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Mann im Hemd steht in einem Lager mit Stahlrollen. Er hat eine Hand in der Hosentasche und hält mit der anderen einen Laptop unterm Arm.

Unternehmen kaufen: So läuft eine Unternehmensübernahme ab

Firmenkauf
Ihre Firma soll wachsen? Oder Sie wollen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, ohne bei null zu starten? Dann kann der Kauf eines etablierten Unternehmens der richtige Weg sein. Wir zeigen Ihnen, welche Chancen eine Übernahme bietet und welche Schritte von der Suche bis zur Übergabe entscheidend sind.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Von Wachstum und Marktausbau über neue Märkte, Produkte und Synergien kann eine Unternehmensübernahme viele unterschiedliche Ziele verfolgen.

  • Eine erfolgreiche Übernahme folgt einem klaren Prozess von Recherche bis Übergabe.

  • Sie steht und fällt mit der Due Diligence, der Vertragsgestaltung, einer passenden Finanzierung und kompetenter Beratung.

Kaufen statt gründen kann Chancen bieten – aber auch Risiken

48 Prozent der Personen, die an einer Unternehmensübernahme (auch: Unternehmenskauf) interessiert sind, finden kein passendes Unternehmen. Gleichzeitig finden 49 Prozent der Seniorunternehmerinnen und Seniorunternehmer keine passende Nachfolge. Diese Zahlen stammen aus dem Report zur Unternehmensnachfolge der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) 2025.

Wie passt das zusammen? Die Zahlen zeigen eine aktuell komplexe Lage: Sehr viele Familienunternehmen suchen derzeit eine Nachfolge. Laut einer Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) sollen zwischen 2022 und Ende 2026 insgesamt etwa 190.000 Unternehmen in Deutschland eine Unternehmensnachfolge erwarten. Dabei kommen etwa in der IHK-Beratung auf jede interessierte Person mehr als 2 Unternehmen auf der Suche nach einem Käufer oder einer Käuferin (DIHK-Report, 2025). Auf der anderen Seite haben fast 4 von 10 der Interessentinnen und Interessenten Finanzierungsprobleme – laut des DIHK-Reports.

Die Zukunft des Mittelstands steht damit unmittelbar vor einer großen Herausforderung. Für Interessentinnen und Interessenten am Unternehmenskauf können sich dadurch aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen ergeben.

Jetzt von den Profis Ihrer Sparkasse zum Unternehmenskauf beraten lassen

Zu den vielen Motiven einer Unternehmensübernahme gehören:

  • Marktposition ausbauen

    Durch Wachstum lassen sich Marktanteile erhöhen, schneller skalieren und dadurch Vorteile gegenüber Wettbewerbern erreichen.

  • Neue Märkte erschließen

    Die geografische Expansion kann Zugang zu mehr oder neuen Kundensegmenten bieten.

  • Portfolio erweitern

    Zusätzliche Produkte und Dienstleistungen können das bestehende Portfolio ergänzen. Eine gezielte Diversifikation trägt dazu bei, Risiken zu streuen.

  • Synergien nutzen

    Durch mehr Effizienz lassen sich Kosten senken, etwa beim Einkauf, in der Verwaltung und IT. Der Umsatz kann sich durch Cross-Selling steigern lassen.

  • Lieferkette absichern

    Zulieferer oder Vertrieb bzw. Kanäle können sinnvoll gemeinsam genutzt werden.

  • Technologie und Know-how

    Insbesondere digitale Fähigkeiten und Innovationen lassen sich mitunter schneller „kaufen“ als entwickeln.

  • Kundschaft und Marke

    Die Käuferinnen oder Käufer haben Interesse daran, den Kundenstamm, das Vertriebsnetz, bestimmte Marken oder Plattformzugänge eines etablierten Unternehmens zu übernehmen statt neu zu gründen.

  • Personal und Kompetenzen

    Die Käuferseite erhofft sich Zugriff auf Spezialistinnen und Spezialisten, Teams oder bestehendes Management-Know-how („Acqui-hire“).

  • Finanzielle Motive

    Ein stabiler Cashflow, eine günstige Bewertung oder die Einschätzung von Turnaround-Potenzial können reizvoll sein.

Unternehmenszukauf - Antworten auf die wichtigsten Fragen
Jörg Fuchs, Executive Director Mergers & Acquisitions bei der LBBW, gibt Praxistipps, die man beim Kauf von Unternehmen beachten sollte.
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9 typische Schritte: Das ist der Ablauf beim Unternehmenskauf

Von der Auswahl des passenden Unternehmens bis hin zur Übernahme ist ein Unternehmenskauf ein komplexer Prozess. Wir stellen Ihnen im Folgenden einen exemplarischen Ablauf vor. Bei den einzelnen Schritten empfiehlt es sich, schon früh in der Vorbereitung fachliche Unterstützung einzuholen. Die Fachexpertinnen und -experten für Firmenkunden bei Ihrer Sparkasse stehen Ihnen jederzeit gern bei allen Fragen rund um die Finanzierung, den Businessplan und viele finanzielle Details zur Verfügung.

