Corona: Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Verlängert bis Ende 2020: Unternehmen können jetzt weitere Zuschüsse beantragen

Die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Betriebe werden bis Ende des Jahres verlängert. Die Bundesregierung unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe, die von den Maßnahmen der Pandemie-Bekämpfung besonders betroffen sind, mit Zuschüssen zu ihren betrieblichen Fixkosten. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Buchprüfer und Rechtsanwälte können die neuen Zuschüsse im Auftrag ihrer Mandanten jetzt  online beantragen. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Das Wichtigste vorab:

  • Die Bundesregierung hat für den Zeitraum September bis Dezember 2020 die Überbrückungshilfe verlängert, um kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in der Corona-Krise weiter zu unterstützen.  
  • Voraussetzung ist eine deutliche Einschränkung der Geschäftstätigkeit durch die Corona-Krise, die anhand von Umsatzvergleichen nachzuweisen ist. Bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent kann der Zuschuss beantragt werden.
  • Die konkrete Einmalzahlung orientiert sich dabei an den Fixkosten des Unternehmens. Die Antragstellung muss über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt laufen.
  • Die bis August 2020 geltende Förderhöchstgrenze von 15.000 Euro für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten entfällt in der zweiten Förderphase von September bis Dezember 2020.

Ob Reisebüro, Gaststätte, Schausteller, Yogastudio, Club oder Bar: Viele Selbstständige oder kleine Unternehmen können nach wie vor gar nicht oder nur sehr eingeschränkt tätig sein. 

Die Bundesregierung hatte in der ersten Phase der Corona-Krise ein Soforthilfeprogramm aufgesetzt, und für Juni bis August die erste Überbrückungshilfe gewährt.  Auch die meisten Bundesländer schnürten in den vergangenen Monaten Hilfspakete. 

Nun können betroffene Unternehmen eine weitere Überbrückungshilfe aus Bundesmitteln für die Monate September bis Dezember 2020 erhalten.

Fragen und Antworten

Am 25. August haben die Koalitionsspitzen beschlossen, die Überbrückungshilfe bis Ende des Jahres zu verlängern. Seit 21. Oktober 2020 können Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Unterstützung nun im Auftrag ihrer Mandanten in einem  Online-Portal beantragen.

Kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen können die Hilfen nutzen, genau wie Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen.

Voraussetzung ist, dass der Geschäftsbetrieb aufgrund der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen eingestellt werden muss. Wenn der Umsatz in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 um mindestens 50 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen ist, gilt diese Bedingung als erfüllt. Auch wenn der Umsatzeinbruch von April bis August 2020 im Durchschnitt mindestens 30 Prozent beträgt, kann ein Antrag gestellt werden. Wer erst später gegründet hat, kann den Umsatzeinbruch mit den Monaten November und Dezember 2019 vergleichen.

Vor dem 31.12.2019 darf der Antragsteller nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. 

Die Antragstellung erfolgt digital über ein Online-Portal , allerdings müssen Sie dafür die Hilfe eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers, vereidigten Buchprüfers oder Rechtsanwalts in Anspruch nehmen. Sie selbst können den Antrag nicht einreichen. Mit dieser Vorprüfung soll sichergestellt werden, dass die Anträge rasch beschieden und die Hilfen schnell ausgezahlt werden können. Der Zuschuss wird nach Prüfung des Antrags in einer Summe ausgezahlt.

Für die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung der Gelder sind die Bundesländer zuständig.

Die Frist für die Antragstellung endet am 31. Dezember 2020. 

Die Förderung wird aktuell für die Monate September bis Dezember 2020 gewährt.

Neuanträge für den ersten Förderzeitraum von Juni bis August 2020 sind nicht mehr möglich.

Die Höhe des Zuschusses hängt von den Umsatzeinbußen und den Fixkosten ab. Die Zahl der Beschäftigten spielt nun keine Rolle mehr. Antragsteller erhalten:

  • 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent
  • 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 30 und unter 50 Prozent

Abhängig von der Höhe ihrer betrieblichen Fixkosten erhalten Unternehmen bis zu 200.000 Euro Förderung für die vier Monate.

Förderfähig sind fortlaufende, nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste:

  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalkosten im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 Prozent der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.
  13. Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben.

Finanzhilfen der Bundesländer

Neben der Bundesregierung haben auch viele Länder Hilfsprogramme aufgesetzt, die Unternehmen durch die Corona-Krise bringen sollen. Informationen dazu, ob Sie in Ihrem Bundesland Geld beantragen können, finden Sie hier.

Zum Überblick der Finanzhilfen der Bundesländer

Es handelt sich um einen sogenannten nicht-rückzahlbaren Zuschuss. Beachten Sie aber: 

Nach Programmende findet ein Soll-Ist-Vergleich statt und Sie müssen zu viel gezahlte Zuschüsse zurückgeben, wenn Ihre tatsächlichen Umsätze höher ausfallen als prognostiziert. Sie erhalten aber auch eine Nachzahlung, wenn Ihre Umsätze geringer ausfallen.

Das kommt auf die Fördermittel an. Eine Kombination mit anderen Beihilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist grundsätzlich möglich. Eine Überkompensation ist aber zurückzuzahlen. In jedem Fall sollten Sie sich die jeweiligen Fördervoraussetzungen genau anschauen. 

Damit die Förderung in vollem Umfang den Unternehmen zugutekommt, wird sie bei den laufenden Vorauszahlungen nicht berücksichtigt. Zwar sind die Hilfen grundsätzlich steuerpflichtig, aber das wirkt sich erst dann aus, wenn die Steuererklärung für 2020 eingereicht werden muss. 

Bei der Steuerveranlagung für die Einkommen- oder Körperschaftsteuer im kommenden Jahr wird dieser Zuschuss gewinnwirksam berücksichtigt. Nur wenn 2020 ein positiver Gewinn erwirtschaftet wurde, wird dann auf den Zuschuss der individuelle Steuersatz fällig.

Zuschuss, Förderkredit & Co.

In der Corona-Krise gibt es unterschiedliche Arten von Unterstützung für Unternehmen. Was bedeutet was?

Kredit: Banken und Sparkassen leihen ihren Unternehmenskunden weiter Geld, um finanzielle Engpässe zu überbrücken – auch während das Wirtschaftsleben quasi stillsteht, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Förderkredit: Die Förderbank KfW hat mit Geldern aus einem Sonderprogramm des Bundes ihre Förderkreditprogramme für Unternehmen ausgeweitet. Unternehmen erhalten aus diesen Programmen vergünstigte Kredite. Zugleich übernimmt die KfW bis zu 90 Prozent der Haftung, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Voraussetzung ist eine sorgfältige Kreditprüfung durch die Hausbank beziehungsweise Sparkasse, die die Gelder auch auszahlt.

Zuschuss: Viele Hilfsprogramme der Bundesländer sind als Zuschuss gestaltet. Im Gegensatz zum Kredit müssen hier die Gelder grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden – vorausgesetzt natürlich, die Kriterien für die Vergabe der Zuwendung werden erfüllt. Einzelne Bundesländern gewähren die Hilfen allerdings auch als „rückzahlbare Zuschüsse“, die nach Ablauf einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden müssen.

Bürgschaft: Bund und Länder haben zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auch Bürgschaftsprogramme ausgeweitet. Das bedeutet: Sie bürgen dafür, dass ein Unternehmen seinen Kredit zurückzahlt – und springen ein, wenn nicht. Mit diesem Rückhalt wollen Bund und Länder Banken und Sparkassen die Kreditvergabe in Krisenzeiten erleichtern.

(Stand: 21.10.2020)


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