Corona: Die Finanzhilfen der Bundesländer im Überblick

Wie die Bundesländer Unternehmen in der Corona-Krise unterstützen

Viele Bundesländer bieten Hilfsprogramme an, die Unternehmen durch die Corona-Krise bringen sollen. Welche finanzielle Unterstützung Sie in Ihrem Bundesland beantragen können, erfahren Sie hier.

Ergänzend zu Hilfen der Bundesregierung haben viele Bundesländer eigene Regionalprogramme aufgesetzt. Wir sagen, in welchen Ländern derzeit Hilfsprogramme zur Verfügung stehen und wie die Antragstellung funktioniert.

Überbrückungshilfe des Bundes

In der ersten Phase der Corona-Krise hat die Bundesregierung kleine und mittelständische Unternehmen mit der Soforthilfe unterstützt. Inzwischen gibt es ein Nachfolgeprogramm, die sogenannte Überbrückungshilfe. Derzeit können Unternehmen, deren Geschäftsbetrieb nach wie vor ganz oder teilweise eingeschränkt ist, Zuschüsse für den Zeitraum September bis Dezember 2020 beantragen. Eingereicht werden dürfen die Anträge der betroffenen Unternehmen ausschließlich von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten oder vereidigten Buchprüfern über ein Online-Portal. Dort informiert die Bundesregierung in einem FAQ über die genauen Voraussetzungen.

Baden-Württemberg

Für KMU

Zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen Unternehmen sowohl der gewerblichen Wirtschaft als auch Angehörigen der freien Berufe die Förderinstrumente der L-Bank und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem Sofortbürgschaften für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern.

Den sogenannten Liquiditätskredit Plus gibt es als zinsverbilligtes Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von zehn Prozent des Darlehensbetrags (bis 300.000 Euro). Bürgschaftsbank oder L-Bank übernehmen bei Bedarf bis zu 90 Prozent des Ausfallrisikos gegenüber der Hausbank – auch für andere Überbrückungskredite.

Für Soloselbstständige und Freiberufler

Baden-Württemberg zahlt Soloselbstständigen und Freiberuflern einen sogenannten fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von monatlich bis zu 1.180 Euro, sofern die Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe des Bundes erfüllt sind. Anders als die Überbrückungshilfe, die derzeit nur für betriebliche Fixkosten verwendet werden darf, ist der fiktive Unternehmerlohn zur Deckung der Lebenshaltungskosten gedacht. Die Anträge auf die ergänzende Landesförderung müssen über das Online-Portal der Bundesregierung für die Überbrückungshilfe eingereicht werden. Das gilt nur mit fachlicher Unterstützung, etwa von einem Steuerberater oder Rechtsanwalt. 

Für Hotel- und Gaststättengewerbe

Soloselbstständige, Unternehmen und soziale Einrichtungen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe können eine Stabilisierungshilfe beantragen. Die Höhe ist abhängig vom Liquiditätsengpass, den ein Steuerberater bestätigen muss, und von der Zahl der Vollzeitbeschäftigten. Hier geht es zum Antragsformular.

Für Start-ups

Krisengeschüttelte Start-ups, die eine erste Finanzierungsrunde bereits erfolgreich beendet haben, können Liquiditätsengpässe mit einem zurückzuzahlenden Zuschuss von bis zu 200.000 Euro überbrücken. Start-up BW Pro-Tect ist der Name des Programms.


Bayern

Freiberufler und Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten

Die LfA Förderbank Bayern bietet notleidenden Unternehmen und Freiberuflern Kredite zur Bewältigung der Corona-Folgen. Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern können Schnellkredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro beantragen, Unternehmen mit maximal zehn Mitarbeitern bis zu 100.000 Euro. Die Risikoprüfung entfällt, der Zinssatz liegt bei drei Prozent.

Für Start-ups und kleinere Mittelständler

Seit August 2020 können Start-ups und kleinere Mittelstandsunternehmen mit einem Gruppenumsatz bis zu 75 Millionen Euro Beteiligungsangebote nutzen. Der Eigenkapitalschild Mittelstand Bayern richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen in Bayern. Start-ups können Beteiligungskapital bis 800.000 Euro über den Startup Shield Bayern erhalten.

Auch für größere Mittelständler

Außerdem hat die Staatsregierung den Bürgschaftsrahmen für die LfA Förderbank Bayern auf 90 Prozent erhöht, damit die Hausbanken Unternehmen und Angehörigen der Freien Berufe unbürokratisch Finanzierungshilfen gewähren können. Zielgruppe sind Mittelständler mit einem Konzernumsatz von maximal 500 Millionen Euro.


Berlin

Für Unternehmen von 11 bis 100 Beschäftigten

Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler der gewerblichen Wirtschaft mit mehr als zehn und maximal 100 Mitarbeitern können bei der Investitionsbank Berlin (IBB) Tilgungszuschüsse zum KfW-Schnellkredit 2020 oder einem Kredit aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 beantragen. Soforthilfe V heißt das Programm. 

