Nachhaltige Mobilität

Nie zuvor waren Menschen so mobil wie heute. Sie wollen erreichbar sein und auch selbst alles erreichen können: Aber wie kommen sie von A nach B? Um Klimabelastungen wirksam zu verringern, wird nachhaltige Mobiltität zu einem immer wichtigeren Thema. Auto fahren, ohne eines zu besitzen und andere Alternativen – dafür gibt es je nach Bedarf unterschiedliche Möglichkeiten. Wir stellen sie vor.

Der richtige Weg: Verkehrsmittel bewusst nutzen

Der Weg zur Arbeit oder zur Kita, der Einkauf, private Unternehmungen, der Besuch bei Verwandten, der Wochenendausflug oder Urlaub – all das ist ohne Mobilität und Verkehrsmittel kaum noch zu denken. Motorisierter Verkehr belastet aber auch die Umwelt. Nachhaltige Mobilität ist da keine gefällige Alternative, sondern einfach der richtige Weg, um das Klima weniger zu belasten. Hier geht es darum, Verkehrsmittel im Alltag bewusst zu nutzen und Mobilität nachhaltig zu handhaben. Was also lässt sich am eigenen Mobilitätsverhalten ändern?

Der erste Schritt ist der kluge Mix

Stau, stockender Verkehr, Baustellen, Unfälle – das sind die täglichen Verkehrsnachrichten. Zudem belastet der Verkehr das Klima, macht Lärm, verbraucht Energie und benötigt Fläche.

Ohne Frage, wer Wege zu Fuß zurücklegt, schont das Klima am besten. Auch wer Fahrrad fährt, verhält sich klimaschonend – selbst, wenn es ein E-Bike ist.

Ein E-Bike ist nicht völlig emissionsfrei

Auch ein E-Bike kann CO2-Emissionen verursachen: Durch den Stromverbrauch entstehen hier bis zu 0,4 Kilogramm auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Bei einem Diesel-Auto können es beispielsweise 15,7 Kilogramm, bei einem Benziner 14 Kilogramm auf 100 Kilometer sein (alle Angaben ohne Herstellung, Wartung und Entsorgung).

Lastenräder - auch eine Möglichkeit

Natürlich gibt es auch bei Lastenfahrrädern einen Unterschied zwischen dem E-Lastenfahrrad und einem ohne elektrischen Antrieb. Umweltschonender ist die Variante ohne Akku und Motor, und je häufiger reine Muskelkraft das Transportmittel antreibt, desto weniger Ladestrom wird gebraucht. Auch ein Lastenfahrrad mit E-Motor ist am Ende nachhaltiger als jedes Auto.

Unternehmen können die Anschaffung von Lastenfahrrädern fördern lassen. In einigen Bundesländern gibt es dafür eigene Regelungen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat eine Richtlinie zur Förderung solcher Räder „für den fahrradgebundenen Lastenverkehr“ herausgegeben.

Für den Privatgebrauch gibt es keine staatliche Unterstützung. Hier gilt: Wer viel zu transportieren hat, kann auch über ein gebrauchtes Rad nachdenken. Wer ein Lastenfahrrad nur selten nutzt, kann sich in urbaner Umgebung oft auch eines leihen.

Unverzichtbar? Das Auto als Teil des persönlichen Verkehrskonzeptes

Und doch ist es nicht allen zuzumuten, auf das Auto zu verzichten. War das Auto für frühere Generationen noch ein Statussymbol, ja sogar ein Privileg, so gehört es heute eher zur komfortablen Grundausstattung. Denn es macht unabhängig von Fahrplänen und öffentlichen Routen, kann zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden, es steht vor der Haustür und bringt einen überall hin. In ländlichen Regionen ist ein Auto oft unverzichtbar. In Städten dagegen gilt: Je attraktiver die Alternativen sind – etwa mit preiswerten Tickets für den Nahverkehr oder einer komfortablen Infrastruktur für Fahrräder – desto einfacher ist es, das Auto stehen zu lassen. Nachhaltige Mobilität meint also nicht den absoluten Verzicht auf das Auto, sondern den klugen Mix aus dem eigenen Kraftfahrzeug, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Wegen, die sich mit dem Rad oder zu Fuß erledigen lassen.

Autos nutzen, ohne sie zu besitzen: Car-Sharing, Leasing, Free-floating, Mietwagen

Wer sich kein eigenes Auto anschaffen und große Ausgaben vermeiden will, hat heute unterschiedliche Optionen, dennoch eines zu fahren. Nämlich immer dann, wenn es benötigt wird.

