Stress- und staufrei: das E-Lastenrad

Elektro-Cargobikes als Alternative zum Auto?

Schon seit einer Weile nutzen Kurierdienste Lastenräder statt Autos – vor allem in Großstädten. Jetzt entdecken immer mehr Familien die Cargobikes – in der E-Variante. Eltern lieben sie für den Transport ihrer Kinder. Und der Einkauf aus dem Supermarkt lässt sich damit genauso gut transportieren wie Materialien aus dem Baumarkt. Das alles sehr viel stress- und staufreier, umweltfreundlicher – und deutlich günstiger als mit einem Auto.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schnell, zuverlässig und direkt ans Ziel.
  • Im Vergleich zum Auto günstig in der Anschaffung und im Betrieb.
  • Kauf wird in manchen Städten und Bundesländern bezuschusst.
  • Transportiert bis zu vier Kleinkinder – maximal aber 300 kg.
  • Keine Fahrerlaubnis nötig.
  • Positive Umweltbilanz, da kein Schadstoffausstoß.
Illustration: Ein E-Lastenrad

Fahrrad fahren liegt im Trend. In Deutschland legt die Zahl der verkauften Fahrräder und E-Bikes im Schnitt pro Jahr um acht Prozent zu. Besonders Lastenräder sind beliebt, weil sie mit ihrer großen Ladekapazität – selbst 300 Kilo sind möglich – helfen, den Alltag heldenhaft zu wuppen.

Immer öfter sieht man die rollenden Transportboxen in den Städten. Sie ersetzen ein Auto: Kinder in Krippe oder Kita bringen, Einkäufe erledigen oder Picknickausflüge in den Park, das alles macht mit ihnen mehr Spaß.

Von der dänischen Aussteigerkommune in die E-Welt

Die Karriere der praktischen Fahrräder für die Familie begann bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Aber der Siegeszug des Verbrennungsmotors drängte sie wieder zurück in die Rolle, aus der sie einst gekommen waren: in die eines Sportgeräts.

Seine Renaissance erlebte das Lastenrad vor 35 Jahren in Kopenhagen in der Aussteigerkommune Christiania. Dort wurde 1984 das Christiania-Bike erfunden – mit zwei Rädern vorne und einem hinten.

Bislang war die Nutzung des Lastenfahrrads aber eher athletischen Menschen vorbehalten. Schon allein aufgrund seines Gewichts. Mit Einführung der elektrischen Variante – dem Elektro-Lastenrad, Lasten-E-Bike, E-Cargobike oder auch Big-E – kommen nun alle in den Genuss, ihren Einkauf damit zu erledigen. Je nach Modell finden auf dem Lastenrad sogar bis zu vier Kinder Platz, ob mit oder ohne E.

Mit dem E-Cargobike das Klima retten?

Ein Mann fährt zwei Kinder im E-Lastenrad

Außerdem belasten E-Lastenräder die Luft nicht. Laut Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) spart ein Lastenrad, das 20 Kilometer täglich im Stadtverkehr bewegt wird, im Vergleich zu einem Kleinwagen 800 Kilogramm CO2 pro Jahr.

Dabei ist die Vielfalt groß: einspurige Lastenräder (zwei Räder) oder Dreiräder, gefedert oder nicht gefedert, sportlich mit Neigetechnik oder eher gemütlich. Mit drei Rädern lässt es sich leichter anfahren. Mit zwei Rädern liegt man besser in der Kurve. Probieren Sie einfach aus, mit welchem Modell Sie besser zurechtkommen.

Finanzen und Förderung: Das E-Lastenrad hat seinen Preis

Der Preis für ein E-Cargobike beginnt bei knapp 2.000 Euro – und kann auch locker das Doppelte betragen. Sogar mehr als 5.000 Euro sind möglich. Einen echten Gebrauchtmarkt gibt es für Lastenfahrräder noch nicht. Dafür ist der Trend in Deutschland zu jung. Vor kostengünstigen Bausätzen aus dem Internet warnt der ökologische Verkehrsclub VCD.

Aber Städte und Kommunen haben erkannt, dass Lastenfahrräder eine leise, saubere, umweltschonende und platzsparende Alternative zum Auto sind. Daher fördern einige Bundesländer und Städte den Kauf: Berlin und NRW beispielsweise sehen eine finanzielle Unterstützung von Privatpersonen mit bis zu 1.000 Euro vor.

Die Stuttgarter Landesregierung beschloss die finanzielle Förderung von E-Lastenrädern im gewerblichen Einsatz im Rahmen der Landesinitiative Elektromobilität Baden-Württemberg. Sie fördert die Hälfte der Gesamtkosten des Transportrads, maximal jedoch 2.000 Euro pro Rad.

Ob mit oder ohne Förderung – der Preis muss keine Hürde darstellen: Viele Kreditinstitute bieten Finanzierungen für E-Lastenräder an. Fragen Sie einfach bei Ihrer nächsten Sparkasse.

Hält fit, gesund – und ist gut für die Figur

Neben dem Ausbau der Lade-Infrastruktur sind die Obergrenzen der Abgase ein wichtiges Thema: Die Autokonzerne müssen die Grenzwerte der Europäischen Union (EU) von 40 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter einhalten. Ab 2020 greifen sie – und hohe Strafen drohen.

Das heißt, der Durchschnittswert für Kohlendioxid-Emissionen aller Modelle im Angebot eines Autobauers darf 95 Gramm CO2 pro Kilometer nicht überschreiten. Das entspricht einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Litern Diesel oder 4,1 Litern Benzin auf 100 Kilometer.

Ohne elektrische Antriebssysteme ist dieser Wert nicht zu erreichen. Daher haben die Konzerne weltweit in den vergangenen Jahren neue Modelle entwickelt.

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