Die Lizenz zum Abenteuer

Fliegen, Tauchen, Boot fahren: Übersicht über die verschiedenen Abenteuer-Führerscheine

Grenzen austesten und die Schwerelosigkeit ausprobieren. Welch ein Reiz! Zwar bestimmen Familie und Job Ihr Leben, was sich durchaus gut anfühlt. Beim Surfen im Internet aber landen Sie immer wieder bei Boot, Flugzeug oder Tauchgang. Dabei sind Sie gar nicht so weit von der Erfüllung Ihres Traums entfernt.

Unsere Übersicht über die verschiedenen Abenteuer-Führerscheine zeigt Ihnen: Welcher ist der Richtige? Wo können Sie ihn erwerben? Welche Kosten entstehen? Und wie lässt sich das Abenteuer sinnvoll finanzieren?

Flugzeugschein – Pilot an Tower: Ich bin startklar!

Spielen wir Flugzeug? Das war gestern. Heute stellt sich für Hobby-Piloten die Frage: Mit welchem Flugzeug will ich abheben – Segelflugzeug, Motorsegler oder Motorflugzeug?

Gesundheit OK? Dann kann’s hochgehen!

Ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis bestätigt, dass Ihr Gesundheitszustand normal ist. Als Pilot wird Ihnen das Zeugnis in regelmäßigen Abständen neu ausgestellt. Auch eine Brille ist in der Regel kein Hinderungsgrund.

Erst bei den Flugscheinen für größere Flugzeuge verschärfen sich die medizinischen Anforderungen. Dann benötigen Sie zusätzlich ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Auszug aus dem Kfz-Verkehrsregister. Der Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs ist bei allen Kategorien Voraussetzung.

Flugausbildung: Segel- oder Motorflugzeug

Pilot im Segelflieger

1. LAPL (S) Segelflugzeug 

Der LAPL (S) ist europaweit gültig. Die Ausbildung können Sie bei einem Segelflugverein oder einer Segelflugschule absolvieren. Die Anzahl der Flugstunden liegt bei mindestens 15. Der Preis für den Flugschein für einen Erwachsenen bewegt sich bei den Vereinen zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Im Unterschied zur Flugschule arbeiten Fluglehrer im Verein oft ehrenamtlich. Daher werden Ihre Flugstunden dort meist auf die Wochenenden fallen.

Bei einer Flugschule mit hauptberuflichen Fluglehrern liegt der Preis höher. Dafür können Sie ihn oft wesentlich schneller erlangen. Einige Flugschulen werben damit, dass der erste Alleinflug (Achtung: Nicht gleichzusetzen mit dem Flugschein!) bereits nach zwei intensiven Wochen stattfinden kann.

Diese Preisangaben sind Richtwerte. Die tatsächlichen Preise variieren von Anbieter zu Anbieter.

Tipp: Im Anschluss an den LAPL (S) können Sie eine zusätzliche Klassenberechtigung für Reisemotorsegler erwerben. 

2. LAPL (A) Motorflugzeugführer EU

Der LAPL (A) ist in der Europäischen Union (EU) sowie Norwegen, Island, Lichtenstein und der Schweiz gültig. Die Ausbildung kostet zwischen 5.000 bis 10.000 Euro. Für die Praxis benötigen Sie 30 Flugstunden. In Vereinen sind die Gesamtkosten tendenziell günstiger.

Nach der erfolgreichen Prüfung fliegen Sie einmotorige Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von 2.000 Kilogramm. Als Pilot dürfen Sie auf Ihren Flügen maximal drei Gäste an Bord bitten. 

3. PPL (A) Motorflugzeugführer International

Die Privatpilotenlizenz PPL (A) erlaubt Ihnen das Fliegen von mehrmotorigen Flugzeugen. Sie ist weltweit in vielen Ländern gültig. Aber vor allem außerhalb Europas gilt es, weitere Regelungen zu beachten. Bitte erkundigen Sie sich vor Reiseantritt. 

