
Kaminöfen sind eine beliebte Heizquelle. Seit dem 1. Januar 2025 ist die letzte Übergangsfrist der Ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) abgelaufen. Seither müssen ältere Modelle (Baujahr 1995 bis März 2010) die geltenden Emissionsgrenzwerte nachweislich einhalten.
Ältere Modelle, die die Werte überschreiten, mussten bis zum 31. Dezember 2024 mit einem Staubabscheider nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden – diese Frist ist abgelaufen.
Der Einbau eines Ofens kostet je nach Modell und baulichen Voraussetzungen zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Eine Nachrüstung mit Feinstaubfiltern kostet 500 bis 1.500 Euro.
Für Kaminöfen als reine Einzelraumfeuerung gibt es keine staatlichen Zuschüsse. Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) gibt es nur für wasserführende Biomasseanlagen wie Pelletheizungen.
Warum ein Kaminofen?
Holzöfen bringen Atmosphäre ins Zuhause und können eine praktische Ergänzung zu herkömmlichen Heizsystemen sein – vor allem, wenn Sie auf umweltschonende, regionale Brennmaterialien setzen. Die direkte Wärmeabgabe des Feuers schafft ein behagliches Raumklima und kann den notwendigen Einsatz Ihrer Gas- oder Ölheizung reduzieren.
Moderne Systeme überzeugen durch Effizienz und geringe Emissionen. In Kombination mit Heizsystemen wie mit einer Pellet-Zentralheizung oder generell mit erneuerbaren Heizsystemen (wie einer Wärmepumpe) vereinen sie Romantik und Funktionalität.
Funktionsweise eines modernen Holzofens
Im Inneren befindet sich eine Brennkammer, in der das Holz oder ein anderer Brennstoff verbrannt wird. Die entstehende Hitze wird direkt an den Raum abgegeben, während die Rauchgase über den Schornstein ins Freie geleitet werden. Moderne Modelle sind so konstruiert, dass sie eine möglichst saubere Verbrennung ermöglichen.
Besonders effiziente Holzöfen sind mit einer Sekundärluftzufuhr ausgestattet, die unverbrannte Gase nochmals entzündet und so den Wirkungsgrad erhöht. So wird nicht nur das Brennmaterial effizienter genutzt, sondern auch der Schadstoffausstoß minimiert.
Es gibt heute mehrere Ofentypen, die für unterschiedliche Bedürfnisse entwickelt wurden:
- Luftführender Kaminofen: Dieser gibt die Wärme direkt in den Raum ab und eignet sich für Räume, in denen eine zusätzliche Wärmequelle benötigt wird.
- Wasserführender Kaminofen: Dieser heizt nicht nur den Raum, sondern speist auch einen Teil der Wärme in das Heizungssystem des Hauses ein. So unterstützt er das zentrale Heizsystem und kann zusätzlich das Warmwasser aufbereiten.
- Speicherofen: Er speichert die erzeugte Wärme über einen längeren Zeitraum und gibt sie langsam ab, auch wenn das Feuer schon erloschen ist. Das eignet sich besonders in gut isolierten Häusern.
Vorteile des Heizens per Ofen
- Nachwachsende Rohstoffe
Das Heizen per Kamin ermöglicht Ihnen den Einsatz von Brennstoffen wie Holz oder Pellets, die als nachwachsende Rohstoffe Ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Wichtig ist jedoch, dass das Holz unbehandelt und ausreichend trocken ist. Welche Brennstoffe überhaupt erlaubt sind, listet etwa das Bundesumweltministerium auf: Was dort nicht steht, gehört nicht in den Ofen. Scheitholz muss naturbelassen sein. Das Gesetz zieht die Grenze bei 25 Prozent Holzfeuchte; gemessen am Trockengewicht. Das entspricht rund 20 Prozent Wassergehalt. Brennfertig ist Holz erst darunter. Mit regional verfügbarem Holz können Sie überdies für kurze Transportwege sorgen, was den ökologischen Fußabdruck Ihres Ofens weiter verkleinert.
Pellets, die aus Abfallprodukten der Holzverarbeitung bestehen, sind ebenfalls eine Alternative. Sie verbrennen sauberer und gleichmäßiger als Scheitholz und liefern viel Energie pro Kilogramm. Moderne Öfen stoßen ohnehin deutlich weniger Feinstaub und Kohlenmonoxid aus als ältere Geräte. Beim CO2 rechnet man Holz bilanziell als weitgehend neutral: Es setzt nur frei, was der Baum zuvor gebunden hat. Das Umweltbundesamt relativiert allerdings, denn kurzfristig belastet jede Holzverbrennung das Klima.
