Die dunkle Jahreszeit ist Hochsaison für Kriminelle

Einbruchsdelikte sind stark rückläufig – Cyberkriminalität steigt auf Allzeithoch

Anders als die meist niedlichen Unholde, die zu Halloween von Tür zu Tür ziehen, ist ein Einbruch ins eigene Zuhause der echte Horror. Eine rundum gute Nachricht ist daher, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche – ausweislich der Bundeskriminalstatistik – stark rückläufig ist. Wohnungseinbrüche zählen jedoch weiterhin zu den häufigsten Delikten. Der „Tag des Einbruchschutzes“ am 31. Oktober rückt die vielfältigen präventiven Möglichkeiten in den Fokus, die dabei helfen können, Einbrecherinnen und Einbrechern ihr böses Tun zu verleiden.  

Wärmebild Einbruch

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht deutlich zurück.
  • Wenn eingebrochen wird, dann überwiegend bei Dunkelheit.
  • Der 31. Oktober ist der „Tag des Einbruchschutzes“.
  • Cyberkriminalität nimmt weiter deutlich zu.

Wohnungseinbrüche gehen zurück – auch wegen Corona

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland geht deutlich zurück. Gab es 2019 noch 87.145 Einbrüche und Einbruchsversuche, erfasste die Kriminalstatistik der Polizei für 2020 nur noch 75.073 derartige Delikte – ein Minus von 13,8 Prozent. Der starke Rückgang der Einbruchsdelikte im vergangenen Jahr wird auch der Corona-Pandemie mit ihrer notgedrungen verstärkten Häuslichkeit der Menschen zugeschrieben. Erkennbar ist aber auch ein erfreulicher Trend, der bereits seit Längerem zu beobachten ist. Im Jahr 2015 – dem diesbezüglich schlimmsten Jahr – zählte die Polizei noch 167.000 Fälle.

Zu wirtschaftlichen Schäden kommen oft auch psychische Belastungen

Auch der wirtschaftliche Gesamtschaden durch Wohnungseinbrüche verringerte sich deutlich und wird für 2020 mit rund 206 Millionen Euro beziffert – 86 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Die polizeilichen Statistiken erfassen die materiellen Verluste eines Wohnungseinbruchs.
Nicht eingerechnet ist der damit oftmals einhergehende seelische Schaden der Einbruchsopfer. Denn ein Wohnungseinbruch bedeutet immer auch eine üble Verletzung der Privatsphäre, die bei den Betroffenen häufig mentale Folgen wie etwa verstärkte Unsicherheitsgefühle und Ängste in der eigenen Wohnung auslösen.

Tag des Einbruchschutzes 2021“ – Sicherungsmaßnahmen können schützen

Es gibt also viele Gründe, einmal ernsthaft über Möglichkeiten zum Schutz der eigenen vier Wände vor unerwünschten Eindringlingen nachzudenken. Gelegenheit dazu bietet auch der „Tag des Einbruchschutzes 2021“ am 31. Oktober. Wie jedes Jahr fällt der Tag des Einbruchschutzes nicht zufällig auf das Wochenende der Uhrenumstellung von der Sommer- auf die Winterzeit. Laut Polizeistatistik geschehen zwei Drittel aller Einbruchsdelikte nach Sonnenuntergang beziehungsweise im Schutz der Dunkelheit. In der dunkleren Jahreshälfte kann es daher besonders effektiv sein, die eigenen vier Wände besser gegen Einbruch zu sichern.

Ein effektiver Einbruchschutz ist auch dem Staat ein Anliegen: Er fördert  Wohnungsinhaberinnen und -inhaber – auch solche, die zur Miete wohnen – bei bestimmten baulichen Sicherheitsmaßnahmen, wie unter anderem den Einbau einbruchhemmender Türen und  Fenster. Das Präventionstechnik schützen kann, schreibt die Polizei, zeige auch die „ansteigende Zahl der Einbrüche, die über das Versuchsstadium nicht hinauskommen“. Die Quote der polizeilich erfassten gescheiterten Einbrüche blieb im Jahr 2020 mit 46,7 Prozent nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr.

Weniger Wohnungseinbrüche – aber mehr Cyberkriminalität

Dem erfreulichen Rückgang bei Einbruchsdelikten steht ein Allzeithoch bei den internetbasierten Verbrechen gegenüber. Denn zunehmend verlagern Kriminelle ihre Aktivitäten in den Cyberspace des World Wide Webs. In den vergangenen sechs Jahren stieg laut Bundeskriminalamt (BKA) die Zahl der Cyberangriffe von 45.793 (im Jahr 2015) auf 108.474 Fälle im Jahr 2020. Unter dem Begriff Cyberkriminalität erfasst das Bundeskriminalamt einen großen Bereich von Delikten unter Zuhilfenahme von Telekommunikationstechnik. Dazu zählen unter anderem alle Arten des internetbasierten Betrugs, Datenveränderung und Computersabotage sowie das Ausspähen und Abfangen von Daten einschließlich der Datenhehlerei.

Internetgaunereien wie Hacks, Datenklau, -spionage und Erpressung sind oft nur schwer aufzuklären. Das Schadenspotenzial ist riesig. Viele Angriffe werden zudem aus dem Ausland heraus verübt, was eine Strafverfolgung nicht einfacher macht. Attackiert werden neben Unternehmen auch Privatpersonen, immer häufiger auch staatliche Stellen wie Kommunen, Ministerien und Parlamente. Fachleute mahnen daher private und professionelle Nutzerinnen und Nutzer unermüdlich, die E-Crime-Gefahr nicht länger zu unterschätzen und es Kriminellen nicht zu leicht zu machen, in ihre Rechner und Netzwerke einzudringen.

„K-Einbruch“ – Einbrechern das Leben schwerer machen

Der „Tag des Einbruchschutzes“ findet jährlich jeweils am letzten Sonntag im Oktober statt. Es ist der zentrale Aktionstag der Informationskampagne „K-Einbruch“, der 2012 gegründeten Initiative von Polizei und Wirtschaftsunternehmen, die den privaten Schutz gegen Wohnungseinbrüche fördert. Die bundesweit angelegte Initiative steht unter der Schirmherrschaft des geschäftsführenden Innenministers Horst Seehofer. Seit 2014 sind die Sparkassen aktive Kooperationspartner von „K-Einbruch“.

(Stand: 29.10.2021)


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