Für Betriebe der Schankwirtschaft

Bars und Restaurants, die ihren Hauptumsatz normalerweise am späten Abend oder nachts erwirtschaften, jetzt aber von der Sperrstunde betroffen sind, sollen bis zu 3.000 Euro Mietzuschuss erhalten. Das hat der Senat Mitte Oktober angekündigt. Dafür müssen sie in der Gewerbedatenbank des Landes Berlin als Gastronomiebetriebe – Untergruppe Ausschank von Getränken – gemeldet sein und durch die Schließzeit verursachte existenzbedrohende Umsatzeinbußen plausibel machen. Anträge können voraussichtlich ab der zweiten Novemberhälfte bei der IBB gestellt werden.

Für Start-ups

Das Land Berlin und die Bundesregierung unterstützen Start-ups, die wegen Corona in Schwierigkeiten geraten sind, mit bis zu 800.000 Euro pro Unternehmen. Drei Finanzierungswege stehen offen: über private Risikokapitalgeber, über die IBB Ventures und über die IBB/Berlin Mezzanine. Die IBB informiert über die Coronahilfen für Start-ups.


Brandenburg

Für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten

Das beim Brandenburger Wirtschaftsministerium bereits vorhandene Konsolidierungs- und Standortsicherungsprogramm („KoSta“) wurde zur Gewährung von Liquiditätshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Freiberuflern aufgestockt.

Das Land Brandenburg beantwortet auf seiner Website häufig gestellte Fragen von Unternehmen.


Bremen

Für Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten

Die Förderbank des Landes Bremen BAB bietet Freiberuflern, Soloselbstständigen und Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern einen Betriebsmittelkredit zur Bewältigung der Corona-Krise, wenn sie vorher wirtschaftlich tragfähig waren.


Hamburg

Für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und Vereine

Kleine Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler sowie Vereine können den zinsgünstigen Hamburg-Kredit Liquidität (HKL) nutzen. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank. Die Darlehenshöhe liegt zwischen 20.000 und 250.000 Euro. Non-Profit-Unternehmen können bis zu 800.000 Euro erhalten.

Für Start-ups

Innovative Start-ups und wachstumsorientierte kleine Mittelständler können verschiedene Finanzierungsinstrumente aus Mitteln des Landes und des Bundes nutzen, um in der Krise zu überleben. Mehr zum Corona Recovery Fonds.

Für Sportvereine und Kultureinrichtungen

Die IFB Hamburg stellt Sportvereinen, Organisationen und KMU, die im Bereich Sport tätig sind, genau wie Kulturbetrieben, spezielle Förderkredite zur Verfügung. Bis zu 150.000 Euro können für Betriebsmittel beantragt werden. Hier geht es zu den Programmen für Sport und Kultur.


Hessen

Für alle Unternehmen

Hessen verweist auf die bereits bestehenden Förderprodukte für Unternehmen. Einige der Kredit- und Bürgschaftsprogramme könnten auch zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden, die auf die Corona-Krise zurückzuführen sind. Hier geht es zur Übersicht über Förderkredite und Bürgschaften.


Mecklenburg-Vorpommern

Für KMU

Mecklenburg-Vorpommern hat ein Sonderprogramm für Landesbürgschaften aufgelegt und das Bürgschaftsvolumen der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern für Kredite von Hausbanken erhöht. Über Bürgschaften bis zu einem Kreditvolumen von 250.000 Euro kann in einem abgekürzten Verfahren entschieden werden. Hier liegt die Bürgschaftsquote bei 100 Prozent. Mehr dazu auf der Infoseite der Bürgschaftsbank.

Für freischaffende Künstler

Freischaffende Künstlerinnen und Künstler können ein Überbrückungsstipendium aus dem MV-Schutzfonds Kultur beantragen. Mehr Informationen gibt es beim Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern.


Niedersachsen

Für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern

Niedersachsen stellt Kredite von 10.000 bis 200.000 Euro als Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen und Freiberufler zur Verfügung. Der Niedersachsen Schnellkredit wird von der NBank vergeben, ohne dass dafür Sicherheiten erbracht werden müssen.

Für Ausbildungsbetriebe

Niedersächsische Unternehmen, die trotz Pandemie weiter ausbilden oder zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, können eine Prämie in Höhe von 500 bzw. 1.000 Euro beantragen.


Nordrhein-Westfalen

Für kleine Unternehmen und Existenzgründer

Kleine Unternehmen und Existenzgründer habe die Möglichkeit, Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro aus dem Mikromezzaninfonds direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft zu beantragen. Sicherheiten müssen hierfür nicht gestellt werden.

Für Freiberufler und Mittelständler

Die NRW.BANK übernimmt im Universalkredit nun bereits ab dem ersten Euro bis zu 80 Prozent (statt bisher 50 Prozent) des Risikos von der Hausbank, wo der Kredit beantragt werden muss. Das gilt für Freiberufler und für mittelständische Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Jahresumsatz 500 Millionen Euro nicht übersteigt.