- Niedrigere Heizkosten, aber keine Förderung für Standardöfen
Ein Kamin kann als zusätzliche Heizquelle Ihre Heizkosten senken. Holz und Pellets sind im Vergleich zu fossilen Brennstoffen oft günstiger und stabiler im Preis, was den Einsatz besonders attraktiv macht.
Wer seinen klassischen Kaminofen austauscht oder nachrüstet, bekommt dafür jedoch kein Geld vom Staat. Gefördert wird nur, wer auf ein wasserführendes System als Haupt- oder Ergänzungsheizung umsteigt (z. B. einen Pellet-Primärofen mit Wassertasche), welches an das zentrale Heiznetz angeschlossen ist. Dann greift die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM).
- Zuverlässige Wärmequelle in kalten Monaten
Durch die direkte Wärmeabgabe kann ein Holzofen schnell und effizient Räume beheizen. Wenn die Hauptheizung ausfällt, bietet der Kamin- oder Kachelofen zudem eine Notfalllösung, da er unabhängig von Strom und fossilen Brennstoffen betrieben werden kann. Das gilt allerdings nur für luftgeführte Modelle; wasserführende Öfen mit Pumpe und Regelung brauchen Strom.
Wenn Sie Holz als Brennmaterial nutzen, achten Sie darauf, trockenes, unbehandeltes Holz zu verwenden. Feuchtes Holz erhöht die Emissionen und liefert weniger Wärme. Beim Anheizen sollten Sie kleine Anzündhölzer nutzen und die Luftzufuhr ausreichend öffnen, um eine saubere und schnelle Verbrennung zu ermöglichen. Fachleute empfehlen das Anzünden von oben: Das senkt die Feinstaubemissionen in der Startphase deutlich. Moderne Kaminöfen verfügen über ein Regelsystem zur Steuerung der Luftzufuhr, mit dem Sie die Verbrennung optimal kontrollieren können.
Zudem sollten Kaminöfen regelmäßig geprüft und gereinigt werden:
- Lassen Sie nicht zu viel Asche ansammeln, da dies den Luftzug beeinträchtigen kann.
- Vermeiden Sie, dass sich Ruß am Sichtfenster absetzt, indem Sie die Luftzufuhr richtig einstellen und regelmäßig das Glas reinigen.
- Auch das Rauchrohr sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, um Rußablagerungen zu entfernen, die den Abzug behindern könnten.
Diese Maßnahmen sorgen nicht nur für eine bessere Verbrennung, sondern verlängern auch die Lebensdauer des Ofens. Je nach Modell, Nutzungsintensität und lokalen Vorschriften sollten zudem regelmäßig Kehrungen und Überprüfungen durch einen Schornsteinfeger oder eine Schornsteinfegerin durchgeführt werden.
Der richtige Kaminofen für Ihr Zuhause
Das Wichtigste beim Kauf ist, dass die Leistung des Ofens zur Raumgröße passt. Die Nennwärmeleistung wird in Kilowatt (kW) angegeben und bestimmt, wie effizient der Raum beheizt wird. Ein zu großer Ofen kann den Raum überhitzen, während ein zu kleiner nicht ausreichend Wärme liefert. Daher sollten Sie Ihre Raumgröße und den Isolationsgrad des Hauses kennen, um die passende Leistung auszuwählen.
Das zweite entscheidende Kriterium sind die optionalen Zusatzfunktionen, die Sie von Ihrem Ofen erwarten: Soll er auch Warmwasser bereitstellen? Bevorzugen Sie ein Modell mit integriertem Speichermodul – für eine gleichmäßige Wärmezufuhr, auch wenn das Feuer bereits erloschen ist? Oder reicht Ihnen ein luftführendes Standardmodell?
Neben den Funktionen und der Leistung spielt zudem das Design eine Rolle. Holzöfen gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen, die sich in moderne, rustikale oder klassische Einrichtungen integrieren lassen. Die Platzierung des Ofens, sei es freistehend oder in einer Ecke, kann ebenfalls Einfluss auf Ihre Entscheidung haben. Vor dem Kauf sollten Sie in jedem Fall Ihren Bezirksschornsteinfeger einbinden: Er prüft, ob Schornstein, Zuluft und Aufstellort geeignet sind, und nimmt die Anlage später ab.
