

Geschrieben von
Bella Krug
Was ist der Freefloat?
Als Freefloat gelten alle Aktien eines Unternehmens, die sich im Besitz von Anlegerinnen und Anlegern befinden, die keine strategische Beteiligung oder kontrollierenden Einfluss halten. Dazu zählen private und institutionelle Investorinnen und Investoren, die ihre Aktien jederzeit handeln können. Nicht zum Freefloat gehören Anteile, die vom Unternehmen selbst oder von Großaktionären gehalten werden – insbesondere, wenn diese langfristige Beteiligungsabsichten verfolgen, Stimmrechtsbindungen oder einem Lock-up unterliegen.
Warum ist der Freefloat wichtig?
Der Freefloat spielt eine zentrale Rolle bei der Berechnung der Marktkapitalisierung und bei der Zusammensetzung von Aktienindizes. Je höher der Streubesitz, desto liquider ist in der Regel der Handel mit einer Aktie. Das heißt: Die Aktie ist leichter handelbar, Kursbewegungen spiegeln stärker die aktuelle Marktlage wider, und die Aktie ist für viele Fonds und ETFs investierbar. Die Deutsche Börse beispielsweise gewichtet Aktien im DAX oder MDAX nach der Freefloat-Marktkapitalisierung – also der Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes.
Wie funktioniert das in der Praxis?
Die Höhe des Freefloats wird regelmäßig von der Börse oder unabhängigen Finanzdienstleistern ermittelt. Unternehmen veröffentlichen diese Informationen teils auch selbst. Ein niedriger Streubesitz kann zu geringerer Liquidität führen und einzelne Aktionärinnen oder Aktionäre haben unter Umständen überdurchschnittlich viel Einfluss auf Kursentwicklung oder Stimmrechte. Bei einem hohen Freefloat verteilt sich das Eigentum auf viele Hände – das reduziert Abhängigkeiten von Einzelinvestoren, erhöht aber die Kurssensitivität bei Nachrichten oder Ereignissen.
Für wen ist das Thema relevant?
Freefloat ist besonders relevant für Anlegerinnen und Anleger, Fondsmanagerinnen, Analysten, Finanzdienstleister, Investor-Relations-Teams und alle, die sich mit der Bewertung und dem Handel von Aktien beschäftigen.
Beispiel aus dem Alltag
Ein Unternehmen geht an die Börse und gibt 30 Prozent seiner Aktien an den Markt. Diese Anteile gelten als Freefloat. Die restlichen 70 Prozent bleiben bei Gründerinnen, Gründern und Ankerinvestoren und zählen nicht zum Streubesitz. Die Aktie ist deshalb weniger breit gestreut und anfälliger für stärkere Kursschwankungen bei größeren Einzelorders.