Recherche

Recherchieren Sie Unternehmen, die eventuell für Sie infrage kommen könnten. Das geht etwa über die Unternehmensbörse nexxt-change. Oder wenden Sie sich direkt an Ihre Sparkasse. Diese kann sie über die S-Unternehmensplattform möglicherweise mit geeigneten Unternehmen zusammenbringen.

Match

Kompetente Ansprechpartnerinnen und -partner aus Ihrer Region betreuen und begleiten Sie durch den gesamten Prozess. Dazu gehören unter anderem Regionalpartner von Industrie- und Handelskammern (IHK), Handwerkskammern, Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Kreditinstituten, beispielsweise Sparkassen. Wir unterstützen Sie gern auch bei Fragen im Rahmen der Finanzierung.

Geheimhaltungsvereinbarung

Damit Ihnen der Verkäufer oder die Verkäuferin auch sensible Daten aushändigen kann, unterschreiben Kaufinteressentinnen und -interessenten typischerweise zunächst eine Geheimhaltungsvereinbarung (auch: Non Disclosure Agreement).

Information und Beratung

Sie führen erste Gespräche mit der Verkäuferseite und können alle Ihre Fragen stellen. Das ist ein guter Moment, um sich ausgiebig zum jeweiligen Unternehmen zu informieren sowie wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Beratung einzuholen.

Vorvertrag

Häufig wird vor dem eigentlichen Vertrag ein Vorvertrag (auch: Letter of Intent) aufgesetzt. Dieser zeigt als Absichtserklärung Ihr nachhaltiges Interesse, das Unternehmen zu kaufen. Unter anderem werden darin auch der Stand der Verhandlungen und bereits Vereinbartes festgehalten. Holen Sie sich unbedingt rechtliche Unterstützung bei Ihrem Anwalt oder Ihrer Anwältin ein, bevor Sie den Vertrag unterschreiben. Falls Sie in Schritt 3 keine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet haben, ist diese oft auch im Vorvertrag enthalten. Sie ist meist Voraussetzung, um alle Daten und Unterlagen für den nachfolgenden Schritt zu bekommen.

Due Diligence

Überprüfen Sie das Unternehmen in Hinblick auf bestehende Risiken. Eine solche Risikoprüfung (auch: Due Diligence) hilft Ihnen, sich zu vergewissern, worauf Sie sich einlassen. In der Checkliste unten finden Sie verschiedene Fachleute, die Sie einbeziehen sollten.

Verhandlungen

Der Kaufvertrag wird verhandelt. Die Unternehmensbewertung erfolgt. Die Form des Unternehmenskaufs wird festgelegt (etwa Share Deal oder Asset Deal), die Zeitplanung bei der Übergabe aufgesetzt, Rechts- und Arbeitsverhältnisse geklärt usw.

Kaufvertrag

Der Kaufvertrag muss je nach Art der Übernahme bei einem Notarbüro unterschrieben werden. Sobald die gegebenenfalls vereinbarten Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten Sie anschließend vom Notar oder der Notarin eine Aufforderung: Sie müssen den Kaufpreis überweisen. Die finanzielle Seite des Verkaufs ist damit abgeschlossen.

Übergabe

Sie haben das Unternehmen gekauft. Oft beginnt nun eine vorab festgelegte Übergabephase, um die Transaktion möglichst sanft abzuschließen.

Tipp: Es lässt sich nicht vermeiden, dass die Verkäuferseite über bestimmte Insider-Informationen, etwa Kontaktdaten, verfügt. Nach Übernahme der Firma durch Sie könnten ihr diese eventuell einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. So könnte der Verkäufer eines Friseursalons etwa einen neuen Friseursalon nebenan eröffnen und seinen alten Kundenstamm zurückgewinnen – zu Lasten des Käufers oder der Käuferin. Versuchen Sie deshalb, mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin ein Wettbewerbsverbot zu vereinbaren.

So gelingt die Finanzierung des Unternehmenskaufs

Ein Unternehmenskauf wird in der Praxis oft über einen Finanzierungsmix gestemmt. Dieser kann aus unterschiedlichen Bausteinen bestehen. Dazu gehören:

  • Eigenmittel

Entscheidend ist, dass Kaufpreis und Schulden zur Ertragskraft passen. Achten Sie auf:

  • nachhaltige Cashflows
  • belastbare Planungen
  • die Qualität des Managements
  • wie gut das Zielunternehmen nach der Übergabe weitergeführt werden kann

Zur Entlastung der Finanzierung lassen sich häufig Fördermittel einbinden, etwa zinsgünstige Darlehen. Außerdem gilt: Je besser die Sicherheiten, desto eher sind tragfähige Konditionen möglich. Typisch sind beispielsweise Grundschulden auf Immobilien. Wenn zu wenig Sicherheiten vorhanden sind, können Bürgschaftsbanken bzw. Garantien eine Brücke bauen.