Mit der „NRW Überbrückungshilfe Plus“ zahlt das Land einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von monatlich 1.000 Euro an Soloselbstständige, Freiberufler und Inhaber von Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern, die selbst in ihrer Firma tätig sind. Sie dürfen das Geld anders als die Überbrückungshilfe des Bundes zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten verwenden. Die Antragstellung erfolgt über das Portal zur Überbrückungshilfe

Auf der Website des Wirtschaftsministeriums findet sich eine Übersicht über alle Fördermöglichkeiten.


Rheinland-Pfalz

Für alle Unternehmen

Betroffenen Unternehmen stehen für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus Darlehen und Bürgschaften der ISB und der Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Das Land hat den Bürgschaftsrahmen zur Wirtschaftsförderung angehoben. Erster Ansprechpartner für Unternehmen sind die Hausbanken, die die Antragstellung bei ISB und Bürgschaftsbank übernehmen. Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt es auf der Website der ISB.


Saarland

Für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen und Freiberufler im Saarland können das zinsgünstige Kreditprogramm „Sofort-Kredit-Saarland” in Anspruch nehmen, welches das Landeswirtschaftsministerium gemeinsam mit der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) aufgelegt hat. Gefördert wird ein zusätzlicher Betriebsmittelbedarf, der durch die Corona-Krise entstanden ist.

Für Hotel- und Gastronomiebetriebe

Das Sonderkonjunkturprogramm Gastgewerbe richtet sich an kleine und mittlere Hotel- und Gastronomiebetriebe, die die geringere Auslastung während der Corona-Krise für Modernisierungsmaßnahmen nutzen wollen. Zu 50 Prozent gefördert werden unter anderem Investitionen in Barrierefreiheit, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit.

Exportierende Unternehmen

Bis zu 7.500 Euro Zuschuss erhalten exportorientierte Unternehmen für Maßnahmen zur Internationalisierung. Das Corona Sonderprogramm Internationalisierung läuft vorerst bis Jahresende 2020.


Sachsen

Derzeit gibt es keine speziellen Landes-Hilfsprogramme für Betriebe (Stand: 26.10.2020). Über Soforthilfen für Sportvereine, Freie Träger der Kulturhilfe oder Kinos informiert die Sächsische Aufbaubank. Die Regierung des Freistaats Sachsen bietet aktuelle Informationen für Unternehmen.


Sachsen-Anhalt

Für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern

Kleinen Unternehmen, die durch Corona in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind, stellt die Investitionsbank im Auftrag des Landes Sachsen-Anhalt ein Darlehen zur Liquiditätssicherung zur Verfügung. Freiberufler und Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern erhalten zwischen 10.000 und 150.000 Euro zwei Jahre zins- und tilgungsfrei. Die Antragstellung ist noch bis 30. November 2020 möglich.


Schleswig-Holstein

Für Start-ups und kleine Mittelständler

Start-ups und gewerbliche Unternehmen mit einem Gruppenumsatz von bis zu 75 Millionen Euro werden mit Mezzanine- oder Beteiligungsfinanzierungen unterstützt, wenn sie wegen der Corona-Krise Kapital benötigen. Weitere Informationen zu dem Sonder-Beteiligungsprogramm bietet die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH).

Für Beherbergungsbetriebe und Gaststätten

Der IB.SH Mittelstandssicherungsfonds soll Unternehmen aus dem Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 750.000 Euro gewähren. Mehr Informationen dazu gibt es hier. Wichtig: Die Anträge können nur über die Hausbank gestellt werden


Thüringen

Für alle Unternehmen

Der Thüringer Konsolidierungsfonds ist aufgestockt und um die Komponente „Corona Spezial“ ergänzt worden. Der maximale Darlehensbetrag liegt bei zwei Millionen Euro, davon sind 50.000 Euro zinslos erhältlich. Antragsberechtigt sind Thüringer Gewerbebetriebe sowie Vertreter wirtschaftsnaher freier Berufe, die von Corona betroffen sind und von ihrer Hausbank keine ausreichende Finanzierung erhalten können. Mehr Informationen bei der Thüringer Aufbaubank.

Für Start-ups und Unternehmen mit Wachstumsaussichten

Den „Thüringer Zukunftsfonds“ (TZF) können innovative Start-ups und Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten nutzen, die aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Über den Fonds biete das Land offene und stille Beteiligungen bis zu einer Höhe von fünf Millionen Euro sowie Darlehen und Nachrangdarlehen von bis zu zwei Millionen Euro. Mehr Informationen zu diesem und anderen Fonds für Start-ups bietet die Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH.

Für Soloselbstständige

Thüringer Soloselbstständige, die die Überbrückungshilfe des Bundes erhalten, werden vom Land zusätzlich mit monatlich 1.180 Euro Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten unterstützt. Beide Anträge werden zusammen über das Online-Portal für die Überbrückungshilfe gestellt.

(Stand: 26.10.2020)


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