Smarte Stromzähler werden für viele Pflicht

Smart Meter – die digitale Energiewende in den eigenen vier Wänden

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Aber die Nutzung von Energien aus Sonne oder Wind ist nur der erste Schritt. Damit keine Energie verschwendet wird, geht es im zweiten Schritt um den Stromverbrauch. Alte Stromzähler werden durch digitale ersetzt. Von 2025 an sollen alle Verbraucher und Verbraucherinnen sogar Smart Meter nutzen können, um dadurch ihren Verbrauch besser zu regeln.

Der Verbrauch lässt sich auf geräten und Smartphones ablesen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In den kommenden Jahren sollen alle Haushalte digitale Stromzähler erhalten. Je nach Stromverbrauch für manche als Pflicht, für andere als Kür.
  • Die modernen Messeinrichtungen können zum Smart Meter aufgerüstet werden und dann den Stromverbrauch unmittelbar darstellen und steuern.
  • Die Kosten für die neuen Stromzähler dürfen 20 Euro (verpflichtete Kundschaft) beziehungsweise 30 Euro (freiwillige Kundschaft) im Jahr nicht überschreiten.

Moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme?

Smart Meter oder Smartzähler, moderne Messeinrichtungen, intelligente Messysteme – das klingt alles nach Fortschritt, vielleicht sogar nach beschleunigter Energiewende, aber dennoch verwirrend. Als Faustregel gilt:

  • Moderne Messeinrichtungen erfassen den Energieverbrauch und sind die kostengünstigere Basis-Version – hier werden alte Stromzähler (analog) durch neue (digital) ersetzt.
  • Intelligente Messsysteme sind dann die Weiterentwicklung, denn sie können darüber hinaus via Smart-Meter-Gateway (einem Kommunikationsmodul) Energieverbrauchsdaten übermitteln – an den Verbraucher oder die Verbraucherin sowie an den Stromanbieter und Netzbetreiber.

Die Geräte, die jetzt und zukünftig eingebaut werden, müssen nicht zwangsläufig den letzten Stand der technischen Entwicklung haben. Denn: „Sie können danach mit einem Update immer weiter fortgeführt werden“, verspricht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

Die Stromfresser im Haushalt erkennen

Wie viel Strom wird verbraucht? Welches Gerät zieht den meisten Strom? Wann ist der Strom am günstigsten? Auf solche Fragen haben Smart Meter Antworten. So kommt die Digitalisierung der Energiewende auch in jedem Zuhause an. Denn diese klugen Stromzähler vermitteln Transparenz: Verbraucher und Verbraucherinnen können so beispielsweise per App einsehen, wie viel Energie Wäsche waschen oder Teppich saugen verbraucht.

Smart Meter schaffen mehr Transparenz

Doch immer, wenn es um Transparenz geht, müssen auch Risiken mitbedacht werden: Datenschützende befürchten, dass durch Datenmissbrauch die Lebensgewohnheiten der Menschen ausspioniert werden könnten. Deshalb achten sie besonders darauf, dass die strengen gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Durch differenzierte Vorschriften ist noch einmal klargestellt worden, welche Daten erhoben werden dürfen und vor allem, dass sie anonymisiert und gelöscht werden müssen.

Ablesen war gestern

Alles wird flexibler: Statt festgelegter Tarife des Stromanbieters, können zukünftig alle selbst einrichten, wann sie welches Gerät nutzen. Denn es ist sinnvoll, den Strom zu jener Tageszeit zu beziehen, wenn er am günstigsten ist. 24-mal am Tag ändert sich der Strompreis. Wer aufmerksam ist, muss nur darauf achten und kennt bald die Stoßzeiten. Die neuen Stromzähler senden ihre Messwerte sekundengenau. Andere schauen aus dem Fenster – scheint die Sonne? Bläst der Wind kräftig? – und schmeißen dann die großen Stromschlucker wie Wäschetrockner oder Geschirrspüler entsprechend an.

Die Kosten tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher

Privathaushalte und Kleinanlagenbetreiber (für Unternehmen gilt das nicht) zahlen für den Einbau eines intelligenten Messsystems einmalig maximal 130 Euro. Für den Betrieb fallen höchstens 20 Euro pro Jahr an, wenn der Einbau verpflichtend war – maximal 30 Euro sind zu zahlen, wenn Kunden und Kundinnen sich freiwillig für einen Smart Meter entscheiden.

Intelligente Stromverbrauchskontrolle für alle

Smart Meter sind seit 2017 für sehr große Haushalte (mehr als 10.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr) und seit 2020 für große Haushalte (mehr als 6.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr) Pflicht. Zum Vergleich: Der Jahresverbrauch eines 4-Personen-Haushaltes liegt etwa bei einem Verbrauch von etwa 3.500 bis 5.000 Kilowattstunden.

