Corona: Die Finanzhilfen der Bundesländer im Überblick

Wie die Bundesländer Unternehmen in der Corona-Krise unterstützen

Viele Bundesländer bieten Hilfsprogramme, die Unternehmen durch die Corona-Krise bringen sollen. Welche finanzielle Unterstützung Sie in Ihrem Bundesland beantragen können, erfahren Sie hier.

Ergänzend zu Hilfen der Bundesregierung haben viele Bundesländer eigene Regionalprogramme aufgesetzt. Wir sagen, in welchen Ländern derzeit Hilfsprogramme zur Verfügung stehen und wie die Antragstellung funktioniert.

Überbrückungshilfe des Bundes

In der ersten Phase der Corona-Krise (März bis Mai) hat die Bundesregierung kleine und mittelständische Unternehmen mit der Soforthilfe unterstützt. Jetzt gibt es ein Nachfolgeprogramm, die sogenannte Überbrückungshilfe. 

Für den Zeitraum Juni bis August 2020 können Unternehmen, deren Geschäftsbetrieb nach wie vor ganz oder teilweise eingeschränkt ist, Zuschüsse beantragen. 

Eingereicht werden dürfen die Anträge der betroffenen Unternehmen ausschließlich von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Buchprüfern. Die Bundesregierung informiert hier über die Voraussetzungen. Seit 8. Juli können Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Hilfen im Auftrag ihrer Mandanten in einem Online-Portal stellen.

Baden-Württemberg

Für KMU und Freiberufler

Zur kurzfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen Unternehmen sowohl der gewerblichen Wirtschaft als auch der freien Berufe die Förderinstrumente der L-Bank und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg zur Verfügung. 

Seit dem 1. Juni 2020 gibt es den sogenannten Liquiditätskredit Plus als zinsverbilligtes Darlehen mit Tilgungszuschuss in Höhe von zehn Prozent des Darlehensbetrags (bis 300.000 Euro). Bürgschaftsbank oder L-Bank übernehmen bei Bedarf bis zu 90 Prozent des Ausfallrisikos gegenüber der Hausbank – auch für andere Überbrückungskredite.

Für Hotel- und Gaststättengewerbe

Soloselbstständige, Unternehmen und soziale Einrichtungen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe können eine Stabilisierungshilfe beantragen. Die Höhe ist abhängig vom Liquiditätsengpass, den ein Steuerberater bestätigen muss, und von der Zahl der Vollzeitbeschäftigten. Hier geht es zum Antragsformular.

Für Start-ups

Krisengeschüttelte Start-ups, die eine erste Finanzierungsrunde bereits erfolgreich beendet haben, können Liquiditätsengpässe mit einem zurückzuzahlenden Zuschuss von bis zu 200.000 Euro überbrücken.  Start-up BW Pro-Tect ist der Name des Programms.


Bayern

Freiberufler und Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten

Die LfA Förderbank Bayern bietet notleidenden Unternehmen und Freiberuflern Kredite zur Bewältigung der Corona-Folgen. Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern können Schnellkredite in Höhe von bis zu 50.000 Euro beantragen, Unternehmen mit maximal zehn Mitarbeitern bis zu 100.000 Euro. Die Risikoprüfung entfällt, der Zinssatz liegt bei drei Prozent.

Auch für größere Mittelständler

Außerdem hat die Staatsregierung den Bürgschaftsrahmen für die LfA Förderbank Bayern auf 90 Prozent erhöht, damit die Hausbanken Unternehmen und Angehörigen der Freien Berufe unbürokratisch Finanzierungshilfen gewähren können. Zielgruppe sind Mittelständler mit einem Konzernumsatz von maximal 500 Millionen Euro.


Berlin

Für Unternehmen von 11 bis 100 Beschäftigten

Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler der gewerblichen Wirtschaft mit mehr als zehn und maximal 100 Mitarbeitern können bei der Investitionsbank Berlin (IBB) Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro beantragen. Soforthilfe V heißt das Programm. Die Antragstellung wird voraussichtlich bis 31.12.20 möglich sein.

Für KMU

Die Berliner Landesregierung will kleinen und mittleren Unternehmen Zuschüsse zu Gewerbemieten gewähren. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop kündigte am 26. Juni an: „Dafür legen wir eine Soforthilfe auf, die im Einzelantragsverfahren gewerbliche Mieten mit einem 50-prozentigen Zuschuss überbrückt.“ Weiter hieß es: „Den Berliner Mittelstand wollen wir mit Zuschüssen in Gestalt einer Digitalprämie unterstützen und damit die Digitalisierung voranbringen.“ Hier geht’s zur Pressemitteilung.

Für Kulturunternehmen und die Messe- und Veranstaltungsbranche

Bis Mitte Mai konnten Berliner Kultur- und Medienunternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten Landes-Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro beantragen. Ende Juni hat der Senat weitere Hilfen für beschlossen. Noch ist eine Antragstellung nicht möglich (Stand: 07.07.2020). Ebenfalls angekündigt ist ein Kongressfonds zur Förderung der Messe- und Veranstaltungsbranche.