- Kosten von Kauf und Einbau
Die Anschaffungskosten variieren stark je nach Typ, Leistung und Ausstattung. Für einfache Kaminöfen beginnen die Preise bei etwa 1.500 Euro. Wasserführende Modelle oder hochwertige Öfen mit integrierten Speichermodulen starten meist ab 3.500 Euro und können – je nach Design und Material – auch mehr als 5.000 bis 8.000 Euro kosten.
Zusätzlich zu den Anschaffungskosten müssen Sie auch die Kosten für den Einbau einplanen, die je nach Aufwand zwischen 500 und 1.500 Euro liegen können. Sollten Sie noch keinen Schornstein haben oder muss dieser angepasst werden, kann dies weitere 2.000 bis 5.000 Euro kosten.
Aktuelle Feinstaub-Grenzwerte und Emissionsvorschriften
Die EU hat mit der Luftqualitätsrichtlinie (EU) 2024/2881 die Grenzwerte für elf Schadstoffe verschärft; ab 2030 müssen sie eingehalten werden. Betroffen ist die Außenluft, nicht das Abgas einzelner Öfen; spürbar wird das zuerst in belasteten Städten, die Holzfeuerungen einschränken könnten. Für Ihren Ofen bleibt die BImSchV maßgeblich: Neugeräte seit 2015 dürfen höchstens 0,04 Gramm Feinstaub und 1,25 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas ausstoßen, belegt durch die Typprüfung des Herstellers.
Zulassungsliste für emissionsarme Öfen
Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) bietet eine Zulassungsliste für Kaminöfen. Diese Datenbank enthält Emissionsangaben für eine Vielzahl von Modellen. Hier können Sie prüfen, ob Ihr Ofen die geltenden Auflagen erfüllt und ohne zusätzliche Nachrüstung auch weiter betrieben werden darf.
Pflicht zur Nachrüstung mit Feinstaubfiltern bei älteren Modellen
Schauen Sie aufs Typenschild: Dort steht das Datum der Typprüfung; und nur das zählt, nicht der Einbau.
- Für Öfen von Januar 1995 bis 21. März 2010 endete die Frist am 31. Dezember 2024;
- ältere Geräte traf es schon 2014, 2017 und 2020.
Klären Sie vor der Nachrüstung, welche Nachweise und Prüfungen für Ihre Anlage erforderlich sind. Lassen Sie sich bestätigen, dass der Ofen nach dem Einbau die geltenden Anforderungen erfüllt und weiterbetrieben werden darf. Wer eine Feuerstätte entgegen den geltenden Vorschriften betreibt, riskiert ein Bußgeld.
Ausgenommen: offene Kamine, Öfen von vor 1950, Grund- und Badeöfen sowie Feuerstätten, die eine Wohnung allein beheizen. Alle Details zur Austauschpflicht finden Sie in unserem Ratgeber zum Kaminofen-Verbot.
Filter nachrüsten: So nutzen Sie Ihren Holzofen auch nach 2026
Es ist möglich, bestehende Anlagen so nachzurüsten, dass sie die aktuellen strengen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Spezielle Filter können die Feinstaubemissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren und ermöglichen so den legalen Weiterbetrieb des Ofens.
Es
gibt sowohl aktive als auch passive Filtersysteme auf dem Markt.
- Passive Systeme benötigen keinen Stromanschluss, werden meist direkt am Abgasstutzen oder im Rauchrohr installiert, wandeln schädliche Stoffe in weniger schädliche um (etwa CO in CO2) und sind kostengünstiger in der Anschaffung.
- Aktive Systeme benötigen einen Stromanschluss, werden im Rauchrohr oder Schornstein installiert, laden Feinstaubpartikel elektrostatisch auf, sodass sie sich an den Wänden absetzen und sind teurer in der Anschaffung.
Diese Filterarten können nachträglich installiert werden:
- Elektrische Partikelabscheider: Diese aktiven Filter funktionieren über elektrische Ladungen, die die Feinstaubpartikel binden. Sie sind besonders effektiv und für eine Vielzahl von Ofenmodellen geeignet.
