. Im Neubau planen Fachleute zum Beispiel meist den Eingangsbereich mit rutschfesten Stufen.

Maßgeblich ist hierbei die DIN 18040 (Barrierefreies Bauen), die auch Grundlage für viele Förderbedingungen ist. 

Nicht erst im Alter an Umbau denken

Viele Menschen verbinden eingeschränkte Mobilität ausschließlich mit dem Alter. Doch es gibt viele Gründe, sich schon früher damit auseinander zu setzen. Ein Kind mit Einschränkungen, ein erkrankter Partner oder ein Elternteil, der einzieht: Die Frage der Barrierefreiheit kann sich schneller stellen, als Sie vielleicht annehmen. Besser also, Sie informieren sich rechtzeitig, welche Möglichkeiten es gibt, damit Sie barrierefrei wohnen können.

Was immer wieder auffällt: Die meisten denken an Treppe und Bad, wenn sie über Hindernisse in ihrem Eigenheim reden. Dabei betrifft das Thema nahezu alle Bereiche: Sind die Küchenschränke auch von einem Rollstuhl aus erreichbar? Kommen Sie gut an die Steckdosen, auch wenn Sie sich schlecht bücken können? Ist der Weg auf den Balkon stufenlos?

Was kostet der Umbau zum barrierefreien Haus?

Am einfachsten ist es, von vornherein barrierefrei zu bauen. Dann können Sie alle Maßnahmen schon in der Planungsphase mitdenken und Ihren Neubau zugänglich und altersgerecht gestalten. Oft sind es aber Bestandsimmobilien, die nachträglich umgebaut werden müssen. In diesem Fall sind manchmal weitreichende und kostspielige Umbauarbeiten nötig.

Weil die Immobilien so unterschiedlich sind und jede Maßnahme individuell geplant werden muss, lässt sich die Frage nach den Kosten für einen barrierefreien Umbau nicht pauschal beantworten.

Sie sollten die Ausgaben aber auf keinen Fall unterschätzen. Damit Sie ein Gefühl dafür bekommen: Der Einbau einer höhenverstellbaren Toilette kann zwischen 4.500 und 7.000 Euro kosten, eine bodengleiche Dusche (inkl. Umbauarbeiten) zwischen 3.000 und 8.000 Euro oder ein Treppenlift (gerade Treppe) zwischen 4.000 und 8.000 Euro.

Der Umbau zum barrierefreien Wohnraum kann also schnell kostspielig werden. Die gute Nachricht für Sie ist, dass der Staat Sie unterstützt. Mit einem Zuschuss und einem günstigen Kredit von der Förderbank KfW sowie einer Finanzierung bei Ihrer Hausbank wird Ihr Vorhaben gleich viel realistischer.

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Gegebenenfalls wird Ihre Sparkasse Sie im Nachgang per E-Mail kontaktieren.

Förderung über die KfW auf einen Blick

Weil die Baumaßnahmen teuer werden können, gibt es von der KfW das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ (159).

  • Bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohneinheit
  • Beantragung über die Hausbank vor Beginn der Maßnahmen

zwei Programme:

  • Mit dem Kredit "Altersgerecht Umbauen" (159) werden Baumaßnahmen gefördert, die sich für die Reduzierung von Barrieren in Ihrem Wohnraum eignen. Bis zu 50.000 Euro gibt es als zinsgünstiges Darlehen. Zu diesem Förderprogramm gehört auch die Umrüstung auf SmartHome.

Hinweis: Programme werden oft nur zeitlich befristet und mit begrenzten Haushaltsmitteln angeboten. Mitunter werden sie auch eingestellt oder umgewidmet: So ist die Extra-Förderung für den „Einbruchschutz" (Investitionszuschuss 455-E) eingestellt und ins KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen – Kredit 159“ integriert worden. Interessenten sollten daher stets die aktuellen Förderbedingungen direkt bei der KfW prüfen. 

Investitionszuschuss 2026
Aktueller Hinweis

Die Antragstellung für den Zuschuss 455-B zur Barrierereduzierung wird voraussichtlich ab Frühjahr 2026 wieder möglich sein. Die Förderkonditionen sollen unverändert gegenüber den bisherigen Regelungen bleiben. Die Förderung wird als Investitionszuschuss gewährt und steht nur zur Verfügung, solange Haushaltsmittel vorhanden sind. Über den genauen Starttermin informiert die KfW auf ihrer offiziellen Internetseite.

Ein Antrag kann nur gestellt werden, wenn noch nicht mit dem Vorhaben begonnen wurde. Als Beginn eines Vorhabens gilt der Abschluss von Lieferungs- oder Leistungsverträgen. Planungs- und Beratungsleistungen gelten dabei nicht als Vorhabensbeginn.

Erst planen, dann beantragen

Damit Sie von der Förderung profitieren können, müssen technische Mindestanforderungen erfüllt sein. Die Anforderungen der KfW sind häufig an DIN-Normen (insbesondere DIN 18040) geknüpft und sehr detailliert beschrieben. Außerdem sollten Sie sich von Experten beraten lassen und Fachleute mit dem barrierefreien Umbau beauftragen. Das empfiehlt sich ohnehin zu Ihrer eigenen Sicherheit. Nicht gefördert werden Eigenleistungen.

Wichtig:

  • Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen
  • Durchführung durch Fachunternehmen
  • Eigenleistungen sind nicht förderfähig

Neben der KfW-Förderung gibt es teilweise auch Programme von Bundesländern oder Kommunen.

Ihr Berater oder Ihre Beraterin bei der Sparkasse kennt sich mit dem Thema aus und hilft Ihnen bei der Finanzplanung und beim Antrag von Darlehen und Zuschüssen.

Machen Sie Ihr Zuhause barrierefrei.

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