Brandenburg

Für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten

Das beim Brandenburger Wirtschaftsministerium bereits vorhandene Konsolidierungs- und Standortsicherungsprogramm („KoSta“) wurde zur Gewährung von Liquiditätshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen aufgestockt.

Das Land Brandenburg beantwortet auf seiner Website häufig gestellte Fragen von Unternehmen.


Bremen

Für Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten

Die Förderbank des Landes Bremen BAB bietet Freiberuflern, Soloselbstständigen und Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern einen Betriebsmittelkredit zur Bewältigung der Corona-Krise, wenn sie vorher wirtschaftlich tragfähig waren.


Hamburg

Für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern und Vereine

Seit Ende Mai 2020 können kleine Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler sowie Vereine den zinsgünstigen Hamburg-Kredit Liquidität (HKL) nutzen. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank. Die Darlehenshöhe liegt zwischen 20.000 und 250.000 Euro.

Für Sportvereine und Kultureinrichtungen

Die IFB Hamburg stellt Sportvereinen, Organisationen und KMU, die im Bereich Sport tätig sind, genau wie Kulturbetrieben spezielle Förderkredite zur Verfügung. Bis zu 150.000 Euro können für Betriebsmittel beantragt werden. Hier geht es zu den Programmen für Sport  und Kultur.


Hessen

Für alle Unternehmen

Hessen verweist auf die bereits bestehenden Förderprodukte für Unternehmen. Einige der Kredit- und Bürgschaftsprogramme könnten auch zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt werden, die auf die Coronakrise zurückzuführen sind. Hier geht es zur Übersicht über Förderkredite und Bürgschaften.


Mecklenburg-Vorpommern

Für KMU

Für betriebliche Ausgaben sollen KMU Zuschüsse von bis zu 200.000 Euro erhalten, die allerdings zurückgezahlt werden müssen. Bis 20.000 Euro bleibt die Förderung zinsfrei. Die Mittel werden von der Gesellschaft für Arbeitsmarkt und Strukturentwicklung (GSA) ausgegeben. Hier geht es zum Antrag.

Mecklenburg-Vorpormmern hat zudem ein Sonderprogramm für Landesbürgschaften aufgelegt und das Bürgschaftsvolumen der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern für Kredite von Hausbanken erhöht. Über Bürgschaften bis zu einem Kreditvolumen von 250.000 Euro kann in einem abgekürzten Verfahren entschieden werden. Mehr dazu auf der Infoseite der Bürgschaftsbank.


Für Ausbildungsbetriebe

Betriebe, die von einem erheblichen Arbeitsausfall und deshalb von Kurzarbeit betroffen sind, sollen ihre Lehrlinge halten können. Deshalb unterstützt das Land Ausbildungsbetriebe jeglicher Größe mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen in Höhe von 80 Prozent der Aubildungsvergütung. Die Anträge können beim Landesförderinstitut gestellt werden.

Niedersachsen

Für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern

Niedersachsen stellt Kredite von 5.000 bis 50.000 Euro als Liquiditätshilfe für kleine Unternehmen zur Verfügung. Der Niedersachsen Liquiditätskredit wird von der NBank vergeben, ohne dass dafür Sicherheiten erbracht werden müssen.


Nordrhein-Westfalen

Für kleine Unternehmen und Existenzgründer

Kleine Unternehmen und Existenzgründer habe die Möglichkeit, Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro aus dem Mikromezzaninfonds direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft zu beantragen. Sicherheiten müssen hierfür nicht gestellt werden.

Für Freiberufler und Mittelständler

Die NRW.BANK übernimmt im Universalkredit nun bereits ab dem ersten Euro bis zu 80 Prozent (statt bisher 50 Prozent) des Risikos von der Hausbank, wo der Kredit beantragt werden muss. Das gilt für Freiberufler und für mittelständische Unternehmen, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und deren Jahresumsatz 500 Millionen Euro nicht übersteigt.

Auf der Website des Wirtschaftsministeriums findet sich eine Übersicht über alle Fördermöglichkeiten.


Rheinland-Pfalz

Für alle Unternehmen

Betroffenen Unternehmen stehen für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus Darlehen und Bürgschaften der ISB und der Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz zur Verfügung. Das Land hat den Bürgschaftsrahmen zur Wirtschaftsförderung angehoben. Erster Ansprechpartner für Unternehmen sind die Hausbanken, die die Antragstellung bei ISB und Bürgschaftsbank übernehmen. Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt es auf der Website der ISB.


Saarland

Für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen und Freiberufler im Saarland können das zinsgünstige Kreditprogramm „Sofort-Kredit-Saarland” in Anspruch nehmen, welches das Landeswirtschaftsministerium gemeinsam mit der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) aufgelegt hat. Gefördert wird ein zusätzlicher Betriebsmittelbedarf, der durch die Corona-Krise entstanden ist.


