Alternativen zum Diesel – und ihre finanziellen Besonderheiten

Die deutschen Autofahrer und der Diesel: Diese Beziehung muss derzeit eine Belastungsprobe ertragen, vor allem aufgrund der kommenden Fahrverbote in einigen Städten. Wie nie zuvor richten viele ihre Aufmerksamkeit nun auf Alternativen zum Selbstzünder. Diese Dinge sollten Sie dabei wissen.

Die deutschen Autofahrer hatten schon immer eine besondere Beziehung zum Diesel. Nirgendwo sonst sind Diesel-Fahrzeuge so weit verbreitet wie hier. Der Treibstoff ist günstiger und technisch bedingt verbrauchen Dieselmotoren auch weniger als Ottomotoren. Angesichts der kommenden Diesel-Verbote in Städten stellen sich viele Menschen jedoch zwei Fragen: Gibt es Alternativen zum Diesel-Auto? Und wie ließe sich ein Wechsel finanzieren?

Aber beginnen wir von vorn: Der Diesel erlebte immer wieder mal Tiefen. Es gab eine Zeit, zu der Diesel-Wagen entscheidende Nachteile mit sich brachten. Der Motor war noch nicht ganz so sportlich, wegen seiner schleppend verlaufenden Aufwärmphase. Damals erfanden Besitzer den liebevoll-spöttischen Ausdruck „Rudolf-Diesel-Gedenkminute“. Diesel, ein Ingenieur, hatte den nach ihm benannten Motor im 19. Jahrhundert erfunden. Dieses Problem wurde gelöst. Heute hat der Diesel zwar im Vergleich zu anderen Antrieben einen höheren Grundpreis, ein etwas höheres Gewicht und in der Regel auch höhere Versicherungsbeiträge. Für Vielfahrer war der Diesel unterm Strich dennoch bisher die günstigere Variante.

Fahrverbote und Wertverlust

Die historisch gewachsene Verbindung zwischen den Deutschen und dem Diesel steht derzeit jedoch vor einer Belastungsprobe, die weitaus gravierender ist, als alle vorherigen. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Städte in Deutschland grundsätzlich Fahrverbote für Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb verhängen dürfen. Bislang sind diese Verbote nur in Stuttgart und Düsseldorf geplant, schon bald könnten aber andere Städte folgen. Das dürfte mit einem beträchtlichen Wertverlust der Diesel-Karossen einhergehen, ganz zu schweigen von den praktischen Einschränkungen.

Richtig teuer könnte es für Autofahrer werden, die ihr Diesel-Fahrzeug geleast haben und in ihrem Vertrag vereinbart haben, dass sie das sogenannte Restwertrisiko selbst tragen. Wenn zum Beispiel der Leasingnehmer das Auto mit einem Restwert von 25.000 Euro zurückgeben sollte und es nun nur noch 18.000 Euro wert ist, muss er den Betrag ausgleichen und die 7.000 Euro aus eigener Tasche drauflegen.

Auch wenn es Übergangsfristen ebenso geben soll wie Ausnahmeregelungen für Handwerker:  Die Diesel-Ära in Deutschland neigt sich wohl dem Ende zu. Ob es nun tatsächlich Zeit ist, sich vom Diesel abzuwenden – diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Alternativen jedenfalls gibt es.

Das Elektro-Auto

Menschen mit Erwartungen an Umweltverträglichkeit werden sich wohl mit Elektro-Autos beschäftigen. Mit einer Prämie von bis zu 4.000 Euro wird der Erwerb eines E-Autos von Bund und Autoindustrie gefördert Auch Steuervorteile gibt es beim Kauf eines Neuwagens. Ein wichtiger Aspekt für Interessenten ist außerdem die Wartungsarmut dieser Autos. Im Unterhalt sind sie erheblich günstiger als Wagen mit einem Verbrennungsmotor, auch weil sie viel weniger mechanische Bauteile haben.

Als umweltschonender gilt die Variante mit dem E-Auto bisher, obwohl es auch Zweifler gibt. Biologen und Physiker des Umwelt- und Prognoseinstituts in Heidelberg haben errechnet, dass bei der Herstellung der Batterien und der Stromerzeugung für Elektro-Autos sehr viel CO2 ausgestoßen wird. Und zwar so viel, dass sie in der Schadstoff-Gesamtbilanz vergleichbar mit Benzinern und Diesel-Wagen seien.

Derzeit eignen sich die lautlosen E-Wagen für Fahrer, die eher kürzere Strecken zurücklegen. Die vergleichsweise geringe Reichweite ist die Hauptschwäche dieser Autos. Auch die Auflade-Infrastruktur ist noch nicht ausgereift.

Die günstigsten Modelle sind ab einem Grundpreis von etwa 20.000 Euro zu haben, gelten aber in der Fachwelt im Durchschnitt als teuer. Deswegen ist die staatliche Förderung der Modelle ein kaufentscheidender Faktor.