Checkliste: Beratung beim Firmenkauf

Nutzen Sie das Know-how erfahrener Fachleute, um sich ausgiebig beraten zu lassen. Infrage kommen dabei neben branchenspezifischen Profis insbesondere:

  • die IHK-Beratung für die Unternehmensnachfolge beziehungsweise den Unternehmenskauf

  • Ihr Sparkassen-Berater oder Ihre -Beraterin für Firmenkunden rund um das Thema Finanzierung und Finanzen

  • eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für die rechtlichen Aspekte

  • eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater für die steuerlichen Konsequenzen

  • eventuell Unternehmensberaterinnen und -berater für die Ermittlung des Unternehmenswerts und unternehmerische Fragen

  • eventuell eine Mediatorin oder ein Mediator bei Konflikten

Praxisbeispiel: eine erfolgreiche Übergabe

Nicht selten möchte ein Unternehmer sein Lebenswerk einfach in gute Hände übergeben. So wie Rudolph Görlich. Der Gründer und Geschäftsführer eines Spezialanbieters für Kunststoffverarbeitung und Werkzeugbau hat sein Unternehmen 1978 gegründet. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften am Firmensitz Leingarten bei Heilbronn und am Standort Dresden einen Jahresumsatz von 10 Millionen Euro.

Dann suchte der 67-Jährige aus Altersgründen einen Nachfolger. Über die mit dem Verkauf beauftragte LBBW kam ein Kontakt zu Andreas Lindemann zustande: Der gelernte Werkzeugmacher war in Führungspositionen bei großen deutschen Industrieunternehmen tätig. Lindemann wollte endlich selbstständig unternehmerisch agieren, setzte sich mit seiner zielstrebigen Art und zukunftsfähigen Plänen gegen eine ganze Reihe von Mitbewerbern durch.

Finanzierung mit starken Partnern

Finanziert wurde der Firmenkauf über die Sparkasse. „Sie hat das beste Finanzierungsangebot auf den Tisch gelegt. Ich hatte schon lange Verbindungen dorthin, zudem war sie auch davor schon viele Jahre Partner von Görlich und gab dann relativ schnell grünes Licht, um die Unternehmensübernahme möglich zu machen“, sagt Andreas Lindemann. Inzwischen liegen eineinhalb Jahre als geschäftsführender Gesellschafter der Görlich Unternehmensgruppe hinter ihm und seine Bilanz fällt rundum positiv aus: „Allen war klar, wie es weitergeht. Das war gut und hat der Firma Schub gegeben. Wir haben gemeinsame Werte definiert, arbeiten teamorientiert an beiden Standorten und leben mit unseren Führungsmannschaften die Unternehmenskultur vor.“ 25 neue Mitarbeiter kamen hinzu, der Umsatz soll sich „in den nächsten fünf bis zehn Jahren verdoppeln“.

Kompetente Beratung und Begleitung beim Unternehmenskauf

Unsere Expertinnen und Experten stehen Ihnen bei Ihrem Vorhaben gern zur Seite. Erreichen Sie hier Ihre Sparkasse vor Ort.
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Häufige Fragen zum Unternehmenskauf

  1. Unternehmensnachfolge bezeichnet die Übernahme eines bestehenden Betriebs durch eine neue Unternehmensführung. Dabei verkauft, verschenkt oder vererbt die bisherige Führung das Unternehmen an den Nachfolger oder die Nachfolgerin.

  2. Unabhängig davon, ob Sie Ihr Unternehmen intern (etwa an ein Mitglied Ihrer Familie oder im Rahmen eines Management-Buy-Outs an das eigene Management) oder extern (an eine dritte Person oder im Rahmen eines Management-Buy-Ins an ein externes Management) übergeben, gibt es dafür vor allem folgende Varianten:

    • Verkauf gegen Einmalzahlung
    • Verkauf gegen regelmäßige Ratenzahlung
    • Verkauf gegen Renten
    • Übergabe in Etappen innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens
    • Unternehmensnachfolge im Rahmen einer Schenkung
    • zeitweises Verpachten des Unternehmens mit Aussicht auf spätere Übernahme
    • Überführung in eine Stiftung
  3. Einem erfolgreichen Firmenkauf gehen eine ausgiebige Recherche und detaillierte Information und Beratung voraus. Prüfen Sie das Unternehmen unter anderem in Hinblick auf:

    • wirtschaftliche Faktoren,
    • Entwicklungsmöglichkeiten,
    • Standortfaktoren,
    • Stamm an Kundinnen und Kunden,
    • Bewertungen im Internet,
    • vorhandenes Personal,
    • und Ausstattung.

    Erstellen Sie einen Businessplan. Ziehen Sie unbedingt Fachleute hinzu, um sich rechtlich, steuerlich und finanziell genau zu informieren und den Unternehmenskauf entsprechend strategisch zu steuern.

  4. Die steuerliche Be- oder Entlastung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört etwa, ob Sie unentgeltlich (etwa Schenkung) oder entgeltlich (Verkauf) übertragen und ob es ein Asset- oder Share-Deal ist. Wenden Sie sich unbedingt an Ihre Steuerberatung, um sich konkret für Ihren Fall beraten zu lassen.

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