Sachsen

Für Freiberufler und kleine Unternehmer

Derzeit gibt es keine speziellen Landes-Hilfsprogramme für Betriebe (Stand: 07.07.2020). Die Regierung des Freistaats Sachsen bietet aktuelle Informationen für Unternehmen.


Sachsen-Anhalt

Für Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern

Für freischaffende Künstler

Ab dem 20. Juli 2020 sollen freischaffende Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des Stipendienprogramms „Kultur ans Netz“ mit einem Zuschuss von 1.000 Euro monatlich gefördert werden, für die Dauer von zwei bis drei Monaten. Voraussetzung ist, dass sie ein künstlerisches Vorhaben umsetzen und dieses digital dokumentieren. Weitere Informationen dazu in dieser Pressemitteilung der Landesregierung.


Schleswig-Holstein

Für Start-ups und kleine Mittelständler

Start-ups und gewerbliche Unternehmen mit einem Gruppenumsatz von bis zu 75 Millionen Euro werden mit Mezzanine- oder Beteiligungsfinanzierungen unterstützt, wenn sie wegen der Corona-Krise Kapital benötigen. Weitere Informationen zu dem Sonder-Beteiligungsprogramm bietet die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH).

Für Beherbergungsbetriebe und Gaststätten

Der IB.SH Mittelstandssicherungsfonds soll Unternehmen aus dem Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 750.000 Euro gewähren. Mehr Informationen dazu gibt es hier. Wichtig: Die Anträge können nur über die Hausbank gestellt werden.


Thüringen

Für alle Unternehmen

Der Thüringer Konsolidierungsfonds ist aufgestockt und um die Komponente „Corona Spezial“ ergänzt worden. Der maximale Darlehensbetrag liegt bei zwei Millionen Euro, davon sind 50.000 Euro zinslos erhältlich. Antragsberechtigt sind Thüringer Gewerbebetriebe sowie Vertreter wirtschaftsnaher freier Berufe, die von Corona betroffen sind und von ihrer Hausbank keine ausreichende Finanzierung erhalten können. Mehr Informationen bei der Thüringer Aufbaubank.

(Stand: 07.07.2020)


Zuschuss, Förderkredit & Co.

In der Corona-Krise gibt es unterschiedliche Arten von Unterstützung für Unternehmen. Was bedeutet was?

Kredit: Banken und Sparkassen leihen ihren Unternehmenskunden weiter Geld, um finanzielle Engpässe zu überbrücken – auch während das Wirtschaftsleben quasi stillsteht, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Förderkredit: Die Förderbank KfW hat mit Geldern aus einem Sonderprogramm des Bundes ihre Förderkreditprogramme für Unternehmen ausgeweitet. Unternehmen erhalten aus diesen Programmen vergünstigte Kredite. Zugleich übernimmt die KfW bis zu 100 Prozent der Haftung, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Voraussetzung ist eine sorgfältige Kreditprüfung durch die Hausbank beziehungsweise Sparkasse.

Aussetzen von Kreditraten: Privatleute, denen durch die Corona-Krise Einnahmen fehlen und denen es nicht zumutbar war, Zins und Tilgung für ihren Kredit zu zahlen, konnten die Raten für drei Monate aussetzen. Dieses gesetzliche Moratorium ist inzwischen zum 30. Juni 2020 ausgelaufen.

Zuschuss: Viele Hilfsprogramme der Bundesländer sind als Zuschuss gestaltet. Im Gegensatz zum Kredit müssen hier die Gelder grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden – vorausgesetzt natürlich, die Kriterien für die Vergabe der Zuwendung werden erfüllt. Einzelne Bundesländern gewähren die Hilfen allerdings auch als „rückzahlbare Zuschüsse“, die nach Ablauf einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden müssen.

Bürgschaft: Bund und Länder haben zur Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auch Bürgschaftsprogramme ausgeweitet. Das bedeutet: Sie bürgen dafür, dass ein Unternehmen seinen Kredit zurückzahlt – und springen ein, wenn nicht. Mit diesem Rückhalt wollen Bund und Länder Banken und Sparkassen die Kreditvergabe in Krisenzeiten erleichtern.

Speziell für Landwirte

Für Unternehmen der Landwirtschaft (einschließlich Wein- und Gartenbau), die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind, bietet die Rentenbank Unterstützung in Form von Rentendarlehen.

(Stand: 07.07.2020)

Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen und Angebote bei Ihrer Sparkasse.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?

Corona-Hilfe der Bundesländer

So kommen Sie schnell an Ihren KfW-Kredit

Sparkassen helfen mit KfW-Notkrediten gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus: Hier erfahren Sie, wie das funktioniert und wie Sie jetzt schnell Hilfe bekommen.

Corona-Hilfe der Bundesländer

Coronavirus: Das müssen Reisende jetzt wissen

Bekomme ich eine Entschädigung, wenn meine Airline den Flug streicht? Kann der Urlaub storniert werden?