Schwere Zeiten brauchen starke Partner

Florian Grether, Leiter der Filiale Islandufer und der Uni-Filiale bei der Sparkasse Wuppertal, über die Anliegen der Sparkassen-Kunden in Zeiten von Corona

Die Sparkassen stehen ihren Kunden als starker Partner zur Seite – auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Bis Ende April wurden in rund 150.000 Fällen bei Privatkunden Zins- und Tilgungsleistungen ausgesetzt. Die Vereinbarungen gehen dabei in vielen Fällen deutlich über das gesetzliche Moratorium hinaus. Wir wollen wissen, was die Menschen aktuell bewegt und haben mit Florian Grether von der Stadtsparkasse Wuppertal-Islandufer gesprochen. Er begleitet seine Kunden durch die Corona-Krise und erzählt, worauf es zurzeit besonders ankommt.

Schwere Zeiten brauchen starke Partner
Interview mit
Florian Grether
Leiter der Filiale Islandufer und der Uni-Filiale bei der Sparkasse Wuppertal

Florian Grether, Leiter der Filiale Islandufer und der Uni-Filiale bei der Sparkasse Wuppertal, ist seit 2001 Teil der Sparkassen-Finanzgruppe. Seit nun knapp 20 Jahren berät er Menschen in finanziellen Fragen und begleitet seine Kunden durch Höhen und Tiefen. Wir haben mit ihm über die Corona-Krise gesprochen und wollten wissen, welche finanziellen Anliegen die Menschen derzeit am stärksten beschäftigen.

Hallo Florian, hast Du und Dein Team in den vergangenen drei Monaten mehr Beratungsgespräche geführt als vorher?

Grundsätzlich haben wir keine Zunahme der Gespräche feststellen können – eher im Gegenteil. Menschen, die kein akutes Anliegen haben, schieben ihre Gespräche in der Regel auf.

 Auffällig sind aber die Themen, die derzeit bei den Gesprächen im Fokus stehen. Ganz vorne dabei sind natürlich Ratenaussetzungen. Viele Menschen sind derzeit in Kurzarbeit und können die monatliche Tilgung ihrer Kredite nicht mehr stemmen. Hinzu kommt, dass viele Kunden ihre Dispositionskredite stark in Anspruch nehmen, da oftmals das fehlende Gehalt mit der eingeräumten Kontoüberziehung, also dem Dispo, aufgefangen wird. Aus dem Grund führen wir auch viele Beratungsgespräche rund um das Thema Umschuldung.

Wie führt Ihr derzeit eure Gespräche?

Das hat sich in den vergangenen drei Monaten etwas gewandelt. Zu Beginn der Corona-Krise haben wir so viel wie möglich telefonisch abgefangen. Musste etwas unterschrieben werden, haben wir dazu das Elektronische Postfach genutzt. In komplexeren Fällen konnten wir telefonisch alles gemeinsam vorbereiten. Anschließend kam der Kunde mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen in die Filiale, unterschrieb dort und zeigte die Legitimation. Das hat alles sehr gut funktioniert, und die Kunden haben das Vorgehen gut angenommen.

Welches Gespräch in den vergangenen Monaten ist Dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Ich betreue seit Jahren eine Familie, die in der Vergangenheit hohe Schulden aufgehäuft hat. Regelmäßig besprechen wir ihre aktuelle finanzielle Situation und sie tilgen die Schulden wie vereinbart. Vor der Corona-Krise waren sie beinahe schuldenfrei.

 Dann kommt das Coronavirus – die Mutter wird in Kurzarbeit geschickt. Der Vater ist selbstständig, seine Kunden können nicht mehr bezahlen, wodurch ihm die Kundenaufträge und das Einkommen wegbrechen. Somit ist eine Familie, die dabei war ihre Finanzen fest in den Griff zu bekommen, plötzlich wieder in Schwierigkeiten.

 Um die Zeit zu überbrücken, habe ich eine Kreditausweitung vorgenommen. Außerdem habe ich eine Tilgungsaussetzung für das Darlehen veranschlagt, damit sie weiterhin in ihrem Haus bleiben können.

 Ich bezweifele, dass ein anderes Kreditinstitut sich die Mühe gemacht hätte, diese Familie finanziell wiederaufzubauen. Bei einem derartigen Rückschlag wie jetzt mit Corona stehen wir weiter zusammen und schauen, dass wir diese Krise gemeinsam meistern.  

Das hat in diesem Fall auch wirklich gut geklappt. Die Familie konnte in ihrem Haus bleiben und es gab keine weiteren Schwierigkeiten. Die vielen Gespräche und unsere Beratung hat hier gut geholfen.

Was Sie bei finanziellen Schwierigkeiten jetzt tun können

Wird bei Ihnen durch die Krise das Geld knapp? Dann sollten Sie wissen, dass Sie nicht allein sind: Es gibt viele Hilfsangebote. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sicher durch die schwierige Zeit gehen.

Wie geht es der Familie aktuell?

Natürlich ist die Situation immer noch schwierig. Der Familienvater ist selbstständig und kann nicht alles auf einmal nachholen. Selbst wenn sich die Vertragslage jetzt wieder bessert, muss er noch mehr leisten als vor Corona. Für die Mutter ist die Kurzarbeit jetzt zum Glück beendet. Somit steht ihnen wieder mehr Geld zur Verfügung. Aber natürlich hat sich auch die Laufzeit des Kredits verlängert. Die Familie kommt jetzt knapp über die Runden, aber zumindest schaffen sie es.

Ein Blick in die Zukunft – erwartest Du einen weiteren Anstieg der Gespräche?

Grundsätzlich ziehen die Gespräche wieder an. Ich denke, wir werden künftig noch viele Umschuldungstermine haben. Menschen, die seit Jahren ihren Dispositionskredit nicht genutzt haben, nehmen diesen aktuell verstärkt in Anspruch.

 Aber auch Kunden, die wieder aus der Kurzarbeit  herauskommen und merken, dass sie einen hohen Dispositionskredit in Anspruch nehmen, werden sich nach Krediten erkundigen. Ich bin mir sicher, dass Beratungsgespräche zu den Themen Kredite und Umschuldungen aufgrund der Corona-Auswirkungen zukünftig vermehrt nachgefragt werden.

Für viele Kunden ist die aktuelle Lage finanziell nicht leicht. Aber die Berater der Sparkassen stehen ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite - und gemeinsam schaffen wir das.


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