Mietwagen sind die klassische Variante, ein Auto vorübergehend zu nutzen, etwa auf Dienstreisen oder für den Urlaub. Sie sind aber selten eine preiswerte Lösung. Mietwagen sollten deshalb rechtzeitig reserviert werden, dann gibt es oft einen Frühbucherrabatt. Außerdem sind sie bei privaten Planänderungen meist kostenlos stornierbar.

Leasing ist derzeit noch die beliebteste Art, ein Auto zu mieten. Von den fast 60 Millionen Kraftfahrzeugen ist etwa jedes dritte geleast – und dabei kommen schneller neue Technologien wie Hybrid- oder E-Autos auf die Straße als durch den klassischen Anschaffungskauf. Leasing ist eine Art Miet-Kaufgeschäft, bei dem eine monatliche Rate vereinbart wird. Es wird eine Vertragslaufzeit (meist zwischen 2 bis 4 Jahren) festgelegt, an die der Leasingnehmer oder die Leasingnehmerin gebunden ist und an deren Ende das Auto zurückgegeben oder ein neueres Modell geleast werden kann. Es ist aber auch möglich, das Auto abzukaufen und den offenen Restwertbetrag zu zahlen. Gewerbeleasing eignet sich für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie für Selbstständige, denn sie können die Raten steuerlich geltend machen. Das Privatleasing hat nicht so günstige Konditionen und ist steuerlich nicht absetzbar, aber lässt sich fest im persönlichen Budget planen. Laut einer Studie der EBS Universität hat sich 2021 mehr als die Hälfte (50,1 Prozent) aller Leasingnehmerinnen und -nehmer für ein Elektro- oder Hybridfahrzeug entschieden.

Auto-Abos werden immer öfter angeboten. Das Auto gehört dem Händler, manchmal auch dem Hersteller, und wird von ihm geliehen. Dabei sind alle Nebenkosten schon inklusive, der Nutzer oder die Nutzerin muss nur noch einsteigen und losfahren. Der Vorteil: Auto-Abos sind kurzfristig kündbar. Der Nachteil: Oft gibt es Flatrates, die aber immer noch teurer sein können als beim Leasing.

Carsharing ist am flexibelsten. Carsharing bedeutet, sich die Autos mit anderen zu teilen und überdies nur den Betrag für die kurzfristige Nutzung zu zahlen. Das Modell lohnt sich für alle, die nur gelegentlich fahren – und für die Umwelt: Ein Carsharing-Auto kann laut Umweltbundesamt bis zu zehn Privatfahrzeuge ersetzen, für die dann auch kein Parkplatz asphaltiert werden muss. Große Anbieter stellen ganze Fahrzeugflotten zur Verfügung – etwa in Ballungszentren durch das Free-floating-Carsharing, das auf bestimmte Stadtgebiete eingegrenzt ist. Einmal in der App des Anbieters angemeldet, lässt sich das Fahrzeug in nächster Nähe finden und buchen. Dabei variieren die Preismodelle: Manche Anbieter berechnen die Strecke, andere die Buchungsdauer. Inzwischen gibt es bundesweit in 935 Städten und Gemeinden Carsharing-Angebote, zumeist auf festen Stellplätzen oder an Mietstationen.

Fahrgemeinschaften bieten sich für Berufspendlerinnen und -pendler und als Mitfahrgelegenheiten an. Dabei teilen sich einander bekannte oder unbekannte Personen mit dem Fahrer oder der Fahrerin den gemeinsamen Weg. Fahrgemeinschaften verabreden sich vorab zu einem bestimmten Zeitpunkt an bestimmten Orten und teilen sich die Benzinkosten.

Autokauf: Welches Auto zu welchem Zweck?

Wenn es doch ein eigenes Auto sein soll, mit dem Sie aber auf nachhaltige Mobilität setzen wollen –den 3-Liter-Geländewagen gibt es allerdings noch nicht– müssen Sie klare Entscheidungen treffen: Wofür wollen Sie das Auto nutzen? Denn der Zweck ist relevant.

  • E-Autos eignen sich gut für alle, die vor allem innerorts oder in der Stadt fahren.
  • Dieselautos sind – wegen der steuerlichen Subventionen für Dieselkraftstoffe in Deutschland – eine Überlegung wert für alle, die mehr als 10.000 bis 15.000 Kilometer jährlich fahren.
  • Benziner warten durch neue Technologien ebenfalls mit immer niedrigeren Verbrauchswerten auf und werden überdies für sogenannte niedertourige Fahrten (viele Ampeln, Schranken und Kreuzungen) bevorzugt.