Vorteile gegenüber dem LAPL (A)-Flugschein: Sie sind nicht auf vier Personen an Bord beschränkt und das Abfluggewicht kann über 2.000 Kilogramm liegen. Für die Zulassung zur Prüfung benötigen Sie  45 Flugstunden. Rechnen Sie mit Kosten in Höhe von 12.000 Euro.

Tauchen – Zu Hause am Riff

Zwei Taucher vor Korallenriff

Langusten und Seepferdchen, Manta und Korallenriff. Körper und Gedanken treiben durch die Schönheit der Unterwasserwelt. Egal ob in Kroatien, vor den Kanaren oder in tropischen Gewässern – Tauchen fasziniert weltweit.

Einziges Manko: Die Welt der Tauchscheine ist etwas unübersichtlich. Wie zurechtfinden im Labyrinth der Kürzel und Voraussetzungen? Bringen wir Licht ins Dunkel!

PADI? CMAS? SSI? Oder NAUI? 

Es gibt viele Tauchverbände, wie etwa PADI und NAUI – und noch mehr Tauchscheine. Diese Vielfalt kann verwirren. Aber glücklicherweise spielt sie keine so wichtige Rolle: Die Grundausbildungen von PADI und Co. sind vergleichbar, der Tauchschein wird untereinander anerkannt.

Im Klartext heißt das: Auf Basis des zum Beispiel bei SSI erworbenen Open Water Diver (OWD) können Sie bei PADI Zusatzqualifikationen wie Höhlentauchen erlangen.

Tauchkurs – Zu Hause oder im Urlaub?

Bei den unzähligen Schulen weltweit stellt sich zunächst die Frage: Wie erkennt man, welche davon seriös und gut ist? Ein wesentlicher Hinweis: Eine professionelle Tauchbasis ist einem der großen Verbände angeschlossen. Eine gute Übersicht über Tauchschulen finden Sie unter taucher.net  – Bewertungen und Kommentare inklusive.

Ob Sie einen Tauchschein zu Hause oder im Urlaub erwerben, ist in erster Linie eine Typfrage: Denken Sie unweigerlich an eine bunte fischreiche Unterwasserwelt und angenehme Temperaturen? Dann wird Sie der Tauchgang im nahegelegenen Baggersee weniger überzeugen.

Andererseits werden Sie zur Vorbereitung auf die Prüfung einen Teil Ihres Urlaubs mit Tauchen im Pool und Theorie verbringen. Wobei Sie letzteres durch E-Learning auch schon zu Hause erledigen können.

Was kostet ein international gültiger Tauchschein?

Der Open Water Diver ist der Tauchschein für Einsteiger. Er dauert in der Tauchbasis am Urlaubsort meist drei bis vier Tage. Die Preise  dafür liegen in der Regel zwischen 300 und 400 Euro.

Am günstigsten sind in Europa die Tauchschulen auf der portugiesischen Insel Madeira. Sie liegen am unteren Ende der Skala. Auf Mallorca hingegen schießen die Preise über die 400 Euro hinaus. Weltweit gesehen ist Ägypten zurzeit günstig: Am Roten Meer kostet der OWD circa 250 Euro. Auf den Malediven hingegen sind Sie schnell beim doppelten Preis. 

Voraussetzungen – Spaziergang mit Tauglichkeitsbescheinigung

Sind Sie gern im Wasser? Gut, denn das ist die wichtigste Voraussetzung für das Tauchen. Eine Tauglichkeitsbescheinigung dafür stellt Ihnen der Hausarzt aus. Eine gute Gesundheit ist ausreichend. Erfahrungen mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen sind von Vorteil – aber keine Voraussetzung. 

Bootsführerschein – Vom Rhein in die Karibik

Motorboot auf offener See

Deutsche Landschaften mit dem Motorboot erkunden oder einsame Buchten und Inseln mit der Segelyacht ansteuern. Wir stellen Ihnen die fünf Führerscheine vor, die Sie zum Bootsführer erheben.

