
Deutschlands Mittelständlerinnen und Mittelständler setzen sich zunehmend mit ESG-Kriterien auseinander.
Unternehmen, die ESG-Kriterien in ihre Strategie einbinden, können besser auf regulatorische Anforderungen vorbereitet sein.
Verantwortungsvoll wirtschaften: Am Beispiel W. Neudorff GmbH KG
Transformation in Deutschlands Mittelstand
Viele mittelständische Unternehmen in Deutschland treiben den Wandel zur Einhaltung von ESG-Kriterien voran. Das bedeutet nicht Verzicht – vielmehr eröffnet sie neue Chancen für Wachstum und Resilienz. Unternehmen, die ESG-Kriterien berücksichtigen, können auf lange Sicht erfolgreicher und krisenfester sein.
Warum verantwortungsbewusste Unternehmen erfolgreicher sind
Effizienzsteigerung
Verantwortungsvoll wirtschaftende und handelnde Unternehmen senken nicht nur langfristig ihre Kosten, etwa durch ein effizienteres Energiemanagement. Sie können vielfach auch höhere Gewinne erwirtschaften. Gleichzeitig stärken solche Prozesse die Unternehmenswahrnehmung – über Produkte, Arbeitgeberattraktivität und Marktposition.
Kundinnen und Kunden erwarten Engagement
Energieeffizienz und verantwortungsvolle Lieferketten schaffen Vertrauen und erschließen neue Märkte. Die Kundschaft wünscht sich Unternehmen, die ESG-Kriterien messbar verfolgen.
Hohe Erwartungshaltung bei der Kundschaft
Wer Produktionsprozesse energieeffizienter gestaltet und Lieferketten transparent macht, erschließt neue Absatzmärkte. Kundinnen und Kunden erwarten konkrete Maßnahmen – für Klima-, Umwelt- und Sozialschutz gleichermaßen.

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Beschäftigte legen Wert auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung
Neben dem positiven Effekt für die Kundenwahrnehmung beeinflussen Geschäftsmodelle, die ESG-Kriterien berücksichtigen, immer stärker auch die Attraktivität als Arbeitgeber: Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso wie bei potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten ist seit einigen Jahren ein Wertewandel zu beobachten. Es zählen bei der Wahl des Arbeitgebers nicht mehr nur hohes Gehalt und gute Aufstiegschancen, sondern vor allem das Engagement für ESG-Kriterien. Das ist über alle Generationen hinweg fast gleich stark relevant.
Für 82 Prozent ist bei einem Jobwechsel das Engagement für Nachhaltigkeit ein wichtiger Auswahlfaktor, so die Ergebnisse einer Studie der Jobplattform Stepstone. 70 Prozent der Befragten würden zu einem Unternehmen mit nachweislich besserer Umweltbilanz wechseln. Mehr als ein Viertel der Personalverantwortlichen (27 Prozent) erhalten aus ihren Teams den Auftrag, Klimaschutz stärker zu priorisieren. Gleichzeitig wünschen sich ein Viertel der Mitarbeitenden mehr Transparenz und Mitsprache bei den bestehenden Initiativen, so die Studie.
Die Berichtspflichten im Bereich Nachhaltigkeit sollen Transparenz schaffen und Unternehmen dazu anregen, ihre ökologischen, sozialen und unternehmerischen Auswirkungen offen darzulegen.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen ist derzeit in Bewegung. Eigentlich sollten ab 2025 auch mittelständische Betriebe ab 250 Mitarbeitenden unter die CSRD-Berichtspflicht (CSRD: Corporate Sustainability Reporting Directive) fallen. Mit dem sogenannten Omnibus-Paket vom 26. Februar 2025 hat die EU-Kommission jedoch vorgeschlagen, den Kreis der verpflichteten Unternehmen zunächst zu verkleinern. Eine endgültige Entscheidung dazu steht noch aus. Das EU-Parlament berät, eine Einigung wird erst 2026 erwartet. In Deutschland wurde am 10. Juli 2025 ein Gesetzentwurf eingebracht, der eine Pflicht zur Berichterstattung ab 1.000 Mitarbeitenden vorsieht, bisher aber nicht verabschiedet wurde.
Unabhängig von den politischen Vorgaben kann es sich für mittelständische Unternehmen lohnen, schon jetzt freiwillig über Nachhaltigkeit zu berichten. Viele Investorinnen und Investoren sowie Stakeholder orientieren sich zunehmend an ESG-Kriterien, sodass Transparenz Vorteile im Wettbewerb schaffen kann. Um diesen Prozess zu erleichtern, hat die EU am 30. Juli 2025 den Voluntary SME Standard (VSME) (PDF 1,7 MB)veröffentlicht, der Berichte kleinerer Unternehmen vereinheitlichen und den Aufwand reduzieren soll.
Verantwortungsvoll wirtschaften: So gelingt es
Ein Unternehmen, das eine konsequente Strategie für mehr Verantwortung der Umwelt gegenüber verfolgt, ist die W. Neudorff GmbH KG aus Emmerthal in Niedersachsen. Neudorff produziert Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Tierpflegemittel für Hobbygärtner und den professionellen Gartenbau.
Das Unternehmen hat eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, die im Sinne der Agenda 2030 alle relevanten Aspekte aus Ökonomie, Ökologie und Soziales (Drei-Säulen-Modell) berücksichtigt:
- das Unternehmen setzt energieeffiziente Anlagen und moderne Technik, z. B. neue Produktionsanlagen und E-Stapler ein
- seit 12 Jahren bezieht Neudorff neben selbst produziertem Strom 100 Prozent Ökostrom
- Neudorff nutzt zur Energiegewinnung Wasserkraft und Photovoltaik und setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung.