Benziner oder Diesel?

Die Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland hatten schon immer eine besondere Beziehung zum Diesel. Nirgendwo sonst sind Dieselfahrzeuge so weit verbreitet wie hier, selten wurden sie so überschätzt. Zwar war der Treibstoff lange Zeit (bis zu Beginn des Ukraine-Kriegs) günstiger und die Motoren verbrauchen weniger Kraftstoff, jedoch ist der Schadstoffausstoß höher als etwa bei Benzinern: schlechte Werte bei Stickstoffoxid und Feinstaubalarm. Deshalb gibt es die ersten Dieselverbote in Städten wie Berlin, Darmstadt, Hamburg und Stuttgart.

Tatsächlich gelten Benziner als weniger umweltschädlich als Dieselfahrzeuge, ihr Kraftstoffverbrauch ist dank moderner Automatikgetriebe in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Zudem ist auch die Kfz-Steuer niedriger. Bisher kam es bei der Entscheidung „Diesel oder Benziner“ auf das Modell, die jährliche Fahrleistung, die Anschaffungskosten und den laufenden Unterhalt an. Wegen der Fahrverbote spielt auch der Wertverlust eine entscheidende Rolle. Angesichts der immer strengeren EU-Vorschriften für die Abgasreinigung haben die Autohersteller nicht nur die Abgaswerte ihrer Dieselfahrzeuge, sondern auch die der Benziner verbessert und deren Motoren mit Partikelfiltern ausgerüstet, die man bisher allein von den Dieselmotoren kannte.

37 Prozent – und somit mehr als jeder dritte neuzugelassene Pkw – sind Benziner (Stand: Juni 2022). Im selben Zeitraum liegen Diesel-Pkw bei 18,9 Prozent.

Aus der nachhaltigen Perspektive gilt am Ende: Kraftstoff ist immer kohlenstoffhaltig. Der Diesel stößt zwar weniger CO2 aus, aber dafür das Zehnfache an Stickoxiden gegenüber dem Benziner. Laut Umweltbundesamt hat der Diesel das „Potenzial“ zum Klimaschützer – aber er ist kein Klimaretter. Wichtig ist vor allem, auf Folgendes zu achten: Je weniger Kraftstoff Ihr Wagen verbrennt, desto niedriger der CO2-Ausstoß. Entscheiden Sie sich für ein Auto mit geringem Verbrauch.

Muss es gleich der SUV sein oder reicht ein Kleinwagen?

SUVs sind beliebt wie nie zuvor: Jeder Fünfte kauft inzwischen solch ein Sport Utility Vehicle – was nicht gleich ein Geländewagen, sondern eher ein sportliches Nutzfahrzeug ist. So mancher SUV-Käufer oder manche -Käuferin würde sich auch für einen Kleinwagen entscheiden, aber den höheren Sitz, den besseren Überblick, den bequemen Einstieg und das größere Innenraumangebot bieten herkömmliche Limousinen nicht.

Dagegen sind die wuchtigen Großraum-SUVs tatsächlich kräftige Spritschlucker. Die SUV-Coupés sind vor allem eines: optisch schön. Deren Klimabilanz ist weniger gut. Kaufinteressierte können sich jedoch die Frage stellen, ob es ein Kleinwagen oder ein Kompakt- beziehungsweise Mini-SUV sein soll. Denn die Unterschiede sind marginal; so verbraucht ein Renault Clio: 6,3 Liter und ein Renault Capture 6,5 Liter auf 100 Kilometer.

Das Elektro-Auto kommt sauber voran

Autofahrer und Autofahrerinnen mit Erwartungen an die Umweltverträglichkeit eines Wagens beschäftigen sich mit Elektro-Autos. Fahren sie erst einmal los, sind Elektro-Autos völlig emissionsfrei. Das ist der größte Klimabonus. Ein weiterer Pluspunkt: Sie sind leise und sie sind wartungsarm. Und ganz nebenbei droht den E-Autos eines Tages wohl kaum ein Fahrverbot. Außerdem sind die Betriebskosten gering, die Kfz-Steuer für die ersten zehn Jahre entfällt und es gibt staatliche Förderungen. Der Anteil an den Neuzulassungen liegt bei 14,4 Prozent (Stand: Juni 2022). Und doch: Die Herstellung der Batterien und die Stromerzeugung haben keine gute Schadstoffbilanz. Der Kaufpreis ist hoch. Die Reichweiten überzeugen noch nicht alle. Die Infrastruktur zum Stromladen ist noch recht dünn. Die Ladezeiten können sehr lang sein.