Die Bundesregierung macht jetzt Tempo

Erst im Dezember 2022 wurde unter Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ein überarbeiteter Gesetzentwurf zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) eingeleitet. Schon am 11. Januar 2022 stimmte der Bundestag dem Entwurf zu. Das bedeutet:

  • Ab 2025 sollen alle Verbraucher und Verbraucherinnen Smart Meter nutzen können.
  • Alle Stromversorger werden von 2026 an verpflichtet, „dynamische Tarife“, die an die Schwankungen der Tageszeiten angepasst sind, anzubieten.
  • Bis 2030 sollen sowohl alle Privathaushalte (die mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen) als auch Unternehmen mit Smart Metern ausgestattet sein. Wer weniger verbraucht), hat das Recht, dass vier Monate, nachdem Interesse signalisiert wurde, auch ein Einbau erfolgen muss.  
  • Bis 2032 sollen Smart Meter von allen genutzt und flächendeckend eingesetzt werden.

Mehr Strom sparen – und mehr Geld

Wer also seine Haushaltsgeräte oder Elektrizität einfach per Knopfdruck bedient und seine Wärmezufuhr händisch regelt, auch dem nutzt ein intelligentes Messystem. Schließlich geht es nicht nur um die Art der Stromerzeugung, sondern auch um den Umfang des Stromverbrauchs. Da die Produktion von Windrädern und Solaranlagen mit dem Wetter schwankt, sollen Smart Meter künftig noch besser das aktuelle Stromangebot widerspiegeln: Denn der Strompreis ändert sich in der Regel mehrfach am Tag. Wer das im Blick hat, kann nicht nur Strom sparen, sondern auch bares Geld.

Häufige Fragen zu smarten Stromzählern:

Smart Meter sind digitale Messgeräte für Wärme oder Strom, die die Daten unmittelbar an alle „Beteiligten“ übertragen. Denn sie übertragen den Energieverbrauch sowohl direkt an die Anbieter als auch an die Verbrauchenden. Smart Meter stellen transparent den Energieverbrauch dar, erleichtern Energieeinsparungen und sorgen so für beste Energieeffizienz. Alles wird flexibler: Statt festgelegter Tarife des Stromanbieters, kann jeder selbst einrichten, zu welcher Tageszeit der Strom am günstigsten ist und bezogen werden soll.  Ablesen war gestern: Die neuen Stromzähler senden ihre Messwerte sekundengenau.

Beim Einbau – beziehungsweise Austausch eines alten Stromzählers gegen eine moderne Messeinrichtung – können sich die einmalig zu entrichtenden Kosten im Bereich von 23 Euro bis 130 Euro bewegen. Den Maximalbetrag dürfen sie aber nicht überschreiten. Der Betrieb kostet höchstens 20 Euro beziehungsweise 30 Euro pro Jahr. Die Netzbetreiber sollen dafür stärker an den Kosten beteiligt werden, um die Kosten gerechter zu verteilen. Das gilt für Privathaushalte und Kleinanlagenbetreiber.

Künftig soll es bundesweit möglichst in jedem Haushalt digitale Stromzähler geben.

  • Ab 2025 sollen alle Verbraucher und Verbraucherinnen Smart Meter nutzen können.
  • Alle Stromversorger werden von 2026 an verpflichtet, „dynamische Tarife“, die an die Schwankungen der Tageszeiten angepasst sind, anzubieten.
  • Bis 2030 sollen sowohl alle Privathaushalte (die mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen) als auch Unternehmen mit Smart Metern ausgestattet sein.
  • Wer weniger verbraucht (eine vierköpfige Familie hat etwa einen Verbrauch von etwa 3.500 bis 5.000 Kilowattstunden), hat das Recht, dass vier Monate nachdem Interesse signalisiert wurde, auch ein Einbau erfolgen muss.  
  • Bis 2032 sollen Smart Meter von allen genutzt und flächendeckend eingesetzt werden.

Sie kommunizieren per Smart-Meter-Gateway, einem Zusatzmodul über drei verschiedene Netze. Die Verbindungen sind verschlüsselt. Smart Metering ist ein intelligentes Messsystem, dass den Energieverbrauch und die Energiezufuhr nicht nur ermitteln, sondern auch steuern kann.

  • Einerseits kommunizieren sie mit dem Netzbetreiber: Das ist der örtliche, grundzuständige Netzbetreiber, der Stromzähler einbaut, wartet und eben betreibt; oft verantwortet er auch die Messstellen.
  • Andererseits ist da der Stromversorger: Das ist der Energieversorger Ihrer Wahl, mit dem Sie einen Stromliefervertrag haben.
  • Nicht zuletzt können auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher die Daten auslesen.

Intelligente Stromzähler kommunizieren per Smart-Meter-Gateway, einer Kommunikationsplattform. Die übertragenen Daten lassen sich am Gerät, am Computer, am Smartphone oder Tablet auslesen. Verbraucher und Verbraucherinnen können diese Daten jederzeit einsehen, beispielsweise auf dem Gerät, der Website oder einer App.

Der lokal zuständige Messstellenbetreiber installiert den Smart Meter. Anders als der Stromanbieter ist der Messstellenbetreiber nur selten frei wählbar. Er ist generell nicht nur für den Einbau von Stromzählern zuständig, sondern auch für den laufenden Betrieb, die Ablesung, die Wartung und die eigentliche Messung.

Es gibt einige gesundheitliche Bedenken, doch laut Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation soll die Strahlenbelastung der Smart Meter äußerst gering und vergleichbar mit derjenigen eines Smartphones im Stand-by-Betrieb sein. Das Umweltbundesamt verweist darauf, dass es noch zu wenige wissenschaftliche Auswertungen gibt.


(Stand: 24.01.2023)

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