Gleichzeitig deutet sich jedoch ein Trend an: Der E-Fahrzeughersteller Tesla kündigte kürzlich an, den Markt durch den Preis zu verändern. Mit hochwertigen und sündhaft teuren Wagen stieg Tesla einst ins Geschäft ein. In Zukunft will der US-Konzern aber mit weitaus günstigeren Modellen punkten. Ab 35.000 US-Dollar sollen diese in Zukunft pro Stück zu bekommen sein. Auch zahlreiche europäische Hersteller haben nun für die nahe Zukunft die ersten Volumenmodelle mit reinem Elektroantrieb angekündigt.

Das ist zwar nicht viel mehr als eine Zielsetzung. Und deren Praktikabilität ist noch nicht abzusehen. Sie wird sich jedoch unter Kunden herumsprechen, genauso wie die Bemühungen der Konzerne, die Reichweite der Fahrzeuge zu erhöhen.

Die Brennstoffzelle

Eine andere Alternative zum Diesel ist das Auto mit Brennstoffzelle: Angetrieben von Wasserstoff ist es abgasfrei, geräuschlos und in drei bis fünf Minuten aufgetankt. Außerdem ist Wasserstoff (im Gegensatz zu Öl) nicht begrenzt. Es ist das am häufigsten vorkommende chemische Element, ein Nebenprodukt in der chemischen Industrie.

Angetrieben von einem Elektromotor produzieren Brennstoffzellen-Fahrzeuge ihren Strom selbst. Das funktioniert mithilfe von gasförmigem Wasserstoff. Er befindet sich im Kofferraum. Von dort gelangt das Gas in die Brennstoffzelle und produziert (durch die Reaktion mit Luft) Wasser und elektrische Energie – die den Elektromotor antreibt.

Der große Unterschied zu regulären E-Autos: Für die Herstellung von Wasserstoff sind deutlich größere Mengen Energie erforderlich. Laut dem Öko-Institut ist der Energieeinsatz etwa doppelt so hoch wie für den Antrieb eines Elektroautos.

Allerdings müssen letztere schon nach wenigen hundert Kilometern für Stunden an einer Steckdose aufgeladen werden. Dagegen muss man die Brennstoffzellenautos erst nach rund 500 Kilometern auftanken. Und schon nach wenigen Minuten kann die Fahrt weitergehen.

Aber: Während asiatische Hersteller wie Toyota oder Hyundai diese Fahrzeuge schon seit einigen Jahren serienmäßig herstellen, hinken deutsche Autobauer noch hinterher. Der Grund für den schleppenden Anlauf hierzulande? Mit einem Kaufpreis von 60.000 bis 80.000 Euro ist ein Auto mit Brennstoffzelle noch sehr teuer. Außerdem kostet Wasserstoff mit 9,50 Euro pro Kilo derzeit noch ähnlich viel wie Diesel.

Hybrid-Fahrzeuge

Der Hybrid-Wagen kombiniert unterschiedliche Antriebe und gilt bei einigen Fachleuten als heimlicher Gewinner der Diesel-Debatte. Die gängigste Hybrid-Variante ist laut ADAC die Verbindung von Benzin- und Elektromotor. Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind 2017 rund 165.000 Hybrid-Modelle auf deutschen Straßen unterwegs – Tendenz steigend.

Die dazugehörige Technik hat einen guten Ruf. Sie gilt als ausgereift und belastbar. Zudem ist der Besitzer nicht auf die relativ spärlich vorhandenen Stromladesäulen in Deutschland angewiesen.

Jedoch sind die Fahrzeuge bei intensivem Gebrauch auf der Langstrecke nicht viel effizienter als Pendants mit einer herkömmlichen Benzin-Variante. Lohnen würde sich ein Hybrid-Antrieb im Stadtverkehr. Dort wird - wie beim Elektrofahrzeug - durch Rekuperation das häufige Bremsen in Energie umgewandelt. Auch für Menschen, die nicht permanent auf ihr Auto angewiesen sind, ist der Hybrid eine Überlegung wert

Bei einigen Hybrid-Autos gibt es beim Kauf eines Neuwagens eine Prämie von 3.000 Euro. Sie gilt bei den Plug-in-Hybriden. Das ist eine besondere Variante des Hybrid-Wagens: Die Akkus kann man bei ihnen nämlich auch über das Stromnetz aufladen.

Zudem hat der Hybrid sich mittlerweile auf einem Preisniveau eingependelt, das kaum Unterschiede zu konventionellen Wagen hat. Immer mehr Hersteller bieten auch Volumenmodelle mittlerweile als Plug-In-Hybrid-Variante an. 

Erdgas

Dieses Modell findet kaum Absatz am deutschen Markt. Möglicherweise zu Unrecht.

Unter den fossilen Kraftstoffen gilt Erdgas (kurz CNG - Compressed Natural Gas, also komprimiertes Erdgas) als der umweltfreundlichste. Beim Verbrennen von Erdgas entsteht etwa ein Viertel weniger CO2 als bei der Benzin-Variante. Auch das Tanken ist deutlich günstiger. Und laut Rheinischer Post belaufen sich Kosten einer Umrüstung auf einen überschaubaren Betrag, der zwischen 3.000 und 5.000 Euro liegt.

