In 5 Schritten zu mehr Energieeffizienz

Wie Sie die Energiekosten Ihres Unternehmens senken und Ihre Klimabilanz verbessern

Für Umwelt, Geldbeutel, Image – Energiesparen lohnt! Aber wo und wie anfangen? In unserer Checkliste erfahren Sie, wie Sie Ihr Unternehmen energieeffizient modernisieren und gleichzeitig Ihre ökologische Verantwortung aufgrund des Klimawandels wahrnehmen können.

Energiekosten senken und ökologische Verantwortung zeigen

Schritt 1: Holen Sie sich eine Energieberatung

Wie spare ich in meinem Unternehmen Energie? Das unterscheidet sich von Firma zu Firma. Deswegen: Lassen Sie sich beraten. Professionelle Energieberater analysieren für Sie die besten Methoden, mit denen Sie einfach und kostengünstig ihre Energiebilanz verbessern. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert die Energieberatung mit einem Zuschuss.

Lohnt es sich für Ihr Unternehmen erneuerbare Energien zu nutzen oder in Wärmerückgewinnung zu investieren? Der Energieberater macht eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Energieverbrauchs. Auf dieser Grundlage empfiehlt er Maßnahmen zur Energieeffizienz und gibt einen Überblick über die Kosten.

Einen qualifizierten Energieberater in Ihrer Nähe finden sie unter anderem in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes.


Schritt 2: Investieren Sie in das Energiemanagement

Setzen Sie auf ein Energiemanagementsystem – das zahlt sich schon für kleine und mittlere Unternehmen aus. Wozu ist ein Managementsystem gut? Es sorgt für eine transparente und systematische Erfassung der Energieverbräuche und -kosten im Unternehmen. Mit einem Energiemanagementsystem verbessern Sie kontinuierlich Ihren Energieverbrauch. Gleichzeitig haben Sie alle Kosten im Griff.  


Schritt 3: Identifizieren Sie die größten Einsparpotenziale

In diesen sieben Bereichen sparen Sie laut der Deutschen Energie-Agentur besonders viel: 

1. Informationstechnologie: 75 Prozent Einsparpotenzial

Mit der Digitalisierung steigt der Bedarf an Informationstechnologie. Damit einher geht ein erhöhter Stromverbrauch, auch für Kühlanlagen für neue Rechenzentren. Allerdings gibt es mehrere Möglichkeiten, den Energieverbrauch im großen Umfang zu senken.

Wichtige Maßnahmen: 

  • Passen Sie alle IT an den tatsächlichen Bedarf an.
  • Achten Sie beim Einkauf neuer Geräte auf die Energieeffizienz der Modelle.
Jemand optimiert die Informationstechnologie

2. Beleuchtung: 70 Prozent Einsparpotenzial

Büros, Produktionshallen oder Außenanlagen – Beleuchtungssysteme kommen überall zum Einsatz. Eine Modernisierung der Anlagen rentiert sich besonders schnell bei alten Anlagen. Der Wartungsaufwand sinkt.

Wichtige Maßnahmen:

  • Nutzen Sie das Tageslicht maximal aus.          
  • Tauschen Sie überalterte Systeme aus.
  • Verwenden Sie energieeffiziente Leuchtmittel.
  • Planen Sie eine effiziente Lichtlenkung und Präsenzmelder. 

3. Gebäude: 60 Prozent Einsparpotenzial

Wärmeversorgung, Außenwände, Verglasungen und Rolltore – in einem Firmengebäude lässt sich viel Energie sparen. Besonders große Wirkung entfalten die einzelnen Modernisierungen, wenn sie als Gesamtkonzept gedacht werden.  

Wichtige Maßnahmen:

  • Passen Sie die Wärmeversorgung an Ihren tatsächlichen Bedarf an.
  • Modernisieren Sie Kesselanlage, Verteilnetz und Wärmeübergabestationen.
  • Prüfen Sie den Einsatz von erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
  • Dämmen Sie die Außenwände.                                  
  • Nutzen Sie energieeffiziente Fenster.
  • Optimieren Sie den Flächenanteil der Fenster.

Wählen Sie Rolltore mit guten thermischen Eigenschaften und Luftdichtheitswerten. 

4. Druckluft: 50 Prozent Einsparpotenzial

Fast jeder Betrieb im verarbeitenden Gewerbe benötigt Druckluft. Ob als Transportmedium oder bei der Herstellung von industriellem Vakuum, Druckluft kostet. Maßnahmen zur Energieeffizienz der Druckluftanlagen versprechen allerdings eine hohe Rendite.