Am besten eignen sich die lautlosen E-Autos für Fahrerinnen und Fahrer, die eher kürzere Strecken zurücklegen. Das ändert sich aber gerade. Die Hersteller haben verstanden, wie viel Wert die Kundschaft auf größere Strecken legen.

Die Brennstoffzelle im Wasserstoffauto

Eine weitere Alternative ist das Auto mit Brennstoffzelle: Angetrieben von Wasserstoff ist es abgasfrei, geräuschlos und in drei bis fünf Minuten aufgetankt. Außerdem kommt das chemische Element Wasserstoff in seinen Verbindungen (etwa im Wasser oder Öl) am häufigsten vor und ist somit nicht – wie zum Beispiel der fossile Rohstoff Öl – begrenzt. Wasserstoff ist ein Nebenprodukt in der chemischen Industrie und wird in Zukunft als Energieträger in vielen Weltregionen eine wichtige Rolle spielen.

Angetrieben von einem Elektromotor produzieren Brennstoffzellen-Fahrzeuge ihren Strom selbst. Das funktioniert mithilfe von gasförmigem Wasserstoff. Er befindet sich im Kofferraum. Von dort gelangt das Gas in die Brennstoffzelle und produziert (durch die Reaktion mit Luft) Wasser und elektrische Energie – die den Elektromotor antreibt. Müssen Elektroautos schon nach wenigen Hundert Kilometern für Stunden an einer Steckdose aufgeladen werden, kann mit einem Brennstoffzellenauto bei einer Reichweite von 500 Kilometern schon nach wenigen Minuten die Fahrt weitergehen.

Hybrid-Fahrzeuge

Der Hybrid-Wagen kombiniert unterschiedliche Antriebe, um deren Stärken zusammenzubringen. Die gängigste Hybrid-Variante ist laut ADAC die Verbindung von Benzin- und Elektromotor (Vollhybrid oder Mildhybrid): Emissionsarm im Elektrobetrieb, und mit einem Verbrennungsmotor, falls die Batterie erlahmt. Die dazugehörige Technik hat einen guten Ruf. Sie gilt als ausgereift und belastbar. Zudem ist der Besitzer nicht auf die Stromladesäulen angewiesen. Allerdings bringt das zusätzliche Antriebssystem zusätzliches Gewicht auf die Waage. Hat ein Auto eine extern aufladbare Batterie oder ist es ein Elektroauto mit Verbrennungsmotor, handelt es sich um ein Plug-in-Hybrid. Für einige Plug-in-Hybride gibt es beim Kauf eines Neuwagens eine Prämie, hier ist die Liste der förderfähigen Fahrzeuge.

Die Finanzierung

Sie haben sich für einen neuen Wagen entschieden? Jetzt folgen noch weitere Entscheidungen, die Sie treffen müssen:

  • Um den Neuen zu finanzieren, können Sie Ihren Alten verkaufen oder in Zahlung geben: Hier sollten Sie genau überlegen, um nicht unnötig Geld zu verlieren. Wenn Sie Ihr Auto selbst verkaufen, erzielen Sie damit in der Regel den höchstmöglichen Gewinn. Sie müssen den Verkauf jedoch auch selbst planen und abwickeln. Wenn Sie das alte Auto beim Händler in Zahlung geben, sparen Sie hingegen Zeit. Beim Preis dürfen Sie dann aber nicht zu viel erwarten.
  • Auch die Entscheidung zwischen Leasing und Kauf ist eine wichtige: Wer seinen neuen Wagen least, umgeht eine große Anschaffungsinvestition und zahlt niedrigere Raten als beim Finanzierungsplan für einen gekauften Wagen. Jedoch lässt sich der Leasingvertrag oft nicht vorzeitig kündigen – und der Wagen gehört nicht Ihnen. Auch können erhebliche Nachzahlungen anfallen, wenn der Händler den Zustand des Autos bei der Rückgabe bemängelt oder die vertraglich festgelegte Kilometerzahl überzogen wird.
  • Beim E-Auto und auch bei einigen Hybriden lässt sich ein Teil der Finanzierung mit einer Prämie stemmen.

Wenn Sie dann noch eine finanzielle Lücke schließen müssen, ist ein Kredit eine Überlegung wert. Gern beraten wir Sie bei Fragen zur Finanzierung Ihres Neuwagens. Ihr Sparkassen-Berater oder Ihre -Beraterin unterstützt Sie gern.


Sie haben Ihr Wunschauto gefunden? Dann los!


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