1. Sportbootführerschein (SBF) Binnen 

Ein Sportbootführerschein Binnen befähigt Sie zum privaten Steuern von Motorbooten auf Flüssen, Kanälen und Seen. Dabei können Schiffe bis zu 20 Meter lang sein und mehr als 15 PS besitzen. Ausnahmen von der Regel bestehen etwa für Rhein und Bodensee. Die Kosten starten bei 250 Euro. Sie erreichen aber schnell das Doppelte – und mehr.

Als Sonderform gibt es den Sportbootführerschein Binnen Segel. Dieser ermöglicht Ihnen, Segelboote ohne Motor auf folgenden Binnenwasserstraßen zu steuern: Havel-Oder-Wasserstraße, Untere-Havel-Wasserstraße, Spree-Oder-Wasserstraße.

Alle weiteren Binnenwasserstraßen sind Ländersache. So gilt etwa für den Bodensee das Bodenseeschifferpatent D. Dieses benötigen Sie im Vergleich zum SBF Binnen bereits ab 6 PS.

2. Sportbootführerschein (SBF) See

Von der Segelyacht bis zum Jetski – ab 15 PS benötigen Sie innerhalb von drei Seemeilen in Küstengewässern einen Sportbootführerschein See. Dafür ist der Bootsführerschein international anerkannt. Die Kosten liegen wie beim SBF Binnen.

3. Sportküstenschifferschein (SKS)

Mit dem SKS können Sie eine seegängige Yacht bis 12 Seemeilen vor die Küste steuern. Als Voraussetzung haben Sie die Prüfung zum SFK See bereits in der Tasche. Zudem verfügen Sie über 300 Seemeilen als Skipper oder Wachführer. Preis: Ab 400 Euro .

4. Sportseeschifferschein (SSS)

Sie wollen weiter hinaus. Bis zu 30 Seemeilen vor der Küste geht es mit einem Sportseeschifferschein. Voraussetzungen: Nachweis von 1.000 Seemeilen als Skipper oder Wachführer und die bestandene Prüfung zum SFK See. Der Preis beträgt ca. 700 Euro . Er wird aber in erster Linie durch die Praxis – sprich: die Ausbildungstörns – bestimmt.

5. Sporthochseeschifferschein (SHS)

Das ist echte Freiheit: Mit dem SHS sind Sie auf allen Meeren der Welt zu Hause. Voraussetzung: Erfolgreich abgelegte Prüfung zum SSS und der Nachweis von 1.000 Seemeilen als Skipper oder Wachführer. Der Sporthochseeschifferschein ist weltweit gültig.

Tauchen, fliegen oder Bootfahren: Auf die Lehrer kommt es an

Gute Lehrer wissen das Vertrauen zu würdigen, das Sie ihnen schenken. Das gilt sowohl unter als auch auf dem Wasser und in der Luft. Und genau so sollten sie Ihnen auch begegnen: Ruhe ausstrahlen, auf Sie eingehen und individuelle Hilfestellungen leisten. Denn nur so bereiten sie Sie ideal auf die Praxis vor.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Ausbildungsstätte also nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Ihr Bauchgefühl: Wie werden Sie empfangen? Nimmt man sich Zeit für Sie? Ist das Ambiente gepflegt?

Der Start in Ihr Abenteuer sollte nicht primär von Gebühren und anderen Kosten bestimmt werden. Ganz wichtig ist, dass Sie sich wohl fühlen. Denn immerhin verlassen Sie den festen Boden unter Ihren Füßen.

Kredit – sinnvoll und mit Vertrauen

Egal ob für den Flugschein, den Bootsführerschein oder den Tauchschein in Verbindung mit dem Urlaub in der Südsee: Haben Sie dafür nicht das nötige Geld auf dem Konto? Dann gibt es zahlreiche Finanzierungsangebote. Aber prüfen Sie diese sehr genau.

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Sparkassen- oder Bankberater, am besten bevor Sie sich auf die Suche nach der idealen Ausbildung begeben. So haben Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten im Blick und können Ihre Vorfreude auf das Fliegen, Tauchen oder Bootfahren uneingeschränkt genießen.

Mehr Infos und Konditionen finden Sie bei Ihrer Sparkasse.

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