Wichtige Maßnahmen:

  • Passen Sie den Systemdruck und die Druckluftqualität an den tatsächlichen Bedarf an.
  • Nutzen Sie Abwärme.               
  • Prüfen Sie das Druckluftsystem regelmäßig auf Leckagen.
  • Setzen Sie drehzahlgeregelte Kompressoren und eine übergeordnete Steuerung ein. 
Belüftungsanlage in einem Unternehmen

5. Prozesswärme: 30 Prozent Einsparpotenzial

Prozesswärme fordert den größten Anteil des industriellen Energieverbrauchs. Kesselanlagen, Trocknungsprozesse und Brennöfen benötigen hohe Temperaturen und damit eine hohe Energiezufuhr.

Wichtige Maßnahmen:

  • Minimieren Sie Ihren Wärmebedarf und mögliche Wärmeverluste.
  • Setzen Sie regelbare Brenner ein und kontrollieren Sie die Luftzufuhr.
  • Nutzen Sie Abwärme und Wärmespeicher.
  •  Erzeugen Sie bedarfsgerecht durch Mehrkesselregelungen.

6. Pumpen: 30 Prozent Einsparpotenzial

Je mehr Pumpen fördern, desto höher die Energiekosten. Unterm Strich dieser einfachen Rechnung gehen rund zwölf Prozent des industriellen Stromverbrauchs auf das Konto von Pumpensystemen.

Wichtige Maßnahmen:

  • Passen Sie die Förderhöhe und -menge dem tatsächlichen Bedarf an.
  • Passen Sie die Pumpenleistung dem tatsächlichen Bedarf an.
  • Tauschen Sie überdimensionierte Pumpen aus. Entfernen Sie Pumpen-Bypässe.
  • Setzen Sie hocheffiziente Pumpenantriebe und drehzahlgeregelte Pumpen ein.

7. Lüftungstechnik: 25 Prozent Einsparpotenzial

Belüftungsanlagen gehören in jedes Unternehmen – umso wichtiger, ein energieeffizientes System zu wählen.

Wichtige Maßnahmen:

  • Reinigen Sie die Lüftungsanlagen regelmäßig.
  • Passen Sie den Volumenstrom an den aktuellen Bedarf an.
  • Setzen Sie Ventilatoren und Motoren mit hohem Wirkungsgrad ein.
  • Nutzen Sie Wärmerückgewinnung.
  • Optimieren Sie die Kanalquerschnittsfläche und reduzieren Sie mögliche Druckverluste. 
Ein Mann optimiert die Lüftungstechnik

Schritt 4: Sparen Sie auch im Arbeitsalltag

Neben großer baulicher Maßnahmen lassen sich auch mit kleinen Mitteln Energie und Kosten senken. Schon ein Vergleich der Stromanbieter lohnt sich. Trotz steigender Strompreise sorgt die Konkurrenz auf dem Markt für unterschiedliche Preise. Halten Sie deswegen die Angebote im Blick und kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Verträge.

Energiesparen steht und fällt mit der Belegschaft! Sensibilisieren Sie deswegen Ihre Mitarbeiter. Das Nutzerverhalten wirkt sich immens auf den Stromverbrauch aus. Ob das Vermeiden vom Standby-Modus, eine intelligente Einstellung der Heizung oder Stoßlüften statt stundenlang offenstehende Fenster – schon kleine Dinge machen den Unterschied.  


Schritt 5: Profitieren Sie von der staatlichen Förderung

Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) gibt es zahlreiche Förderprogramme. Die KfW Bankengruppe bietet in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung ein eigenes Energieeffizienzprogramm für Neuinvestitionen und Modernisierungen.

Mit dem Förderkredit zur „Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ erhält Ihr Unternehmen bis zu 25 Millionen Euro pro Vorhaben und bis zu 55 Prozent Tilgungszuschuss.

Ein klarer Vorteil, wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Sie investieren wollen: Die Förderungen fangen schon bei der Energieberatung an.

Je nachdem für welche Maßnahmen Sie sich entscheiden, bieten sich unterschiedliche Finanzierungsmodelle an. Lassen Sie sich deswegen von Ihrer Hausbank über Ihre Möglichkeiten beraten. 

Sie möchten in Ihre Energieeffizienz investieren? Wir helfen bei der passenden Finanzierung.

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