E für alle: Anzahl der Elektro-Ladesäulen soll deutlich wachsen

EU bewilligt 500 Millionen Euro für das deutsche E-Auto-Ladenetz

Mit dem Geld will der Bund Schnell- und Standardladestationen sowie deren Anschluss an das Netz finanzieren. Auch die bereits bestehende Infrastruktur soll modernisiert werden.

Eine Frau lehnt während des Ladevorgangs an ihrem E-Auto

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bundesregierung unterstützt den Boom der E-Fahrzeuge künftig mit dem Ausbau öffentlicher Stromtankstellen.
  • Dafür nutzt sie ein Förderprogramm der EU-Kommission in der Höhe einer halben Milliarde Euro.
  • Das ist auch notwendig, da die Ladeinfrastruktur in Deutschland bislang nicht ausreicht: Auf zehn Elektrofahrzeuge soll laut EU-Vorgabe eine Stromtankstelle kommen.

Ohne Elektroautos keine Ladesäulen – und ohne Ladesäulen keine Elektroautos: Das Aufladen war bisher für viele Menschen ein Grund, sich kein Elektrofahrzeug zu kaufen. Mittlerweile gibt es eine Entwicklung in Deutschland: Fast 600.000 elektrische Fahrzeuge sind zugelassen. Und die Zahl der Stromtankstellen soll nun deutlich steigen.

Erneuerbare Energien auf den Straßen

Die EU-Kommission hat ein 500 Millionen Euro schweres Förderprogramm für den Ausbau des deutschen Ladenetzes für E-Autos genehmigt. Das teilte die Brüsseler Behörde mit. Das Programm sei außerdem ein Schritt zum Erreichen der Klima- und Umweltziele der EU. Demnach sollen die CO2- und Schadstoffemissionen deutlich verringert werden.

Bereits Ende 2020 hatte die EU-Kommission mitgeteilt, bis zum Jahr 2030 mit mindestens 30 Millionen E-Autos und Plug-in-Hybride (Kombination aus Verbrenner- und E-Motor) mit Strom aus erneuerbaren Energien zu planen. Zudem seien in Europa bis 2030 drei Millionen öffentliche Ladestationen notwendig, um den Bedarf der E-Fahrzeuge decken zu können.

Ladeinfrastruktur: Ziel von 1 zu 10 noch weit entfernt

Unlängst hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) gemahnt, dass für die Klimaziele der EU dringend ein flächendeckendes Ladenetz von E-Tankstellen für Elektroautos errichtet werden müsse. Davon sei man allerdings noch weit entfernt.

Laut einer Auswertung des VDA liegt Deutschland mit gut 47.000 Lademöglichkeiten auf Platz zwei nach den Niederlanden. Allerdings gibt es hierzulande 47,7 Millionen Pkw, von denen viele bald mit Strom fahren sollen.

Die Zielgröße der EU-Kommission: eine Stromtankstelle pro zehn Elektroautos. Im europäischen Schnitt kommen laut VDA-Bericht derzeit 11,1 Elektro-Pkw auf einen Ladepunkt. Deutschland liegt mit 15,7 Autos pro Lademöglichkeit noch darunter – und belegt damit Platz 22 von 31.

Um den Ausbau zu beschleunigen, will der Bund mit den 500 Millionen Euro nun Schnell- und Standardladestationen und deren Anschluss an das Netz finanzieren. Zudem sind künftig Zuschüsse für die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur möglich.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur E-Infrastruktur

Ende Juni 2021 gab es in Deutschland laut dem Statistikportal Statista.de knapp 23.500 E-Ladepunkte. Dazu kommen die privaten Ladestationen sowie die Angebote zum elektrischen Tanken von Unternehmen, wie etwa Baumärkten, Einkaufszentren und Sparkassen.

Die EU-Kommission hat eine Zielgröße für die Ladeinfrastruktur vorgegeben: Eine Lademöglichkeit pro zehn Elektroautos sei notwendig, um einen reibungslosen Verkehr und die EU-Klimaziele zu erreichen.

Die Website des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt einen umfangreichen Überblick über die aktuell verfügbaren Ladestationen in Deutschland.

Das Laden eines Elektroautos funktioniert wie der Tankvorgang bei Benzinern oder Dieselfahrzeugen. Nur dass das Laden länger dauert: In der Regel je nach Modell zischen 40 Minuten und 15 Stunden. Das Fahrzeug wird für den Ladevorgang (meist) mit einem Kabel und einem Stecker an die Ladestation angeschlossen.

Die Bezahlung erfolgt bislang meistens über die sogenannte Ladekarte. Mit ihr erkennt die Säule den Ladekarten-Anbieter und übermittelt ihm die Kosten. Er stellt sie dann dem Kunden in Rechnung. Seit Frühjahr 2021 fordern aber die Ladesäulenverordnung und die Förderrichtlinie zur Errichtung von Ladeinfrastruktur für neue Ladesäulen eine Direktbezahlmöglichkeit: mittels Bargeld, EC-, Kreditkarte oder App. Das soll die Bezahlung vereinfachen.

Ladestationen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und von vielen Anbietern. Eine genaue Übersicht über die Förderung bietet die staatliche Förderbank KfW.

(Stand 07.07.2021)


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