- Schaumkeramikfilter: Als poröse Keramikplatten werden sie im oberen Bereich des Brennraums eingesetzt und sorgen passiv für eine Reduktion des Feinstaubs um etwa 30 bis 40 Prozent. Zudem senken sie den Ausstoß von Kohlenmonoxid (CO) um bis zu 30 Prozent und vermindern Kohlenwasserstoffverbindungen (HC) um bis zu 50 Prozent.
- Katalysatoren: Diese passive Variante nutzt chemische Reaktionen, um die Schadstoffe im Rauch zu reduzieren. Katalysatoren eignen sich besonders für Öfen mit hoher Feinstaubbelastung und können generell auch andere Schadstoffe wie Kohlenmonoxid und flüchtige organische Verbindungen reduzieren.
Kosten der Nachrüstung
Die Kosten variieren je nach Modell und Filterart. Im Durchschnitt liegen die Preise zwischen 500 und 1.500 Euro. Dies setzt sich zusammen aus den Materialkosten – je nach Art des Filters betragen diese zwischen 400 und 1.000 Euro – und den Einbaukosten: Der Einbau durch einen Fachbetrieb kostet zusätzlich etwa 100 bis 500 Euro. Eine Nachrüstung erfordert regelmäßige Wartungen, damit der Kaminofen optimal funktioniert.
Eine Investition in einen Feinstaubfilter lohnt sich, wenn Sie Ihren Ofen weiterhin betreiben möchten, ohne gegen die neuen Vorschriften zu verstoßen. Sie riskieren sonst empfindliche Bußgelder. Beachten Sie, dass die Nachrüstung von Schornsteinfegerbetrieben abgenommen werden muss, um die Betriebserlaubnis („Bescheinigung über die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte") zu erhalten.
Alte Liebe, neue Regeln: So bleibt Ihr Kaminofen in Betrieb
Holzöfen bleiben eine beliebte Heizquelle, müssen aber seit 2025 strengen Anforderungen gerecht werden. Besonders bei einem alten Ofen sollten Sie bis zu dieser Frist prüfen, ob eine Umrüstung erforderlich und möglich ist. Haben Sie die Frist verpasst, sollten Sie umgehend mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger klären, wie Sie den Betrieb legalisieren. Neue Modelle sind in der Regel sauberer in der Verbrennung und effizienter – eine Investition, die sich langfristig lohnen kann.
Häufige Fragen zum Heizen mit Kaminofen
Die Kosten variieren je nach Modell, liegen aber üblicherweise zwischen 1.500 und 5.000 Euro, abhängig vom Ofentyp; bei Desgnermodellen kann es teurer werden. Rechnen Sie zudem mit bis zu 1.500 Euro für den Einbau und mit zusätzlichen maximal 5.000 Euro, wenn der Schornstein angepasst werden muss; bei Designermodellen kann es teurer werden.
Das hängt stark von der Filterart ab. Hochwertige, aktive Elektrofilter (Elektrostatik) halten bei regelmäßiger Wartung rund 10 Jahre. Passive Filterelemente (wie Schaumkeramikplatten im Ofen) sind Verschleißteile; sie verbrauchen sich und müssen je nach Heizintensität alle 1 bis 3 Jahre ausgetauscht werden. Für die regelmäßige Wartung durch Fachfirmen fallen je nach Ofenmodell etwa 80 bis 350 Euro an. Die laufenden Kosten für den Schornsteinfeger (Kehren der Anlage) liegen bei ca. 80 bis 150 Euro pro Jahr.
Das ist herstellerabhängig: Passive Schaumkeramikfilter werden direkt im Inneren des Ofens (im oberen Bereich des Brennraums) eingelegt. Aktive, elektrische Partikelabscheider werden hingegen außerhalb des Ofens installiert – entweder im sichtbaren Rauchrohr (Ofenrohr) oder direkt oben auf der Schornsteinmündung auf dem Dach.
Ihr Schornsteinfeger kann Ihnen genau sagen, ob Ihre Feuerstätte die aktuellen Vorgaben erfüllt oder ob eine Umrüstung erforderlich ist. Anhand der Zulassungsliste der Kaminöfen lässt sich zudem oft prüfen, ob Ihr Modell noch den geltenden Emissionsvorgaben entspricht. Entscheidend ist das Datum der Typprüfung auf dem Typenschild: Liegt es vor dem 22. März 2010, war Ihr Ofen von einer der Übergangsfristen betroffen – die letzte endete am 31. Dezember 2024.