Der große Nachteil: In ganz Deutschland bieten nur 905 Tankstellen Erdgas als Treibstoff an. Lange Zeit durften CNG-betriebene Fahrzeuge aus Brandschutzgründen zudem nicht in Tiefgaragen und einigen Parkhäusern abgestellt werden. Seit kurzem ist es jedoch gesetzlich erlaubt, ein CNG-betriebenes Fahrzeug in der Tiefgarage zu parken. Allerdings dürfen Privatbesitzer von Gebäuden weiterhin die Einfahrt von CNG-Fahrzeugen verbieten.

Einige Autokonzerne suchen während der Diesel-Krise nach Alternativen, in die sie investieren können. Erdgas wird dabei von einigen ins Spiel gebracht. Die Sache mit dem Gasantrieb könnte also eine Alternative zum Diesel sein – jedoch nur, wenn auf diesem Feld investiert wird.

Zudem beschäftigen sich einige Konzerne auch mit Brennstoffzellen-Autos. Bei diesen Wagen wird Wasserstoff zu Strom umgewandelt. Damit kann dann ein E-Auto fahren. Jedoch ist diese Technologie bei Autos noch vergleichsweise teuer und auch die Stückzahlen sind gering.  

Last but not least: der Benziner

Autos, die mit Benzin fahren, sind in der Anschaffung meist günstiger als Diesel-Fahrzeuge. Auch in der Versicherung und bei der KFZ-Steuer kosten sie weniger. Ihr Kraftstoffverbrauch ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen, vor allem dank modernster Automatikgetriebe. Außerdem ist der Preis für Benzin gesunken. Es kann überall aufgetankt werden – und wird auch immer sauberer.

Denn angesichts der immer strengeren EU-Vorschriften für die Abgasreinigung müssen die Autohersteller nicht nur die Abgaswerte ihrer Dieselfahrzeuge, sondern auch die der Benziner verbessern. Daher haben sie deren Motoren mit Partikelfiltern ausgerüstet, die man bisher allein von den Dieselmotoren kannte.

Diese Benzinpartikelfilter haben eine Haltbarkeit, die ungefähr der durchschnittlichen Lebensdauer eines Fahrzeugs und somit von mindestens zehn Jahren entspricht.

Sparsamer ist in der Regel der Diesel – noch: Betrug der Preisvorteil gegenüber Benzin 2010 noch 19 Cent pro Liter, sind es mittlerweile im Schnitt noch knapp zehn Cent. Zwischenzeitlich lagen die Preise sogar nur noch zwei Cent auseinander. Und eine Studie des Center of Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen kommt zu dem Schluss, dass die Kosten für Diesel mindestens noch fünf Jahre weiter steigen werden.

Schon heute ist der Benziner die erste Wahl, wenn man keine überdurchschnittliche Gesamtkilometerzahl pro Jahr fahren muss, weil man beispielsweise jeden Tag weite Strecken mit dem Auto zur Arbeit und wieder zurück pendelt.

Die Finanzierung

Sie haben sich für einen neuen Wagen entschieden? Jetzt folgen noch weitere Entscheidungen, die Sie treffen müssen:

Um den Neuen zu finanzieren, können Sie Ihren Diesel verkaufen oder in Zahlung geben. Hier sollte man genau überlegen, um nicht unnötig Geld zu verlieren. Wenn Sie Ihr Auto selbst verkaufen, erzielen Sie damit in der Regel den höchstmöglichen Gewinn. Sie müssen den Verkauf jedoch auch selbst planen und abwickeln. Wenn Sie das alte Auto beim Händler in Zahlung geben, sparen Sie hingegen Zeit. Beim Preis dürfen Sie dann aber nicht zu viel erwarten.

Auch die Entscheidung zwischen Leasing und Kauf ist eine wichtige.

Wer seinen neuen Wagen least, umgeht eine große Anschaffungsinvestition. Und er zahlt niedrigere Raten als beim Finanzierungsplan für einen gekauften Wagen. Jedoch lässt sich der Leasingvertrag oft nicht vorzeitig kündigen – und der Wagen gehört nicht Ihnen.. Auch können erhebliche Nachzahlungen anfallen, wenn der Händler den Zustand des Autos bei der Rückgabe bemängelt oder die vertraglich festgelegte Kilometerzahl übertroffen wird.

Beim E-Auto und auch bei einigen Hybriden lässt sich ein Teil der Finanzierung mit einer Prämie stemmen. Zudem entfällt beim Leasing eines E-Autos das Risiko, dass der Wert des E-Gebrauchtwagens fällt, sobald sich die Technologie der Akkus beim Nachfolgermodell deutlich verbessert.

Wenn Sie dann noch eine finanzielle Lücke schließen müssen, ist ein Kredit eine Überlegung wert. Gern beraten wir Sie bei Fragen zur Finanzierung Ihres Neuwagens. Ihr Sparkassen-Berater unterstützt Sie gern.

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