- Darüber hinaus stellt Neudorff die Firmenflotte nach und nach auf Elektromobilität um.
- ergänzt werden die Maßnahmen durch die kontinuierliche Sanierung von Gebäuden und die Modernisierung der Produktion, um Ressourcen langfristig zu schonen.
Positives Arbeitgeber-Image
Auch die Aufgaben als verantwortungsvoller Arbeitgeber nimmt das Unternehmen sehr ernst. Es setzt beim Personalmanagement auf Diversität, bildet regelmäßig junge Menschen aus und übernimmt im Schnitt zwei Drittel seiner Azubis ins Unternehmen. Der Frauenanteil in den Führungspositionen liegt bei 35 Prozent, Tendenz steigend. Im Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt lag der durchschnittliche Frauenanteil in Führungspositionen in Deutschland im Jahr 2024 bei rund 29 Prozent.
„In Zeiten des Fachkräftemangels ist es besonders wichtig, sich sozial zu engagieren. Für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch, um potenzielle neue Beschäftigte zu gewinnen. Unser Engagement ist daher auch – aber nicht nur – ein wenig Eigennutz“, sagt Silke Conrad, Beauftragte für Nachhaltigkeit bei Neudorff.
Die Sparkassen-Finanzgruppe kennt die Herausforderungen ihrer Firmenkundschaft
Das Beispiel der Neudorff GmbH zeigt, dass Unternehmen vielfältige Möglichkeiten haben, sich für die verschiedenen Bereiche einzusetzen. Und mit der richtigen Strategie kann sich das Engagement langfristig bezahlt machen. Damit ihnen das gelingt, können mittelständische Unternehmen die umfassende Expertise der Sparkassen-Finanzgruppe in Anspruch nehmen.
Die Sparkasse begleitet Firmenkundinnen und -kunden von der Beratung bis zur Finanzierung auch bei Projekten im Bereich Energie und Ressourcen. Für die Nachhaltigkeitsbeurteilung von Unternehmen steht Sparkassen der Sparkassen-ESG-Score zur Verfügung. Der Score ist ein zuverlässiges Modell auf Branchenebene, das die durchschnittliche Betroffenheit der Unternehmen einer Branche von Nachhaltigkeitsaspekten misst. Für den Score wurden zehn geeignete Indikatoren identifiziert, die den Bereichen:
- Environment: zum Beispiel Treibhausgasemissionen
- Social: zum Beispiel faire Bedingungen am Arbeitsplatz sowie
- Governance: zum Beispiel faire Vergütung und transparente Entscheidungsstrukturen zugeordnet werden.
Der Klimawandel erfordert konkretes Handeln: Unternehmen, die Emissionen nachweislich reduzieren und Ressourcen effizienter nutzen, sind langfristig wettbewerbsfähiger.
Nehmen Sie jetzt Kontakt auf. Die Sparkassen beraten zu Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und ressourceneffiziente Prozesse – und begleiten die Finanzierung[T
Wir beraten Sie gern
Häufige Fragen zu Nachhaltigkeit in Unternehmen
Nachhaltigkeit im Unternehmen ist wichtig, weil sie Wettbewerbsfähigkeit, Kostensenkung und Mitarbeitergewinnung verbessern kann. Unternehmen, die Energie effizienter nutzen und Emissionen konkret reduzieren, können sich langfristig krisenfest aufstellen. Unternehmen, die gute Strategien haben, bleiben mit verantwortungsbewussten Geschäftsmodellen langfristig wettbewerbsfähiger. Studien und auch positive Unternehmensbeispiele zeigen, dass Unternehmen, die seit vielen Jahren verantwortungsbewusst wirtschaften, beispielsweise Krisen erfolgreicher bewältigen können.
Durch ein effizienteres Energiemanagement können sich Kostenvorteile ergeben. Eine verantwortungsbewusste Ausrichtung ihrer Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse kann sich positiv auf ihre Absatzmöglichkeiten auswirken. Auch können sich die Chancen auf potenziell geeignete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhen.
Unternehmen etablieren klare Ziele und messen Fortschritte mit ESG-Kennzahlen. Eine individuelle Unternehmensstrategie für mehr Nachhaltigkeit ist hier das A und O.
Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl von Möglichkeiten:
- Energieeffizienz steigern: Steigen Sie bei der Energieerzeugung auf erneuerbare Quellen um – zum Beispiel Wasserkraft oder Photovoltaik. Außerdem lässt sich Abwärme, zum Beispiel auch von Biogasanlagen, für die Wärmeerzeugung nutzen.
- Mobilität: Nutzen Sie kurze Transportwege, soweit es möglich ist. Die Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe und das Vermeiden von Flugreisen bei Dienstreisen, wann immer es geht. Verpackungen: Die Verwendung von recyclingfähigen Materialien und der Verzicht auf überflüssiges Verpackungsmaterial sind gute Möglichkeiten.
- Abfallwirtschaft: Viele Reststoffe können noch genutzt werden. Bauen Sie auf Mehrwegsysteme, Mülltrennung und Recycling.
- Ressourcen schonen: Setzen Sie verstärkt auf Rohstoffe aus heimischer und möglichst regionaler Herkunft.
Die Förderung von Finanzprodukten wie z.B. Greenbonds oder KfW-Förderkrediten und ESG-Kriterien in der Kreditvergabe sind wichtige Maßnahmen.
Die Sparkassen finanzieren Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Maßnahmen. Anlageprodukte mit ökologischen und sozialen Merkmalen sind in den jeweiligen Produktunterlagen ausgewiesen.



