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„Schwerste Energiekrise aller Zeiten“: Was wird aus Ihrem Geld?

EU bereitet sich auf Engpässe vor
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise immer weiter in die Höhe. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen bezeichnet die Lage nun als „schwerste Energiekrise aller Zeiten“. Unser Experte erklärt, ob und wie sich diese Entwicklung auf Ihre Geldanlage auswirken könnte – und wie Sie am besten damit umgehen.

Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars der Europäischen Union (EU) Dan Jørgensen mit der „wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten“ konfrontiert. Seit Ausbruch des Konflikts hätten die EU-Mitgliedstaaten bereits mehr als 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen erhalten zu haben.

Bereits jetzt spüren deutsche Privathaushalte und Unternehmen die Auswirkungen dieser Situation deutlich in ihrem Alltag. Aber welche Konsequenzen hat sie auf die Kurse an den Finanzmärkten? Und was bedeutet sie für die Geldanlage der Menschen? Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank erklärt, wie Sie sich verhalten können, um möglichst gut durch diese Krise zu kommen.

3 Fragen zu Geld an

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt der Deka

Herr Dr. Kater, was bedeutet die Energiekrise für die europäische Wirtschaft und damit für Anlegerinnen und Anleger? Welche Folgen hat sie für Aktien, Anleihen, Edelmetalle und Rohstoffe?

Teure Energie bremst Wachstum und erhöht die Inflation. Für Aktien ist das meist negativ, insbesondere bei energieintensiven Firmen, während Versorger und Ölwerte oft profitieren. Anleihen leiden meist unter höheren Zinsen. Edelmetalle wie Gold dienen eher als Stabilisator, Rohstoffe reagieren direkt auf das tägliche Hin und Her der Krisenmeldungen. Insgesamt gehen die Marktteilnehmer jedoch von einer diplomatischen Lösung der gegenwärtigen Militärkonfrontation aus.

Es ist tatsächlich nicht die schwerste Energiekrise aller Zeiten: Zwar ist die Menge an ausgefallener Produktion nie höher gewesen. Die Welt verbraucht heute aber auch fast doppelt so viel Erdöl wie vor 30 Jahren. Prozentual relativieren sich die Beeinträchtigungen – und sie treffen auf die größten Reserven aller Zeiten. Die Preisreaktion war bislang prozentual deutlich geringer als etwa in den 1970er Jahren.

Übrigens: Gegenwärtig profitieren auch alle technologienahen Werte. Denn häufig wird vergessen, dass zeitgleich zur geopolitischen Krise eine technologische Jahrhundert-Revolution stattfindet.

Wie können Privatanlegerinnen und Privatanleger ihre Depots in einem Energiepreisschock absichern?

Gut aufgestellte Depots sind die optimale Vorbereitung auf solche nicht vorhersehbaren Schocks: Privatanlegerinnen und Privatanleger müssen überhaupt nichts tun, wenn sie breit gestreute Qualitätswerte statt wenige Einzelwetten gewählt haben und einen Mix aus Aktien, Anleihen und einem kleinen Realwert-Anteil halten. Wichtig ist jetzt, Sparpläne wie ursprünglich geplant, weiter laufen zu lassen.

Beschleunigt diese Krise den Umbau der europäischen Energiewirtschaft und welche neuen Investmentchancen ergeben sich daraus?

Ja, die Krise beschleunigt den Umbau hin zu mehr Energiesouveränität. Da braucht man nur diejenigen zu fragen, die bereits elektrisch fahren oder heizen. Chancen entstehen bei Netzbetreibern, Speichertechnik, Effizienzlösungen, Elektrifizierung sowie erneuerbaren Energien. Auch Kabel-, Solar-, Wind- und Rohstoffunternehmen können profitieren, wenn der Ausbau politisch weiter unterstützt wird.

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Stand: 7. Mai 2026

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